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Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Gleich vorweg sei bemerkt, dass es sich bei diesem Buch laut Bezeichnung um einen Roman handelt, es liest sich allerdings eher wie ein flüssig geschriebenes Sachbuch. Wer sich Hoffnungen auf schillernde Ausschmückungen und vielfältige Nebenhandlungen gemacht hat, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Wer allerdings so viel wie möglich über Vivaldi und das Leben in Venedig in kompakter Form erfahren möchte, wird bestens bedient. Fundiert und stringent beschreibt der Autor den wechselvollen Werdegang des Komponisten von seiner Geburt bis zum Armenbegräbnis in Wien. Nebenbei erfährt man viel über das tägliche Leben und insbesondere den Musik- und Opernbetrieb im damaligen Venedig und im Rest Europas. Besonders interessant ist auch das Kapitel über die Wiederentdeckung des Komponisten im 19. und 20.Jahrhundert. Eine informative Lektüre nicht nur für Musikfreunde.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Jedes seiner Bücher macht mich glücklich (Alle meine Wünsche, Das Leuchten in mir, Der Dichter der Familie, etc.), allein die Titel sind schon perfekt. Da ich auch mindestens 10 Jahre älter aussehe, war dieser Roman wieder interessant, da ich weiß, wie es ist, nicht dem Alter entsprechend behandelt zu werden. Ich kenne die Nachteile der ewigen Jugend, genau wie Martine. Seit sie 30 ist verändert sich ihr Aussehen nicht mehr und der Preis der ewigen Jugend ist hoch. Alle um sie herum streben nach zeitloser Schönheit und vergessen, was wirklich zählt im Leben. Grégoire Delacourt ist so vielseitig in seinen Büchern, dass er mir immer wieder gibt, was ich als Leserin brauche.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman lässt keine Wünsche offen. Von allen Seiten wurden mir positive Rezensionen zugetragen, die Lobeshymnen sind nicht abgerissen. Die drei Frauen, Rebecca, Helena und Maxie könnten unterschiedlicher nicht sein, doch das Thema Kind verbindet sie dann doch wieder. Maxie setzt alles mit ihrer Affäre aufs Spiel, Rebecca überlegt, wie erfüllend die Karriere für sie noch ist und Helena ist schwanger und ihr Vater liegt im Sterben. Was mir bei den Freundinnen sehr gut gefallen hat, ist das gegenseitige Verständnis, das sie für die Situationen der anderen aufbringen. Meistens sind Freundinnen ja doch schrecklich neidisch, immer herrscht ein Konkurrenzkampf, auch nach Jahren der Freundschaft. Rebecca, Maxie und Helena sind sehr modern in ihren Ansichten, doch die Enttäuschungen, die sie erleben, vor denen schützt sie niemand. Lisa Karasak hat für mich den perfekten Roman geschrieben. Lest dieses Buch!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Eigentlich ist John Rebus ja schon seit einiger Zeit im Ruhestand, doch eines Tages taucht in einem Wald bei Edinburgh die Leiche eines Privatermittlers auf, der vor etlichen Jahren als vermisst gemeldet wurde. Rebus war damals im Ermittlerteam, der Fall wurde jedoch nie geklärt. Wurden damals Fehler gemacht? Was wurde vertuscht? Fragen, die die Mutter des Opfers medial auszuschlachten versucht. Rebus kommt in Zugzwang und bietet seiner ehemaligen Kollegin Siobhan Clarke, die jetzt mit ermittelt, seine Hilfe an. Gemeinsam decken sie die Hintergründe des Falls auf, wobei Rebus zu seinen gewohnt unorthodoxen Methoden greift, um an Ergebnisse zu kommen. Ein spannender whodunnit in bester klassischer Rankin- Manier, ein Fest für Krimifreunde!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Leider kann ich kein Polnisch, doch die englische Übersetzung dieses Romans der Literaturnobelpreisträgerin wurde immerhin mit dem Booker International ausgezeichnet und dürfte demnach adäquat gelungen sein. Eine abgelegene Waldgegend an der polnisch tschechischen Grenze. Hier haben die Städter ihre Sommerhäuser, doch im Winter leben nur ein paar wenige Menschen hier. Eine davon ist Janina, die sich um die Häuser der Städter kümmert und auch sonst im Wald nach dem Rechten sieht. Ihre innige Beziehung zur Natur und den in ihr lebenden Geistern macht sie zu einer Außenseiterin, und auch ihre Freunde zählen nicht gerade zum Mainstream. Eines Tages wird ihr Nachbar tot aufgefunden, und Janina hegt einen konkreten Verdacht. Als noch mehr Leichen im Wald auftauchen, ist es mit der Ruhe vorbei. Voller Poesie beschreibt die Autorin die Landschaft, mit bösem und hintergründigem Witz die Menschen, die in ihr leben. Eine bemerkenswerte Lektüre, die noch lange nachhallt.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Sind Agententhriller noch zeitgemäß? Wenn ein Großmeister des Genres sie schreibt, dann ja. Ein altgedienter Agent kommt nach jahrelangen Einsätzen in aller Welt zurück nach London und muss erst wieder Fuß fassen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass er einem Badminton Club vorsteht. Eines Tages kommt ein junger Mann dazu, der ihn , den Champion zu einem Match herausfordert. Aus dem einen Spiel wird ein regelmäßiges Treffen auf dem Platz und danach an der Bar. Gemeinsam ziehen sie über den Brexit und Donald Trump her (LeCarre nimmt hier eindeutig und mit spitzer Zunge Stellung) und verstehen sich auch sonst sehr gut. Doch dann kommt es zu einer plötzlichen Schieflage in der Beziehung. Gekonnt wirft LeCarre aktuelle Fragen zum Zeitgeschehen auf und kommt letztendlich zu einem überraschenden Ende. Sehr spannend und mit viel Witz führt der Autor die Leser und seine Figuren an der Nase herum - absolute Leseempfehlung!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Dritter Fall für Emmerich und Winter. Wien 1920. Die politische Lage spitzt sich weiter zu, die Zeichen stehen auf Bürgerkrieg. Vor diesem Hintergrund treibt ein brutaler Serienmörder sein Unwesen, der seinen Opfern die Zunge herausschneidet und an eine Journalistin schickt. Emmerich und Winter haben alle Hände voll zu tun, um die Zusammenhänge zwischen den Opfern herauszufinden. Und dann ist da noch Xaver Koch, der immer noch mit Emmerichs "Familie" untergetaucht ist. Im Laufe der Recherchen geraten der Kommissar und sein Gehilfe in brenzlige Situationen, denn nicht nur Koch will ihnen an den Kragen... Höchst spannend und gut recherchiert geht die Geschichte um das bewährte Ermittlerduo nun schon in die dritte Runde - wir hoffen auf mehr!
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Anlässlich des 70. Todestags von Sigmund Freud ist diese Biografie von 1989 noch einmal aufgelegt worden. Schon immer wollte ich mehr über den Vater der Psychoanalyse wissen, hatte ich doch bisweilen in meinem Leben das Gefühl, auch ganz gut auf seine berühmte Couch zu passen;-) Freud, mit dem man Begriffe wie Hysterie, Ödipus und Über-Ich verbindet, war der Vorreiter der heutigen Tiefenpsychologie und Psychotherapie. Sich selbst bezeichnete er als "mein Hauptpatient". Vielleicht gerade deshalb hatte er schon einen sehr besonderen Zugang zu seinen Patienten und diese waren natürlich nicht nur weiblich. Im Buch werden einige Fälle detailliert beschrieben und lassen staunen, wieviel Herzblut und persönliche Anteilnahme er seinen Patienten zukommen ließ. Georg Markus als Österreichs Paradebiograf zeigt ein wirklich umfassendes Bild über Freuds Leben, sein Werk, seine Familie, sein Ringen um Anerkennung, sein Entsetzen über den ausbrechenden Krieg, seine Flucht nach London und schließlich seine schwere Krankheit, die ihn 1939 aus dem Leben riss. Sigmund Freud war ganz bestimmt einer der größten und einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts - es lohnt sich, diese sehr gute Biografie zu lesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Lang haben wir warten müssen, um zu erfahren, wie es mit der Magd weitergeht. Doch wer glaubt, mehr über June Werdegang informiert zu werden, wird enttäuscht sein. Drei Zeuginnen gibt es, und ja, Gilead geht endlich unter, die Schreckensherrschaft der "Augen" und der "Kommander" geht zu Ende. Über dieses Ende berichten drei Frauen: Agnes, Nicole und die Tante Lydia. Gerade Lydias Werdegang ist beachtlich. Atwood stellt uns Frauen vor eine Wahl. Entweder hören wir ihr zu und ändern unser duckmäuserisches Verhalten oder wir lassen uns weiter vorschreiben, wie unser Leben aussehen soll.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Was kann es an einem kalten und regnerischen Nachmittag so wie gestern besseres geben, als mit einer Tasse Tee ein "Fünf Freunde"-Buch zu lesen? Klar, der echte Fan weiß: besser wären dazu Butterkekse, Kondensmilch und Dosenpfirsiche, aber die hatte ich nicht zur Hand. Nun fragt man sich natürlich mit Recht: Was sollen denn unsere lieben Fünf, die seit mehr als 60 Jahren eine eingeschworene Gemeinschaft sind, ausgerechnet beim Teambuilding? Aber tatsächlich wird dieser Tag der härteste Fall, den Julian, Dick und Anne, George und Timmy, der Hund, je zu knacken hatten. Bei all den Entspannungsübungen und Spielen, die ihre Kompetenzen in puncto Vertrauen und Kommunikation eigentlich stärken sollen, kommen nämlich einige unangenehme Wahrheiten ans Licht, die beinahe die völlige Zerrüttung der fünf Freunde zur Folge haben. Da aber auch ihr zwielichtiger Cousin Rupert wieder mit von der Partie ist und sogar noch ihre Erzfeinde, die Schwarze Sieben (echte Blyton-Fans werden jubeln!), auftauchen, müssen sie sich zusammenraufen... Ein ganz besonderes Schmankerl in der Fünf-Freunde-Reihe von Bruno Vincent, die alle ganz im Sinne und Stil Enid Blytons gehalten sind, ist übrigens "Five escape Brexit Island", bisher allerdings nur auf englisch erhältlich.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Magdalena, 12 Jahre aus Innsbruck: Xiomara und ihre Eltern sind eine Einwanderungsfamilie aus der Dominikanischen Republik. Derzeit leben sie in New York. Xiomara ist sehr unglücklich mit ihrem Leben, da sie sich in ihrem Körper nicht wohl fühlt, ihre Familie extrem religiös ist und es für sie in der Schule sehr schwierig ist. Durch ihre Lehrerin lernt sie Poetry Slam kennen, und ein neues Leben mit vielen Höhen und einigen Tiefen beginnt für sie. Das Buch war sehr spannend geschrieben, manchmal lustig, manchmal bedrückend, aber immer aufregend. Es ist ein tolles Buch, ich habe dabei viel von einer anderen Kultur gelernt!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gernot, 11 Jahre aus Hall: Joss und seine Schwester Allie haben ihre Eltern schon früh verloren und müssen sich nun alleine durchschlagen. Die Familie Lennix jagt und besitzt Drachen. Sie stehlen auch Dracheneier und brüten sie dann aus. Danach kommt eine harte Ausbildung zum Krieger. Demara Lennix will das silberne Drachenei haben, denn es heißt, dass, wenn man sich mit einem Silbernen verbindet, das man sehr viel Macht erhält. Doch lässt ein Drache das Ei, weil er meint, dass das Ei ein Stein ist, fallen und es fällt vor Joss zu Boden. Doch jetzt ist die Familie Lennix hinter ihm, dem Ei und seiner Schwester her. Werden sie entkommen? Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil ich Fantasiegeschichten liebe und es sehr spannend ist. Ich würde das Buch jedem empfehlen, dem Action gefällt. Ich freue mich schon auf den 2. Teil.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Martha, 14 Jahre aus Schnifis: Erica Silverman wurde mit 4 Jahren entführt. Ihre Familie ist sehr reich, darum haben sich schon zwei Mädchen als Erica ausgegeben, aber beide sind gescheitert. Nun taucht ein neues Mädchen auf, das sich als Erica ausgibt. Das Mädchen heißt heißt Violet und wurde von einem professionellen Trickbetrüger aufgezogen. Ihr ganzes Leben hat Violet sich auf die Rolle vorbereitet, Erica zu spielen. Sie beherrscht dieses Rollenspiel perfekt. Wären da nicht die Menschen um sie herum. Wie zum Beispiel Ericas Mutter, ihre neuen Freundinnen in der Schule und James. Violet entwickelt Gefühle für sie alle und beginnt sich zu fragen, was richtig und was falsch ist. Der Thriller „Nichts davon ist wahr“ hat mich sehr beeindruckt. Man fühlt richtig, wie Violet mit ihren Gefühlen zu kämpfen hat. Ich finde, die Autorin hat für ihr Buch ein sehr spannendes Thema ausgewählt und gut zum Ausdruck gebracht. Das Buch kann ich allen weiter empfehlen, die gerne Geheimnisse, Spannung und Drama lesen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

So ist es immer mit Erzählungen: Kaum fühlt man sich wohl in der Geschichte, schon ist sie wieder vorbei und man bleibt alleine mit den vielen offenen Fragen. Und man wünscht sich, diese norwegische Autorin würde noch mehr Bücher herausbringen. Es sind die kleinen Momente, auf die Line Madsen Simenstad sich einstimmt und eindringlich erzählt sie von geheimen Wünschen und Sehnsüchten, von den Schmerzen einer Mutter, die ihr Kind beschützen möchte, vom Tod des Vaters oder von einer engen Beziehung zwischen Geschwistern. Belass es nicht bei diesem Debüt, liebe Line!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Zwei Jahre sind seit dem letzten Fall vergangen, der Rose Knudsen beinahe das Leben gekostet hätte und der sie so traumatisiert hat, dass sie seitdem keinen Fuß mehr ins Sonderdezernat Q gesetzt hat. Erst ein neuer dramatischer Fall, bei dem Assad im Mittelpunkt steht, bringt sie zurück ins Team. Über Assad wussten wir Leser trotz sieben Bücher bisher nicht wirklich viel, er hat sich all die Jahre sehr bedeckt gehalten und seine Vergangenheit war nebulös. Doch jetzt erfährt man endlich seine ganze Geschichte. Assad ist ein topausgebildeter Elitesoldat, gehörte nach dem 11. September zu den Waffeninspektoren der UNO im Irak und war Insasse im berüchtigten Foltergefängnis Abu Ghuraib. Zwar kam er frei, seine Frau und die beiden Töchter jedoch werden seit Jahren vom Terroristen Ghaalib in Geiselhaft gehalten. Alles läuft auf einen Showdown in Berlin heraus, Ghaalib und seine sogenannten Gotteskrieger planen verheerende Anschläge in Deutschlands Hauptstadt, aber Ghaalibs eigentliches Motiv ist es, endlich Rache an Assad zu nehmen. Während Carl und Assad mit den deutschen Kollegen vom Verfassungsschutz alles daransetzen, ein Blutbad zu verhindern und Assads Familie zu retten, müssen Rose und Gordon alleine in Kopenhagen ermitteln. Aber auch ihr Fall rund um einen psychopathischen jungen Mann, der telefonisch immer wieder einen Amoklauf ankündigt, hängt mit Opfer 2117 und somit auch mit Assad zusammen. Der achte Fall des Sonderdezernat Q hat es wirklich in sich und nimmt rasant an Fahrt auf! Jussi Adler Olsen ist einfach ein Garant für Hochspannung!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mit „Sungs Laden“ hat Karin Kalisa 2015 einen großen literarischen Erfolg gefeiert. Sie beweist wieder emotionalen Tiefgang mit einer Geschichte, die den Leser nicht mehr loslässt. In der Klinik, kurz vor ihrem Tod, erzählt die Mutter ihrer Tochter Nora von einem Verbrechen, das ihr als Kind wiederfahren ist und das ihre Seele zerstört bzw. versehrt hat. Nora möchte Anzeige erstatten, doch das Verbrechen ist verjährt. Wie sie mit ihrer perfekten Radiostimme Gerechtigkeit walten lässt, werde ich nicht verraten. Ganz legal ist es nicht, dafür aber temporeich und in einem eigenwilligen Ton erzählt!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Karla, 13 Jahre aus St. Johann: Luisa (genannt Lu) ist eine Teenagerin, sie lebt allein mit ihrer arbeitslosen Mutter. In ihrer Freizeit boxt sie und ist sonst auch nicht unbedingt das typische Mädchen. Sie hat keine Freunde, erfindet aber gern welche, was ihrer Mutter nicht gefällt. Momentan bespricht Lu trotzdem alles mit ihrem besten (erfundenen) Freund Rhys. Über die Schule wird nicht viel erzählt, Lu streitet sich aber oft mit den Jungen aus ihrer Klasse. Ihre Mutter bekommt eines Tages einen Job als Betreuerin für ein Mädchen in Lus Alter: Viola. Diese stellt sich als sehr eigenwillig heraus. Ganz unerwartet verträgt sich ausgerechnet Lu aber gut mit ihr. Im weiteren Verlauf der Geschichte entwickeln sich Freundschaften weiter, Lu braucht Rhys nicht mehr ständig an ihrer Seite. Könnte das etwas mit den Jungs aus ihrer Klasse zu tun haben? Ich finde dieses Buch enthält eine tolle Geschichte! Gleich nach den ersten 20 Seiten wusste ich, dass ich das Buch fertiglesen würde. Außerdem wurde am Anfang alles sehr gut beschrieben, sodass ich mich gleich auskannte. Dieser leichte Einfluss von Romantik hat mir besonders gut gefallen, denn er hat die Geschichte noch ein bisschen aufgepeppt und kam völlig unerwartet. Ich finde es ist eine sehr schöne Freundschaftsgeschichte (wenn auch mit vielen Umwegen).
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Marie, 15 Jahre aus Innsbruck: Mhairi will leben. Doch das ist in einer Welt in der extrem heiße Temperaturen herrschen nicht so einfach. Sie muss aus dem Sudan fliehen. Das Ziel: ihre Großmutter in ihrem Geburtsland Schottland. Auf ihrer beschwerlichen Reise, die sie nicht nur einmal fast das Leben kostet, trifft sie den Jungen. Er ist fünf Jahre alt und stumm. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in ein besseres Leben, eine bessere Welt. Doch kann man so etwas auf einem Planeten, auf dem jeder ums eigene Überleben kämpf, überhaupt finden...... Am auffälligsten an diesem Buch ist eindeutig der Schreibstil. Man hat das Gefühl, direkt Mhairis Gedanken zu lesen. Dadurch erfährt man sehr viel aus ihrem Innenleben. Aber wie es bei einem Kind, dass so viel durchmachen muss verständlich ist, konnte ich nicht alle Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Aus diesem Grund fiel es mir auch schwer, mich mit Mhairis doch sehr ungewöhnlichen Persönlichkeit anzufreunden. Außerdem streut die Autorin öfter Erlebnisse aus Mhairis Vergangenheit ein, deren Ausgänge der Leser aber erst gegen Ende des Buches erfährt. Dadurch hat sich die Geschichte für mich etwas in die Länge gezogen. Außergewöhnlich schön finde ich das Cover des Buches.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Laura Karasek (ja genau - die Tochter von Hellmuth Karasek) hat mit "Drei Wünsche" wirklich einen fulminanten Roman geschrieben! Bereits nach den ersten paar Seiten haben mich die Themen und der Schreibstil so gefangen, dass ich wusste: Dieses Buch lese ich garantiert zu Ende. (Ich bin hier nämlich ziemlich rigoros!) Drei unterschiedliche Frauen um die Dreißig - Maxie, Rebecca und Helena - haben doch dieselben Sehnsüchte nach Liebe, Familie, Geborgenheit & Glück. Sie stellen sich Fragen, was Frausein für sie speziell und allgemein in der heutigen Gesellschaft bedeutet: Dürfen Frauen Karriere und Kinder gleichzeitig haben? Welche Rolle wird Müttern zugeschrieben? Wie ist das Machtgefüge innerhalb von Beziehungen - sowohl privat als auch im Berufsleben? Wie können/sollen/dürfen Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch umgehen? Was bedeutet eine Schwangerschaft für eine Ehe? Aber es geht auch um Verlust und Gefühle zu den teils abwesenden Eltern. Ein großartiger Roman, der mich ebenso zum Lachen wie auch Nachdenken gebracht hat. Und ja - ein wunderbarer Frauenroman!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Es beginnt fast wie in Kafkas Verwandlung: Jemand erwacht morgens und ist nicht mehr derselbe, der abends eingeschlafen ist. Anders als bei Kafka ist es allerdings die Kakerlake, die in McEwans Novelle als britischer Premierminister erwacht. Nachdem sie sich in die neue Situation eingewöhnt hat, macht sie sich munter ans Werk. Es gilt schließlich die Zukunft des Landes in die richtigen Bahnen zu lenken. Eine gruselig - lustige Kafka-Paraphrase aus Brexitannien - zwar nicht McEwans größter Wurf, aber hochaktuell und auf jeden Fall lesenswert!
 
Foto von Bea Mader-Schwarz

Gerade gelesen

Eine ertrunkene Frau im Mittelmeer ist das Flüchtlingsopfer 2117, die am Strand von Ayia Napa mit anderen Toten angespült wird. Ein psychisch gestörter Gamer in Kopenhagen kündigt Massenmorde an. Ein geplanter Terroranschlag im Herzen Europas soll viele Menschenleben kosten. Joan, Assad, Carl, Alexander, Gordon, Rose und Ghaalib sind die Hauptakteure. Assad steht im Mittelpunkt und erzählt seine Geschichte: Über seine Frau Marwa, seine Töchter Nella und Ronia und sein ungeborenes Kind. Sein Erzfeind Ghaalib hat ihn gezwungen, seine Heimat zu verlassen. Wird er seine Familie jemals wieder sehen? Carl unterstützt seinen Freund, während Rose und Gordon sich um einen Gamer in Kopenhagen kümmern müssen, der seine Mitmenschen abschlachten will. Die Fans von Carl und Assad haben schon lange auf den neuesten Fall des Sonderdezernats Q in Kopenhagen gewartet und dieser ist sehr brisant, brutal, spannend und politisch aktuell.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Viele Kunden kommen zur Zeit in den Buchladen, und fragen nach dem Buch "Heimat". Sie meinen "Herkunft", von Sasa Stanisic. Es gibt etwas in uns, das wir uns nicht erklären können, das wir aber unser ganzes Leben lang suchen. Einen Schriftsteller in der Familie zu haben, hilft bei der Suche nach der Herkunft. Stanisic wirft einen besonderen Blick auf seine Großmutter Kristina. Mit ihr fährt er in ein Dorf, das nur noch 13 Einwohner hat. Bald wird es diesen Ort im ehemaligen Jugoslawien nicht mehr geben. Und wovon redet die Großmutter, der Flößer oder der Bremser? Und was hat das mit dem Sasa zu tun? Findet es heraus, es ist die "Reise" wert!
 
Foto von Karin  Pfeiffer

Gerade gelesen

Isabelle Bonnet, Commissaire in Fragolin, einem kleinen Ort in der Provence, ist schockiert. Der Bürgermeister Thierry und ihr zeitweiliger Geliebter wird in Sanary-sur-Mer tot aufgefunden, mit durchgeschnittener Kehle. Es gibt keine Spuren. Niemand weiß, was Thierry nach Sanary-sur-Mer geführt hat und wer der Mörder sein könnte. Nachdem der Bürgermeister ein kleines Museum im Zusammenhang mit einem Modell von Matisse ins Leben gerufen hatte, war er nun auf der Spur einer weiteren Sensation. Die Suche nach dem Mörder bringt Isabelle auch zu Thierrys ehemaliger Geliebten, einer dunkelhäutigen Schönheit, die nun mit einem Politiker vereiratet ist, der im Verdacht steht, korrupt zu sein. Außerdem beschäftigt Madame le Commissaire eine Verbindung zu zwei aalglatten Immobilienmaklern, auf die der Bürgermeister nicht gut zu sprechen war. Spannend mit vielen kulinarischen Einlagen. Pierre Martin ist unter den Provence-Krimi-Schreibern bei weitem der Beste, amüsant und intelligent.
 
Foto von Karin  Pfeiffer

Gerade gelesen

Paul Malegarde und seine Frau reisen aus Amerika nach Paris an, um mit ihren beiden Kindern seinen siebzigsten Geburtstag und den Hochzeitstag zu feiern. Der Sohn Linden ist inzwischen ein berühmter Fotograf, die Tochter Tilia hat Probleme mit ihrem zweiten Mann. In Paris herrscht Hochwassergefahr. Einige Arrondissements sind überschwemmt, die Verkahrsbelastung hoch. Paul erleidet einen Schlaganfall und muss ins Krankenhaus. Linden kümmert sich besorgt um den Vater, die Mutter liegt mit Grippe im Hotelzimmer, Tilia hat seit einem tragischen Verkehrsunfall ein Trauma und bringt es nicht über sich, den Vater im Krankemhaus zu besuchen. Im Laufe der Geschichte hören wir von den Familienproblemen. Jedes Familienmitglied hat seine Geheimnisse und Schwierigkeiten, sich mitzuteilen. Doch die fatale Situation bringt alle dazu, ehrlich über die persönlichsten Dinge zu sprechen. Ich habe mit Vergnügen das Buch gelesen und finde es unbedingt lesenswert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman hat mich überrascht. Wenige Bücher habe ich von niederländischen Autoren gelesen, hier habe ich Nachholbedarf. Man denkt sich, dieses flache Land hat nicht viel zu bieten, die Menschen wohnen weit entfernt voneinander und bekommen nichts mit von der Welt. Paul lebt seit Jahren alleine mit seinem Vater, bald wird er 50. Und das ist auch ein Grund, mehr darüber nachzudenken, welche Gründe es gibt, dass er keine Familie hat. Als sein Freund überfallen und ausgeraubt wird, ändert sich alles für ihn. Hat er noch eine Chance? Wieringa schlägt einen Ton an, der den Leser packt und nicht mehr loslässt. Seine erschütternden Wahrheiten werden noch lange in mir nachwirken!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Dies ist die Geschichte von Jay Dark, einem Verbrecher, der in Italien mit einem Koffer voller Drogen, diverser brisanter Geheimdienstpapiere und Adressen verhaftet wurde. Er spricht elf Sprachen und ist auch sonst ein Chamäleon. Ein Schriftsteller möchte einen Roman über ihn schreiben und trifft sich mit dessen Anwalt, um Insider Informationen zu erhalten. Stück für Stück wird seine Geschichte aufgerollt; wir werden Zeugen eines Drogenprogramms der CIA, die mit Hilfe von LSD die unruhige 68er Protestbewegung in den Griff kriegen möchte, erfahren einiges über die Experimente der Nazis mit dieser Droge, und amüsieren uns über die gewieften Aktivitäten Von Jay Dark. Oder werden wir die ganze Zeit über nur an der Nase herumgeführt? De Cataldo legt viele falsche Fährten und macht aus seinem Roman ein raffiniertes Labyrinth mit mehreren möglichen Ausgängen - lesenswert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Das „Sensations-Debüt“ aus den USA hat mich gefesselt, Andrew Ridker ist wirklich ein Ausnahmetalent. Wie er mit seinen 25 Jahren so viel psychologische Einblicke in das Leben und Scheitern seiner Charaktere geben kann, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Es braucht Jahre, dass sich Familienmitglieder wirklich kennenlernen, und nicht alle schaffen das. Doch das Bemühen, das Verstehen wollen, das hat mich beeindruckt und deshalb vertieft man sich immer mehr in die Geschichte der Alters. Auch wenn mir Arthur, der alte Unidozent, der nie eine Festanstellung bekommen hat, recht unsympathisch war, und ich seine beiden erwachsenen Kinder, Maggie und Ethan gut verstehen kann, so musste ich ihn doch am Schluss ein bißchen für seine Entwicklung bewundern. Ridker schreibt so unterhaltsam, dass es ein Vergnügen ist!
 
Foto von Florian Lechner

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Eine Schweizer Stadt in den 60er Jahren. Stettler, ein Endfünfziger, ist Schaufensterdekorateur in einem großen Warenhaus. Seine Warenpräsentation insbesondere zu Weihnachten wird alljährlich gebührend bestaunt. Er lebt zurückgezogen in der Wohnung seiner verstorbenen Mutter und hegt eine stille Verehrung für die deutsche Pianistin Lotte Zerbst, die ausschließlich für ihre Musik lebt. Die Studentenrevolten des Jahres 68 wirbeln das biedere und ereignislose Leben Stettlers gehörig durcheinander, und auch das Zusammentreffen mit seinem Idol verläuft vollkommen anders, als es sich die beiden erwartet hatten. Sulzer erzählt elegant und detailversessen die Geschichte zweier Einzelgänger, die plötzlich aus dem Ruder läuft - ein ungewöhnlicher Lesegenuss mit Tiefgang!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Als mir mein Sohn vor vielen Jahren ein Buch in die Hand drückte -- "Mama, da musst du unbedingt lesen, das ist sooo spannend!" -- war ich ja zuerst skeptisch, denn ein Buch über ein Computerspiel, das konnte mich doch nicht ernsthaft interessieren. Aber "Erebos" hat auch mich in seinen Bann gezogen, und zehn Jahre später habe ich "Erebos 2" als erste gelesen und dann an den mittlerweile großen Sohn weitergereicht. Die Hauptfigur ist wieder Nick; er ist erwachsen geworden und arbeitet jetzt als Fotograf. Als sich das Spiel plötzlich wie von Geisterhand auf seinem Smartphone installiert, ist er wenig erfreut, zu dramatisch waren damals die Ereignisse, die Erebos ausgelöst hatte. Aber ziemlich schnell wird klar, dass es auch dieses Mal nicht ohne Folgen bleibt, wenn man sich den Anweisungen von Erebos widersetzt. Das Spiel hat sich in den vergangen zehn Jahren offenbar stark weiterentwickelt und reagiert perfider, als Nick je vermutet hätte, und so ist er schneller als ihm lieb ist wieder als Dunkelelf Sarius zurück im Spiel. Es ist wieder mitreißend und zum Teil auch verstörend zu lesen, was künstliche Intelligenz (angeblich?) alles kann, und wer dieses Mal hinter dem Spiel steckt und was eigentlich das Ziel ist, hat mich sehr überrascht. Für meinen Geschmack hätte es allerdings etwas weniger Gemetzel an allerlei gräulichen Kreaturen geben können.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Kompliment, Kompliment, KOMPLIMENT an Julia Donaldson und Axel Scheffler! Mit ihrem neuesten Bilderbuch haben sie sich selbst übertroffen. Dass Axel Scheffler ein genialer Illustrator ist, wissen wir ja schon lange, aber dieses Mal kann man sich an seinen farbenfrohen und detailverliebten Bildern gar nicht sattsehen. Die Geschichte rund um die außerirdisch entzückenden Schnetts und Schmoos ist einfach nur wunderbar, und die Botschaft und Widmung in diesem Buch bekommen eine ganz besondere Bedeutung, wenn man bedenkt, dass Scheffler und Donaldson in Großbritannien leben, wo dank irre haarsträubender Politiker das Brexit-Theater kein Ende findet. Ein ganz besonders dickes Lob gebührt aber auch Salah Naoura, der für die meisten (aber nicht alle!) Donaldson-Übersetzungen ins Deutsche verantwortlich ist. Es gab ja zwei, drei Donaldson-Scheffler-Bücher, wo ich mich beim Vorlesen innerlich winden musste, weil die deutschen Fassungen ein bisschen unschön und holperig geraten waren. Aber dieses Mal: Applaus! Kein einziger Reim quietscht, das Versmaß ist perfekt, die Worterfindungen sind großartig. Mein Bilderbuch-Highlight des Jahres!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Ist Ihnen bewusst, dass Sie durchschnittlich jedes Jahr einen Monat Ihres kostbaren Lebens mit dem Lesen von unwichtigen News verbringen? Rolf Dobelli spricht hier von den kurzen, flüchtigen News in diversen Tageszeitungen, Online- und Social-Media-Kanälen. News sind heute jederzeit und überall verfügbar und werden achtlos konsumiert. Klinken Sie sich aus. Sie werden nichts Lebenswichtiges versäumen und dafür viel Zeit gewinnen! "Ein einziges gutes Buch ist für Ihr Leben und Ihr Wohlbefinden tausendmal wertvoller als unzählige Nachrichtenmeldungen." Außerdem passen Seelenruhe und Lebensweisheit nicht mit News zusammen. Der Autor gibt noch folgenden wertvollen Ratschlag: Wenn Sie ein bisschen weiser werden möchten, dann lesen Sie gute Bücher statt schlechte News. Also, worauf warten Sie noch?
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dass sich Paulus Hochgatterer auch die Zeit nimmt, neben seinem aufreibenden und intensiven Beruf (Kinderpsychiater), Bücher zu schreiben, ist ein Glück für alle Leser. Dass die Themen in seinen Romanen und Krimis tiefgründig und lebensnah sind, sollte erwähnt werden. Das Leben für den Polizisten Ludwig Kovacs und den Psychologen Raffael Horn (beide bekannt aus „Die Süße des Lebens“ und „Das Matratzenhaus“) ist nicht leichter geworden, beide stehen kurz vor der Pensionierung. Spannend finde ich es, dass beide im ganzen Roman nie aufeinander treffen und doch an einem gemeinsamen Fall arbeiten. Dieser Fall hat es wieder in sich: alte Menschen werden gefoltert und schweigen über die Vorfälle, ein Mädchen wird entführt, in der Klinik tauchen Patienten auf, die schwierig zu behandeln sind – etwas wurde vor Jahren totgeschwiegen, doch jetzt brodelt es an allen Fronten! Paulus Hochgatterers Bücher sind so schön lesbar, und doch so schwer verdaulich, da er das Grauen der Vergangenheit immer wieder zur Sprache bringt!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Motti Wolkenbruch ist frustriert. Seine Freundin (jaja, die Schickse aus dem Vorgängerbuch) hat ihn verlassen, mit der Familie hat er gebrochen, und das Geld geht auch langsam zur Neige. Doch Rettung naht: Herr Hirsch steht in der Hotellobby, um Motti abzuholen und nach Israel zu bringen. Er gehört zu den "Verlorenen Söhnen Israels", die sich um Juden kümmern, die von ihren Familien verstoßen wurden. Ohne es zu wollen, wird er zum Anführer der "Jüdischen Weltherrschaft"...Zeitgleich verstecken sich etliche alte Nazis in einem Stollen in den Bayerischen Alpen und wollen die Weltherrschaft an sich reißen. Es beginnt ein absurd-komischer Wettlauf der beiden Organisationen, der nur beinahe in eine Katastrophe mündet. Thomas Meyer beschert uns mit seinem zweiten Roman um Motti Wolkenbruch eines der witzigsten Bücher der Saison - ideal für dunkle Herbstabende!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Lea, 12 Jahre aus Wattens: Jane White ist eigentlich auf den ersten Blick ganz normal, aber das ist sie nicht. Vor zwölf Jahren ist sie und ihr Vater John aus dem Schloss "ausgespuckt" worden, das in Bluehaven steht. Jedes Jahr wird ein Fest gefeiert, wo man Puppen von ihr und John verbrennt. Fast jeden Tag gibt es ein Erdbeben und alle glauben, dass Jane die Verantwortliche ist. Eines Tages wird sie von einer weißen Frau ins Schloss geführt. Dort erfährt sie ihre wahre Geschichte und muss vor so ziemlich jedem fliehen. Sie dachte, dass ihr "Führer" ihr Freund ist, aber er will sie entführen. Ein spannendes Abenteuer beginnt... Das Buch ist spannend, und man will es gar nicht mehr aus der Hand legen. Leider ist das Ende offen, und ich würde mich sehr über den zweiten Band (wenn es welchen gibt) freuen.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Jackson Lamb und seine Truppe von den Slow Horses sind zurück, und wie! Die ausrangierten MitarbeiterInnen des MI5 laufen auch im neuen Fall zu Höchstform auf und pflegen nicht nur ihre persönlichen Macken sondern auch eine neue Form des Miteinander - natürlich nur im Dienst der Sache. Ein ehemaliger Geheimdienstler wird in einem Bus tot aufgefunden, und Lamb wittert einen Fall für Slough House. Mit gewohnt unorthodoxen Mitteln werden die Ermittlungen aufgenommen und führen bald zum russischen Geheimdienst. Wie dieser Handlungsstrang mit dem Besuch eines russischen Oligarchen in London zusammenhängt, für dessen Schutz zwei von den Horses abgestellt sind, und wie letztlich die ganze Stadt in Aufruhr gerät, ist Lesevergnügen pur - ein unkonventioneller Agentenroman der Sonderklasse!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Dunkle Mächte. Ein einzigartiges Magiesystem. Eine unvergessliche Welt. Dies ist der Beginn von Bardugos atemberaubendem Grishaverse und endlich dürfen auch deutsche Leser*innen sich an der Trilogie erfreuen, die lange nicht mehr erhältlich war. Bevor es die Krähen aus Ketterdam gab oder Märchen in der Sprache der Dornen oder einen Prinzen, in dem das Dunkle wohnt, begann alles mit einer Soldatin aus Ravka, die wortwörtlich hell zu strahlen beginnt. Alina Starkov weiß nicht, was mit ihr passiert. Ein Leben lang lebte sie als graues Mäuschen, das in einem Waisenhaus aufgewachsen ist und nun Mitglied im Heer ist. Doch als das Leben ihres besten Freundes gefährdet ist, taucht sie den gefürchtetsten Ort Ravkas in Licht und retten allen das Leben. Der Anführer der Grisha - Menschen mit besonderen Fähigkeiten - sieht in Alina etwas Außergewöhnliches und nimmt sie in seinen Orden auf. Doch dies ist nur der Anfang des Anfanges. Ein Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, Wahrheit und Lüge, Vergangenheit und Gegenwart. Bardugos Grishaverse muss gelesen und immer wieder besucht werden!!!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Ich bin ja ein großer Fan von Chief Inspector Armand Gamache, aber ihn auf seinem einsamen Weg zu begleiten, war dieses Mal etwas mühsam. Der eigentliche Fall war irgendwie verzwickt: ein mysteriöses Testament, als dessen Vollstrecker Gamache sowie seine Nachbarin, die Buchhändlerin und Psychologin Myrna, und ein unbekannter Zimmermann eingesetzt werden, obwohl alle drei die verstorbene Baronin Baumgartner gar nicht kannten. Dabei ging es mir letztlich zu viel um Wirtschaftskriminalität, Korruption und Geldwäsche, so dass der einsame Weg, nämlich der nicht abgeschlossene Fall aus dem letzten Band, etwas auf der Strecke blieb. Immer noch ist Gamache vom Dienst suspendiert, immer noch treiben ihn die unfassbar großen Mengen der verschwundenen neuen Superdroge Carfentanil um, immer noch versucht er, im Alleingang diese Drogen aufzuspüren. Zu welch ungewöhnlichen Mitteln er deswegen greift und woher dann doch Hilfe kommt, war natürlich gewohnt spannend und unterhaltsam zu lesen! Wenn ich mir etwas wünschen dürfte: Der nächste Band möge doch bitte wieder etwas mehr in Three Pines spielen, die Aufenthaltsdauer in diesem netten Dörfchen war dieses Mal doch etwas knapp bemessen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich bin ja nicht die typische Krimi-Leserin, die schon ab der zweiten Seite weiß, wer was getan hat. Ich bin mir trotzdem sicher, dass Bernhard Aichner es wieder einmal geschafft hat, ein Buch zu schreiben, dass raffiniert aufgebaut ist und so bis zum Schluss spannend bleibt und für Überraschungen sorgt. Es sind auch die Dialoge, die ein atemloses Durchlesen garantieren, und die Frage, was würde ich machen, wenn ich Koks finden, beschäftigt mich immer noch. Ein Fund für alle Leser, denn das Lesevergnügen ist so gewaltig, als wäre man auf Koks!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mit diesen Frauen habe ich mich köstlich amüsiert, denn die Mischung aus magischem Realismus und hartem Leben stellt so Einiges an im Kopf des Lesers. Greta, Truda und Ilda haben viel von ihrer Mutter Rozela mitbekommen. Natürlich die Sturheit und der Drang nach Unabhängigkeit. Die Männer haben es nicht so leicht in dem Frauenhaushalt. Die Autorin schafft es mit ihrer Romanstruktur ein ganzes Jahrhundert aufleben zu lassen. Die Traumata des Krieges, den sie alle irgendwie überlebt haben, lassen den Leser nicht kalt, doch mit einer Leichtigkeit beweist Bunda, dass Humor viele Verletzungen heilen lässt!
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Fünf Menschen, fünf Kapitel, fünf Lieben und wir erleben sie hautnah. Als Leser bekommen wir einen sehr genauen Einblick in die Gefühlwelt von Paul. Paul, der der großen Liebe mit 12 begegnet, sie aber immer wieder an verschiedenen Orten, mit unterschiedlichen Personen erlebt. Spätestens seit Acimans Bestseller "Call me by your name" ist er für mich einer meiner absoluten Lieblingsautoren. Dieser Mann weiß wie man mit Worten umgeht und er schafft es seine Romane so lebendig, gefühlvoll und intensiv zu gestalten, dass man sich als Leser schnell in seinen geschrieben Worten verliert. Ein sprachliches Meisterwerk!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mich überzeugen englische Autorinnen (zb. Jane Gardam), denn sie versprühen einen trockenen Charme. Die Charaktere wirken zwar nach außen hin ruhig und mit einem gemäßigtem Lebensstil, doch innen brodelt es, als hätten sie den Krieg überlebt (was meistens auch der Fall ist). Harry und Evelyns Ehe dauert lange an, was schön und schrecklich zugleich ist. Ihr perfektes Liebesleben, die Idylle, die sie sich aufbauen, kommt immer wieder ins Wanken. Ich habe mit den beiden mitgefühlt, als wären sie meine Eltern, und ihre Zärtlichkeit füreinander und ihr unaufgeregter Zorn ist bei mir auf viel Verständnis gestoßen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diese Autorin habe ich bereits kennengelernt, mit ihrem Episodenroman „Momente der Klarheit“. Doch Klarheit habe ich erst in „Brüder“ gewonnen: Hier trifft Können auf Erfahrung! Wie sie die Brüder vorstellt (beide haben einen afrikanischen Vater und eine deutsche Mutter), grenzt an Genialität. Mick und Gabriel wachsen ohne einander zu kennen in Deutschland auf, doch ihre Erfahrungen sind ähnlich. Glaubwürdig erzählt Thomae von einem Leben mit dunkler Haut, welche Erfahrungen sie machen müssen, ohne sich selber zu verlieren. Die Nominierung für die Longlist zum Deutschen Buchpreis ist mehr als gerechtfertigt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Nein, das ist kein Buch, wo es nur um Fußball geht, denn sonst hätte ich es sicher nicht gelesen! Dieses Debüt von Tonio Schachinger hält viel mehr für den Leser bereit, als es die Inhaltsangabe verspricht. Ivo ist zwar ein gut bezahlter Fußballer, der in der Welt herumkommt, doch als Familienvater und Ehemann muss er Karriere und Familie unter einen Hut bekommen, und eine Affäre mit Mirna, seine Jugendliebe. Es stimmt, kaum befindet man sich in Ivos Kopf, lässt einen seine Gedankenwelt nicht mehr los. Wie Ivo sein Wien beschreibt, ist pointiert und treffend und die Komik wird es ausmachen, dass der Autor auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet ist!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Elias, 11 Jahre aus Mils: "Rette die Welt" lautet das Motto in diesem Buch. Hier erfährst du alles über das Klima und was Greta Thunberg alles dafür macht. Du findest darin auch sehr viele hilfreiche Tipps, wie zB: Weniger Fleisch essen, denn bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch werden etwa 14 Kilo CO2 freigesetzt. Greta hat mittlerweile schon hundertausende Menschen hinter sich. Es wird auch beschrieben, wie es ihr auf dem Weg zum ersten Schulstreik und während der Friday-for-Future-Demonstration gegangen ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn ich und meine Familie versuchen Klima-bewusster zu leben. Und ich wollte mehr über Greta Thunberg und ihren Kampf fürs Klima erfahren.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Ein Anwalt verliert von einer Sekunde auf die andere seine Stimme, die Diagnose lautet Zungenkrebs, die Behandlung Amputation. Wie geht ein erfolgsverwöhnter Mann mit dem Verlust seines wichtigsten Werkzeugs um? Wie reagiert die Umwelt? Wer profitiert davon? Ist ein fluchender Papagei die Lösung? In seinem Roman verwebt der junge mexikanische Autor Jorge Comensal kunstvoll die Geschichte des Anwalts mit der einer vom Brustkrebs geheilten Psychotherapeutin, die sich um Krebspatienten kümmert und dabei öfter die Distanz verliert. Ein geltungssüchtiger Onkologe und ein geschäftstüchtiger Bruder treiben die Geschichte voran, die in einer grotesken Erlösungsszene endet. Dem Autor gelingt es, ein schwieriges Thema mit großer Leichtigkeit und teils boshaftem Humor aufzubereiten - ein spezieller Leckerbissen!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Die Folgen des spanischen Bürgerkrieges, Gewalt und Repression auf der einen, ein Wesen nicht aus unserer Welt in einem Labyrinth auf der anderen Seite und die kleine Ofelia mittendrin. 2006 beeindruckte Guillermo del Toro Zuschauer*innen mit seinem Film "El laberinto del fauno" (Pan's Labyrinth), der die harte Realität des Krieges mit der dunklen Wahrheit des Fantasy-Genres vereint. Nun verwandelte Cornelia Funke diesen bildgewaltigen Klassiker in ein poetisches Märchenbuch für Erwachsene. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um eine reine Nacherzählung. Obwohl Funke der Originalhandlung sehr treu geblieben ist, dürfen wir tiefer in die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren eintauchen und den Kontrast zwischen Gut und Böse, Realität und Fantasie auf einer besonderen Ebene erfahren. Ein neues Verständnis über del Toros Meisterwerk wird somit angeboten und zusätzlich spinnt Funke zehn eigene Kurzgeschichten mit in die Erzählung ein, die uns glauben lassen, dass jegliche Form der Realität das Potential zu einem eigenen Märchen hat. Eine Geschichte, die sowohl auf der Leinwand als auch zwischen den Seiten ein Meisterwerk ist.
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Auf Bodo Janssen bin ich durch verschiedene Fernseh- und Zeitungsberichte aufmerksam geworden. Als junger Student wurde er entführt und mehrmals mittels Scheinhinrichtungen traumatisiert, es folgte die frühe Übernahme des elterlichen Betriebes und dann der nächste Schlag: Seine Mitarbeiter bescheinigten ihm einen miserablen Führungsstil. Bodo geht ins Kloster, setzt sich mit der benediktinischen Lebenskunst auseinander und erarbeitet einen komplett neuen Ansatz in der Mitarbeiterführung: Zuhören; miteinander sprechen, statt übereinander; Fragen stellen, statt Antworten geben; Rituale, Dyaden und Meditationen, damit seine "Upstalsboomer" an sich selber und der Gemeinschaft wachsen können. In seinen Hotelketten werden die Mitarbeiter gestärkt, motiviert und wertgeschätzt. Der Erfolg spricht für sich! Brauchen wir ein spirituelles Managementbuch? Ich meine: Unbedingt!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Ein Miroloi ist ein Klagelied, ein Totengesang, und das Mädchen singt uns eines in 128 Strophen. Das etwa 16-jährige, Mädchen ist ein Findelkind, im "schönen Dorf" wird es eigentlich nicht mal geduldet. Einer seiner wenigen Fürsprecher ist der Bethaus-Vater, der es einst in einer Kiste voller Zeitungen "von drüben" gefunden hat, und nun eine Art Vaterrolle einnimmt. Das Mädchen hat keinen Namen, denn einen Namen bekommt nur, wer einer der Sippen auf der Insel angehört. Das schön gestaltete Cover in blau und weiß lässt an eine griechische Insel denken, aber "Miroloi" könnte überall dort spielen, wo die Gesetze von Männern gemacht werden und Frauen als Menschen zweiter Klasse angesehen werden. Im schönen Dorf gelten die Gesetze der "Khorabel"; automatisch denkt man hierbei an den Koran, die Thora, die Bibel. Mir haben auch die vielen anderen Wortschöpfungen von Karen Köhler gut gefallen, die ihren Roman oft sehr poetisch anmuten lassen. Eines der Highlights in diesem Sommer!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gernot, 10 Jahre aus Hall: Der Elfenjunge Zed und der Menschenjunge Brock leben in der Stadt Freestone. Jedes Kind aus Freestone erwartet eine Zeremonie, wo es eine der Gilden zugeteilt wird. Zed erhofft sich eine Kariere bei den Zauberern, während Brock sich bei den Händlern sieht. Die Beiden schafften es in die Gilden, doch dann wird Zed von den Schattenläufern zwangsberufen und Brock wechselt zu seinem Freund. Mit ihnen kommt auch Liza in diese Gilde. Zur Aufnahmeprüfung müssen sie eine Nacht außerhalb der Mauern verbringen. Dort jedoch lauern gefährliche Kreaturen. Als die Kinder es geschafft haben, kommt heraus, dass die Energiequelle der Stadt langsam kaputt geht. Deshalb begeben sich Zed, Brock und Liza auf eine gefährliche Reise… Wie es weiter geht, müsst ihr selbst lesen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil oft Magisches und Spannendes passiert. Es ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Ich würde es Kindern ab zehn Jahren sehr empfehlen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Elias, 11 Jahre aus Mils: In diesem Buch geht es darum, dass man als Kind auch etwas Großartiges bewirken kann. Über Greta Thunberg wird erzählt, wie es ihr überhaupt gelingt, die Friday-for-Future-Bewegung in die Welt zu bringen. Die weite Reise quer durch Europa zu vielen politischen Treffen war für Greta eine große Herausforderung. Doch sie hat alles mit der Unterstützung ihres Vaters geschafft. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, weil Greta für mich ein großes Vorbild ist. Denn sie setzt sich für den Umweltschutz ein. Eigentlich sollte jeder dieses Buch gelesen haben!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden der Trilogie, in denen die Leser*innen behutsam in drei ihnen unbekannten Londons eingeführt werden, sollten sie beim Lesen dieses Teiles lieber die Luft anhalten, denn das Tempo nimmt rasant zu. Unmittelbar nach dem Ende des zweiten Bandes geht es in 'Die Beschwörung des Lichts' weiter und Kell, Lila, Rhy, Alucard und Holland müssen der Dunkelheit, die über das rote London einher gezogen ist, Einhalt gebieten. Während man den Figuren bei ihren Versuchen zu gewinnen begleitet, blättern sich die Seiten wie von selbst um. Man kann nicht aufhören und will die Charaktere nicht alleine lassen. Das bittersüße Ende lässt einen beim Zuklappen des Buches noch vor sich hin starren. Doch wir dürfen hoffentlich schon bald, diese uns ans Herz gewachsenen Figuren wieder sehen, denn V. E. Schwab scheint selbst noch nicht ganz mit ihnen abgeschlossen zu haben.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Zurück nach London heißt es mit 'Die Verzauberung der Schatten'. Im Gegenzug zum ersten Teil der Weltenwanderer-Trilogie, in der wir mit den Protagonisten zwischen den vier London hin und her reisen durften, erkundigen wir in der Fortsetzung hauptsächlich das Rote London - Kells Heimat und Lilas neues Zuhause. Nach den Ereignissen des ersten Bandes wollen Lila, Kell und Rhy sich nur mehr ausruhen und ihren eigenen Weg gehen. Lila hat ihr neues Abenteuer an Bord eines Schiffes gefunden und freundet sich mit dessen Kapitän an. Kell und Rhy müssen lernen mit gewissen Konsequenzen zu leben und ihr brüderliches Band wird noch enger als je zuvor. V. E. Schwab dringt tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere ein und bietet nicht nur ein besseres Verständnis für die Figuren, aber auch für das rote London und der Magie, die es umgibt. Selten können Autor*innen sich so viel Zeit lassen, uns in eine neue Welt zu entführen, ohne uns dabei zu langweilen. Schwab bringt uns ihrem London näher und schafft es dabei, dass wir uns selbst dort wie Zuhause fühlen.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

New York, Burundi, Genf, Den Haag - die Protagonistin in Nora Bossongs neuem Roman ist als UN Mitarbeiterin viel herum gekommen und macht sich nach dem Scheitern der von ihr geleiteten Zypern Verhandlungen Gedanken über Sinn und Unsinn internationaler Einsätze und Verhandlungen. Sie analysiert die Blase, in der sich die internationale Topdiplomatie bewegt, und hadert mit der Verquickung von Öffentlichem und Privatem, dem Verlust der Unschuld und der Absurdität mancher Einsätze. Ein engagierter Roman, der viel Stoff zum Nachdenken liefert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

"Simonhof" war erst der Anfang, jetzt geht es weiter mit der Dorfchronik. Stefan Soder ist ein Meister was große Themen angeht: Kann man der Heimat entkommen und wie kehrt man wieder zurück? Hält die Freundschaft von Bernd und Franz, denn früher waren sie doch unzertrennlich und haben viel gemeinsam erlebt. Die Skitour entwickelt sich nicht wie erwartet, denn die Stille, die die beiden am Berg erleben, lässt viel Platz für eigene Gedanken und Fehlinterpretationen. Wohin führt der Weg die beiden Männer, die unterschiedlicher nicht sein können und finden sie noch Gemeinsamkeiten? Beim Lesen hält man oft die Luft an, weil man bald glaubt, dass etwas Schreckliches auf dem Berg und im Schnee passieren wird. Franz hat so viel Wut in sich aufgestaut und Bernd hat ein Geheimnis, das der Autor lange nicht lüftet. So wie die Kurven bei der Tour kein Ende nehmen, so elegant kreisen auch die Gedanken und Gefühle der Männer um ihr vergangenes Leben, Franz als Familienvater und Lehrer, Bernd als skrupelloser Finanzberater. Bei einer Skitour zählt Ausdauer, und die besitzt dieser großartige Autor.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Der letzte Satz in Margaret Atwoods berühmten Roman "Der Report der Magd" lautete: "Gibt es irgendwelche Fragen?" Oh ja, die gab es!!! Was ist mit der Magd Desfred geschehen? Wie ging das Leben in dem totalitären Staat Gilead weiter? Fast 35 Jahre später gibt es endlich die Antworten -- und ganz ehrlich, wenn ich nicht irgendwann auch mal hätte schlafen müssen, hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die Handlung setzt ungefähr 15 Jahre nach dem "Report der Magd" ein, und es sind drei Frauen, die dieses Mal zu Wort kommen. Die erste Zeugin ist die junge Agnes, die als privilegierte Tochter in einem Kommandanten-Haushalt heranwächst. "Ich soll euch erzählen, wie es für mich war, im Inneren von Gilead aufzuwachsen. Vermutlich rechnet ihr mit nichts als Gräueln, doch wahr ist, dass viele Kinder geliebt und gehätschelt wurden, in Gilead genau wie überall." Ihr Leben ändert sich grundlegend, als ihre vermeintliche Mutter stirbt und Agnes herausfindet, dass sie das Kind einer Magd ist. Daisy aus Toronto, die zweite Zeugin, lässt sich nach einem Mordanschlag auf ihre Eltern von der kanadischen Untergrund-Organisation Mayday als Maulwurf nach Gilead einschleusen. Die dritte und für mich spannendste Zeugin ist Tante Lydia, die man bereits aus dem Report kennt. Ihr Bericht aus Haus Ardua, eines der wichtigsten Machtzentren in Gilead, deckt auf, wie dieses totalitäre Regime entstehen konnte, in dem unter dem Deckmantel der Gottesfurcht Korruption und elitäre Machtstrukturen herrschen, in dem Frauen als Menschen zweiter Klasse gelten und Andersdenkende gnadenlos ausgelöscht wurden. "Empfand ich Verachtung für das, was wir da fabrizierten? In gewisser Weise ja: Es war Verrat an allem, was uns in unserem früheren Leben gelehrt worden war, und an allem, was wir bisher erreicht hatten." In vielen Rückblenden erfährt man, wie es also dazu kam, dass eine feministische Familienrichterin zu "Tante Lydia", zur obersten Tante Gileads wurde und maßgeblich dazu beigetragen hat, dieses Terror-Regime am Laufen zu halten. "Mein Leben hätte ganz anders sein können. Hätte ich mich nur umgesehen, hätte ich nur früh genug meine Koffer gepackt und das Land verlassen -- das Land, das ich in meiner Dummheit für dasselbe Land hielt, zu dem ich so viele Jahre gehört hatte. Man glaubt nicht, dass der Himmel einem auf den Kopf fallen kann, bis man selbst von einem großen Stück getroffen wird. (...) Ich zählte mich zu den Gläubigen in Gilead, weil es weniger gefährlich war. Lieber Steine werfen als mit Steinen beworfen werden. Auf jeden Fall sind da die Überlebenschancen höher." Ob Tante Lydia wirklich überlebt, bleibt ungewiss, aber wir erfahren, wie es schließlich zum Ende Gileads gekommen ist, denn "das kriegt ihr zurück. Es ist mir egal, wie lange es dauert oder wie viel Scheiße ich in der Zwischenzeit fressen muss, aber das gebe ich euch zurück." "Die Zeuginnen" ist nicht nur ein äußerst spannender Roman, sondern auch ein höchst aktueller. "Für alles in diesem Roman gibt es eine reale Vorlage. Ich wollte nichts hineindichten, was nicht irgendwer irgendwo schon einmal getan hatte", sagte Atwood einmal gegenüber dem Magazin "People". Meine Hochachtung für dieses Buch, Ms Atwood!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Lilja, 13 Jahre aus Rum: In diesem Buch geht es um Lena, die bei ihrer Tante aufwächst, weil ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Ihr Leben wird komplett auf den Kopf gestellt als sie einen Chronometer findet. Um herauszufinden, was es mit dieser rätselhaften „Uhr“ auf sich hat, fährt Lena kurzerhand mit dem Zug irgendwo ins Nirgendwo, besser (un)bekannt als „Eulengraben“. Dort taucht auch noch ein geheimnisvoller zeitreisender Junge auf, der sie in die unsichtbare Stadt führt. Dort versucht Lena, das Rätsel um den Tod ihre Eltern zu lösen. „Das Herz der Zeit“ ist ein spannender Roman für Mädchen und Jungen verschiedenen Alters. Abgesehen von ein paar etwas zu langen Stellen gibt es nichts Schlechtes über das Buch zu sagen. Vielmehr ist es spannend und phantasievoll. Wem der erste Band gefallen hat, empfehle ich den zweiten Band auch.
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Sind drei einer zu viel? Diese Frage stellt man sich als Leser immer wieder. Rosa und Frank, beide gerade mit der Schule fertig, begegnen sich in Australien, kaufen sich einen alten Camper und beschließen gemeinsam frei zu sein. Schnell entsteht eine Freundschaft zwischen den Beiden und ihrem Glück steht eigentlich nichts mehr im Wege, wäre da nicht David, Franks bester Freund und der Dritte im Bunde. Schnell wird aus dem Duo ein Trio und schnell machen sich auch die ersten Rivalitäten, Probleme und Meinungsverschiedenheiten bemerkbar. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, Rosa ist impulsiv und aufgeweckt, Frank sehr ruhig und zurückgezogen und David sprüht voller Charme und Wortwitz. Trotz der Unterschiede finden die Drei immer wieder zusammen, fühlen sich weniger allein und es entsteht eine tiefe Freundschaft, oder vielleicht mehr? Ein hinreisend schöner Roman, voller Weisheit und packender Dialoge. Ein wahrer Lesegenuss!
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Als ich zu der Roberto Savianos Roman griff, wusste ich nicht dass der Autor als Journalist tätig ist und selbst aus Neapel stammt. Saviano hat vor Ort recherchiert, Beweise gesammelt und veröffentlicht und steht seitdem unter Personenschutz. "Der Clan der Kinder" ist nicht sein erstes Werk, dass die Machenschaften der italienischen Mafia bearbeitet. Das Buch ist fiktiv, erzählt die Geschichte von zehn Jungen, Mitglieder einer Camorra-Bande, die skrupellos, gewaltsam und gewissenlos handeln. Es zeigt auf, wie schnell Jugendliche kriminell verführbar sind und das Konsumgier eine beträchtliche Rolle spielt. Obwohl der Roman fiktiv ist, merkt man als Leser schnell, dass er auf der Wirklichkeit beruht, nicht alle Geschehnisse frei erfunden und die Charaktere auf reellen Personen basieren. Da der Autor kein Blatt vor den Mund nimmt, nichts verschönert und die Dialoge und Handlungen manchmal sehr schroff sind, ist das Buch wahrscheinlich nichts fürs leichte Gemüt und auch kein Lesestoff, der einen so schnell wieder loslässt. Ein wirklich schockierender aber spannender Roman!
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist wie küssen mit dem Kopf." Eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch und nur ein kleiner Vorgeschmack auf Glattauers Schreibtalent. Ein einziger Tippfehler führt zwei Menschen zusammen und es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel zwischen zwei Fremden. Glattauers Werk ist wortstark, humorvoll und sehr charmant. Der gesamte Roman besteht aus Emails zwischen der quirligen Emmi und dem Linguisten Leo. Sie schreiben, leben und lieben, aber kann die reale Welt mit der virtuellen mithalten? Kann man sich über geschriebene Worte ineinander verlieben und können diese aufkommenden Gefühle einer Begegnung standhalten? Ein absolut empfehlenswerter Roman, der das Herz höher schlagen lässt. Seit 12. September 2019 kann man Emmis und Leos Geschichte auch auf der großen Leinwand mit verfolgen.
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Das packende Finale einer großartigen Fantasy-Reihe und ein gelungener Abschied. Die letzte große Schlacht steht Aelin und ihren Gefährten bevor. Allianzen werden geschlossen, Geheimnisse gelüftet und Kämpfe bestritten. Als Leser bekommen wir den Krieg von verschiedensten Perspektiven geschildert und somit erleben wir die Geschehnisse hautnah. Trotz der vielen Kampfszenen entstehen keine Längen, es bleibt dauerhaft spannend und man kann das Buch kaum aus der Hand geben. Sarah J. Maas hat ein Universum geschaffen, dass einen in den Bann zieht und nicht so schnell loslässt. Selten lese ich knapp 1000 Seiten in einem Rutsch, doch die Autorin schafft es jedes Mal, dass ich ihr Werk kaum aus der Hand legen kann. Ein gelungener finaler Band, der dieser epischen Reihe gerecht wird! Große Leseempfehlung!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Am 13. Geburtstag von Szlamek Pivnik marschiert die Wehrmacht in Polen ein. Ab da ist in seinem Oberslesischen Heimatstädtchen Bedzin und damit im Leben von Sam nichts mehr wie es früher war. Vom Ghetto wird er mit seiner jüdischen Familie nach Auschwitz deportiert. Dort wird er von ihr getrennt und erlebt die Schrecken des größten Vernichtungslagers der Nazis. Vom Dienst an der Rampe bis zum Bergwerk Fürstengrube, vom Todesmarsch bis zum Schiffbruch der Cap Arcona - Sam überlegt als einziger seiner Familie. Erst nach dem Krieg trifft er auf seinen totgeglaubten Bruder Nathan. Ich habe bereits einige Bücher von jüdischen (Über-)Lebensschicksalen im II. Weltkrieg gelesen, aber kein Bericht hat mich dermaßen erschüttert wie dieses hautnahe Überlebenszeugnis. Die Lektüre ist stellenweise fast unerträglich: Wir sind dabei, als Menschen erschossen, vergast, erhängt, gefoltert und gedemütigt werden, wie sie elendiglich verhungern und krepieren. Und trotz allem übersteht Sam dieses Barbarium. Diese Geschichte sollte Pflichtlektüre für alle Holocaustgegner sein!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Gute Nachrichten für Buchhändler! Ab sofort brauchen wir kein eigenes Tagebuch mehr über unseren Berufsalltag zu führen, denn das hat Shaun Bythell freundlicherweise für uns übernommen. Der junge Mann aus Schottland hat über ein Jahr lang Tag für Tag notiert, was ihm so widerfährt im größten Antiquariat in Schottland. Und selber denkt man sich immer wieder: Das könnte haargenau von mir sein! Er erzählt von lustigen, aber auch merkwürdigen Kunden, von seinem ständigen Kampf mit und gegen den Internet-Buchhandel-Giganten, dessen Name hier selbstverständlich nicht genannt werden soll, und von der beinahe täglichen (oft hoffnungslosen) Jagd nach einem antiquarischen Sensationsfund. Die kleine Stadt Wigtown im Süden Schottlands hat nicht mal 1000 Einwohner, ist aber seit über 20 Jahren die erste offizielle Buchstadt des Landes. Jährlich findet dort ein mehrtägiges, mittlerweile sehr bekanntes Buchfestival statt. Und wer mal selber Buchhändler spielen möchte, kann für etwa 50,- € am Tag den Laden "Open Book" mieten, nach Herzenslust umräumen und natürlich Bücher verkaufen. Aber Achtung: Die Warteliste hierfür ist inzwischen schier endlos. Also besser in der Zwischenzeit das Buch lesen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Elena, 11jährige Testleserin aus Mils: Melissa wünscht sich, dass ihr Leben genauso perfekt wie jenes von Lily ist. Lily ist eine sehr erfolgreiche You-Tuberin. Melissa findet auf Instagram Fotos eines Mädchens, das ihr ähnlich schaut, aber schlanker und hübscher ist. Dieses Foto postet sie auf ihrem Instagramm-Acoount. Von nun an postet sie immer fremde Fotos, auch von sich und einem Jungen, der gar nicht ihr Freund ist. Damit kassiert sie ganz viele Likes. Das führt zu einigen Problemen ... Mehr will ich aber nicht verraten. Das Buch war wirklich nett zu lesen, da es auch um Ehrlichkeit geht, dass man nicht immer die Beste sein muss und sich lügen nicht lohnen. Daher ist das Buch sicher empfehlenswert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Joseph Hammer erlebt die Blütezeit des Orientalismus, denn obwohl er aus armen Verhältnissen stammt, hat er das Glück, hochbegabt und wissbegierig wie er ist, die richtigen Leute zu kennen. So bereist er die fernen Länder, er strebt nach Höherem (Der Gestank in Wien um 1800 muss ja fürchterlich gewesen sein), raus aus dem Mief und hin zu den schönen und sinnlichen Frauen des Orients. Man leidet mit ihm, denn er wird immer übergangen und langsam stellt sich auch der Leser die Frage: Wann kommt sein großer Moment, wann wird die Welt erfahren, was er entdeckt, erforscht und studiert hat? Sein eigenes „Lobbuch“ füllt sich, das Haus der Wissenschaft wird endlich gegründet, doch wann erfüllt sich seine Prophezeiung? Dirk Stermann schreibt inspirierend schön über eine Epoche, die reich an Schätzen ist!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich kenne Sven-Eric Bechtolf nur als Sprecher auf einer Bühne. Und wer das erlebt hat, ist überzeugt, dass er auch viel zu erzählen hat, was hinter den Kulissen passiert. Als Schauspieler, Oper- und Theaterregisseur kennt er die Magie des gesprochenen Wortes und wenn Bechtolf den Vorhang öffnet, dann erlebt der Leser eine Überraschung. Teilweise war ich regelrecht entsetzt, was für Machenschaften, Intrigen und Theater jeder, der im Kulturbereich tätig ist, ausgesetzt ist, doch das reale Leben ist ja ganz gleich. Und wer glaubt, dass eine jüngere Generation es leichter hat, der irrt. Denn denen fehlt das Hintergrundwissen und eindeutig auch der Humor. Sven-Eric Bechtolf ist ein Sprachgenie, und als Leser hat man das Gefühl, dass er uns Zugang zu Kunst und Kultur gewährt!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Mareike Fallwickl hat es ein zweites Mal geschafft! Sie hat nach "Dunkelgrün fast schwarz" wieder ein Buch geschrieben, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Dieses Mal ist ein alternder Schriftsteller, der den Höhepunkt seines Erfolges längst überschritten hat, dies aber nicht wahrhaben will, die Hauptfigur, und wieder ist es ein unsympathischer Blödmann, für den man einerseits Mitleid, andererseits jede Menge Fremdscham empfindet. Die Kapitel, die aus Maximilian Wengers Sicht erzählt werden, zählen passenderweise von 10 bis 0 herunter. Die andere Sichtweise auf die Handlung liefert die andere Hauptfigur, Wengers 18-jährige Tochter Zoe. Ihre Kapitel sind mit Hashtags wie #partyhard oder #loveofmylife betitelt. Die Beschreibung dieser unglücklichen Vater-Tochter-Beziehung ist unglaublich intensiv. Man möchte den Wenger schütteln oder ohrfeigen für all das, was er bei Zoe und ihrem Bruder falsch gemacht hat, für all das, was er in seiner Selbstherrlichkeit nicht erkennen oder wahrhaben will. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die geheimnisvollen Briefe, deren Adressat der Wenger nicht ist, die er aber trotzdem liest -- warum auch nicht?! Ich möchte eigentlich gar nicht mehr verraten, außer dass Mareike Fallwickl es wirklich großartig versteht, Charaktere so zu zeichnen, dass man meint sie zu kennen. Und wie sie die ganze Literaturbranche, obwohl selbst ein Teil davon, ein kleines bisschen auflaufen lässt, ist einfach großartig. Als bittere, aber keineswegs neue Erkenntnis bleibt für die Leserin die Tatsache, dass die arschigsten (sorry, aber so ist es) Typen fast immer mit einem blauen Auge davonkommen.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Ich kenne Strömstad mit seiner altmodischen "Kaltbadeanstalt" als beschauliches Städtchen an der Westküste Schwedens. Im neuesten Krimi von Helene Tursten ist es mit der Beschaulichkeit vorbei, denn kurz hintereinander werden dort nicht nur zwei grausige Morde begangen, sondern es verschwinden auch zwei kleine Kinder unter höchst mysteriösen Umständen. Fast vier Jahre hat es gedauert, bis nach "Jagdrevier" ein zweiter Fall mit Turstens neuer Ermittlerin Embla Nyström auf Deutsch erschienen ist. Gestern Nachmittag habe ich zu lesen begonnen, heute Vormittag war ich fertig. Das Warten hat sich also insofern gelohnt, weil es mir ein paar spannende Lesestunden beschert hat. Die Fälle, an denen die Spezialeinheit rund um Göran, Hampus und Embla zu knacken haben, haben es wirklich in sich, und obwohl ein paar Kleinigkeiten dem versierten Krimileser sofort klar sind, ist die Auflösung doch sehr überraschend und tragisch. Was mich aber wirklich gestört hat -- und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass "Sandgrab" nicht von den langjährigen Tursten-Übersetzern Lotta Rüegger und Holger Wolandt übersetzt wurde -- die Sprache!!! Irgendwann dachte ich wirklich: Wenn Frau Tursten nochmal einem ihrer Protagonisten "ein dezentes Lächeln" ins Gesicht schreibt, kriege ich einen Anfall! Und der Ausdruck "in einem mündigen Ton sprechen" ist mir ja noch nie in einem Buch untergekommen. Nettes Zuckerl für Tursten-Fans: Es gibt ein (leider kurzes!) Wiedersehen mit ihrer langjährigen Ermittlerin Irene Huss!
 
Foto von Florian Lechner

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Edgar Rai entführt uns in seinem neuen Roman in die Entstehungszeit des Films "Der blaue Engel", der einen Wendepunkt nicht nur in der Filmgeschichte darstellte. Für diese Produktion wurde in Babelsberg das modernste und größte Tonfilmstudio errichtet, das technische Maßstäbe setzte. Der damalige Leiter der UFA war jedoch bereits Ende der 20er Jahre ein Unterstützer der Nazis und war eng mit Goebbels befreundet. Vor diesem Hintergrund war es nicht einfach, einen Film wie den Blauen Engel zu rechtfertigen, und das Produktionsteam musste zu allen möglichen Tricks greifen, um das Projekt nicht zu gefährden. Edgar Rai beherrscht sämtliche dramaturgischen Tricks und erzählt die packende Geschichte des kometenhaften Aufstiegs von Marlene Dietrich als zeitgeschichtlich unterfütterte Achterbahnfahrt. Ganz großes Kino nicht nur für Filmfreunde!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Dass die türkische Küche mehr bereithält als Döner und Dürüm, beweist wieder einmal eindrucksvoll der Phaidon-Verlag. Es handelt sich wie gewohnt um eine prächtige, über 500 Seiten dicke Leinenausgabe, die einen schnell über den Preis von über 40,- Euro hinwegsehen lässt. Hier ist echt alles drin: Suppen (natürlich fehlt auch meine geliebte Linsensuppe nicht!), Hauptgerichte aller Art und in schier unerschöpflichen Mengen, Brot und Backwaren, Süßspeisen, Getränke, Vorratshaltung und vieles, vieles mehr! Jedes Kapitel beginnt mit einem allgemeinen informativen Teil zu Kultur und Tradition der jeweiligen Speisen. Ein wirklich tolles Buch, das sich hervorragend als Geschenk eignet -- vielleicht sogar einfach an sich selbst!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

"Drei"... das sind eigentlich vier, nämlich drei Frauen und ein Mann. Nummer 1: Orna. Nach einer schwierigen Scheidung mit dem kleinen Sohn plötzlich allein, wagt sie sich eines Tages ans Online-Dating und lernt dort schließlich einen Mann kennen. Nummer 2: Emilia. Vor zwei Jahren aus Osteuropa nach Israel gekommen, des Hebräischen kaum mächtig. Ohne Job, ohne Freunde, ohne Perspektive, einsam. Nummer 3: Ella. Verheiratet, drei kleine Kinder, wenig Zeit für sich, schreibt gerade ihre Masterarbeit. Alle drei treffen den Mann: Gil. Rechtsanwalt, ein eigenartiger Typ. Mir total unsympathisch und unverständlich, was die drei Frauen an ihm finden. Was darf ich noch schreiben über ein Buch, auf dem hinten ganz dick draufsteht, dass man eigentlich nichts verraten darf? Weil: SPOILER-GEFAHR!!! Aha. Ich glaube, ich habe noch nie einen Buchtipp geschrieben, bei dem ich so lange überlegen musste, was ich eigentlich schreiben soll. "Rund um Mishanis Roman gibt es einen Hype, als ginge es um die neuste Staffel Game of Thrones." Kann ich vermutlich deshalb nicht nachvollziehen, da ich zu den Leuten gehöre, die noch nicht eine Folge dieser Serie gesehen haben. Auch hat mich dieser Roman nicht um den Schlaf gebracht, wie es der Klappentext verheißt. Interessant ist vielmehr, wie Marketing funktioniert und in welcher Art und Weise es bei welchem Buch oder bei welchem Autor eingesetzt wird. Für mich ist "Drei" ein Roman, der sich ganz nett und angenehm liest, aber leider keineswegs ein Sensations-Bestseller.
 
Foto von Karin  Pfeiffer

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Wie wird die Zukunft aussehen mit heranwachsenden Jugendlichen ohne Perspektive, von den Eltern im Stich gelassen, missbraucht und ignoriert. Sie finden sich und gehen gegen das sogenannte Etablishment vor mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügunge stehen und die sie besser beherrschen als die Erwachsenen. Werden sie die Welt verändern? Eher nicht, oder doch. Was werden sie als Erwachsene für ein Leben führen und in welcher Umgebung? Sibylle Berg versucht, an Hand von verschiedenen Charakteren ein Szenario in England zu improvisieren und spielt eine Möglichkeit durch, in der alle Beteiligten miteinander agieren. Beklemmend, bestürzend, manchmal abstoßend, aber absolut offen und pragmatisch.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Christoph W. Bauer hat sich bei uns bereits einen Namen gemacht, nicht nur als Lyriker, sondern auch als Romancier. Seit Jahren sucht und findet er Themen, über die wir nicht mehr sprechen, von denen wir noch nie gehört haben oder womit wir uns nicht mehr beschäftigen wollen, weil ja alles schon vorbei ist. Sind ja alle schon tot, die von den "Niemandskindern" erzählen könnten. Ein junger Historiker der Universität Innsbruck, der schon Jahre zuvor in Paris eine zweite Heimat gefunden hat, glaubt, in der seit den 60ger Jahren vermissten Marianne Ähnlichkeiten zu seiner damaligen Freundin Samira zu erkennen, und er kehrt immer öfter nach Paris zurück. Diese Stadt leidet unter Terroranschlägen;auch hier gibt es noch Spuren, die immer gut versteckt wurden, doch jetzt brodelt es anständig. Christoph W. Bauer schreibt hervorragend, er ist ein Kenner der menschlichen Abgründe!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Jana Maria, 10 Jahre aus Steinach: Willkommen bei Clans von Cavallon – der Fluch des Ozeans von Kim Forester: Die große Saga von Pferden und Menschen. Alte Kriege, Feindschaften und Gerüchte bringen die Clans von Cavallon, die Menschen, die Einhörner, die Pegasus, die Kelpies und die Zentauren dazu, dass sie nicht mehr in einem gemeinsamen Clan leben und sich vertragen. Nixi – ein Meermensch – bemerkt als erste den Fluch der Kreaturen. Sie gerät versehentlich in den Schlund, das ist ein schrecklicher Ort, und flieht vor den schrecklichen Kreaturen. Um sich selbst und ihre Crew zu retten, ist sie sogar bereit, ihren eigenen Clan zu verraten. Auch von anderen Clans wird erzählt und es kommt zu einem überraschenden Ende. Ich würde dieses Buch für 11-jährige Mädchen und Jungs vorschlagen, die gerne lesen und dieses Buch ist wirklich sehr überraschend. Am Anfang erschien es mir ziemlich langweilig, doch bald darauf – glaubt es mir, ich habe es selbst erlebt, ich konnte kaum mit dem Lesen aufhören – wird das Buch unglaublich spannend!
 
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Gerade gelesen

Testleser Gernot, 11 Jahre aus Hall: Die beiden Geschwister Meg und Frank machen Urlaub auf Hester Hill, einem alten und großen Haus. Wenn Meg abends im Bett liegt, hört sie komische Geräusche vom Dachboden über ihr. Das Mädchen bekommt ein Paket, in dem ein alter Schlüssel liegt. Der Schlüssel passt in eine versteckte Bodenluke. Darunter liegt ein Tunnel und ein Boot mit dem man, wie Frank und Meg herausfinden, in die Vergangenheit reisen kann. Können sie das große Unglück verhindern? Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr spannend und manchmal gruselig. An manchen Stellen ist es aber auch lustig. Für zehnjährge Kinder ist das Buch ideal.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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„Call me by your name“ ist mittlerweile ein Bestseller und André Aciman muss jetzt wieder beweisen, dass er ein außergewöhnlich guter Autor ist. Ich könnte viele Sätze in seinem neuen Roman unterstreichen oder zitieren, denn sie gehen einem dermaßen nahe, dass es fast schon weh tut. Aciman schreibt über die Liebe, wie kein anderer. Fünf Enigmas haben ihn berührt, 5 intime und sinnliche Begegnungen prägen ihn und Paul kann bald auf die erste Liebe mit 12 zurückblicken, ohne dass es noch so weh tut. André Aciman erschafft eine sehr genau beschriebene Gefühlswelt, wo vielen die Worte fehlen, weiß er sich zu helfen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wieder wurde Norbert Scheuer für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Diesmal hat er ein Thema gefunden, bzw. es wurde ihm regelrecht von seinen Nachbarn in der Eifel aufgezwungen, das seine Vorfahren betroffen hat. Wenn ich mir das Cover ansehe, höre ich immer noch das Summen der Bienen. Auch die Winterbienen sind ständig in Bewegung, auch im Winter, und auch im Krieg. Der Krieg in der Eifel, nahe der belgischen Grenze, berührt sie nicht. Umso mehr leidet Arimond unter der ständigen Bombardierung und unter den Flugzeugen, die den Luftraum beherrschen. Außerdem schmuggelt er in seinen Bienenstöcken jüdische Flüchtlinge über die Grenze. Vorher versteckt er sie in den Stollen und Höhlen, die es in seiner Nähe gibt. Immer spannender wird die Erzählung, Arimonds Tage mit seinen Bienen erzeugen im Leser den Wunsch nach einer Zukunft ohne Krieg.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Magdalena, 12 Jahre aus Innsbruck: Pia fuhr mit ihrer Klasse auf eine Insel mit einem Reiterhof. Ihr größter Traum war es, einmal auf einem Pferd zu sitzen. Pia lebte in einem Jugendheim, da ihre Mutter gestorben war und ihr Vater nie gefunden wurde. Endlich durfte Pia reiten. Dabei stürzte sie unglücklich vom Pferd. Ungefähr zur gleichen Zeit hatte Marie von Elstenbühl auch einen Reitunfall. In der Klinik wachte Pia auf und wurde als Marie angesprochen. Pia wollte die Verwechslung aufklären, doch als sie ihr Traumpferd sah, beschloss sie, in die Rolle von Marie zu schlüpfen. Mir hat das Buch gut gefallen, da ich selbst reiten gehe und Pferde gerne mag. Es war sehr spannend und lustig zu lesen. Außerdem würde ich gerne wissen, wie es Marie ergangen ist.
 
Foto von Brigitte Thaler

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9 Fremde begeben sich 10 Tage ins Wellness-Resort "Tranquillum House", welches abgelegen in der australischen Wüste liegt. Dort müssen sie nicht nur ihre Mobiltelefone abgeben, sondern ihre Taschen werden auch nach Verbotenem wie Süßigkeiten durchsucht. Alles beginnt vollkommen harmlos: Zuerst Sprechverbot, dann soll das Fasten beginnen. Aber irgendwann bemerken alle, dass sie der charismatischen Hotelmanagerin Masha komplett ausgeliefert sind. Ein spannendes, witziges, skurilles und wunderbar ehrliches Buch, das uns die Auswüchse der modernen Gesellschaft bitterböse vor Augen führt! Nach der Lektüre dieses Romans trinken Sie Smoothies sicher mit einem mulmigen Gefühl. Genial gelingt es der Autorin, die Ängste dieser Menschen ans Tageslicht zu bringen.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Dieser Roman spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, ist keineswegs Science-Fiction, sondern in einigen Elementen sicher schon Realität: Es geht um Cloud, das weltweit größte Versand-Unternehmen mit den meisten Angestellten. Firmengründer Gibson Wells (!) ist todkrank und legt seine Lebensbeichte ab. Paxton und Zinnia sind die Hauptfiguren und arbeiten für die Cloud, nachdem sie einen erbarmungslosen Bewerbungsprozess durchlaufen haben. Dort herrschen strengste Regeln: Nur mit dem CloudBand am Handgelenk hat man Zugang zu den Räumlichkeiten am Gelände. Es gibt 5-Sterne-Ratings, unterschiedliche T-Shirt-Farben je nach Funktion, und man bekommt alles in der Cloud, denn ein Leben außerhalb ist nicht mehr wirklich vorstellbar – extreme Hitze und Dürre, ausgestorbene Städte, keine Geschäfte mehr, Arbeitslosigkeit. Wer aus der Cloud entlassen wird, bekommt nirgends auf der Welt mehr in diesem Unternehmen einen Job. Essen, Wohnen, Schlafen und Freizeit – sämtliche Bereiche befinden sich innerhalb des Areals. Nur der Zugang zu bestimmten Büchern, wie zB „1984“ oder „Schöne neue Welt“ bleiben verwehrt. Aber vor allem dreht sich alles um riesige Lager, in denen die MitarbeiterInnen umherirren und in schnellstmöglicher Zeit die bestellten Waren finden müssen. Diese werden dann mi Drohnen zu den Menschen geliefert – Horrorszenarien mit Drohnenschwärmen, die den Himmel verdunkeln werden ebenso geschildert wie die umbarmherzigen Arbeitsbedingungen. Denn jede Fehlstunde beeinträchtigt das Rating … Amazon lässt grüßen! Ein zutiefst beiendruckendes, beklemmendes und spannendes Buch.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Diesen Roman werde ich noch öfters lesen, was selten genug vorkommt. Genau wie Misa, der Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ in die Hände fällt, und sie erhält einen ganz neuen Blick auf ihre Welt hinter der Mauer, immer wieder liest sie es, um ihre Familie und ihre 2 Freundinnen besser verstehen zu können. Vor 20 Jahren wurde auch in der Slowakei die Teilung aufgehoben, und wir werden uns nie vorstellen können, was es bedeutet, im Sozialismus aufzuwachsen. Keiner ahnte 1989, was auf die 3 Familien zukommt und wie sie sich verändern werden. Misa lernt, dass Bücher ihr einen klaren Blick auf die Welt verleihen, und so spürt sie auch die feinen Risse, die in der Freundschaft zu Slavka und Rita entstehen. Susanne Gregor wurde für ihre Bücher mehrfach ausgezeichnet und lebt in Wien. Ihr Gespür für Menschen im Ausnahmezustand – sei es an der Schwelle zum Erwachsenwerden oder an der Grenze zwischen Ost und West – kommt in jedem Satz zum Vorschein und man kann sich ihrer Erzählung nicht mehr entziehen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Eine Teekanne zerbricht, als die 4 Menschen ein Wochenende in einem Haus am See verbringen. Sie sind eine Familie, Reik und Mark sind seit 20 Jahren zusammen und haben Tonio geholfen, seine Tochter Pega großzuziehen. Kintsugi bedeutet, die Risse mit Gold aufzufüllen, und das haben sie wohl all die Jahre getan, bis der Bruch offensichtlich wird. Es passiert ja nichts Großartiges an diesem Wochenende, viel mehr kommen die Wünsche und Sehnsüchte, die Verletzungen und die Unvollkommenheit innerhalb dieser modernen Familie ans Tageslicht. Dieser Roman handelt von Dingen, die nicht sichtbar sind und die uns scheinbar verlorengegangen sind. Still verneige ich mich vor dieser Autorin, die Unsagbares in Worte gefasst hat!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wer Wladimir Kaminers Stimme einmal gehört hat, den wird sie auch beim Lesen verfolgen. Kaminer hat ein Gespür für Menschen, die fremd im eigenen Land sind. Und was gibt es Merkwürdigeres, als die Liebe? Nicht immer enden seine Geschichten positiv, und doch zieht man ein schönes Resümee: In der Liebe sind die Menschen alle gleich dumm und hilflos und da hilft nur Humor. Am besten haben mir die Geschichten rund um seine Familie gefallen, denn die Russen sind schon so schräg, dass man sie wieder richtig gern haben muss. Ich staune, wie gut Kaminers Menschenkenntnisse und Herzensangelegenheiten verbindet!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Diese Autorin bewundere ich, nicht nur aufgrund ihrer Eloquenz, auch wegen der flüssigen und durchdachten Schreibweise. Ich hoffe, dass sie auch für den Österreichischen Buchpreis nominiert wird. Der Roman liest sich wie in einem Wahn. Ruth selbst befindet sich auch psychisch und physisch in einer Parallelwelt, vielleicht weil sie seit Jahren Medikamente nimmt, die sie gleichzeitig pushen und beruhigen. Nach dem Schock, als sie erfährt, das Vater und Mutter bei einem Autounfall gestorben sind, begibt sie sich in deren Heimatdorf (Groß-Einland), wo ihr seltsames widerfährt. Es geht auch dem Leser so: Nachdem man glaubt, die Bewohner dieses Dorfes zu verstehen, da doch die Menschen sich alle gleich merkwürdig verhalten, gräbt Ruth wieder tiefer in das große Loch, das sich vor ihrer eigenen Familiengeschichte auftut und wieder wird die Vergangenheit überdeckt und zugeschüttet. Die Jury des Rauriser Literaturpreises hatte Recht, als sie begründete: "Raphaela Edelbauer überschreitet Grenzen und rückt in unerforschte Gebiete der Literatur vor."
 
Foto von Helmut Oefner

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Sofia Baumann, die gerade ihr Literaturstudium abgeschlossen, sich von ihrem Freund getrennt hat und noch nicht recht weiß, in welche Richtung ihr Leben gehen soll, besucht einen Vortag über die Ökobewegung 'Via Terra'. Nach der Begegnung mit deren charismatischen Führer Franz Oswald lässt sie sich zu einem Besuch auf dem Anwesen der Gemeinschaft, einem Herrschaftshaus plus umliegender Güter auf einer schwedischen Insel, überreden. Das dortige freie Leben im Einklang mit der Natur fasziniert sie derart, dass sie trotz gewisser Zweifel einen zweijährigen Arbeitsvertrag unterschreibt. Bald schon beginnt die Idylle zu bröckeln und der Alptraum beginnt. Der Auftakt des Buches ist Thriller pur, dann schlägt die Autorin aber ruhigere Töne an. Im Stil eines Krimidramas wird die allmähliche Veränderung der Gemeinschaft aber auch der Heldin geschildert. Das Buch ist kein reißerischer Thriller, sondern versucht auf authentische Weise zu zeigen, wie leicht ein Mensch in eine Abhängigkeit gerät, aus der es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Die Autorin Mariette Lindstein weiß, wovon sie schreibt. Sie war selbst 25 Jahre Mitglied einer Sekte, die sie 2004 verließ. Auch wenn die Geschichte an sich nicht wirklich neu ist, sie ist thematisch interessant und gut geschrieben. Übrigens aufgrund des großen Erfolges soll Anfang nächsten Jahres bereits die Fortsetzung auf Deutsch erscheinen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Stellen Sie sich eine griechische Insel vor, die komplett von der Außenwelt abgeschlossen ist. Niemand darf sie verlassen und nur ab und zu kommt ein Schiff mit neuer Ware. Das Dorf wird von dem Ältestenrat geführt, natürlich nur von Männern, die Frauen dürfen nicht lesen lernen, denn sonst könnten sie begreifen, dass die Gesetze nicht immer von den Männern befolgt werden. "Das Mädchen" ist ein Findelkind, welches beim Priester aufwächst. Sie hat keinen Namen, sie existiert eigentlich nur, um als Sündenbock im Dorf herzuhalten. Doch sie hat so viel Mut, dass sie bald ihre eigenen Wege geht. "Miroloi" ist für mich das Buch des Jahres! Es ist ein Klagelied, das mit jeder Strophe gegen gesellschaftliche Zwänge und Strukturen ankämpft. Das Mädchen verkörpert eine Heldin, die alle anderen in den Schatten stellen wird!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Bitte nicht spoilern, heißt es zur Zeit, wenn von diesem israelischen Bestseller die Rede ist. Was tun, wenn man nichts verraten darf? Was tun, wenn man erst darüber reden darf, wenn es auch gelesen wurde? Man muss "Drei" unbedingt lesen, bevor es verfilmt oder zur Serie verarbeitet wird, diesen Tipp darf ich abgeben. Und ich kann verraten, dass Mishani Patrizia Highsmith zum Vorbild hat ( wer ihre Bücher kennt, der weiß, dass der Leser nie sicher ist, wie die Handlung weiter geht). Der erste Teil endet mit einer Überraschung, das zweite große Kapitel endet wie es kommen muss, aber der dritte Teil wirft alles wieder über den Haufen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ich bewundere AutorInnen aus der Schweiz und ich freue mich immer, eine neue Stimme zu entdecken. Dieser Roman stellt eine Verbindung unter den Protagonisten her, die besonders ist. Innerhalb eines Tages verändert sich das Leben von 11 Menschen in einer kleinen Stadt, denn eine Frau steht auf dem Dach, die Motive sind unklar. Simone Lappert stellt uns die Stadtbewohner vor, die alle irgendwie mit der Frau auf dem Dach verbunden sind. Mit viel Tiefgang und Humor erfahren wir Geschichten, in denen die Freiheit im Mittelpunkt steht. Nicht alle schaffen es, heil „vom Dach“ zu kommen, doch eine Veränderung ist unausweichlich.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Burma Serie wird fortgesetzt, endlich erfahren wir, wie es mit Julia Win und U Ba weitergeht. Da es Jahre her ist, dass ich „Herzenhören“ und „Herzenstimmen“ gelesen habe, muss auch ich ein bisschen recherchieren und nachdenken, bevor ich mich auf den 3. Band konzentriere. Aber dann ist es wie immer: Burma ist und bleibt mein Sehnsuchtsland, das ich während des Lesens in Gedanken bereise. Diesmal geht es um die Kraft der Liebe und um das Verzeihen. Warum ist Ko Bo Bo bei seinem Onkel U Ba und nicht bei seinen Eltern? Warum besucht ihn sein Vater nur einmal im Jahr und welche Krankheit hält Julia von ihm fern? Diesmal lässt Sendker seine Figuren auch nach New York reisen, und der Kontrast könnte nicht größer sein! Dieser Roman wird mir immer im Gedächtnis bleiben, da ich den Autor persönlich kennenlernen durfte. Seine Widmung im Buch werde ich mir zu Herzen nehmen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Serie „big little lies“ ist gut, weil Liane Moriarty auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, behaupte ich jetzt mal ganz frech. In ihrem neuen Roman begeben sich 9 Menschen in die Abhängigkeit eines „health „resorts“. Das Gesundheitszentrums verspricht Lebensveränderungen, doch kann es dieses Versprechen halten? Ohne eine Verbindung zur Außenwelt (offline, komplett!) und mitten in der Wüste in Australien, das kann kompliziert werden. Und wer Moriarty kennt, der lässt alles stehen und liegen, um herauszufinden, was den neun fremden Schlimmes und Gutes und wieder Schlimmes widerfährt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Über „Native American literature“ habe ich meine Diplomarbeit verfasst, deshalb war es faszinierend, fast zwanzig Jahre später einen neuen Roman von einem Schriftsteller zu lesen, der sich auskennt. Und es hat sich viel getan in zwanzig Jahren, obwohl die Problematik, zwischen zwei Kulturen zu stehen, sich nicht verändert hat. Louise Erdrich schreibt, „Tommy Orange is a new writer with an old heart,“ und das stimmt. Viele Figuren tauchen auf, da sind Jacquie Red Feather und ihre Schwester Opal, der Filmemacher Dene, Edwin, Tony, oder Orvil. Oakland und der dort stattfindende „powwow“ ist das Zentrum, das am Ende alle zusammenbringt. Gewalt und Alkohol treffen zusammen, doch die Hoffnung auf Familienzusammenführungen oder auf Identitätsfindung, die bleibt.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Helena, 12 Jahre aus Wien: Wilma ist eine Waldhexe und lebt mit dem Faeran-Clan in einem großen und tiefen Wald. Als Waldhexe beherrscht sie die "alte Sprache" und kann mit den Tieren und Pflanzen reden und die Bäume dazu bringen sich zu bewegen. Der Clan besteht aus mehreren Personen und einem Anführer und leben in diesem Wald, wo sie in Kokons schlafen. Um zu überleben, stehlen sie Geld, Schmuck und andere wertvolle Gegenstände von den Tagvolkmenschen, die außerhalb des Waldes, in Siedlungen leben. Wilma flüchtet aus Angst vor dem gottähnlichen Anführer, auch Paderan genannt, vor dem Clan. Dieser möchte eine unschuldige Wölfin und ihren Jungen töten, um das Fell teuer zu verkaufen. Wilma verhilft auch der Wölfin und ihren Jungen, der sie ihr Überleben verdankt, zur Flucht. Sie begegnet einem jungen Mann aus dem Tagvolk und nach anfänglichem, zögerlichen Versuch, nähert sie sich ihm und zieht zu ihm. Er erzählt ihr, dass seine Frau vom Paderan getötet wurde und seine Kinder entführt wurden. Wilma entlarvt den Paderan, befreit die Kinder aus dem Fängen des Clans und lebt mit ihnen glücklich zusammen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil die Geschichte, besonders die Flucht, sehr spannend erzählt sind. Leider geht aus der Geschichte nicht hervor, in welcher Zeit sie spielt. Erst gegen Ende des Buches versteht man die Zusammenhänge und kann hinter die Kulissen der handelnden Personen blicken. Ein gutes Buch für jeden, dem die Natur am Herzen liegt und der gleichzeitig Magie in der Erzählung schätzt. Ein Buch, das auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern zählt.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Was für ein Roman! Gleich mit dem 1. Kapitel ist man in der Geschichte und bleibt gefangen bis zum Schluss! Nur für einen Tag und eine Nacht nehmen wir Teil am Leben von elf Menschen, die alle irgendwie mit dem Schicksal von Manu zusammen hängen, welche auf einem Hausdach zum Absprung bereit steht. Was verbindet sie miteinander? Wird Manu springen? Warum steht sie überhaupt dort oben? Genial gelingt der Autorin Simone Lappert der Wechsel zwischen diesen Personen bis zum fulmimanten Ende. Uneingeschränkte Leseempfehlung!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Drei Frauen stehen in Verbindung zum selben Mann. Doch wie? Was zieht die frisch geschiedene Orna zu Gil hin? In welchem Verhältnis steht die Pflegerin Emilia zu Gil? Was verbindet schließlich Emilia mit beiden Frauen und Gil? Ein höchst raffiniert geschriebener Roman, der im Laufe des Geschehens zu einem Krimi wird. Der israelische Autor erzählt meisterhaft von Verwicklungen, abrupten Wendungen und menschlichen Abgründen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Marco, 11 Jahre aus Kirchbichl: In diesem Buch geht es um einen Jungen namens Robin. Robin wohnt bei seinem Onkel, weil seine Eltern leider schon gestorben sind. Robin wird seit längerem von seinem Mitschüler Freddy gemobbt. Eines Tages geht dies sogar soweit, dass Freddy ihm die Schultasche klaut und sie in ein tiefes Loch wirft. Robin ist sehr wütend und traurig, denn in seinem Schulrucksack befindet sich die fertige Aufgabe eines Schulprojektes und er ist sehr verzweifelt, weil er nicht weiß, wie er die Aufgabe innerhalb eines Tages wieder fertig machen sollte. Jedoch am nächsten Tag sieht er, wie durch ein Wunder sein Rucksack neben seinem Bettt steht und nicht nur der Rucksack, nein, vor dem Rucksack steht ein Monster. Das Monster erklärt Robin, dass er Melvin heißt und sein ganz persönliches Schutzmonster ist und von nun an Robin helfen würde. Und tatsächlich ab diesem Tag lässt Freddy Robin in Ruhe. Zusammen erleben Melvin und Robin jede Menge toller Abenteuer - einmal müssen sie sogar um ihr Leben fürchten..... Wenn ihr wissen wollt, welche Abenteuer die beiden genau erleben, dann kann ich euch nur empfehlen dieses Buch selbst zu lesen. Es war sehr lustig, aber auch total spannend und abenteuerlich!!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Im Bereich des Fantasy-Genres tauchen wir Leser*innen oft in Welten ein, die wir am liebsten nie wieder verlassen würden. Leider hält der Besuch jener Welten nur so lange an, bis wir das Buch ausgelesen haben. Hin und wieder jedoch erscheint doch der ein oder andere Spin-Off und wir dürfen uns über eine Heimkehr freuen. So verhält es sich mit Bardugos Grisha-Universum. Es fühlt sich wie eine Heimkommen an, wieder in Ravka zu sein, altbekannte Gesichter wiederzusehen und mehr von der einst so geliebten Welt zu erfahren. In 'King of Scars' dürfen wir den Liebling der Grisha-Trilogie bei seinem eigenen Abenteuer begleiten und erfahren auch, wie es für Nina Zenik aus "Das Lied der Krähen" weiter geht. Unsere Protagonist*innen haben bereits viel erleben dürfen und sie bleiben auch jetzt nicht verschont. Dunkle Magie treibt weiterhin sein Unheil über Ravka. Ob man nun in das Grishaverse heimkehrt oder es mit diesem Buch zum ersten Mal erlebt, es ist und bleibt eines der besten Fantasy-Universen, in die ich je eintauchen durfte!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wer einmal Marc-Uwe Kling gelesen oder gehört hat, der ist diesem Kleinkünstler verfallen. Und da braucht er auch kein Känguru, um witzig und frech zu sein. Allgorithmen beherrschen QualityLand und sie bestimmen alles: die Beziehungen, die Arbeit, das Zuhause. Nichts wird dem Zufall überlassen, bis der Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser sich weigert, mitzumachen. Ich habe Tränen gelacht, um den Schrecken darüber, wie nah dran Marc-Uwe an der Realität ist, zu überspielen. Und mein Denken über die heutige Digitalisierung hat sich um 180 Grad verändert. Marc-Uwe Kling ist nicht nur unterhaltsam, sondern extrem gescheit und zukunftsorientiert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ich habe ein paar Tage gebraucht, um über dieses Buch sprechen oder schreiben zu können, so erschüttert war ich. Wie die Familie Walder in diesem Tal, irgendwo in den Alpen behandelt wird, ist brutal. Da kann die Gegend, in der die 15-jährige Agnes aufwächst, noch so schön sein, die Menschen sind grausam. Alle schauen weg oder noch schlimmer, misshandeln und denunzieren sie. Keiner hilft, nicht der Bürgermeister, nicht das Jugendamt oder die Lehrer, auch der Polizist und der Doktor nicht, keiner muckt auf. Um ihre kleinen Geschwister vor dem Heim zu bewahren, wagt sie einen Schritt, der bewundernswert ist. Peter Keglevic hat schon mit "Ich war Hitlers Trauzeuge" bewiesen, dass er ein großartiger österreichischer Erzähler ist. Mit "Wolfsegg" hat er sich nochmal übertroffen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman wirkt auch nach der Lektüre nach, wie das Summen der Bienen, das in einem Bienenstock niemals aufhört, auch in der Nacht nicht. Sergej befindet sich in der Grauen Zone, von zwei Kriegsmächten (ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten) eingeschlossen, nur mehr 2 Männer wohnen in dem Dorf. Sergej glaubt, dass er sich aus allem raushalten kann, nur seine Bienen sind ihm wichtig. Damit sie in Ruhe Nektar sammeln können, begibt er sich mit ihnen auf eine Reise und landet sogar auf der Krim. Er wird immer mehr in den Konflikt hineingezogen und bald ist nicht mehr so klar, ob sich die Bienen auch wie Menschen verhalten, denn Ordnung herrscht keine mehr. Kurkow schreibt wie ein unbeteiligter Erzähler, der aber mitten ins Herz sticht!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gabriel, 9 Jahre aus Innsbruck: Torben und seine Freunde sind Superhelden, Torben genau genommen nur als Vertreter (von Flashboy, der lieber musiziert als Verbrecher jagt). Der beste Freund von Torben, Mehmet, ist auf einmal verschwunden. Torben macht sich mit seinem Freund Flowerboy auf die Suche. Diese führt sie zum Kloster Shao-Shao. Torben schafft die Aufnahme ins Kloster, Flowerboy muss draußen warten. Im Kloster wird die Schwebekunst „Kung Fu Fly“ unterrichtet. Mehmet war der beste Schüler und Torben macht auch sehr gute Fortschritte. Seltsamerweise verschwinden in jeder Vollmondnacht Kinder aus dem Kloster. Zum Schluss muss Torben noch einmal viele Gefahren meistern. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es von Anfang an spannend war, dann etwas weniger, dann aber wieder so sehr, dass ich an einem Tag 50 Seiten gelesen habe. Meine Lieblingsfigur war Bianca, aber dazu schreibe ich nicht mehr, um nicht zu viel zu verraten.
 
Foto von Gerda Kurz

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Professor Reinhard Haller, Psychiater, Neurologe und Gerichtsgutachter, zeigt in diesem brillanten Sachbuch/Ratgeber auf, wie wichtig Wertschätzung in unserer Gesellschaft ist. Ein Mangel davon macht nicht nur den Einzelnen, sondern auch ganze Gesellschaften krank. Erstaunliche Fallbeispiele bringen Spannung in das Buch!In unserer zunehmend emotional verhungernden Gesellschaft bekommen Begriffe wie "Empathie", "Achtsamkeit" und "Respekt" eine ganz neue Dimension. Leider ist ja die "Ego-AG" ganz in den Mittelpunkt gerückt - "Ich, Icher, am Ichsten ist für viele die neue Devise" (Haller), doch echte Wertschätzung kann der Einzelne für sich selbst nicht produzieren. Eine Umkehr ist dringend vonnöten - und birgt eine Riesenchance für Mensch, Natur und Umwelt! Empfehlenswert für Leser, die immer wieder gern an sich selber wachsen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wer kann sich noch an die Männer-WG in Christoph Poschenrieders „Mauersegler“ erinnern? Die Damen in Susanne Scholls neuem Roman landen durch Zufall in Ellas Wohnung, und sie gehen unterschiedlich an die großen Lebensfragen heran: Kann ich im Alter noch Tanzen oder Demonstrieren gehen, einen Mann mit in die WG mitnehmen, färbe ich noch die Haare oder tue ich mir das nicht mehr an, geben mir die Enkelkinder genug zurück oder soll ich ins Altersheim gehen? Susanne Scholl weiß, wovon sie schreibt: ihre journalistische Arbeit und ihre Auslandsaufenthalte fließen leichtfüßig in ihre Bücher ein, und die Bilanz, die sie zieht, kann ich unterschreiben: Das Leben will sich den 4 Frauen nicht anpassen, und doch findet jede ihr eigenes Rezept! Humor darf bei Susanne Scholl niemals fehlen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ja, es dauert lange, bis man den Tod des Ehemanns verwindet, es dauert auch, bis man Heimweh an den Ort, an dem man immer gelebt hat, überwindet. Und es ist auch für die Enkelin ein langer Prozess, erwachsen zu werden, ohne die Wurzeln zu verlieren. Und ist Maria einer Täuschung erlegen, wenn sie glaubt, sich völlig angepasst zu haben und dass nun Deutschland ihre Heimat ist? Ich finde es schön, mit den drei Frauen gemeinsam Heimat zu finden.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wie nervig kann doch das eigene Ego sein! Vor allem wenn es glaubt, schlauer als ein Psychiater zu sein. Trössner hat wirklich den Lottogewinn gemacht, nur dass es nicht Geld geregnet hat, sondern das größte Unglück, das einen Menschen an einem einzigen Tag treffen kann: Frau und Sohn tot, Haus abgebrannt, das Imperium verloren. Klingt unglaublich, gebe ich zu, aber Burkhard Spinnen ist auch ein Lottogewinn für den Leser. Dieser Autor verliert nicht den Überblick und führt uns durch mehrere Stationen von Trössners Leben. Und so versteht man bald den Hartmut Trössner und all die "himmlischen" Fügungen! Ein Page-Turner, der mir großes Vergnügen bereitet hat.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Als Schaufensterdekorateur eines riesigen Warenhauses wird man sein Leben lang übersehen, nur zu Weihnachten strömen die Menschen von überall her, um die wundersamen Kreationen im Schaufenster zu bewundern. Doch Stettlers Leben wird kurz vor der Pensionierung gründlich auf den Kopf gestellt. Gerade Ende der 60ger gibt es überall Umbrüche: kann er mit den jungen Revoluzzern noch mithalten? Und kann er sich auch einer Frau öffnen und nochmal von vorne anfangen? Dieser Roman hat ein fulminantes Ende, das den Leser sprachlos zurücklässt. Sulzer schreibt so subtil und sensibel, die Figuren werden so liebevoll mit ihren Stärken und Schwächen porträtiert, dass sogar die eigene Welt ins Bröckeln gerät.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieses Buch lässt sich wirklich mit "Tschick" vergleichen, da es für jedes Alter zu empfehlen ist. Mich hat Mottes Geschichte sehr fasziniert. Matthias Brandt hat schon mit "Raumpatroille" bewiesen, dass er sich in seine Charaktere reinversetzen kann. Wie ist es, seinen besten Freund zu verlieren? Wie kommt man mit der Trennung der Eltern zurecht und dann trifft man noch ein tolles Mädchen? Ich konnte diese Dramen wirklich nachvollziehen, denn niemals waren sie übertrieben dargestellt und nie wurde es kitschig. Irgendwie war ich nach der Lektüre recht froh, nicht mehr jung zu sein. Ich hatte niemals so viel Mut, soviel Witz und soviel Charme wie Motte.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Carofiglio ist für seine Krimis bekannt, doch diesmal hat der italienische Bestsellerautor ein ganz persönliches Buch abgeliefert. Mich hat es sehr berührt, denn die Beziehung zwischen Vater und Sohn erfasst Carofiglio mit viel Herz und viel Fingerspitzengefühl. Es gibt Momente im Leben, die man nie mehr vergisst, die einem widerfahren und die man selten in Worten wiedergeben kann. Zwei besondere Tage und Nächte verbringt er mit seinem Vater in Marseille. Gerade achtzehn ist er geworden und seit der Scheidung (da war er neun) hat er kaum Zeit mit ihm verbracht. Beide wissen den Moment zu nutzen und die Gespräche sind berührend ehrlich und offen. Für dieses Buch sollte man sich beim Autor persönlich bedanken.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Elias, 11 Jahre aus Mils: Kay ist ein wütender Junge, weil er immer zuschlägt, obwohl er es nicht möchte. Deshalb wird er auch vom Unterricht ausgeschlossen. Auch zuhause gibt es von seinem Vater Prügel. Als ihm ein Missgeschick (welches, verrate ich nicht) passiert, droht er, von der Schule zu fliegen. Er bekommt von seiner Lehrerin eine letzte Chance: Er soll Buddy einer neuen Schülerin werden, die so wie er ein wenig anders ist. Greta hat Lernschwierigkeiten. Ab da beginnt eine wunderbare Freundschaft und sein Leben ändert sich von Grund auf! Mir hat das Buch ganz gut gefallen, weil Kay anfangs komplett seine Hoffnung verloren hat, aber sich dann doch alles zum Guten wendet. Das hat mich überrascht. Da solch eine Geschichte wahr sein könnte, war das Buch für mich ebenfalls sehr interessant.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Mathilda, 9 Jahre aus Ebbs: In dem Buch geht es darum, dass für Amalia, das Vampirmädchen eigentlich eine Geburtsnachtsparty geplant gewesen wäre. Doch irgendwie haben alle aus dem Königreich der Nacht ihr Gedächnis verloren. Nur Amalia und ihr Freund Prinz Marillo nicht. Die beiden machen sich gemeinsam auf die Suche, den Grund für das allgemeine Vergessen herauszufinden. Die Schuld scheint bei Mr. Heiter zu liegen, der die Kinder in der Schule in Heiterkeit unterrichtet. Amalia und Prinz Marillo müssen nun ein großes Abenteuer bestehen, um den Einwohnern des Königreiches ihr Gedächnis zurück zu bringen. Dies gelingt den beiden, und am Ende gibt es doch noch eine Geburtsnachtsparty für Amalia auf dem Kürbisfeld. Das Buch hat mir gefallen, weil es sehr spannend, aber auch lustig war. Besonders gefallen hat mir, dass in dem Buch auch sehr viele Zeichnungen abgebildet sind. So konnte ich mir ein gutes Bild zu den Figuren machen. Die verschiedenen Kapitel haben sehr lustige Namen, wie zum Beispiel "Popelprobleme"! Ich hab viel gelacht!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Jana, 11 Jahre aus Aurach: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Besonders toll und anders, als in anderen Bücher ist, dass alles in Listen aufgeschrieben ist - das hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte war spannend. Ich empfehle es zu lesen! Im Buch geht es um ein Mädchen namens Annie (Andromeda). Sie wohnt in der Großstadt Brooklyn und hat ein hervorragendes Gedächtnis, wenn es darum geht, sich etwas über andere Leute zu merken. Das wird eines Tages zu einem Problem, als sie sich beim Direktor ihrer Schule verplappert. Sie ist mit ihrer Familie nämlich umgezogen und darf deshalb eigentlich nicht in die Schule gehen, in die ihr großer Bruder geht. Deswegen sollte niemand von ihrem Umzug erfahren. Nachdem der Direktor von dem Umzug erfahren hat, müssen sie von der Großstadt in das kleine Städtchen Kleewinkel ziehen. Dort erlebt sie viele lustige, spannende und witzige Abenteuer.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Hannah, 13 Jahre aus Innsbruck: Dieses Buch ist einwandfrei geschrieben, es war einfach toll und flüssig beim Lesen. Sonst habe ich nichts Negatives oder Kritisches hinzuzufügen. Es war echt cool, sehr spannend und ist so was von lesenswert!!! Josephine ist was Besonderes, nicht nur weil sie als einziges Mädchen in der Hockey-Mannschaft spielt, sondern auch weil sie Geister sehen kann. Waschechte Geister, zum Beispiel ihre Vorfahren. Als in Heaven‘s End geisterhafte Dinge geschehen, nimmt sie es in die Hand - wäre da bloss nicht Zackary, der sie immer ablenkt ...
 
Foto von Brigitte Thaler

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Andi und Georg machen Urlaub am überfüllten Strand in Jesolo, streiten sich über Kleinigkeiten, wie viele andere Paare auch. Danach folgt eine vorübergehende Trennung, bis Andi merkt, dass sie schwanger ist. Nun nimmt alles seinen Lauf, zB der Umbau der Wohnung bei Georgs Eltern - etwas, was Andi nie wollte - auch Kinder nicht. Ein bemerkenswert ehrliches Buch, indem viele Phrasen und widersprüchliche Aussagen zu Schwangerschaft und Geburt auf Andi niederprasseln - vom größten Glück bis zur unwiederbringlichen Lebensänderung. Schonungslos und in der Wirklichkeit verhaftet werden die Zweifel der Protagonistin in einer direkten Sprache unmittelbar geschildert. Dieses Buch ist viel mehr als "nur" Urlaubslektüre!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Kann diese Geschichte rund um die 15jährige Agnes erfunden sein? Vermutlich hat es sich genau so abgespielt in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt und die Wahrheit lieber unter den Teppich gekehrt wird. Und das Kinderheim „Maria Hilf!“ hat es irgendwo in den österreichischen Niederungen gegeben mit all den verschwiegenen Grausamkeiten, die nun ans Licht kommen. „Wolfsegg“ ist ein archaischer Roman in einer drastischen Sprache, der von drei Kindern und den Tod ihrer Eltern erzählt. Die zentrale Figur ist jedoch Agnes, die viel zu früh erwachsen werden muss, die trotz allem von ihren Sehnsüchten träumt und Liedtexte von Christina Stürmer singt. Wie eine Heldin kümmert sie sich um ihre Geschwister und gibt alles, damit diese nicht in das Heim kommen, in dem ihr Unsagbares widerfahren ist. Ich habe selten einen Roman gelesen, der mich dermaßen tief und mit einer Wucht bis zur letzten Seite erschüttert hat!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Man muss ein bisschen graben und schon stößt man auf eine interessante und umstrittene, undurchsichtige und faszinierende Figur im Familienstammbaum. Osang hat sogar mehrere Vorfahren, die perfekte Romanfiguren ergeben. Konstantin Stein, Elenas Enkel hat eigentlich schon einen guten Stoff für einen neuen Film gefunden, doch sein Vater muss ins Heim aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung. Kann er Konstantins aufkommenden Fragen noch beantworten und wie viel weiß seine Mutter und ihre zwei Schwestern über Elenas Herkunft? Und wohin ist Robert, ihr Mann, nach dem Krieg verschwunden? Eine Jahrhundertgeschichte, die inspiriert und die man genießt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Sie ist und bleibt einfach die beste Erzählerin weltweit. Kein Wunder, dass sie Millionen von Büchern verkauft. Es ist ja auch schon was besonderes, wenn Pablo Neruda, den Allende persönlich getroffen und interviewt hat, eine wichtige Rolle in dem Roman innehat. Der Bürgerkrieg in Spanien, den Victor und Roser als einzige der Familie überleben, hat mich fertig gemacht. Die Flucht der beiden nach Frankreich ist schrecklich. Und Chile verspricht so viel den Heimatlosen, doch wird das Trauma sie einholen? Isabel Allende, ich verbeuge mich vor deinem Talent.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Andrea Grills Romane mag ich eigentlich alle, doch ihr Neuester ist wirklich gut und man wird schnell zum Musik- und Opernfan. Die Schwangerschaft der Mezzosopranistin Iris ist eine Inszenierung, die Bewunderung hervorruft. Neun Monate, oder neunzig Minuten lang, wissen wir nicht, wer der Vater ihres Kindes wirklich ist. Sergio oder Ludwig. Wir wissen aber, wie Iris zur Musik, zu Männern, zu Freundinnen, zur Familie und vor allem zum Leben steht. Und ihre Einstellung ruft Bewunderung hervor, sie ist nicht verstaubt und altbacken, sie ist frei, eigensinnig und ruft Gänsehaut hervor.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Auf der anderen Seite möchte ich nicht stehen. Ehrlich nicht. Mir reicht es, darüber zu lesen, was Rahel für einen Leidensweg hinter sich hat. Wer glaubt, hier wieder einen Ratgeber oder ein „Ich kämpfe mich zurück ins Leben"- Erfahrungsroman vor sich zu haben, der irrt sich. Annika Decker kann nicht nur gute Drehbücher schreiben, sie kann auch ihre eigene Geschichte so fiktionieren, sodass man wundervoll unterhalten wird. Ich konnte meine Tränen nur schwer zurückhalten. Unglaublich gut diese Annika Decker!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Erst dachte ich ja: Schon wieder ein Schauspieler, der meint, einen Roman schreiben zu müssen. Ich musste das Buch aber natürlich trotzdem sofort lesen, da ich Axel Milberg als Schauspieler ganz gerne mag. Dass er seit neuestem der Erzähler meiner geliebten Drei ??? Hörspielreihe ist, hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass ich beim Lesen immer seine Stimme im Ohr und damit fast schon ein Hörbuch-Erlebnis hatte. Milberg erzählt in 50 kurzen Kapiteln von (s)einer Kindheit und Jugend in Düsternbrook, dem beschaulichen und -- wie der Name schon sagt -- leicht düsteren Villenviertel von Kiel. "Wir sind was Besseres!", versucht die leicht übergeschnappte Mutter den Kindern einzureden, und Axels Wunsch -- "Nicht immer nur Fasan, ich will mal ne richtige Bratwurst, wie andere Kinder auch!" -- wird ignoriert. Wie viel autobiographisches wirklich dahinter steckt und was er dazu fabuliert, mag sich jeder Leser selber überlegen; man merkt, dass Milberg großen Spaß am Erzählen hat und auch beim Schreiben ein großer Schauspieler ist. Sehr gerne würde ich Herrn Milberg bei einer Lesung hier im Haus begrüßen!
 
Foto von Florian Lechner

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Der Journalistin Wendy Holden verdanken wir diese hervorragende Autobiographie einer außergewöhnlichen Zeitzeugin und herausragenden Künstlerin des 20.Jahrhunderts. Knapp bevor die Cembalistin Zuzana Ruzickova im Alter von 90 Jahren verstarb, arbeitete sie mit Wendy Holden an der Überarbeitung zahlreicher Interviews und Biographien und erzählte ihre Lebensgeschichte nochmals neu. Als Tochter einer bürgerlichen jüdischen Familie in Pilsen führte sie ein sorgenfreies Leben, erhielt Klavierunterricht und entdeckte das Cembalo für sich. Man nahm mit der legendären Wanda Landowska Kontakt auf und bereitete den Umzug nach Paris vor, wo sie von der damaligen Grand Dame des Cembalo unterrichtet werden sollte. Der Einmarsch der Nazis in der Tschechoslowakei beendete diese Träume abrupt. Die Familie kam zunächst nach Theresienstadt, von wo aus sie weiter nach Auschwitz deportiert wurde, um schließlich nach Bergen-Belsen verfrachtet zu werden. Während Zuzanas Vater und der gesamte Rest der Familie in den KZs ums Leben kamen, gelang es Mutter und Tochter wie durch ein Wunder, immer zusammen zu bleiben und zu überleben. Nach Kriegsende nahm sie ihre Studien wieder auf, was sich als äußerst mühsam herausstellte, da ihre Hände durch die Zwangsarbeit in den Lagern ruiniert waren. Die Schwierigkeiten ließen auch unter kommunistischen Diktatur nicht nach, der Antisemitismus war gleich stark wie zuvor, und die Lebensbedingungen wurden nicht einfacher. Da Zuzana und ihr Mann für die Musik brannten, überstanden sie auch diese schwierigen Zeiten und wurden nach der Wende zu gefeierten Stars auf den internationalen Konzertpodien. Zu ihren Schülern zählte unter anderem Christopher Hogwood, ihre Duopartner waren Josef Suk, Pierre Fournier und Jean Pierre Rampal. Ein bewegendes Lebenszeugnis und eine berührende Lektüre. (Die Aufnahmen der tschechischen Supraphon sind alle erhältlich und hörenswert!)
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Madame Bovary, Anna Karenina, Effie Briest. Frauen, die in der Literatur sich durch ihren Ehebruch namenhaft gemacht haben. Die Konsequenzen waren brutal. Aber es waren Männer, die ihnen ihre Stimme verliehen. Doch was denkt Frau wirklich, wenn sie solche Taten vollzieht? Was ist die Motivation? Welche Gefühle gewinnen die Oberhand? Leila Slimanis Debütroman, der nun ins Deutsche übersetzt wurde, lässt sich mit solchen Größen durchaus vergleichen. Sie erzählt von der inneren Zerrissenheit Adèles, einer Frau, die alles hat - einen Arzt als Mann, einen süßen Jungen, einen tollen Job als Journalistin, eine Wohnung in Paris. Dennoch ist Adèle nicht glücklich. Sie flüchtet zu ihrem Liebhaber anstatt zur Arbeit zu gehen, sie lässt ihren Sohn alleine zuhause, um die nächste Bekanntschaft in einer Bar anzutreffen, sie belügt ihren Mann mit einer Raffinesse, die man nur beneiden kann, um sich für einige Stunden in den Armen eines Fremden davonzustehlen. Wir wollen sie nicht verstehen, tun es aber doch. Dann wieder nicht. Es ist eine Geschichte, in der man sich selbst fragt, auf welcher Seite man steht. Je näher man dem Ende kommt, umso unbefriedigter wird man selbst. Man spürt die Leere. Eine Leere, die an Adèles erinnert. Ein Roman, der nicht nur in einer brillanten Weise über das Innere einer Frau erzählt, sondern auch ganz still an der Gesellschaft Kritik ausübt.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Selten so eine bitterböse Großmutter erlebt, die mit ihren Kommentaren ihren Enkel Mäxchen schier zur Verzweiflung bringt und ihm oft mehr als peinlich ist. Doch im Laufe der Geschichte beginnt man Marga zumindest ein wenig zu verstehen, die aus Russland emigriert und nun in einer ihr völlig fremden Gesellschaft zu leben versucht. Ihr Mann, der sich plötzlich in eine viel jüngere Frau verliebt und tagelang unterwegs ist, führt sein schweigendes Eigenleben. Zwischen diesen beiden muss Max zurechtkommen in der neuen Schule und der ihm unvertrauen Umgebung, und manchmal tut er einem leid, weil er ohne Mutter und mit einer ihm ständig kritisierenden Großmutter in einem Flüchtlingswohnheim aufwachsen soll. Aber trotzdem ein Buch zum herzhaft Lachen!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Ein ideales Buch für alle Mütter von Teenagermädchen ab 11 Jahren! Viel Hintergrundwissen zu den Abläufen im weiblichen Körper und Antworten aus der Praxis der Autorin runden dieses informative Sachbuch ab. Am wichtigsten bleibt während dieser mitunter schwierigen Zeit des Erwachsenwerdens: sich gegenseitig zu vertrauen. Mit diesem Buch frischt nicht nur frau ihr Wissen auf und lernt ihre Tochter (wieder) besser zu verstehen. Und für die Töchter gibt es das Büchlein "Mädchen fragen Mädchenfragen".
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Ein leises Buch, das uns von Mona erzählt und ihrer unbeschwerten Kindheit in Irland, dem viel zu frühen Tod ihrer Mutter, von der Liebe zu William, der glücklichen Schwangerschaft bis zu jener Nacht, in der sich alles radikal ändert. Seitdem verkauft sie Holzpuppen, die von einem Tischler geschnitzt und von ihr bemalt werden. Monas Puppen werden eigens für Frauen angefertigt, die ihr Baby verloren haben - mit dem Geburtsgewicht zur Erinnerung und um den Schmerz leichter zu ertragen. Doch ihr Leben ist trostlos und ohne Freuden, auch die innige Freundschaft zu Karl bietet ihr nur vorübergehend Trost. Ein trauriges, zugleich schönes Buch, das von Liebe und Verlust erzählt.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Eine Familie mit Vater, Mutter und der dreijährigen Anna - alles scheint perfekt zu laufen. Doch Karen trennt sich von ihrem Mann, und von da an sind beide nur noch Eltern-Teile. Es wird vertraglich festgelegt, dass Anna abwechselnd eine Woche bei Mama und eine bei Papa leben soll, auch die Feiertage und Geburtstage werden genau geregelt. Das erste Weihnachtsfest wird Anna bei ihrem Vater verbringen. Wie soll das gehen? Wie kann Karen eine Teilzeitmutter sein? Sie stellt sich viele Fragen über das Muttersein an sich und ein gelingendes und zufriedenes Leben. Vor allem aber geht es auch um die Beziehung zur eigenen Mutter. Ein berührendes, ehrliches Buch in einer eindringlichen Sprache und Form.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Eine leidenschaftliche Affäre zwischen Tony und Andrée, die 11 Monate dauert und im Blauen Zimmer im Hotel von Tonys Bruder statt findet, bildet den Ausgangspunkt der Erzählung. Beide sind verheiratet, aber nicht miteinander. Was harmlos beginnt, wird zum Alptraum, als es plötzlich zwei Tote gibt. Dem Atlantik-Verlag ist es zu verdanken, dass die Simenon-Klassiker nun in einer Taschenbuchausgabe neu editiert werden. Das Buch ist - ebenso wie der Film - grandios und spannend erzählt. Man fiebert mit dem angeklagten Tony mit, der unzählige Befragungen erdulden muss. Bereits 1946 erschienen ist dieses Buch ein zeitloser Klassiker, den es sich auf alle Fälle lohnt, neu oder immer wieder zu entdecken!
 
Foto von Nerdlounge

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Liv will eine Auszeit, ihr geplanter Durchbruch als Journalistin ist gescheitert, jetzt will sie ihre Zukunftspläne neu ordnen. Dafür nimmt sie einen Housesitterjob für ein halbes Jahr an… für einen Leuchtturm auf einer kleinen irischen Insel! Ihrer Auszeit kommt allerdings der Ire Kjer etwas in die Quere… Eine schöne Liebesgeschichte für den Sommer, auch wenn sie Großteils im Winter spielt! Locker leichte Romantik mit Fernweh-Garantie!
 
Foto von Nerdlounge

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Tiffy und Leon teilen sich eine Wohnung. Sie wohnen in einer 2-Zimmer-Wohnung in London, als eine Art Time-Share WG. Sie hat die Wohnung während seiner Nachtschichten, er schläft untertags während sie arbeitet, kommuniziert wird über Post-its, bis der Zufall dazwischen kommt. Eine schräg-komische Liebesgeschichte mit einer WG-Idee, wie sie mir noch nicht untergekommen ist! Locker unterhaltsam ohne zu kitschig zu sein, eine wunderbare Sommerlektüre! Ich hab mich morgens schon drauf gefreut, am Abend weiterlesen zu können!
 
Foto von Maxie Bantleon

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New York im Sommer 1997, seit ein paar Monaten leben Marina und Jacob in Harlem. Die junge schwarze Frau und ihren kleinen Sohn hat sie schon öfter im Viertel gesehen, und jedes Mal ist Marina verstört, wenn sie miterlebt, wie abweisend die Mutter sich ihrem Kind gegenüber verhält. Zu stark sind die Parallelen zu Marinas eigener Kindheit. Vorsichtig versucht sie, sich den beiden anzunähern und zu helfen. Constance ist eine Überlebende des Völkermordes in Ruanda, bei dem 1994 innerhalb von 100 Tagen etwa 75 % der Tutsi-Minderheit von Angehörigen der Hutu getötet wurden. Man spricht von mindestens 800.000 Toten. Was Constance genau erlebt hat, erfährt der Leser nicht, aber schon auf den ersten Seiten wird klar, dass ihr Sohn das Resultat einer Vergewaltigung als Kriegswaffe ist. Gabriel wurde er von einem Pastor im Flüchtlingscamp getauft, der meinte, das Kind brauche den Namen eines Engels. "Utabazi" ist der Name, den sie für ihn gewählt hätte -- "er gehört zu denen". Die schwer traumatisierte Constance kann ihr Kind nicht lieben, sie kann es nicht einmal ansehen. Auch Marina hat ein liebevolles und intaktes Familienleben erst als junge Frau kennengelernt, als sie den älteren Jacob geheiratet und gemeinsam mit ihm seinen mittlerweile erwachsenen Sohn Ben großgezogen hat. Ihre Kindheit hat Marina in einem sogenannten Kinderhaus in einem Kibbuz in Israel verbracht; sie und ihr Bruder Dow sind nie von ihrer Mutter Gizela geküsst oder im Arm gehalten worden, Dow war immer davon überzeugt, dass das Kinderhaus es Gizela unmöglich gemacht hatte, sie zu lieben. Am Tag nach Dows Selbstmord ist Gizela spurlos verschwunden, nie wieder hat Marina von ihrer Mutter gehört. Daher ist sie völlig überrascht, wie heftig sie 20 Jahre später die Nachricht von Gizelas Tod trifft. Woher kommt auch jetzt noch diese nie endende Sehnsucht nach etwas, das sie nie gekannt hat? Wieso konnte Gizela ihre Kinder nicht lieben? Was macht Mutterliebe aus und wie entsteht sie? Mich hat dieses Buch von der ersten Seite an gefesselt, die Geschichte dieser drei so unterschiedlichen Frauen ist sehr mitreißend erzählt. Zusätzlich erfährt der Leser viel Interessantes über die Kinderhäuser in Israel und viel Erschreckendes über den Völkermord in Ruanda. Das letzte Kapitel, viele Jahre später aus der Sicht des nunmehr erwachsenen Gabriel erzählt, rundet den Roman perfekt ab.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Die Kinder der Cardinals lieben den Moment, wenn sich ihre Familie ins Gespräch einschleicht und sie merken, dass ihnen ihr Gegenüber gleich DIE Frage stellen wird. "Und wie viele wart ihr genau?" Ganz genau sind es 21 Kinder, und das ist für den Leser zunächst ein bisschen verwirrend, denn jedes dieser Kinder hat zusätzlich zu seinem Taufnamen auch noch einen Spitznamen. Diese Fülle ließ mich anfangs ein paarmal hin und her blättern, bis klar war, wer nun eigentlich wer ist. Einst waren sie "die Könige von Norco"; der Vater als Erzsucher immer unter Tage, um den Lebensunterhalt zu sichern, die Mutter nach den ununterbrochenen Schwangerschaften völlig erschöpft und mit dem riesigen Haushalt überfordert, die Kinder immer sich selbst überlassen. Ihre Familie ist das Glück ihres Lebens, sie sind einander unentbehrlich, unvergleichlich und unangepasst; wenn die Cardinals ihren Auftritt haben, nehmen alle Reißaus. Und doch lastet ein schweres Geheimnis auf der Familie. Die Geschichte der Cardinals hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen; diese wilde Bande, die sich gegen die Konventionen auflehnt, sich nichts gefallen lässt und zusammenhält wie Pech und Schwefel, ist wirklich eindrucksvoll. Und welche Opfer manche Cardinals bringen, um ihre Zugehörigkeit zur Familie für immer und ewig zu beweisen, ist sehr berührend.
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Im September 1939 bei Ausbruch des 2. Weltkriegs fliegt ein bunt zusammengewürfelter Haufen mit der legendären American-Flying-Clipper, wie die Luxus-Boeing 314 der Pan American genannt wurde, von England in die USA. Die Zusammensetzung der Passagiere und ihre Bewegründe, das Land zu verlassen, sind vielfältig. Die Besatzung ist sehr bemüht, den Passagieren den über 30 Stunden dauernden Flug so angenehm wie möglich zu gestalten und diese sicher an den Zielort zu bringen. Dementsprechend ist jedes Bordmitglied gut ausgewählt, umsichtig und pflichtbewusst. Der Bordingenieur jedoch, dessen Frau entführt wurde, wird erpresst und befindet sich in einem Dilemma: das Wohl der Passagiere oder die Rettung seiner Frau. Das Figurenarsenal hat mich stark an das Katastrophenfilm-Genre mit seinen 'Airport'-Filmen erinnert. Aber da Ken Follett sein Metier beherrscht, ist auch dieses Buch - eigentlich ein früheres Werk, das jetzt wieder aufgelegt wurde - spannend erzählt und somit als Sommerlektüre sehr geeignet.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Eine Schlange im Garten einer jungen Familie. Der Vater alarmiert den Schlangenfänger, der das Versteck schließlich unter einer Betonplatte im Garten ausmacht; darunter verbirgt sich allerdings noch etwas Anderes, Menschliches. Inspector Alan Auhl, der nach einer Auszeit bei der Mordkommission nun für Cold Cases zuständig ist, beginnt seine Ermittlungen. Doch nicht nur dieser Fall beschäftigt ihn. In seinem Haus beherbergt er vorübergehend gestrandete Existenzen, darunter auch eine junge Frau mit ihrer Tochter, die in einen Sorgerechtsstreit verwickelt ist. Auhl engagiert sich auch hier über die Maßen und wendet zum Teil unorthodoxe Methoden an. Garry Disher konfrontiert seine Protagonisten mit oftmals grenzwertigen Situationen, die zum Teil auf fragwürdige Weise gelöst werden - ein nachdenklicher Krimi mit stark gezeichneten Typen und kernigen Dialogen.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

London. Ein Schauplatz zahlreicher Geschichten, seien sie historisch oder zeitgenössisch, handeln sie über Liebe oder Mord, finden sie im Sommer oder Winter statt. Ohne die Stadt bereist zu haben, kennen wir sie alle und welche Kraft sie umgibt. Doch was, wenn das uns bekannte London nur eines von vier ist? V. E. Schwab hat es geschafft, einen bereits magischen, aber uns allzu bekannten Ort, noch atemberaubender, magischer, epischer und fremder zu erschaffen. Durch den Protagonisten Kell lernen wir die verschiedenen Städte kennen: das graue London, das rote London, das weiße London und das schwarze. Er gehört zu einer beinahe ausgestorbene Art von Magier, die zwischen den vier Städten reisen kann, denn die Tore zwischen den einzelnen Welten wurden vor langer Zeit versiegelt. Als der junge Antari jedoch einen ungewöhnlichen Gegenstand von einer Stadt in die Nächste schmuggelt, kommt das Gleichgewicht ins Schwanken. Im Versuch seinen Fehler in Ordnung zu bringen, begegnet ihm die junge Diebin Lila, die sich sehnlich nach dem Abenteuer sehnt und ihn begleitet. Obwohl uns die Vertrautheit der Hauptstadt Englands durch die drei anderen neuen Welten weggenommen wird, fühlt sich diese Idee nicht unmöglich an, sondern sehr real. Während man Schwabs Worten immer mehr und mehr Glauben schenkt, wünscht man sich selbst, beim nächsten London-Besuch eine offene Tür in die anderen Londons zu finden, um mit Personen, wie Kell und Lila, sich auf ein neues Abenteuer zu begeben.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Matt und Nel leben in der Crau, einer Schottersteppe nördlich d e r Camargue. Der eine ist Fotograf, der andere Filmemacher. Als gemeinsames Projekt wollen sie einem einst legendären Nachtclub, d e r versteckt in einem Pinienhain Anziehungspunkt für die Jugend der gesamten Gegend aber auch die Prominenz aus Paris war, ein filmisches Denkmal setzen. Bei den Recherchen stoßen sie unter anderem auf das ungleiche Brüderpaar Fabien und Christian. Schillernder Paradiesvogel der eine, düsterer Nachtfalter der andere, prägten sie mit ihren Cliquen das Nachtleben der 70er und 80er Jahre, bis beide von AIDS dahingerafft wurden. Sylvain Prudhomme setzt der kargen Landschaft und ihren Bewohnern ein Denkmal voll französischer Eleganz und Leichtigkeit - mein Tipp für diesen Sommer!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Die vier älteren Geschwister haben der siebenjährigen Erzählerin eingeredet, freu dich auf die Ferien, die ersten Sommerferien deines Lebens, und sie hat ihnen geglaubt, ehrlich gefreut hat sie sich, aber das hat sie jetzt davon, es ist eine einzige Sommerverschwendung, denn was könnte man jetzt alles machen, sogar Schule wäre ihr lieber. Neun Wochen scheinen dem kleinen Mädchen schier endlos, die Langeweile ist mit Händen greifbar, alle sind in Italien oder am Wolfgangsee, auf Pfadfinderlager oder bei der Oma, niemand läutet an. Auf etwas mehr als 200 Seiten schafft es die Autorin, dass man komplett in die Gedanken- und Gefühlswelt des namenlosen Mädchens und in eine Kindheit in den 1970er Jahren eintaucht. Ein besonderer Lesegenuss waren für mich die endlosen Sätze, die sich zum Teil über Seiten ziehen, ich hatte das kleine Mädchen, das oft atemlos und ohne Punkt und Komma nachdenkt und erzählt, sofort vor Augen. Wer dieses einsame und etwas altkluge Kind nicht ins Herz schließt, hat vermutlich keines. Für mich eines der besten Debüts in diesem Jahr!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Barbara hat es schon ganz richtig geschrieben: Wenn man mit diesem Buch fertig ist, braucht man sofort jemanden, der das Buch auch gelesen hat, weil es soviel zu besprechen und zu rätseln gibt. Sie kaufen am besten also gleich zwei Exemplare und machen damit einem lieben Menschen -- und in Folge auch sich selber! -- eine Freude. Mein zweiter Gedanke, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte, war: Sofort nochmal lesen! Wenn man nämlich das Ende kennt, könnte man etliche Stellen in diesem Roman ganz anders, vielleicht auch eher verstehen. Und Saeterbakkens Sprache ist so ungewöhnlich und schön, dass sich ein zweites Lesen direkt lohnen würde. An dieser Stelle möchte ich noch Viktoria aus der Filiale in Telfs und Verena aus dem DEZ danken, dass sie mit mir so ausgiebig über dieses Buch diskutiert haben. Es war wie immer ein Vergnügen.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Ich war ja schon von Dörte Hansens erstem Roman begeistert, ihr zweiter hat mir fast noch besser gefallen. Wieder spielt die Handlung im Alten Land, wieder in einem Dorf, in dem die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein scheint. Dabei hat man doch alles daran gesetzt, erst die große Flurbereinigung, der sich nur der Lehrer in den Weg gestellt hat, alle anderen waren dafür, dass der Fortschritt kommt. Aber der kam nur für ein paar, die jetzt Großbauern sind, die anderen blieben auf der Strecke. Auch Ingwer ist damals so schnell wie möglich fortgegangen, nur weg von dem altmodischen Gasthof der Großeltern, die er so lange für seine Eltern hielt, nur weg von seiner verrückten richtigen Mutter Marret, fort aus diesem engstirnigen Spießbürgertum. Doch jetzt sind "seine Alten" so richtig alt und kommen alleine nicht mehr klar, und Ingwer kehrt zurück... Dieses Buch hat mich wieder einmal umgehauen und völlig in seinen Bann gezogen. Dörte Hansen hat eine dermaßen schöne Art zu schreiben, dass ich mich zwingen musste, das Buch des Nachts zur Seite zu legen. Nur die fast permanent falsche Verwendung des kleinen Wörtchens "anscheinend" -- die ging mir echt auf die Nerven! Ansonsten aber eines der tollsten Bücher der letzten Zeit!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Was Schami in „Sophia“ begonnen hat, führt er in seinem neuesten Roman fort. Er ist der beste Erzähler im deutschen Sprachraum, der aber immer eine Verbindung zum Orient herstellt. Meine Sympathien liegen bei den Protagonisten: Kommissar Barudi, der den Mord an dem italienischen Kardinal in Syrien noch vor seiner Pensionierung aufklären will, und Mancini, sein Kollege aus Rom. Rafik Schami kennt sich aus und klärt uns auf: über die Mafia, über die Geheimdienste, über die Politik der zahlreichen Religionen und über die Menschen, die das Richtige tun möchten. Spannung ist bei ihm vorprogrammiert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser junge Autor ist 235 Seiten lang grandios. Der Brief, den er seiner Mutter schreibt, die Analphabetin ist, erschüttert nicht nur die Leser, auch in ihm kommen Erinnerungen hoch, die er gar nicht haben kann. Die Traumata seiner Mutter und seiner Großmutter Lan, die sie im Vietnamkrieg erlitten haben, wirken weiter, auch in Amerika. Gerade dort, wo viele Existenzen zusammenkommen, wo sich Identitäten neu erfinden, ist auch ein Krieg und rohe Gewalt spürbar. Ocean Vuongs Sätze sind wie ein Gedicht, das schwer zu entschlüsseln ist, das sich dank der vielen zarten Momente nicht wie eine Tracht Prügel anfühlt!
 
Foto von Martina  Lindenthal

Gerade gelesen

Es gibt ja inzwischen schon viele Ausgaben der Erzählung vom kleinen Prinzen. Diese ist jedoch eine Ausnahme. Nacherzählt von Agnes de Lestrade und wunderbar illustriert von Valeria Docampo(beide bekannt durch: Die große Wörterfabrik) ist es nicht nur für junge sondern auch für große Leser ein Erlebnis, in diesen Klassiker einzutauchen. (ab 4 Jahren)
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman ist etwas besonderes, ein erlesenes Kleinod, das man nicht mehr vergisst. Schon der erste Satz, das erste Kapitel fesselt auf Anhieb. Die kleine Kya wird verlassen, zuerst die Mutter, dann gehen die 4 Geschwister und die Siebenjährige ist alleine mit dem Vater, einem Trinker. Auch er verschwindet und sie bleibt alleine in der Hütte im Marsch (Sumpfland in North Carolina) zurück. Nur ganz wenige Menschen helfen ihr, und die Einsamkeit prägt das Mädchen. Wem kann sie noch vertrauen, nachdem sie von allen im Stich gelassen wurde? Nur der geliebten Natur: den Möwen, dem Meer und den Vögeln. Nachdem sie lesen lernt, bringt sie sich alles selber bei. Sie wird das Marschmädchen genannt und als der beliebte Chase Andrews tot aufgefunden wird, fällt der erste Verdacht sofort auf sie. Delia Owens erforscht die menschliche Psyche, indem sie uns Einblick in die Natur gibt. Sie zaubert eine Atmosphäre, die dicht und zutiefst menschlich ist. Schon wieder ein unvergesslicher Roman über eine starke Frau, die sich ganz alleine durchkämpfen muss!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Sommer in der Haute Provence; Constanze, Tochter eines von der RAF ermordeten Wahlkampfmanagers, fährt auf einer kurvigen Bergstraße, als ihr ein Radfahrer entgegen kommt. Sie kann nicht mehr ausweichen, und das Unglück nimmt seinen Lauf. Frederic, der Radfahrer, bittet sie, weder Polizei noch Rettung zu alarmieren. Wer ist dieser Mann, der in der Gegend einen Laden betreibt, in dem er seine exklusiven Marmeladenkreationen verkauft? Beim Versuch, dieses Rätsel zu lösen, kommt Constanze auf die Spur der Mörder ihres Vaters, doch muss sie ernüchtert feststellen, dass sie alle bisherigen Wahrheiten über Bord werfen und sich mit erschütternden Fakten abfinden muss. Jakob Bodan verpackt ein Stück deutsche Zeitgeschichte in einen mitreißenden Thriller, in dem die Strukturen der dritten RAF Generation und deren Verbindungen zu diversen Geheimdiensten genauestens ausgeleuchtet werden. Über den Autor ist nicht viel zu erfahren, doch dürfte er recht dicht an der Organisation dran gewesen sein, denn alles, was hier zur Sprache kommt, klingt sehr authentisch. Eine brisante und hochspannende Lektüre.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Ein Jahr musste ich nach dem Ende von 'Elfenkrone' auf den Folgeband warten. Ein Jahr ging mir das Buch nicht aus dem Kopf. Und nach einem Jahr hielt ich endlich Elfenkönig in den Händen - und war in zwei Tagen fertig damit. Holly Blacks Erzählweise zwingt einen geradezu ständig umblättern zu wollen. Aus einem "nur noch diese Seite" wird das ganze Kapitel. Aus einem "nur noch ein Kapitel" wird das halbe Buch. Und wenn man das Ende des Buches erreicht, stellt sich die selbe Frage, die auch nach dem ersten Teil einem nicht aus dem Kopf wollte: Wo ist der nächste Teil? Aufregend erzählt Black von den Intrigen des Hofes, der Frage von Macht und lässt uns gierig immer weiter blättern - bis wir fassungslos ans Ende kommen und nach mehr verlangen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Magdalena, 12 Jahre aus Innsbruck: Ediths Großmutter ist gestorben, und jetzt muss sie mit ihren Eltern und ihren zwei kleinen Zwillingsgeschwistern in Omas Haus, um es für den Verkauf zu renovieren. Ihre einzige Hoffnung ist, dass ihre ihr unbekannte gleichaltrige Cousine Rae dabei ist. Das Haus ist in einem schlechteren Zustand als gedacht, und so werden aus den geplanten zwei Wochen sechs Wochen. Rae und Edith schlafen gemeinsam in einem Zimmer, und als sie sich umsehen, finden sie eine Liste mit guten Ideen für den Sommer 1962. Die mittlerweile befreundeten Mädchen beschließen, die Liste Punkt für Punkt abzuarbeiten. Dabei bekommen sie es sogar mit der Polizei zu tun. Da ich selbst eine gleichaltrige Cousine habe, konnte ich die Mädchen gut verstehen. Das Buch war äußerst spannend und lustig und reptilienreich.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: Alle Hauptcharaktere besaßen eine Tiefe, die ich so bei einem Buch noch nie feststellen konnte, und ich konnte mich mit jedem / jeder von ihnen auf eine gewisse Art und Weise identifizieren. Gloria, die eigentlich nicht so verbohrt und eigensinnig ist, wie sie anfangs den Anschein erweckt, hat große Angst vor ihrer Krankheit, die sie immer mehr vergessen lässt, bis sie sich schlussendlich im letzten Kapital nur noch bruchstückhaft an ihre Vergangenheit erinnert. Von Hattie lernt sie, dass Erinnerungen und Wissen nicht das Wichtigste sind, was sie als Menschen ausmacht. Und durch Glorias Ehrlichkeit lernt Hattie, offen mit ihrer Schwangerschaft umzugehen und sich zu fragen, was sie denn nun will. So gesehen helfen sich die beiden gegenseitig. Das Buch behandelt das Thema Demenz mit sehr viel Klugheit und zeigt nicht nur die offensichtlichen Dinge wie beispielsweise das Vergessen auf, sondern auch die lähmende Angst und Machtlosigkeit, die Erkrankte fühlen. Besonders gut gefallen hat mir auch das Ende, dass nicht voraussehbar war und somit das Buch gut abgerundet hat. Ein Buch, das definitiv aufzeigt, wie man mit einer Krankheit wie Demenz umgehen lernt und dass selbst das Vergessen einen als Mensch nicht verschwinden lässt.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Lea, 12 Jahre aus Wattens: Terry ist 14 Jahre alt umd lebt mit ihren Verwandten auf einem U-Boot. Ihre Mutter hatte einen Unfall, und Terry kann sich nicht mehr an ihre Mutter erinnern. Als sie in Miami einen Zwischenstop machten, besuchte sie das Haus, wo sie einst gelebt hat. Ihr Cousin hatte es vermietet, und Terry wollte es sich noch einmal ansehen. Die Mieter waren sehr nett, und als sie nachts "einbrach", wollten sie sie töten. Schnell wird Terry und ihren Verwandten klar - jemand hat es auf sie abgesehen. Denn als sie Ethans Mutter besuchen wollten, wurde diese tot, und von nun an waren sie Gesuchte, und sie wussten nicht mehr, wem sie vertrauen können. Das Buch ist so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen will, also sehr empfehlenswert. Besonders gut gefallen hat mir, dass man sich auch gut in die Lage versetzten kann. Man weiß nicht, wie es weiter geht und will es unbedingt erfahren.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Hannah Maria, 13 Jahre aus Innsbruck: Das Buch ist echt toll! Es erinnert mich irgendwie an „Mondprinzessin“ - der Verlauf, die Reaktionen der Personen und der Schluss. Ich muss anmerken, dass mir der Verlauf der Geschichte eigentlich sehr gut gefallen hat. Allerdings den zweiten Epilog fand ich erschütternd. Isabel ist ein Klon. Genauer, ein Klon der jungen Elektra Hamilton. Eines Tages kommen Elektras Eltern, um ihr einen Deal vorzuschlagen: Sie wird ab sofort Elektra sein und den jungen Phillip heiraten. Laut ihren „Eltern“ ist Elektra bei einem Reitunfall gestorben, doch irgendwas verheimlichen sie und es ist nichts Gutes ..
 
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Testleserin Jana, 11 Jahre aus Aurach: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war toll, weil zwischendurch immer wieder Zaubertricks zum Nachzaubern dabei waren. Es war gut zu lesen und sehr spannend. Ich empfehle es zu lesen!! Im Buch geht es um ein Mädchen, das von zwei Männern adoptiert wurde (einem Zauberer und einem Koch eines Hotels). Die beiden hatten schon einen gleichaltrigen Jungen adoptiert. Das Mädchen schließt gute Freundschaft mit dem Jungen und lernt, wie man sich selbst schnell entfesseln kann. Die Kinder sind in einem Club, genannt die Magischen 6. In diesem Club erleben sie ein spannendes Abenteuer. Mehr kann ich leider nicht verraten!
 
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Testleser Gabriel, 9 Jahre aus Innsbruck: Das Buch ist keine Geschichte, sondern ein Wissensbuch. Dieses Buch erklärt sehr viel über den Mond. Am meisten ist mir in Erinnerung geblieben, dass der Mond sich dreht und gleichzeitig um die Erde kreist. Weil er sich dreht, sehen wir immer die gleiche Seite. Ich habe das Buch sehr interessant gefunden, aber es war ein bisschen viel auf einmal. Ich denke auch, dass das Buch eigentlich für ältere Kinder geschrieben ist. Ich habe das Buch gerne fertig gelesen, weil ich sehr viel Neues gelernt habe, es lustig geschrieben war und tolle Bilder darin gezeichnet waren.
 
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Testleserin Jana, 10 Jahre aus Steinach: In diesem Buch geht es darum, dass Bellas älterer Bruder Julius ins Wachkoma fällt. Bellas Familie soll eine Entscheidung treffen und steht kurz davor zusammenzubrechen. In Bellas Leben spielt nicht nur ihr Bruder eine große Rolle, sondern auch ihre Freundin Martha. Sie trägt immer einen viel zu großen Pullover und isst manchmal bei Bellas Familie. Nun? Was tut man, wenn man frustriert ist und nicht mit seiner Familie sprechen kann? Bella sucht gemeinsam mit Martha nach einer Lösung, und beide beschließen nach Marthas Vorschlag, den Papst nach Rat zu fragen. Ob diese Reise gut ausgeht, wie Bella und Martha ihren Weg schaffen bzw. welche Hindernisse ihnen im Weg stehen und ob Julius aus dem Wachkoma aufwacht, das müsst ihr selbst lesen! Dieses Buch ist ab ca. 10 Jahren ideal, weil es recht tiefgehende Themen beinhaltet, die aber für 10-Jährige super verständlich und gefühlvoll beschrieben sind. Wie der Titel schon verrät, erwartet dich kein 0815-Buch, sondern ein Buch, in dem man sich Gedanken über das Leben und den Tod, Familie und Freundschaft und das Schicksal machen und dabei eine spannende und oftmals brenzlige Reise erleben kann. Viel Spaß beim Schmökern - haltet Taschentücher zum Lachen und Weinen bereit! Eure Leseratte Jana
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Mathilda, 8 Jahre aus Ebbs: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war spannend und cool. In dem Buch geht es um einen Mann namens Hehmann, der von dem Mädchen Nemi im Wald gefunden wird. Nemi wollte eigentlich zur Schule, wurde aber von den lauten "HEH" Rufen in den Wald gelockt. Je mehr der Hehmann sich ärgern muss, desto größer wird er. Er ärgert sich vor allem über Baumfäller und Flugzeuge, die über den Wald fliegen. Nemi kommt nun jeden Tag in den Wald und lauscht den Geschichten und Liedern, die der Hehmann erzählt. Der Hehmann möchte den Wald und seine Tiere beschützen. Nemi will ihm dabei helfen, denn viele Schmetterlinge sind schon aus dem Wald verschwunden.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman sollte auf jeder Shortlist von Literaturpreisen landen (ist es auch schon). Wie kann eine so junge Autorin so gute Dialoge schreiben? Wie schafft sie es, komplizierte und intime Beziehungen so auf den Punkt zu bringen? Ich muss wahrscheinlich noch ihren zweites Buch "Normal People" lesen, um Antworten zu finden. Frances und Bobbie sind Studentinnen, die sich aufgrund ihrer Poetry-Slam-Auftritte in literarischen Kreisen bewegen. So lernen sie auch Nick und Melissa kennen. Interessant ist, wie sich diese 4rer-Beziehungen verändern, wer mit wem, wieso und weshalb. Die Diskussionen über Literatur, Politik und Beziehungen, die e-mails, die sie austauschen und die gesellschaftlichen Events sind so klug gestaltet, dass man als Leser sofort das Gefühl hat, man muss sich neue, interessantere Freunde suchen. Sally Rooney bringt die Suche nach Identität und nach Liebe auf den Punkt!
 
Foto von Martina  Lindenthal

Gerade gelesen

Endlich ist er da, der neue Pettersson und Findus Band! Der schlaue Kater zeigt dem grummeligen Pettersson, was er alles kann: auf Bäume klettern, Hennen erschrecken,....ob Pettersson da mithalten kann?
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Über den neuen Roman von Gstrein wird gemunkelt, dass es sein bestes Buch sein soll. Da ich sowieso immer schon von Norbert Gstreins Werken begeistert war, ist das für mich keine Überraschung. Und ich bin immer glücklich, weil ein Teil des Buches in Amerika spielt, auch wenn ich nicht beurteilen kann, welcher Abschnitt besser ist. Denn wenn Gstrein in die Kindheit zurückkehrt, auf den Gasthof (den Hochzeitshof) in Tirol, dann ruft er Bilder aus der Vergangenheit im Leser wach. Franz fotografiert die Brautpaare, und nachdem eine Braut sich in der Hochzeitsnacht in den Tod gestürzt hat, bricht der junge Mann in das ferne Amerika auf. Seine Rückkehr ist überschattet. Norbert Gstrein ist ein Erzähler, der über alle Sehnsüchte des Menschens schreibt, der aber nicht mit allen Gewissheiten aufräumt. Am Ende war ich mir nicht mehr ganz sicher, ob ich jedes Rätsel in Franzs Leben lösen konnte.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Für mich ist der Prix Concourt eine Auszeichnung, die nur die besten Autoren erhalten. Mathieu gehört zu den besten Frankreichs. Im Osten Frankreichs hat sich die Gesellschaft durch das Sterben der Industrie stark verändert. Trostlos ist der Sommer, und heiß. Arbeit gibt es keine mehr, für die jungen sowieso nicht und ihre Eltern halten sich nur mit krassen Nebenjobs über Wasser. Anthony, Hacine und ihre Freunde wollen anders sein, doch können sie das, auch wenn sie nicht fortziehen? Werden sie wirklich die Kraft dafür haben? Nicolaus Mathieu schaut genau hin, dahin, wo es wehtut. Er spürt jeden Riss in der Gesellschaft auf, er erzählt sehr scharfsinnig von Abgründen, dass man die Hitze des Sommers auf der Haut spüren kann. Der Leser verspürt eine große Sehnsucht nach Veränderung!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wer dieses Buch liest, muss danach mit jemanden reden, der "Durch die Nacht" auch schon kennt. Wieso? Weil hier alles am Ende auf den Kopf gestellt wird, so wie beim Film "The sixth sense". Jetzt habe ich zuviel verraten und vielleicht den Spaß verdorben. Eigentlich ist es ja ein schreckliches Thema. Der Sohn Ole Jacob begeht Selbstmord, die Familie kommt damit nicht zurecht. Jeder geht anders damit um. Oles Vater flüchtet in ein seltsames Haus, die Mutter scheint sich zu erholen und die Tochter verstummt. Doch leider ist es ja alles nicht wirklich so, also unbedingt lesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Besser könnte eine Siebenjährige die langen Sommerferien nicht beschreiben. Sie ist die jüngste von 5 Kindern und niemand beschäftigt sich mit ihr. Und der Besuch bei der Cousine in Ungarn ist noch so fern. Sprachlich hat es die Kleine einiges drauf, überhaupt ist sie ungewöhnlich schlau, und durch ihren Scharfsinn lernen wir eine Familie kennen, die einige Geheimnisse hat. Barbara Schwarcz hat ein Buch geschrieben, das witzig und altklug ist, doch man schließt die kleine Lebenskünstlerin so schnell ins Herz, dass man ihrer "Langweile" sofort auf den Leim geht.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Alles beginnt mit einem Doppelmord an einem Ehepaar, und bald taucht auch noch eine stark mitgenommene Wasserleiche auf. Genug Arbeit also für Tommy Bergmann, der nach seiner Therapie in der norwegischen Provinz Dienst tut. Die Wasserleiche gibt Rätsel auf - wer ist diese Frau? Kann es sich um Christel Heinze, eine ehemalige Sowjetspionin handeln? Und wie hängt sie mit dem ermordeten Ehepaar zusammen? Sveen entführt uns mit seinem Roman in die Zeit des Kalten Krieges und erzählt eine höchst spannende Geschichte über Flucht Verrat und Doppelbödigkeiten, die den Ermittler in größte Bedrängnis bringt und hochdramatische endet. Tolle Krimikost mit zeithistorischen Bezügen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Seine Bücher muss man wirklich genießen und ernsthaft zelebrieren. Jeder Satz erzählt eine Geschichte, jede Figur wird vor dem Auge des Lesers lebendig. Berta und Tomas sind füreinander bestimmt, schon seitdem Gymnasium. Doch was hat Tomas so verändert, als er nach dem Studium aus England nach Spanien zurückkehrt? Und wie lebt es sich mit einem Mann, der ein Geheimnis hat? Teilweise hat mich der Plot an „Kriegslicht“ von Michael Ondaatje erinnert. Javier Marias ist der Aufgabe gewachsen, das „Doppelleben“ seiner Figuren großartig zu inszenieren!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Schon lange bin ich ein Fan seiner Bücher, doch sein letzter Roman ist wirklich recht außergewöhnlich. Der Autor ist in einem Alter, das noch viele Frage aufwirft! Ist das Leben schon vorbei, da der Körper nicht mehr alles mitmacht, oder geht sich noch eine neue Liebe aus? Kann man sich im Alter nochmal verändern? Bei Josef Zoderer erlebt der Leser immer eine Überraschung, in seinen Sätzen schwingt immer eine tiefere Bedeutung mit und auch wenn er sich in diesem Roman oftmals inhaltlich wiederholt, so sollte man sich doch auf ein ernüchterndes Ende gefasst machen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Das ist bereits der zweite Roman von Betty Smith, der in den 60ger Jahren verfilmt wurde. Ich musste mir die Fotos der Hauptdarsteller (Carl und Annie) ansehen, denn die Schauspieler müssen perfekt gecastet werden. Dieses junge Ehepaar ist einzigartig. Annie ist 18, Carl erst 20 und Student. 1927 waren Studentenehen nicht üblich, vor allem in einer kleinen Stadt. Sie wagen den Schritt und ihre Naivität hilft ihnen, denn schweren Alltag zu meistern. Fast wöchentlich knappern sie am Hungertuch, doch die Liebe zu einander scheint alles zu überwinden: den ersten Streit, das erste kleine Zimmer, dann können sie doch in einem Häuschen wohnen, die ersten Menschen, denen sie begegnen. Annie ist eine vielbelesene junge Frau ohne Ausbildung. Genau das macht ihren Reiz aus, als sie als Gasthörerin Literaturseminare besuchen darf. Und sie beginnt zu schreiben. Dieser Klassiker von Betty Smith vermittelt das kleine Glück, jeden Morgen, nach einer harten Nacht!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Matteo Zevi kehrt nach Jahren der Flucht nach Rom zurück. Er musste die Stadt verlassen, weil ihm ein Gläubiger zu sehr auf den Leib rückte. Auch seine zahlreichen Ehefrauen machten ihm das Leben nicht gerade leicht, doch nun ist der Gläubiger tot, und seine aktuelle italienische Frau scheint sich über eine Rückkehr zu freuen. Seine Tochter Martina hat in eine der besten römischen Familien eingeheiratet, und sein Sohn Giorgio betreibt ein angesagtes Lokal, doch beide haben mit dem turbulenten Alltag zu kämpfen und reagieren ambivalent auf die Rückkehr. Bei einer Weihnachtsfeier in Giorgios Lokal kommt es schließlich zum Eklat, und die Geschichte endet im Chaos. Der Autor seziert in seinem bitterbösen Familienroman die italienische Gesellschaft auf höchst unterhaltsame Weise - wer Satire mag, die nicht mit dem Holzhammer arbeitet, ist hier gut aufgehoben!
 
Foto von Karin  Pfeiffer

Gerade gelesen

Ein junger Mann wird nackt an einen Strand in Cornwall angespült. Einwohnerinnen vom nahe gelegenen Örtchen St. Piran entdecken und retten ihn. Es stellt sich heraus, dass er ein IT-Experte ist und aus London fliehen musste, weil seine Softwareentwicklung eines Systems, das Prognosen sehr genau erstellen kann, anscheinend Unglück über das Unternehmen gebracht hatte, für das er arbeitet. Die Begegnung mit einem riesigen Finnwal im Meer hätte ihm fast das Leben gekostet. Doch das Schicksal wollte es anders. Als sich eine tödliche Grippewelle ankündigt, setzt sich Joe Haak ein, nimmt sein gesamtes Vermögen in die Hand und legt einen Lebensmittelvorrat an, um den Bewohnern das Überleben zu ermöglichen, wenigstens für eine gewisse Zeit der Quarantäne. Letztendlich strandet der große Finnwal, tödlich getroffen von unbekannten Schützen, und sichert wieder für eine gewisse Zeit die Ernährung der Dorfbewohner. Als der ehemalige Chef von Joe Haak auf einem Boot landet, klärt sich Vieles und lässt den jungen Mann umdenken. Kann man mittels eines Rechners die Wahrscheinlichkeit eines Weltuntergangsszenarios vorhersagen und sich darauf vorbereiten? Wie weit kann man berechnen, wie Menschen reagieren und was nötig ist, um weiterzuleben?
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Irgendwie konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autorin einmal zu oft den Film oder Das Buch "Der talentierte Mr. Ripley" gesehen bzw. gelesen hat. Zu sehr ähnelt die Geschichte der verhängnisvollen Freundschaft zwischen Louise und Lavinia der von Tom Ripley und Dickie Greenleaf. Trotzdem ist Burtons Buch durchaus lesenswert und natürlich optisch ein echter Hingucker. Das schwarze, mit Gold gesprenkelte Cover deutet schon gut darauf hin, dass es hier ganz viel um Schein und Sein geht. Da ist zum einen die junge Lavinia, die sich eine "Auszeit" vom Studium genommen hat, angeblich um ihren Roman zu vollenden. In Wirklichkeit besteht ihr Leben aus Partys, Klamotten, Drogen; Lavinia gehört zu den superreichen Kids der Upper East Side. Die Eltern im fernen Paris drohen zwar immer wieder, die mehr als üppigen Monatszahlungen einzustellen, das passiert aber nie. Zum anderen ist da Louise aus der Kleinstadt. Demnächst wird sie 30, gibt sich aber immer als viel jünger aus und hat es noch nicht wirklich zu irgendetwas gebracht. Sie hangelt sich von einem miesen Job zum nächsten und ist chronisch pleite. Da scheint die Freundschaft mit Lavinia die Rettung zu sein. Denn Lavinia ist unglaublich großzügig -- so lange Louise nach ihrer Pfeife tanzt. Und Louise weiß ganz schnell ganz genau, wie sie mit Lavinia umgehen muss, was sie zu sagen und zu tun hat, um möglichst lange in den Genuss dieser Großzügogkeit zu kommen. Louise weiß: Ehrlichkeit und Liebe schließen einander aus. Der Leser ahnt gleich: Diese Freundschaft wird keinen Bestand haben, noch vor Louise weiß man, dass sie nur eine in der langen Reihe der allerbesten Freundinnen ist. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich hier schreibe, dass Lavinia diese Freundschaft nicht überleben wird. Und ab da wird es interessant, denn für Louise ist es viel leichter als gedacht, alle Welt glauben zu lassen, dass Lavinia noch lebt. Den sozialen Medien und ein bisschen Getrickse mit Photoshop sei Dank. Da haben wir sie also, all die schönen Lügen. Die Frage ist: Wie lange kann das gutgehen?
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Noack ist ein Prepper. Unermüdlich legt er Überlebensvorräte an und verstaut sie nicht nur in der Wohnung, sondern er vergräbt sie auch an strategisch günstigen Punkten in der näheren Umgebung. Sein Überlebenstraining umfasst ausgedehnte Läufe entlang und Schwimmen in der Spree. Sein Arbeitsplatz ist die Online Redaktion einer großen Tageszeitung, wo er Hasspostings löschen muss. Eines Nachts wird er Opfer eines Überfalls. Als etwas später auch noch seine Kollegin zusammengeschlagen wird, beginnt er gemeinsam mit seinem Sohn zu ermitteln. Dabei stößt er auf rechte Netzwerke, Reichsbürger und Nazischläger, die vor nichts zurückschrecken. Der Autor zeichnet ein erschreckendes Bild der rechten Szene in Ostdeutschland, das einem kalte Schauer über den Rücken jagt - sehr spannend und aktuell!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Ein junger Mann schreibt einen Brief an seine Mutter, die nicht lesen kann. Er erzählt seine Geschichte und die Geschichte seiner Familie, die aus Vietnam nach Amerika eingewandert ist. Seine Herkunft macht ihn zum Außenseiter, der in der Schule und Nachbarschaft gemobbt wird. Seine Mutter und Großmutter sind vom Vietnamkrieg traumatisiert, sprechen nur schlecht Englisch und sind somit keine große Hilfe. Später beginnt er auf einer Tabakfarm zu arbeiten und verliebt sich in Trevor, den Sohn eines cholerischen Alkoholikers. Eine leidenschaftliche Beziehung beginnt. Vuong erzählt in kurzen Sequenzen, mit wenigen Strichen gelingt es ihm, seine Charaktere lebendig werden zu lassen und großes Mitgefühl zu erzeugen. Starke Bilder, lyrische Sequenzen und Farbreichtum zeichnen Vuongs Sprache aus, der sich bis jetzt als Lyriker einen Namen machen konnte. Er entwickelt eine starke Sogwirkung, die einen dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt, bevor der letzte Satz verklungen ist. ein ungemein dichtes Prosa Debut - von diesem Autor wird man noch hören!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Angenommen, ich würde jetzt nach New York reisen, würde ich keinen Reiseführer einpacken, sondern die "Stadtnomaden" und auf ihren Spuren wandeln. Christina und Felix, beide Journalisten, leben schon seit Jahren in New York, der Stadt, in der der Miet- und Wohnungswahn sicher die seltsamsten Blüten treibt. Als sie eines Tages eine erneute saftige Mieterhöhung nicht mehr mitmachen wollen bzw. können, aber trotz intensiver Suche keine neue bezahlbare Bleibe im gewünschten Stadtviertel finden, wird aus einer Schnapsidee ein Projekt für ein ganzes Jahr. 13 Monate lang ziehen sie alle vier Wochen in eine neue Wohnung. Dabei lernen sie nicht nur New York von einer völlig neuen Seite kennen -- sie landen in Stadtvierteln, in die sie vorher keinen Fuß gesetzt hätten -- sondern auch sich selbst. Sie erfahren unglaubliche Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft. Sie lernen, was ein Zuhause ausmacht, mit wie wenig Ballast man auskommen kann, aber auch welche Möbel, Lieblingspullover, Erinnerungsstücke man niemals hergeben wird. Innsbruck bietet sich für ein solches Projekt vielleicht nicht direkt an, aber was man für sich mitnehmen kann: Sprich mit den Menschen um dich herum! Die beiden Stadtnomaden haben in jeder neuen Wohnung ein Neighborhood-Dinner veranstaltet und dabei tolle Leute kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Vielleicht sollte man sich selber auch mal trauen, die unbekannten Nachbarn zum nächsten Grillfest einzuladen. Vielleicht sollte man eine Woche lang auch mal nur die Läden in einem anderen Stadtviertel aufsuchen und die eigene Komfortzone verlassen. Auf jeden Fall sollte man dieses tolle Buch lesen!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Aus der Sicht eines 6-jährigen Jungen schildert die Autorin einen Amoklauf an einer amerikanischen Grundschule und dessen Folgen. Bei der Schießerei kommt Andy, der ältere Bruder des kleinen Zach, ums Leben -- und danach ist nichts mehr so wie es war. Der Vater vergräbt sich in seiner Arbeit, die Mutter wird nach dem ersten Schock aktiv und zur Sprecherin der Opfer-Angehörigen; sie will die Eltern des Täters, die in ihren Augen eine Mitschuld tragen und verantwortlich sind für die schreckliche Tat ihres Sohnes, vor Gericht bringen. Und Zach? Manchmal findet er es gar nicht so schlimm, dass Andy nicht mehr da ist -- denn ganz ehrlich, Andy konnte oft ein ganz schöner Blödmann sein und hat ihn doch meistens nur geärgert, und vor allem mit der Mutter gab es oft ganz fürchterlichen Streit. Wenn die Eltern erstmal merken, dass es ohne Andy doch viel schöner ist, werden sie bestimmt wieder eine glückliche Familie. Aber Zach wird praktisch vergessen, vor allem die Mutter ist so in ihrer Trauer und ihrem "Rachefeldzug" versunken, dass sie keinerlei Kraft mehr hat für ihr übriggebliebenes Kind. Und Zach ist plötzlich nicht mehr nur allein, sondern einsam. Die verschiedenen Phasen der Trauer in einer traumatisierten Familie werden sehr bewegend erzählt, sind dabei aber niemals kitschig. Klare Leseempfehlung!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Herran ist frei, zumindest ist dies der Schein. Um die Freiheit zu bewahren, versucht Arin Verbündete zu finden und nicht an Kestrels Verrat zu denken. Währenddessen ist Kestrel der Mittelpunkt aller Feste in der Hauptstadt Valorias. Als Verlobte des Prinzen muss sie ihr Land repräsentieren und dafür sorgen, dass Valoria schon bald wieder über Herrans Territorium herrscht. Doch ihr Herz ist bei Arin. Schon bald wird eine Intrige nach der anderen gesponnen und Kestrel muss sich entscheiden: Ist sie auf der Seite ihres Reiches? Wird sie die neue Prinzessin? Soll sie ihren Vater, den General stolz machen? Oder gibt sie sich der Liebe zu Arin hin und sorgt für die Rettung Herrans? Rutkoskis Fortsetzung von "Spiel der Macht" ist noch spannender, noch dramatischer und gefährlicher! Man kann nicht aufhören zu lesen. Definitiv mein Lieblingsband der Reihe!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Nach dem umfangreichen Roman "Patria", der den ETA Terror in Spanien auf unnachahmliche Weise aufarbeitet, folgt nun eine kleine Familiengeschichte, die wieder im Baskenland angesiedelt ist. Ein alternder Mann erzählt dem Autor Geschichten aus seiner Kindheit, die er bei der Familie seiner Tante verbrachte. Eingeflochten werden Notizen des Autors, die er sich zum geplanten Aufbau der Geschichte, zur Figurenzeichnung und zum passenden Stil macht. Höchst unterhaltsam und lebendig erzählt Aramburu aus der Perspektive eines Kindes den Alltag einer baskischen Familie zwischen katholischen Zwängen, nationalistischen Extremismen und totalitärer Herrschaft. Großartig, wie auf wenigen Seiten das Panorama einer ganzen Epoche entsteht - ein kleines Meisterstück! (fünf Sterne)
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Nachdem Sean Duffy und seine Familie im vorhergehenden Band nur knapp einem Mordanschlag entgangen sind, steht nun ein Umzug nach Schottland bevor. Die Kisten sind gepackt, der Plan, nur noch als Teilzeitbulle zu arbeiten ist abgesegnet, und alles könnte den geplanten Lauf nehmen. Wenn da nicht plötzlich der Fall eines vermissten Traveller Mädchens auf seinem Schreibtisch gelandet wäre. Duffy folgt seinem Instinkt und beginnt eine Mordermittlung in seinem letzten Fall. Es wäre nicht der katholische Bulle, wenn er mit seinen unkonventionellen Methoden und seinem losen Mundwerk nicht überall anecken und in ungeahnte Gefahren geraten würde. Höchst unterhaltsam und rasant nimmt die Reihe um den katholischen Bullen Sean Duffy ihr angebliches Ende - oder hoffentlich doch nicht?
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Stockholm im Spätwinter. Eine Frau folgt heimlich ihrem Liebhaber und macht eine Entdeckung, die sie sich wohl lieber erspart hätte. Verstört irrt sie durch die Stadt, Szenen aus ihrem bisherigen Leben tauchen auf, ziehen vorüber, nehmen surreale Züge an. Am Ende bleibt ein Notruf. Eingehüllt in ein kunstvolles Wortgespinst taumelt der Leser mit der Protagonistin von Station zu Station, erlebt verschiedene Varianten des Erzählten und hofft auf ein erträgliches Ende. Als Einleitung jedes Kapitels sind die Aktionen der türkis-blauen Bundesregierung akribisch dokumentiert, die Außenwelt dringt in die Innenwelt ein. Ein sprach- und bildgewaltiger Roman mit klarer politischer Aussage. (5 Sterne)
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

5 Sterne Selten kommt es vor, dass Tränen kaum zurückzuhalten sind - nicht aufgrund der Handlung, sondern weil es Zeit ist, sich von den Lieblingscharakteren, von einer schon zum Zuhause gewordenen Welt und von schönen Lesemomenten zu verabschieden. Die Throne Of Glass-Reihe von Sarah J. Maas hatte mich nicht nur durch ihre Figuren und Handlungsstränge begeistert, sondern auch was sie den Leser*Innen außerhalb der Seiten gibt. Freundschaften mit anderen sind entstanden, lange Diskussionen sind geführt und schöne Momente gemacht worden. Nun liegt der finale Band in unseren Händen und wie auch schon die Vorgänger begeistert er. Die Spannung steigt mit jedem Kapitel, jedem Umblättern. Man will nicht aufhören und tut es doch, weil man nicht so schnell ans Ende kommen will. Und wenn man dann doch die letzten Zeilen über die Geschichte einer Assassinen und deren Weg nach Hause liest, kommen einem ganz andere Tränen. Nach so vielen Jahren ist es Zeit Abschied zu nehmen. Und das Finale der großen High Fantasy-Reihe ist genau den Abschluss, den wir alle brauchen - ob wir es wussten oder nicht.
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Zehn Jahre nach der Vergewaltigung und dem Verschwinden seiner Verlobten Ewa stößt der immer noch am Boden zerstörte Damian Werner im Internet auf ein Bild von ihr, mit Hilfe einer Detektei versucht er sie zu finden. Parallel dazu wird die Geschichte Kassandras, der Chefin eben dieser Detektei erzählt, deren Ehe die Hölle ist. Ein Beginn wie ein Faustschlag in die Magengrube, eine Schnitzeljagd quer durch Polen und zahlreiche unvorhergesehene Wendungen. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, wie der Autor ausgesprochen wird, bleibt über das Buch nur zu sagen: ein klasse Thriller!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Seit Generationen bewirtschaftet die Familie Teesdale eine Farm im Norden Englands; hier ist das alte Königreich Cumbria, und ihr Teil ist das Hohle Land. Eine wunderschöne Landschaft, ausgehöhlt und unterwandert von jahrelangem Silber- und Erzabbau. Viele der alten Bauernhäuser stehen leer, bis auf Light Trees, denn hier verbringt die Familie Bateman aus London all ihre Ferien. Es wird eine lebenslange Freundschaft sein, die den Farmersjungen Bell und das Stadtkind Harry verbindet. Es ist eine wahre Freude, mit den beiden Jungen durch die Landschaft zu streifen, an ihren Lausbübereien teilzuhaben und einige der wunderbaren und skurrilen Menschen zu treffen, die sie auf ihrem Lebensweg begleiten, wie zum Beispiel die Eierhexe, den Schornsteinfeger Kendal oder die "Institution". Ich war direkt traurig, dass ich nach knapp 190 Seiten Bell und Harry, die Gerüche und Farben der englischen Sommer, die wunderbare Sprache und Gespräche zurücklassen musste. Aber ein Gefühl überwiegt: Es ist ein reines Glück, dieses bezaubernde Büchlein gelesen zu haben. Für mich eines der schönsten Bücher für und über den Sommer. Jane Gardam kann es einfach!
 
Foto von Karin  Pfeiffer

Gerade gelesen

Isabelle Bonnet, einst Leiterin einer Spezialeinheit in Paris, versucht die Folgen eines Attentats, bei dem sie schwer verletzt wurde, nun in Südfrankreich zu verarbeiten. Sie bekommt heikle Fälle, die sie vorsichtig aufklären soll, ohne die örtliche Polizei zu kompromittieren. Die alteingesessenen Beamten sind nicht begeistert, von einer hübschen, jüngeren Frau herumkommandiert zu werden. Es verlangt viel Feingefühl und auch selbstsicheres Auftreten, um die skeptischen Polizisten auf ihre Seite zu ziehen und sie dazu zu bringen, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Diesmal wird nach einem verschwundenen Engländer gesucht, der mutmaßlich mit dem Tod einer jungen Frau zu tun hat. Charmant geschrieben mit viel Flair der Provence. Der erste einer Reihe von Bänden mit Madame le Commissaire. Man muss sie nicht nacheinander lesen. Der Autor erklärt die wichtigsten Fakten für Quereinsteiger. Macht Lust auf Ferien in der Provence mit seinen kulinarischen Genüssen und der herrlichen Landschaft. Und natürlich der liebenswerten, oft schrulligen Einwohner.
 
Foto von Karin  Pfeiffer

Gerade gelesen

Anfang des 20. Jhdts. in der Nähe von Charleston, in Branchville, kämpft eine Mutter von vier Töchtern ums Überleben. Ihr Mann ist Alkoholiker, schlägt sie und die Mädchen und ist nicht imstande, die Familie zu ernähren. Gertrude kann mit der Flinte umgehen, kennt den Sumpf genau und beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie hat eine Stelle als Näherin in Aussicht, kann in einem Häuschen einer verstorbenen Arbeiterin unterkommen und hat in Oretta, einer schwarzen Haushälterin ihrer Arbeitgeberin eine Freundin gefunden, was natürlich Probleme aufwirft, sowohl bei den Schwazen als auch bei den Weißen. Überhaupt ist die Zeit schwierig. Frauen müssen kämpfen, wenn sie sich durchsetzen wollen. Was den Wenigsten gelingt. Die meisten Männer sind grob und brutal. Frauen müssen kämpfen wie Alligatorenweibchen, um ihre Kinder zu schützen. Das Leitmotiv, es sei leichter einen Mann als einen Alligator zu töten, zieht sich durch die ganze Familiengeschichte hindurch. Man spürt, dass die Autorin viel Persönliches verarbeitet hat und die Geschichte ihrer eigenen Groß- und Urgroßmutter als Fundament für diesen fesselnden und erschütternden Roman genommen hat.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mich hat dieser Roman stark an Gregoire Delacourts "Das Leuchten in mir" erinnert, denn die Sinnlichkeit und Lust einer Frau wird in beiden Büchern sehr realistisch und doch tiefsinnig dargestellt. "All das zu verlieren" ist in Frankreich schon 2015 erschienen und wurde erst jetzt (nach dem Erfolg von "Dann schlaf auch du") ins Deutsche übersetzt. Adele sollte doch glücklich sein: sie hat einen guten Ehemann, einen Sohn, einen Beruf, Freunde, genug Geld, halbwegs nette Schwiegereltern, etc. Was geht in ihr vor, wenn sie statt zur Arbeit in die Wohnung eines Liebhabers fährt, wenn sie bei einem Geschäftsessen den verheirateten Gastgeber verführt, wenn sie unbekannte Männer in die Wohnung lässt? Was empfindet Adele, die wie im Rausch alles aufs Spiel setzt? Und was empfindet ihr Mann, der ihr irgendwann auf die Schliche kommt? Kann ein Mensch so abgebrüht sein, dass nur mehr der unerträgliche Schmerz eine Empfindung auslöst? Leila Slimani ist ein Stern in meinem Literaturhimmel!
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Wer wäre Ihnen als Nachbar lieber? Ein Ladendieb, oder jemand, der Sex mit Tieren hat? Solche und ähnliche schräge Untersuchungen in diesem Buch werden Sie überraschen! Menschen entscheiden anscheinend vorwiegend nach moralischen Aspekten und hier spielt Ekel eine große Rolle. Es kommt aber auch noch drauf an, ob Sie Hunde oder Katzen lieben und in der Stadt oder auf dem Land leben! Philipp Hübl legt viele Forschungsergebnisse vor, warum wir so sind wie wir sind und was unser Denken und Handeln ausmacht. Es sind vorwiegend moralische Emotionen, die uns prägen: ob wir rechts oder links wählen, Mitgefühl haben, wonach wir uns sehnen und wie weit wir für Fortschritt bereit sind. Kennen Sie noch diese provokanten Gedankenexperimente: "Darf man ein Menschenleben opfern, um Tausende zu retten" oder "Der Terrorist, die Passagiere und der Mann auf der Brücke" ? Solche kniffligen Fragen finden sie hier en Detail! Ein Buch zum Staunen und Weiterdenken!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Lassen Sie sich nicht vom rosa Cover täuschen - dies ist ein eher schwer verdauliches Buch! Rachel Kushner sucht immer besondere Themen, und diesmal siedelt sie ihren Roman in einem Frauengefängnis an. Sie beschreibt den Alltag der Insassinnen sehr anschaulich und erzählt ihre Geschichten. Die Hauptfigur ist Romy, die sich und ihren kleinen Sohn mit Auftritten in einem Striplokal namens The Mars Room über Wasser hält. Ihr Leben ist geprägt durch Drogen, sexuelle Ausbeutung und Gewalt. Weitere Figuren sind ein korrupter Polizist, der zum Mörder wird, ein Lehrer, der im Gefängnis Kurse hält, Kindsmörderinnen, Transsexuelle und andere traurige Gestalten, die am Rand der Gesellschaft leben. Das große Verdienst der Autorin ist es, dass sie ihre Figuren sehr vielschichtig zeichnet und somit Klischees vermeidet. Man taucht in die persönlichen Abgründe und Tragödien der Protagonisten ein und fühlt mit ihnen. Eine außergewöhnliche Lektüre, die einen so schnell nicht loslässt!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Jana, 11 Jahre aus Aurach: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr spannend, und manche Dinge waren sehr überraschend. Ich fand es toll, dass zwischendurch immer wieder englische Sätze waren. Im Buch geht es um zwei Geschwister, ein Junge namens Finn und seine ältere Schwester Joanna. Die beiden sind mit ihrer Mutter in London, weil ihre Mutter dort etwas zu erledigen und die Geschwister mitgenommen hat. Ihre Mutter hat Karten für ein Kinderfest im Buckingham Palace bekommen, das zum Geburtstag der Queen gefeiert wird. Auf dem Fest treffen sie den Enkel der Queen, der eine besondere Aufgabe für sie hat. Mehr kann ich euch leider nicht verraten.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: „Offline ist es nass, wenn’s regnet“ ist ein Buch, dass dazu anregt, rauszugehen, keine Angst zu haben und Abenteuer zu erleben, aber vor allem dabei versuchen, sich selbst treu zu bleiben. Emotional und beinahe herzzerreißend, aber dabei immer noch unglaublich wunderschön geschrieben hat mich dieser Roman sehr beindruckt und auch so einiges an Fernweh bei mir ausgelöst, insbesondere bei Stellen, wo die sicher atemberaubende Szenerie des John Muir Trails beschrieben wird. Die ausführliche Buchbesprechung ist direkt beim Titel unter "Rezension" zu lesen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Elias, 11 Jahre aus Mils: In diesem Buch geht es um Computer, den Erfindern von Youtube und Facebook und vieles mehr. Ein Abschnitt ist den Erfindern gewidmet, wie zB Konrad Zuse, dem Erbauer des ersten programmierbaren Computers oder Martin Cooper, der das Handy erfunden hat. Viele Pioniere werden in diesem Buch vorgestellt: Bill Gates, Gründer von Microsoft, oder Steve Jobs, der Apple-Gründer. Wichtig ist auch der letzte Teil, indem es um Computer- und Handy-Sicherheit geht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil man viel über das Internet erfährt und wie man sich vor Gefahren wie Viren und Trojanern schützen kann. Ich empfehle dieses interessante Sachbuch auf alle Fälle weiter, denn es ist auch sehr lehrreich!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gernot, 10 Jahre aus Hall: Jake, ein zwölfjähriger, gelangweilter Teenager, fliegt mit seiner Schwester Pandora (die alle Pan nennen) und seinen Eltern, Forscher im alten Ägypten, nach Ägypten. Doch in Kairo werden Jakes Eltern entführt. Gemeinsam begeben sich die beiden Geschwister auf die Suche. Dabei stoßen sie auf eine, der Menschheit unbekannte Kultur. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sehr spannend ist. An manchen Stellen ist es aber auch lustig. Ich würde es jedem Kind, dem Aktion gefällt, vorschlagen.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Bei den von Koppensteins scheint alles perfekt: Gerade aus den USA zurückgekehrt, finanziell unabhänging, haben Claire und Niko tolle Jobs und nach deren Meinung ziemlich wohlgeratene und superintelligente Kinder: Vor allem Raffi, der sich bereits als Dreijähriger das Lesen und Schreiben selbst beigebracht hat, liest schon vor dem Schuleintritt Harry Potter und ist ziemlich altklug. Doch alles ändert sich plötzlich, als Raffi in die Schule kommt. Schnell wird klar, dass Raffi als angeblich Hochbegabter in einer staatlichen Schule völlig unterfordert ist. So kommt er in eine Montessori-Schule, die aber schließen muss - und dann gerät alles außer Kontrolle. Der Roman beginnt äußerst amüsant, ich musste öfters über die detailgenauen, ironischen Charakterbeschreibungen lächeln, doch irgendwann ist nicht mehr unterscheidbar: Was ist überspitzt formuliert, was tatsächlich passiert? Kann ein 6-Jähriger Junge sich dermaßen aufführen? Ein sehr kluger Roman mit vielen Emotionen, der uns die Ängste von Eltern hautnah miterleben lässt!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Eines der von mir am heißesten ersehnten Bücher des Frühjahres war sicher "Das Verschwinden der Stephanie Mailer". Da es aber auch viele andere gute Bücher gab, bekam der Mann an meiner Seite den dritten Roman von Joel Dicker zuerst zum Lesen, seit "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" ist er nämlich Fan. Und auch mich hatte damals dieses Buch, mit dem Dicker einen Welterfolg gelandet hat, in den Bann gezogen. Der Stapel der ungelesen Bücher schrumpfte also ein bisschen, die Vorfreude wurde größer, und dann war ich an der Reihe. Nachdem ich mich zum wiederholten Male beschwert hatte -- "Fandest du Stelle XY nicht auch haarsträubend?" oder "Das würde doch bei einer richtigen polizeilichen Ermittlung niemals so durchgehen!" bzw. sonst allerlei am Schreibstil auszusetzen hatte -- bekam ich irgendwann zu hören: "Kannst du das Buch nicht einfach mal als spannende Geschichte lesen? Es ist halt Fiktion, und ich fand es unterhaltsam!" Okay. Nachdem ich also darüber hinweg gesehen habe... ... dass sich Joel Dicker sprachlich nicht unbedingt verbessert hat oder aber die Übersetzung zum Teil einfach grauenhaft schlecht ist und manch Dialog so platt und dümmlich, dass es unfreiwillig komisch wirkt... ... dass zum Ende hin entweder den beiden Übersetzerinnen oder dem Lektorat wohl ein bisschen die Luft ausgegangen ist, weil sich Rechtschreib- und grammatikalische Fehler extrem häufen... ... dass man wirklich einen langen Atem braucht, um über 600 Seiten lang den zig verschiedenen Handlungssträngen, die sich über 20 Jahre ziehen, und den zahlreichen Rückblenden zu folgen... ... und dass es immer noch ein "Hoppala, das ist ja doch die falsche Fährte!" gibt... ... wenn ich also das alles ausblende, muss ich sagen: Ja, es ist ein unterhaltsames Buch, das man nur schwer aus der Hand legen kann, aber sicher kein literarisches Meisterwerk. Monsieur Dicker ist für seine Phantasie und seinen Ideenreichtum durchaus zu bewundern, trotzdem ist für mich "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" sein bisher schwächster Roman, für ein paar spannende Lesestunden oder als Urlaubslektüre aber durchaus geeignet.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Der Bauernsohn Jan lebt allein auf einem Hof beim Meer. Nach dem Unfalltod der Eltern ist er zwar mit Arbeit eingedeckt, und doch nagt die Einsamkeit an ihm. Auf eine Annonce antwortet Will, die ganz klar den Wunsch formuliert, dass sie einen Blick aufs Meer haben möchte. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein und nie hätte ich mir gedacht, dass es Will einen einzigen Tag am Hof aushält. Selten habe ich so eine ungewöhnliche Paarkonstellation gesehen. Mathijs Deen schreibt sehr literarisch und atmosphärisch, und mit viel Humor entstehen an diesem wunderschönen Schauplatz Szenen, die ich mir gut in einem Film vorstellen kann. Was für ein Glück, dass die Filmrechte bereits verkauft wurden!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Im Sommer 1989 lässt Karl alles hinter sich und beginnt als Lehrerassistent in Columbia, Missouri, zu arbeiten. Zeitgleich wandelt sich alles in Deutschland. Die Wende ist auch ein Teil von Karls Leben: er trifft auf seine große Liebe und auf eine Wirklichkeit, die so ganz anders ist als alles, was er bisher erlebt hat. Teilweise hat mich dieser großartige Roman an Joachim Meyerhoffs ersten Roman „Alle Toten fliegen hoch“ erinnert. Wo Meyerhoff mit seinem Humor punktet, besticht Hens mit viel Lebensweisheit. Als Leser kann man auch die Schwerkraft überwinden (so wie Stella), doch das Ende bringt jeden wieder auf den Boden der Realität. Die Wirklichkeit holt uns immer wieder ein, und das macht diesen Roman auch so spannend.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman hat mich erschüttert! Selten habe ich so einen Entwurf einer Lebensgeschichte gelesen. 1969 in Deutschland zur Zeit der Mondlandung. Für den elfjährigen Tobias ist es das wichtigste Ereignis seines Lebens, außer die neue Nachbarstochter Rosa. Von ihr lernt er, Gefühle zu zeigen, doch er ist noch zu jung für die damalige Aufbruchsstimmung der Erwachsenen. Was in der Nacht der Mondlandung passiert, verwandelt Woelz in ein Drama, das den Mond zur Nebensache werden lässt. Woelz ist Physiker und Philosoph und diese Mischung macht den Roman so stark. Bestes Buch des Jahres 2019, 50 Jahre nach Neil Armstrong!
 
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Testleserin Magdalena, 12 Jahre aus Innsbruck: Es spielt in einer Schule in Kalifornien, in der Kinder leben, von denen die Eltern keine Zeit haben, da sie in einer Flugzeugfabrik arbeiten. Eines Tages kommen einige Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt in die Schule. Der Krieg in Hitlerdeutschland hat ihnen schwer zugesetzt. Gemeinsam verbünden sie sich. Natürlich geht es nicht ohne finstere Machenschaften. Ein Agent versucht die Fabrik zu sabotieren. Die Kinder gehen auf eine spannende Verfolgungsjagd. Ein Buch, das aus einer Zeit stammt, die für mich fremd war. Es war unglaublich spannend und interessant.
 
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Lubotschka wird bald St. Petersburg Richtung Deutschland verlassen, zusammen mit ihrer Mutter. Ein bißchen Zeit bleibt ihr noch und ganz bewusst zelebriert sie ihre Abschlussfeier vom Internat, ihren 18. Geburtstag und ihre erste richtige Begegnung mit Männern. Wir sehen ihr dabei zu, wie sie Magazine nach den neuesten Make-Up-Trends durchforstet, wie sie ihr Ballkleid kauft und wie sie mit einer Kamera ihre Stadt in Bildern festhält. Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Mutter, die Lubotschka fast alleine großgezogen hat, über ihren alkoholkranken Vater und über ihre Freundinnen im Internat. Luba Goldberg-Kuznetsova hat einen Roman geschrieben, der zur Jahrtausendwende spielt. Eine Stadt wird zur Kulisse für ein Mädchen, dass zwischen den Welten steht.
 
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William Boyd ist ein vielschichtiger Autor, denn er erschafft immer wieder neue Welten. Diesmal befinden wir uns kurz vor dem Jahr 1900, und Brodie verlässt seinen dispotischen Vater, um als Klavierstimmer erfolgreich zu werden. Es verschlägt ihn nach Paris, Nizza, St. Petersburg, etc. doch nur Nika, die wunderschöne russische Sopranistin und John Kilbarons Geliebte ist ausschlaggebend für seine Entscheidungen. Überschattet wird die Musik seines Herzens von einer Tuberkuloseerkrankung. So zart diese Liebe auch ist, wird sie ein Duell oder den finanziellen Ruin überstehen?
 
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Zwei Mädchen wachsen mit einer Mutter auf, die manisch-depressiv ist. Natürlich verstehen sie diese Krankheit nicht, doch sie spüren alles, was um sie herum passiert, wieso sie bei anderen Familien landen, wieso sie sich mehr auf die Großeltern verlassen können und wieso ihre Mutter länger fort ist, da sie eingewiesen wurde. Es ist die Lebensgeschichte von Violaine Huisman, die mit 19 Jahren nach New York geht und seit 20 Jahren bei einem Verlag arbeitet. Auch ihre Mutter hat geschrieben und ihre Gefühle in einem Buch festgehalten. Der erste Teil ist aus der Sicht der Mädchen erzählt, und ihre Beobachtungen sind teilweise sehr liebevoll aber auch sehr nüchtern formuliert. Doch was Violaine Huisman im zweiten Teil macht, ist mutig, doch es gelingt ihr, die Lebensgeschichte der Mutter nachzuerzählen. Und die Liebe, die in der chaotischen Familie herrscht, überstrahlt sogar den Selbstmord der Mutter. Ein faszinierendes und wundervolles Debut!
 
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Eine neue Stadt, eine neue Unterkunft, ein neuer Job, eine andere Sprache und vielleicht auch ein neuer Mann – was wird das mit Klara, die Mitte dreißig ist, machen? All die Veränderungen hält sie in einem Tagebuch fest. Julia Trompeters Sprachwitz und ihre schönen Eindrücke von Utrecht machen den Leser glücklich. Es könnte jede europäische Stadt sein, in der ein Neuanfang probiert wird, und Julia Trompeters Klugheit bringt dem Leser Europa näher. Von ihr werden wir noch viel hören!
 
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Ehrlich gesagt hatte ich Sarah Kuttner trotz ihres Erfolges mit "Mängelexemplar" usw. nicht als Schriftstellerin abgespeichert, sondern eher als eine bisschen nervige und superhippe VIVA-Moderatorin. VIVA gibt es nicht mehr, aber Sarah Kuttner sehr wohl -- und jetzt, nach der Lektüre von "Kurt", muss ich meine Meinung revidieren. Ich habe dieses schmale Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge und fast immer mit einem Kloß im Hals gelesen. Lena ist seit ein paar Jahren mit dem großen Kurt liiert, aber da gibt es auch noch seinen Sohn: den kleinen sechsjährigen Kurt. Und seit kurzem wohnt der kleine Kurt den halben Monat auch mit Lena zusammen. Das war keine richtige Wahl, sondern eine notwendige Entscheidung, denn sie kann ihren Kurt nicht ohne seinen haben. Und seitdem ist Lena am Überlegen: Was darf sie als "Stiefmutter", wie viel Erziehung, wie viel Verantwortung, welche Rechte und Pflichten darf sie, kann sie, muss sie übernehmen? Sie wird es nie herausfinden, denn Kurt fällt vom Klettergerüst, einfach so, ganz leise und unspektakulär und bricht sich das Genick. Und jetzt wird es noch viel schwerer. In welcher Weise kann und darf Lena trauern? SIE hat doch kein Kind verloren... Die Trauer des großen Kurt und ihre Rücksichtnahme auf ihn lässt sie schier verzweifeln. "Ich habe Angst, in deiner Gegenwart gute Laune zu haben. Oder selber traurig zu sein. Weil sich jedes meiner Gefühle in Gegenwart deiner Gefühle entweder zu klein oder irgendwie prätentios anfühlt. Als würden deine Gefühle immer gewinnen." Was Trauer mit Menschen macht, wie sie einen verändert, wie man irgendwann vielleicht doch wieder ein bisschen Hoffnung schöpfen wird und wie die Liebe zueinander helfen und bestehen kann -- das alles beschreibt Sarah Kuttner auf sehr berührende Weise. Für mich eines der traurigsten und schönsten Bücher im ersten Halbjahr 2019!
 
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Ich würde sagen, wer dieses Buch liest, der hat die Problematik der heutigen Zeit verstanden. Alle Fragen bezüglich Holocaust, deutscher Zeitgeschichte, Israel und Palästina, Juden und Roma, Einwanderer, Umsiedler, Auswanderer, etc. geht Regina Scheer auf den Grund. Sie erzählt Lebensgeschichten, die den Leser nachhaltig beeindrucken. Eigentlich wollte ich den Roman nur kurz anlesen, da mir der Stadtteil „Wedding“ in Berlin nichts sagte. Die Überraschung war aber groß, denn „Wedding“ lässt den Leser nicht mehr los, und dieser Roman könnte in jeder anderen europäischen Großstadt spielen. Die Protagonisten, die in dem alten Haus in Wedding aufeinander treffen, strahlen viel Menschlichkeit und Wärme aus. Regina Scheer versteht es, Spannung aufzubauen und komplexe Lebensgeschichten in einem Haus, das sogar die wichtigste Stimme in dem Roman besitzt, zu verpacken. Ich liebe dieses Buch!
 
Foto von Maxie Bantleon

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New York in den 1930er Jahren. Eines Abends taucht ein nobler Fremder vor Mazies Kinokasse auf: Er habe einen Anschlag auf sie vor, sie solle ein Buch über ihr Leben schreiben. "Wen interessiert schon mein Leben?" fragt Mazie. "Den ganzen Tag sitze ich bloß hier an der Kinokasse." Mazie Phillips-Gordon hat es wirklich gegeben, doch ist nur wenig über sie bekannt. Jami Attenberg konstruiert ihre Geschichte aus (erfundenen) Tagebucheinträgen und fiktiven Zeitzeugenberichten; so kommen unter anderem Arbeitskollegen, Nachbarn und der Sohn eines ehemaligen Liebhabers zu Wort und helfen mit, das Bild zu komplettieren. Mazies Geschichte ist erstaunlich: Seit ihrer Kindheit lebt sie mit Jeanie, der jüngsten, bei ihrer älteren Schwester Rosie. Es ist ein liebevolles, aber durch Rosies Mann wahrscheinlich auch ein kriminelles Zuhause -- Louis' Verbindungen zur Mafia bleiben nebulös. Untertags wird Mazie ihr ganzes Leben in der sogenannten Zelle, dem Kassenhäuschen von Louis' Kino, verbringen und dabei gutes Geld verdienen. Doch nachts ist sie unterwegs in den Straßen rund um die Brooklyn Bridge. Zunächst als unabhängige junge Frau, die den Männern ("Warum soll ich einen lieben, wenn ich auch drei haben kann?") und dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Doch Mazie kennt auch die Schattenseiten der Nacht und der Stadt und wird so zu Saint Mazie, dem Engel der Bowery Street. Denn nachts hilft sie den Gestrandeten, den Opfern der Großen Depression. "15. März 1933: Habe diesen Monat sechsmal den Krankenwagen gerufen, die haben meine Stimme und mein Gesicht schon satt, aber das ist mir egal. Den Leuten helfen ist einfach. Schwer ist das restliche Leben."
 
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Bei diesem Roman geht dem Leser das Herz auf und ich verstehe jetzt, wieso Erika Bianchi mit dem Premio RAI La giara ausgezeichnet und für weitere Literaturpeise nominiert wurde. Der Familienpatriarch Zaro wird begraben und endlich wird darüber geredet, wie sehr alle unter ihm gelitten haben. Isabelle bricht das Schweigen zuerst, obwohl sie nicht zur Beerdigung kommt. Erika Bianchi geht mit ihren Kapiteln in die Vergangenheit zurück und das macht diesen großen Familienroman so spannend. Vor allem das Schicksal der beiden Enkeltöchter hat mich fasziniert. Und es gibt ein Kapitel, in welchem das erste Kennenlernen von Isabelle und Jules beschrieben wird. Diese Szene ist ein schönes Geschenk an den Leser!
 
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Es wäre ja kein Familiengeheimnis, wenn es nicht drei Generationen braucht, um es aufzuarbeiten. Mit der Großmutter, der Großtante und der Mutter verbindet Nina fast nichts mehr. Alles hat sie zurückgelassen und eine eigene Familie gegründet. Alleine fährt sie nach St. Georgen an der Gusen (Mühlviertel), um die Mutter zu beerdigen, und die Nacht mit ihrer Großtante in der Aufbahrungskapelle bringt Schreckliches aus dem Krieg zum Vorschein: Dinge, unter denen Nina ein ganzes Leben gelitten hat, ohne davon zu wissen und ohne eine Sprache dafür zu haben. Was Barbara Stengl ausgräbt, ist eine Vergangenheit, die uns auch anhaftet.. Sie besitzt eine alte, tiefe europäische Seele und ihre Stimme ist beeindruckend und sollte unbedingt gehört bzw. gelesen werden.
 
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Das ist der perfekte Sommer-Roman (oder Krimi) für alle, die in kurzer Zeit etwas erleben wollen. Almendros trifft mit jedem Satz ins Schwarze, und es ist mir ein Rätsel, wie er Grauen auf 120 Seiten unterbringen kann. Das ist die Kunst von ganz großen Autoren und ich habe mir vorgenommen, noch mehr Bücher von ihm zu lesen. Spannung erzeugt Almendros durch Andeutungen, tote oder lebendige Fliegen, verschwundene Freundinnen, einer Giftmischerin als Mutter, einen totkranken Onkel, etc. Nach Jahren in Paris steht die Rückkehr ins Heimatdorf unter einem schlechten Stern.
 
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Die Bücher vom Kampa Verlag (neu!) kann man ohne Bedenken weiterempfehlen (und lesen!). Bis jetzt war jeder Roman oder neuaufgelegte Klassiker wirklich gut und auch "Unwetter" von Marijke Schermer bietet dem Leser alles, was sein Herz begehrt. Emilia hat es doch tatsächlich geschafft, ein Trauma 12 Jahre zu verheimlichen, ohne dass ihr Mann oder ihre Familie (ihr Bruder ist Psychologe) eine Ahnung davon haben. Aber nicht nur ihr Körper, sondern auch ihr Verstand spielen ihr Streiche, und das Unwetter, dass sich rund um ihr idyllisches Haus zusammenbraut, lässt ihr Haus im Schlamm versinken und sie muss sich der Wahrheit stellen. Ein perfekt konstruierter Roman!
 
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Testleserin Lea, 12 Jahre aus Wattens: In diesem Buch geht es um ein Kind, das Agatha heißt und gerne auch Fälle aufdeckt mit ihrem Freund Liam. Sie lebt mit ihrem Vater alleine, weil ihre Mutter verstorben ist. Eines Tages sieht Agatha wie eine Frau von einem Motorradfahrer angefahren wird. Agatha beginnt zu ermitteln. Sie muss immer tiefer in die Kanalisation von London. Agatha weiß nicht mehr, wem sie trauen kann und wem nicht. Schnell wird klar - für sie hat ein tödliches Spiel begonnen. Ich fand dieses Buch sehr spannend und auch abwechslungsreich. Man fiebert mit und will dieses Buch nicht mehr zur Seite legen. Ich kann es nur weiterempfehlen!
 
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Jana, 11 Jahre aus Aurach: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr spannend, aber auch gruselig, und ich konnte es kaum weglegen. Im Buch geht es um einen Jungen namens Sylvester, der aus einem Waisenhaus flüchtet. Als er zu einem Schuppen am Waldrand kommt und sich dort verstecken will, bedroht ihn der Besitzer mit einer Schrotflinte. Kaum zu glauben, aber dieser Mann hat noch viel mit Sylvester vor. Mehr kann ich euch leider nicht verraten, denn sonst müsst ihr das Buch ja nicht mehr lesen. :)
 
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Kalkutta im Jahr 1921: Der Prince of Wales soll die Stadt über die Weihnachtsfeiertage mit seinem Besuch beehren, was angesichts der anhaltenden Proteste durch Gandhis Anhänger zum Problem wird. Sam Wyndham und sein Kollege Surrender-not sollen für Ordnung sorgen, doch sind sie mit einer grausamen Mordserie konfrontiert, bei deren Aufklärung das Militär Probleme bereitet. Auch Wyndhams Opiumsucht ist nicht gerade förderlich, und so gestalten sich die Ermittlungen äußerst schwierig. Doch auch in seinem dritten Fall gelangt das ungewöhnliche Ermittlerduo letztendlich ans Ziel. Spannende Unterhaltung vor gut recherchierter historischer Kulisse - absolut empfehlenswert!
 
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Richard Yates Romane und Kurzgeschichten habe ich immer schon gerne gelesen, und Cheeks Roman hat mich sehr in diese Zeit (50ger, 60ger Jahre) zurückversetzt. Auch das Thema ist gleich wie bei Yates: ein junges Paar befindet sich in den Flitterwochen und verkehrt plötzlich in anderen Kreisen. Wie gehen sie mit der plötzlichen Freiheit um und wie sehr verändert sich das Paar im Umgang mit Menschen, die die Grenzen einer Ehe ausloten? Effie und Henry reagieren ganz unterschiedlich und diese Wochen in Cape May prägen sie für den Rest ihres Lebens. Mich hat dieser Roman sehr begeistert und fasziniert, denn kaum jemand schreibt so feinsinnig und intensiv über Freundschaft, Liebe und Ehe wie Chip Cheek. Die Cocktailparties führen zu Exzessen, die teilweise zu unglaublich intensiven Erfahrungen führen und gleichzeitig aber psychologisch sehr verstörend wirken können.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieses Buch verändert jeden Leser. Sheila Heti stellt Fragen, die sich alle an irgend einem Punkt in ihrem Leben stellen: Will ich Kinder haben, wenn ja, mit welchem Mann, verlasse ich diesen Mann, weil er will keine Kinder, muss ich ein Kind bekommen, nur weil es avant-garde ist, was ist, wenn ich keine Kinder will aber dem gesellschaftlichen Druck nicht standhalte und vor allem, wieso will ich ein Kind, wenn ich glücklicher bin, wenn ich schreibe? Ist mein Buch nicht erfüllend genug? Die Herangehensweise, wie Sheila Heti diese Fragen beantwortet, ist bezaubernd: Sie nimmt drei Würfel und 2-3 mal Zahl ist „Ja“, 2-3 mal Kopf ergibt ein „Nein“. Die Antworten, die sie bekommen haben, sind derart lustig, da der Zufall fast einem Besuch bei der Wahrsagerin gleichkommt. Die Entstehung dieses Romans war fast so dramatisch wie eine Schwangerschaft, doch das Resultat kann sich sehen lassen. Ich finde, jede Frau sollte es lesen, denn ich konnte mich zu 100 Prozent mit der Autorin identifizieren!
 
Foto von Florian Lechner

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London in den 80ern: Der Falkland Krieg ist zu Ende, und Thatchers Niedergang beginnt. Vor diesem Hintergrund erzählt Charlie seine Geschichte. Als Kind war er sehr gut in Physik, musste dann aber einsehen, dass sein Verständnis für ein Studium nicht ausreichte, und so landete er schließlich bei der Anthropologie. Eine Faszination für die Technik begleitete ihn allerdings weiterhin, und so erstand er nach dem Tod seiner Mutter einen künstlichen Menschen namens Adam. Zur gleichen Zeit verliebte er sich in Miranda, und gemeinsam programmierten sie ihren künstlichen Mitbewohner. Ian McEwan konfrontiert seine Figuren im Verlauf der Geschichte mit komplexen moralischen Fragen, deren Lösungen oft überraschend ausfallen. Eine kluge Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen, ein wahrer Lesegenuss!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Lieber Stefan! Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber da sich in Schweden ja praktisch alle duzen, mache ich das einfach auch. Also, ich habe gerade dein neuestes Buch gelesen, und ich muss sagen: spannend! Band 3 der Fabian-Risk-Reihe hast du vor zwei Jahren ja wirklich fies enden lassen; Fabian war damals der einzige, der geahnt hat, dass vermutlich einer seiner eigenen Kollegen ein schrecklicher Serienmörder ist. Und obwohl es in Helsingborg mal wieder drunter und drüber geht und ein Mord den nächsten jagt, ermittelt er nebenher heimlich gegen Molander. Seine Kollegin Irene Lilja ist sowohl in politische wie private Querelen verstrickt, und Dunja aus Dänemark ist untergetaucht. Jeder im Team kocht also so ein bisschen sein eigenes Süppchen, das ist einerseits schade, aber auf der anderen Seite auch sehr spannend, weil es dadurch so viele Handlungsstränge gibt. Deine Phantasie, was die Mord-Strategien des großen Unbekannten -- oder ist etwa Molander identisch mit dem Würfelmörder??? -- betrifft, ist echt bewundernswert; bei den Beschreibungen der verübten Taten könntest du wegen mir auch gerne etwas weniger detailreich vorgehen. Bei allem Lob muss ich aber auch eine kleine Kritik anbringen, die sich jedoch nicht gegen dich persönlich, sondern gegen deinen deutschen Verlag (Ullstein) richtet: "10 Stunden tot"? Was ist das denn bitte für ein dämlicher Titel?! Ich konnte keinerlei Zusammenhang zur Handlung erkennen, wohingegen der Originaltitel "Motiv X" doch perfekt zutreffend ist. Aber mach dir nichts draus, ich bin bekannt als die "Titel-Nörglerin". Zum Schluss noch eine große Bitte: Schreib jetzt bitte ganz schnell weiter, damit der für Mai 2020 versprochene Band 5 dann auch wirklich erscheint! Mit dem momentanen Ende lässt du uns Leser ja ganz schön in der Luft hängen! Herzliche Grüße aus Innsbruck von Maxie
 
Foto von Brigitte Thaler

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Jennifer Sieglar, bekannte deutsche Journalistin, ua moderiert sie die ZDF-Nachrichtensendung logo!, berichtet in diesem Umwelt-Ratgeber für Einsteiger über ihre 12-Monats-Challenge: von der Plastikmüllvermeidung bis zur generellen Einschränkung des Konsums, vom bewussten Lebensmitteleinkauf bis zur Umstellung der Reisegewohnheiten - Monat für Monat versucht Jennifer Sieglar, ihre Lebensgewohnheiten umzustellen, um damit der Umwelt etwas Gutes zu tun. Sie erzählt dabei nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern schildert uns äußerst sympathisch ihre persönlichen Erfahrungen, die auch vom Scheitern, aber va von zahlreichen glücklichen & gelungen Momenten geprägt sind, sodass die Autorin nach einem Jahr des mitunter anstrengenden Ausprobierens mit Recht behaupten kann: Mit vielen kleinen Veränderungen schaffen wir eine bessere Welt! #Umweltliebe
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wir sind eine Generation an Lesern, die keinen Krieg erlebt hat und die Zeitzeugen werden bald nicht mehr da sein, um uns davon zu berichten. Uns ist nicht bewusst, wie wichtig die EU ist, denn sie ist seit 70 Jahren darum bemüht, dass Frieden herrscht. Und sollten wir das vergessen, dann rate ich allen, Remarque zu lesen. Wer den Krieg überlebt, ist nicht mehr der Mensch, der er vorher war.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Von Penny Vincenzis Tochter kann man einen tollen Pageturner erwarten. Von ihrer Mutter hat Gunnis immer Geschichten erzählt bekommen und diese Kultur war prägend für sie. Dass schwangere Mütter bis in die 60ger Jahre von ihrer Familie oder ihrem Umfeld verstoßen und in Heime gesteckt wurden, wo sie wie in einem Arbeitslager arbeiten mussten, das ist nicht neu. Dass sie gezwungen wurden, ihre Kinder zur Adoption freizugeben, auch nicht. Schlimm finde ich auch, dass Ihnen verboten wurde, nach ihren Kindern zu suchen und ich bin entsetzt, wie mächtig das System war, alles zu vertuschen. Gunnis verarbeitet in einem spannenden Roman ein Thema, das den Leser nicht mehr loslässt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wie konnte ich nur so lange mit meinem ersten Roman von Elif Shafak warten! Von so vielen Menschen wurde mir diese Autorin empfohlen! Bei Shafak hat man das Gefühl, etwas märchenhaftes in der Hand zu haben. Der Zauber liegt aber nicht nur daran, dass ihr neuester Roman wieder in Istanbul spielt – einer Stadt, die den Orient regelrecht eingesaugt hat. Shafak ist in England zuhause, doch ihre Sprache hat etwas herzhaft unverblümtes, etwas lebendiges. Leyla stirbt zu Beginn des Romans und ihr Leben und ihre Freunde schwirren noch durch ihren Kopf. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Roman mit dem Ende, dem Tod beginnt, doch es ist ungewöhnlich, wie sich der Plot entwickelt. Elif Shafak verleiht einer verstoßenen Frau eine Stimme, die man nicht mehr vergisst.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Als ich das Cover dieses Romans sah, war ich sehr voreingenommen, doch der Gedanke, dass Ian McEwan diesen Klassiker hochgelobt hat, war ausschlaggebend, es doch zu lesen. Eh klar, wieso McEwan es liebt: es erinnert sehr stark an sein Werk „Abbitte“, nur dass es schon früher geschrieben wurde und bedeutend kürzer ist. Hartley wagt sich an das Innenleben eins 13-jährigen Jungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts heran (spielt genau im Jahr 1900). Der Bub ist ein Träumer, der noch nichts von der Erwachsenenwelt weiß (der Glückliche), und was er mit den unschuldigen Botengängen zwischen den beiden Liebenden schlussendlich anrichtet, ist fatal. Aber hätte es etwas geändert und ist er schuld? Das fragt er sich dann doch, fünfzig Jahre später. Ein Klassiker, den man gelesen haben muss!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ich habe Alina Bronsky immer schon für ihre Romane bewundert, doch ihr letzter ist einfach umwerfend gut. Das Mäxchen muss zwischen der Großmutter und den anderen Erwachsenen vermitteln und es ist für mich unbegreiflich, wie schlau er das macht. Ich hatte Schmerzen nach der Lektüre, so viel habe ich gelacht. Bronskys Großmutter hat mich stark an Pawel Sanajews Buch mit dem starken Titel „Begrabt mich hinter der Fußleiste“. Diese russischen Mütterchen können fluchen und schimpfen, dass einem die Ohren sausen. Aber sie beißen sich durch, auch in einem Land, das so ganz anders ist.
 
Foto von Maxie Bantleon

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"Ein Zopf ist ein ornamentaler Haarstrang, der durch Techniken wie Flechten, Knüpfen, Zwirnen, Verzwirbeln oder Zusammenbinden erzeugt wird. Diesen unterschiedlichen Techniken entsprechend lassen sich als grundlegende Zopfarten Flecht-, Knüpf-, Dreh-, Zwirbel- und offene Zöpfe unterscheiden. Ein Zopf ist eine Frisur oder Teil einer Frisur." (Quelle: Wikipedia, 15. Mai 2019) Genauso wie bei erfolgreichem Flechten aus drei Haarsträngen also ein Gesamt-Kunstwerk = Zopf werden kann, fügen sich bei Laetitia Colombani drei Erzählstränge zu einem wunderschönen Roman zusammen. Abwechselnd kommen Smita aus Indien, Sarah aus Kanada und Giulia aus Sizilien zu Wort -- drei Frauen, wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten. Aber da bei allen dreien das Thema Haare einen großen Teil ihres Lebens bestimmt, haben sie eben doch etwas gemeinsam. Vor allem Smitas Schicksal ist es, das sehr zu Herzen geht! Ich übrigens habe früher das allmorgendliche Entwirren und Entzwirbeln vor dem Zöpfe flechten immer gehasst...
 
Foto von Florian Lechner

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Vier und Neun werden in ein nicht näher genanntes Bürgerkriegsland geschickt, um nach Beendigung der Kampfhandlungen eine Straße zu bauen, die die Hauptstadt mit dem Hinterland verbinden soll. Die Arbeiten sollen bis zur Großen Parade beendet sein. Während Vier zielstrebig und effizient seiner Tätigkeit nachgeht, nimmt Neun Kontakt zur lokalen Bevölkerung auf und schweift von seinen Pflichten immer wieder ab. Konflikte sind vorprogrammiert. Eine unerwartete Krise bringt die beiden unterschiedlichen Charaktere einander näher und der Bau wird fristgerecht fertig, doch wäre es keine Geschichte von Dave Eggers, wenn nicht doch noch eine böse Überraschung lauern würde. Der Autor liefert in diesem schmalen Buch eine allgemeingültige Geschichte über kulturelle Missverständnisse sowie gut gemeinte Hilfsleistungen und deren ungeahnte Konsequenzen. Viel Stoff zum Nachdenken!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Der Roman beginnt am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht in Berlin, als Alizas Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Im Leben der jüdischen Famile ist von nun an nichts mehr, wie es vorher war. In dieser Zeit lernt Aliza Fabian kennen und lieben. Zutiefst unglücklich wird sie jedoch im Jänner 1939 mit den Kindertransporten nach London in Sicherheit gebracht. Fabian wird in den Wehrdienst eingezogen. Während das Schicksal von Familie und Fabian im Unklaren bleibt, erlebt Aliza fern der Heimat das Ende des Krieges. Wir erfahren in diesem Roman viel geschichtliche Hintergründe, aber vor allem, was es heißt, als junges Mädchen von Familie und Freunden getrennt zu werden und auf ein Wiedersehen zu hoffen. Ein schöner, aber auch trauriger und sehr wichtiger Roman über eine verlorene Kindheit im zweiten Weltkrieg.
 
Foto von Florian Lechner

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London, 1826. Frannie Langton sitzt im Gefängnis und schreibt ihre Geschichte nieder. Sie ist angeklagt, den Herrn des Hauses, in dem sie als Kammerzofe gedient hat, und dessen Frau brutal ermordet zu haben., kann sich jedoch an nichts erinnern. Und so beginnt sie ihre Erzählung mit der Kindheit, die sie als Haussklavin auf einer Zuckerrohrplantage in Jamaika verbrachte. Dort lernte sie lesen und schreiben und bald auch die großen Klassiker lieben. Nach einem Brand nimmt sie der Plantagenbesitzer mit nach London und verschenkt sie an seinen Freund Benham. Dort nimmt das Verhängnis seinen Lauf.... Sara Collins fesselt ihre LesreInnen mit einer gekonnten Mischung aus Sklaven/Emanzipations und Kriminalroman, der immer wieder erstaunliche Wendungen parat hält - spannende Unterhaltung auf hohem Niveau.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Von Körperbehaarung, über Heldinnen und Sex bis zu geschlechtsspezifischem Spielzeug sind nicht nur Teil der Thematik dieser Graphic Novel, sondern auch unserer Gesellschaft. Warum rasiert sich Frau jegliche Körperstelle? Warum bekommen Mädchen nur Puppen zum spielen und keine Drachen? Wieso ist es okay, sich über den Phallus zu Genüge zu unterhalten, aber über das weibliche Geschlechtsorgan wird immer noch Stillschweigen bewahrt? Liegt es an Freud, oder doch an uns? Was wir wissen ist, dass es reicht! Als Anlehnung an den Begriff 'Mainsplaining' (= herablassendes Erklären der männlichen Seite meist gegenüber Frauen aufgrund der Annahme, dass man(n) sowieso besser über den Gesprächsgegenstand Bescheid wisse) ist es nun an der Zeit, dass Frauen erklären, wie es wirklich geht. 'Girlsplaining' spricht über all die Dinge, über die Frau schon immer schweigen musste. Mit ihren von der Popkultur inspirierten Vergleichen, ihren witzigen Metaphern, der brutalen Ehrlichkeit und bildlichen Veranschaulichung erklärt sie genau, was Frau eigentlich ist - und Spoiler: Es hat tatsächlich nichts mit rasierten Beinen oder Barbiepuppen zu tun! 'Girlsplaining' zeigt, dass Frauen nun an der Reihe sind, die Welt zu erklären.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: Die Spannung ist durch das ganze Buch hindurchgezogen wie ein roter Faden und auch wenn mir persönlich "The Hate U Give" besser gefallen hat, da es näher am Geschehen ist, fand ich doch, dass Angie Thomas mit "On The Come Up" ein Meisterwerk gelungen ist. Das einzige, was mich im Speziellen an Bri frustriert hat, ist die Tatsache, dass sie nie aus ihren Fehlern zu lernen scheint. Obwohl sie sich schon äußerst aggressiv auf Instagram bezüglich einer Petition, die gegen ihren Song veröffentlicht wurde, geäußert hatte, lernt sie nicht daraus und lässt sich gleich beim nächsten Interview mit dem einem Typen namens Hype dermaßen provozieren, dass sie aus der Sendung geschleift werden muss. Zugegeben, Hype hatte ihr unterstellt, ihre Texte nicht selbst zu schreiben, doch in diesem Falle fand ich ihr Handeln alles andere als klug und durchdacht, eher zu impulsiv. Ansonsten gefiel mir Bri als Charakter sehr gut, sie war genau die richtige Mischung aus geradeheraus, selbstbewusst, nachdenklich und stark, und wurde für mich daher zu jemanden, der mich faszinierte und zu dem ich aufsah. Auf jeden Fall ein äußerst tolles Buch mit vielen Passagen zum Mitfiebern!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Magdalena, 12 Jahre aus Innsbruck: Klara fährt am Heimweg ihres letzten Schultages am Hof eines Bauern vorbei und sieht eine hübsche, gesunde Stute, die geschlachtet werden soll. Als Marei, die beste Freundin von Klara, das hört und gleichzeitig den Rettungsvorschlag von Klara vernimmt, ist sie sofort Feuer und Flamme für Klaras Plan: Sie möchten das Pferd mitsamt der Kutsche stehlen. In der Nacht treffen sich die Freundinnen im Hof des alten Herrn. Sie spannen die Stute vor der Kutsche und fahren los, doch gleich nach der Abfahrt versperrt ihnen Bruno den Weg, verlangt mitgenommen zu werden und springt auf die Kutsche. Doch er sollte nicht der einzige sein, der ihnen auf der langen Reise den Weg versperrt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da die Spannung in Wellen auf und ab ging und man sich dazwischen beruhigen konnte. Ich konnte das Buch an den vielen aufregenden Stellen nicht aus der Hand legen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Sarah, 11 Jahre aus Innsbruck: Aus Wut und Traurigkeit nimmt sich Erin ungefragt die Kreditkarte ihres Vaters, um sich ihr ihren grössten Wunsch zu erfüllen.´Als ihr Vater ihr auf die Schliche kommt, bekommt Erin die (ziemlich) grösste Strafe ihres Lebens: Sie darf ihre Sommerferien in dem Altersheim verbringen, wo ihr Vater als Gärtner arbeitet. Dort lernt Erin die alte kranke Martha kennen. Die Beiden werden von Tag zu Tag bessere „Freundinnen“, und dann kam auch noch Luca (Frosch genannt) dazu. Die Beiden verstehen sich auch immer besser und sie haben einen Plan: Sie wollen Martha wieder gesund machen und ihr ein schönes Leben bescheren. Ob sie es schaffen, Martha zu helfen, ja sie schaffen es, aber auf eine andere Art und Weise. Das Buch hat eine traurige und eine schöne Seite. Es wird auch am Anfang des Kapitels ein Gemälde vorgestellt. Finde ich sehr cool. Ein schönes und reales Buch. Daumen hoch!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Marie, 15 Jahre aus Innsbruck: Nach dem Tod ihres Freundes Jim verlässt Bee ihre Freundesgruppe und zieht mit ihren Eltern um. Erst ein Jahr später treffen die ehemals besten Freunde Martha, Cannon, Kipling, Whitley, und Bee aufeinander. Doch als sie betrunken von einem Konzert heimfahren, passiert es. Die Freunde entgehen nur knapp einem Autounfall. Zurück in der Villa von Whitleys Stiefvater taucht plötzlich ein Fremder auf. Er behauptet, dass der Unfall wirklich passiert ist und sie jetzt in einer Zeitschleife gefangen sind. Nach und nach gehen die Freunde der Sache auf den Grund, und bald ist klar, dass Jims bis jetzt ungeklärter Tod eine Rolle spielt. Jeder der Freunde verbirgt ein Geheimnis und niemand ist ganz unschuldig. Das besondere an diesem Buch ist meiner Meinung nach der Schreibstil. Die Autorin bringt viele interessante Vergleiche und Anspielungen auf berühmte Personen ein. Auch ihre Art, Dinge zu beschreiben, hat mir gut gefallen. Das Buch ist sehr tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Der Inhalt ging, für mich überraschend, in Richtung Thriller und ist vor allem gegen Ende sehr spannend und nervenaufreibend. Eine große Rolle spielt das Buch "Das dunkle Haus an der Anderswokurve". Leider ist das nur eine Erfindung der Autorin, denn ansonsten hätte ich es gerne gelesen. Zusammenfassend muss ich sagen, dass mir das Buch äußerst gut gefallen hat, und ich es allen, die spannende Thriller mögen, empfehlen kann.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Jana, 11 Jahre aus Aurach: Für Personen, die gerne turbulente Familien-Geschichten lesen, ist diese Buch sehr lesenswert. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die lustige, aber auch traurige Geschichte hat mich absolut gefesselt. Ich kann gar nicht genau beschreiben, wie die Geschichte verläuft. Hier mein Versuch: Im Buch geht es um 4 Geschwister namens Tim (12), die Zwillingsbrüder Barnaby und Barnaby (10), die kleine Jane (6) und deren Eltern. Die Eltern wollen ihre Kinder loswerden, die Kinder wollen wiederum ihre Eltern los werden. Im ganzen Schlamassel kommen auch noch ein abgelegtes Baby im Korb, ein Kindermädchen und ein Millionär, der in einer Villa wohnt, vor. Den Rest müsst ihr selber rausfinden :)
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieses Buch löst sehr viele Emotionen aus. Der Junge ist zwölf Jahre alt, laut der Aussage eines Arztes ist er „ im Kopf nicht mehr weitergewachsen. Die Eltern besitzen eine Tankstelle und sind aufgrund ihres Alters den Bedürfnissen eines Heranwachsenden nicht mehr gewachsen, also ab ins Heim. Deshalb beschließt Shell in den Krieg zu ziehen, rauf auf den Berg. Die Vorurteile, denen Shell begegnet, fühlen wir am eigenen Körper. Viviane, die selbsternannte Königin und Shell haben Ideen für eine bessere Welt, oben auf dem Plateau leben sie ihre abenteuerlichen Träume aus. Mich hat dieses Buch zu Tränen gerührt. Shells geistige Größe schärft unseren Blick auf die Welt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ein solcher Roman könnte auch aus der Feder Margaret Atwood stammen. Helene Bukowski hat eine in sich abgeschlossene Welt erschaffen, die unseren trotzdem sehr ähnlich ist. Seit Jahren leben die Bewohner hinter dem Fluss, die Brücke haben sie gesprengt, um sich vor den anderen zu schützen. Doch das Klima verändert sich, die Tiere sterben, das "Andere" kommt immer näher. Skalde und ihre Mutter Edith sind seit Jahren Außenseiter, denn Edith ist von der anderen Seite gekommen, sie ist anders. Als dann plötzlich ein rothaariges Mädchen auftaucht, spitzt sich das Drama zu. Ich finde, man kann nie genug darüber lesen: wie die Menschen reagieren, sobald sich etwas verändert oder jemand Fremdes dazukommt. Es gibt solche, die offen und großherzig reagieren, solche, die sich vom Mißtrauen anderer anstecken lassen, solche, die Rädelsführer im Schreien werden, solche, die sogar Töten möchten, sobald irgendetwas Schlimmes passiert. Und Skalde muss eine Entscheidung treffen. Eine Meisterleistung von Helene Bukowski!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Anne-Marie Schulz ist eine Künstlerin, die Bilder in Sprache vewandelt. In einem Interview meinte sie, das ihr Ziel ist, dass durch die Kunst nachher nichts so ist wie vorher. Am Anfang des Buches gibt es ein Personenverzeichnis mit einer tollen Charakterbeschreibung. Der Leser sieht die Bühne vor sich, auf der nach und nach die Figuren erscheinen. Das kann verwirren, denn mitten im Kapitel geschieht der Wechsel: Tsarelli muss ohne seine Frau Ruth zurechtkommen, Mona, seine Tochter ist jetzt alleinerziehend, denn Eric hat eine neue Frau gefunden. Er kümmert sich aber sehr um seinen elfjährigen Sohn Oskar, mein kleiner Liebling in dem Roman. Georgi, Tsarellis bester Freund, möchte seine Frau Dina wieder erobern, damit die Familie wieder komplett ist. Die Kinder verstehen am besten, was in der Erwachsenenwelt passiert, doch möchten die das begreifen. Nichts ist wie vorher, nachdem man diesen tollen Roman beendet hat!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Kein Wunder, dass die britische Journalistin mit ihrem ersten Buch die Bestsellerlisten gestürmt hat, denn es ist mehr als lesenswert. Immer wieder habe ich mich gefragt, was für eine Frau aus mir geworden wäre, hätte ich Dolly zur Freundin gehabt. Die aufregenden Partynächte, die Männerbekanntschaften, die Frauenfreundschaften, etc. all das hätte ich auch gerne erlebt. Dolly ist so ehrlich. Sie geht aber auch extrem hart mit sich selber ins Gericht, und das macht sie so glaubwürdig. Sie kann über sich selber lachen und hat es nicht nötig, ein schlechtes Wort über Männer zu verlieren! So stelle ich mir eine wahre Feministin vor!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich weiß, dass Sebastian Fitzek der beste Thriller-Autor im deutschsprachigen Bereich ist. Gelesen habe ich noch nichts von ihm. Jetzt begreife ich aber so langsam den Mensch, der hinter den Büchern steht. Fitzek ist auch Familienvater und er beschäftigt sich mit alltäglichen philosophischen Fragen, wie wir auch. Er versucht, eine Art Testament seinen Kindern zu hinterlassen. In diesem Buch möchte er ihnen vermitteln, welche Dinge wirklich wichtig sind im Leben. Und Fitzek ist der geborene Erzähler, denn jede Episode, jeder Schwank, jede Lektion lehrt uns den richtigen Umgang mit unseren Mitmenschen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mich hat Tom Perrottas Vorwort sehr neugierig gemacht: Er entschuldigt sich dafür, dass er so frei ist, wieder eine weibliche Perspektive einzunehmen. Aber meiner Meinung nach darf er das, denn er kann einfach gut schreiben. Eve Fletcher verabschiedet ihren Sohn Brendan, denn sein Studium am College beginnt. Beruflich erfolgreich, aber leider geschieden, hat sie doch unter dem „empty nest“-Syndrom zu leiden. Ist sie noch für Männer interessant und eine „MILF“? Und was lernt Brendan über die Frauen, die er am College trifft? Ich habe mich sehr amüsiert, denn Eve und Brendans Erkenntnisse über das Leben sind so ehrlich und emotional dargestellt worden. Und natürlich fehlt es nicht an erotischen, pikanten und peinlichen Momenten!
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Und wieder ein Fitzek-Thriller. Manchmal kommt mir vor, Fitzek schreibt schneller als ich lesen kann. Trotzdem bewundere ich nach wir vor seinen Einfallsreichtum und seine Fantasie und lasse mich gerne auf seine spannenden Geschichten ein. Diesmal geht es um den Psychiater Mats Krüger, der während eines Fluges von Buenos Aires nach Berlin ein Ultimatum gestellt bekommt. Entweder er reaktiviert die Gewaltfantasien einer vor Jahren von ihm therapierten Patientin, so dass diese das Flugzeug zum Absturz bringt, oder seine entführte hochschwangere Tochter muss sterben. Zugegeben: eine haarsträubende Ausgangssituation! Aber was Sebastian Fitzek mit seinen üblichen Stilmitteln (kurze Kapitel, verschiedene Perspektiven, Cliffhanger) daraus macht, ist wieder hochspannendes Kopfkino.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Dieses Buch ist nicht nur die Geschichte von Greta Thunberg, sondern die ihrer Familie, aus der Sicht ihrer Mutter Malena erzählt. Und doch erfahren wir vor allem die Lebensumstände, die zu Gretas "Schulstreik für das Klima" - mittlerweile bekannt unter #fridaysforfuture - geführt haben. Alles beginnt damit, dass Greta in der Schule einen Film über die Plastikmüllinseln im Meer sieht. Wir erfahren auch, wie bei Greta das Asperger-Syndrom diagnostiziert wird, bei ihrer jüngeren Schwester Beata Autismus und ADHS, was auch Malenas "Krankheit" ist - zusätzlich zu Burn-Out. Alle drei sind also Menschen, die sehr intensiv und sensibel auf die Umwelt mit all ihren Reizen reagieren und damit leider zu Außenseitern abgestempelt werden. Dieses Buch macht wütend, denn wir wissen bereits seit über 30 Jahren von der Klimakreise und haben seither nichts gemacht. Seit der ersten UN-Klimakonferenz 1992 in Rio werden nur leere Phrasen wiederholt, obwohl wir die Lösungen längst kennen - ua erhöhte CO2-Steuer, drastische Einschränkung des Flugverkehrs, weitestgehender Verzicht auf Fleisch, weniger Shoppen, neue Bäume pflanzen etc. Gretas Brief ist ein Weckruf an uns alle, aktiv zu werden: "Das einzige, was wir wollen, ist, dass ihr euch in der akuten Nachhaltigkeitskrise, die um euch herum in vollem Gange ist, ernsthaft engagiert. Und wir wollen, dass ihr endlich sagt, wie die Dinge wirklich sind." Also, worauf warten wir noch? Raus aus der Komfortzone!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Leon, 10 Jahre aus Steinach: Bereits auf der ersten Seite kann man in das Leben und Wirken von „LEONardo“ da Vinci eintauchen. Auszüge seiner 7000 Skizzen, Modelle und Bilder sind abgebildet. Mich hat besonders fasziniert, dass er bereits 500 Jahre vor der modernen Medizin herausfand, woran viele alte Menschen sterben. Mit ihm taucht man auch in die Geschichte Roms und Florenz' ein. Übrigens begegnet man auch einem Papst namens „Leo X“. Auch die Welt der Farben und warum man zur Herstellung Eier benötigt hat, wird erklärt. So ein cooles und fesselndes Sachbuch habe ich noch nie in meinen Händen gehalten. Am besten hat mir das Bild zum Text „Der Traum vom Fliegen“ gefallen. PS: Der Kindermann-Verlag feiert 2019 sein 25-Jahr-Jubiläum.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Bei diesem Roman musste ich immer an Stephen Kings "Shining" denken, da das Grauen mit jedem Kapitel mehr zum Vorschein kommt. Nach dem Unfall, bei dem Ogis Frau ums Leben kommt, weicht die Schwiegermutter dem Schwerverletzten nicht mehr von der Seite. Gelähmt und ohne Sprache bleiben ihm seine Gedanken und die Risse seiner Ehe. Nach außen hin gibt sich die Schwiegermutter sehr fürsorglich, doch der Heilungsprozess interessiert sie überhaupt nicht. Sie gräbt den Garten um und riesige Löcher bedrohen den Erzähler. Ich war wie hypnotisiert, so fesselnd erzählt die koreanische Autorin. Das Innenleben spiegelt sich in der Natur wieder, die Angst, alles zu verlieren, gräbt sich immer tiefer. Fantastisch erzählt und konstruiert stürzt man mit Ogi in die Grube und verschwindet.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Der Untertitel hätte es wohl auch getan: Sibylle Berg stimuliert wirklich das Gehirn, sie gönnt dem Leser keine Pause. Wenn Houellebecq miesepetrig ist, was ist dann Sibylle Berg? Ich bewundere aber ihre Eloquenz, denn als Leser fühlt man sich bald heimisch in der neuen Diktatur des Westens. Alles kommt uns bekannt vor, denn in jeder Zeitung könnten wir über die heutige Gesellschaft lesen, viele tun es nur nicht mehr. Es ist die konzentrierte Form der Negativschlagzeilen, die "GRM" so besonders machen. Und die vier Jugendlichen schlagen sich tapfer, angetrieben von einer neuen Musikrichtung. Als Leser hat man die Wahl: entweder ist das Glas halb voll, oder aber halb leer.
 
Foto von Nerdlounge

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James Whitehouse ist DER politische Aufsteiger Großbritanniens, der das vermeintlich perfekte Leben führt. Bis seine Affäre mit einer seiner Mitarbeiterinnen auffliegt und die ihn wegen Vergewaltigung anzeigt. James‘ Frau Sophie versucht den zwei gemeinsamen Kindern zuliebe, weiter zu ihrem Mann zu stehen und die Familie zusammen zu halten. Vor Gericht trifft James auf Kate Woodcroft, Anwältin der Gegenseite, die alles dafür tun würde, um einen Schuldspruch zu erwirken. Ein Roman, der für mich alles bietet: Spannung, Intrigen, Machtspiele, tiefe Gefühle, Twists und die immer wiederkehrende Frage nach der Wahrheit. Erzählt aus wechselnden Perspektiven mit Blicken in die Vergangenheit, sehr realistisch, anders. Ein Buch das Bezug auf aktuelle Themen wie die #metoo Debatte nimmt, ein absolutes Highlight für mich!
 
Foto von Nerdlounge

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Eine Frau wird nach einem Autounfall ins Krankenhaus gebracht, begleitet von ihrer Tochter. Es soll sich um Lena handeln, die vor rund 14 Jahren spurlos verschwunden ist. Sie wurde offenbar entführt und in dieser Zeit in einer Hütte von ihrem Entführer gefangen gehalten. Und in dieser Zeit hat sie auch zwei Kinder geboren. Doch als die Polizei Lenas Eltern kontaktiert, um sie zu identifizieren, sind sie sich sicher: das ist nicht die vermisste Tochter. Ein unglaublicher Pageturner, der da beginnt, wo andere Entführungsgeschichten aufhören: bei der Flucht des Opfers. Die Geschichte ist aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, aus jener des Entführungsopfers, aus der von Lenas Vater und aus der Sicht ihrer Tochter Hannah. Romy Hausmann passt ihren Schreibstil unglaublich gut an die jeweilige Erzählstimme an, packend, spannend und eine große Empfehlung für Thrillerfans!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

"Eigentlich" ist der Roman "Wir wollen nach oben" wohl eher für Männer, weil es hauptsächlich um den Profiradsportler Sol geht und erst in zweiter Linie um seine Ehe mit Liz und seinen Sohn, den er nur B nennt. Aber es handelt vor allem davon, was es heißt, im Team immer in zweiter Reihe zu fahren und wenn plötzlich Doping ins Spiel kommt. Seitdem ich Zuschauerin bei der Rad-WM in Tirol war, ist es interessant zu erfahren, welche Hierarchien und Regeln innerhalb eines Radsport-Teams herrschen. Man erhält einen Blick hinter die Kulissen des gnadenlosen Leistungsports und was es für eine Familie bedeutet. Also insofern auf alle Fälle ein Roman für alle!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die jungen Autoren in Graz liefern zur Zeit wirklich tolle Werke ab. Claudia Sammer hat Gedichte geschrieben und sie debütiert nun mit ihrem ersten Roman. Wunderschön und zart erklingt ihre Stimme und die Geschichte, die sie erzählt, erzeugt einen unglaublichen Sog. Ihre Art zu schreiben hat mich sehr an Robert Seethalers Romane erinnert; einen schöneren Vergleich gibt es kaum. Leon und Teres verlieren ihre erste Kindheit im Krieg, da sie von den Eltern getrennt werden. Nie mehr können sie diesen Verlust überwinden, egal wie: Leon verdrängt, Teres verliert sich in der Vergangenheit. Ihr Lebensweg, ihr Schicksal ist einzigartig und „Ein zögerndes Blau“ wird noch lange in den Köpfen der Leser herumspucken.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman beschreibt unsere Heimat, die Dolomiten. In diesen Bergen spielt sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Drama ab, das vielleicht in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar ist. Tabak zu schmuggeln, über die Pässe zu ziehen, vorbei an Grenzkontrolleuren, mit Eseln oder Maultieren, und die Ware gegen Silber einzutauschen, damit wieder Nahrungsmittel erwerben, damit die Familie das Jahr überleben kann, das klingt nach Spannung und Abenteuer pur. Jole hat viel von ihrem Vater Augustus gelernt, und als er von einer Tour nicht mehr heimkehrt, muss sie einen Weg beschreiten, der sehr gefährlich ist. Matteo Righetto ist ein Meister, wenn es um das Leben in den Wäldern und im Gebirge geht. Er hat dafür eine eigene poetische Sprache gefunden.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Eine Reise nach Venedig mit Gerhard Roth ist ein außergewöhnliches Leseerlebnis, wie er schon mit seinem Vorgängerroman "Die Irrfahrt des Michael Aldrian" bewiesen hat. Jetzt ist der Mittelband seiner Venedig-Trilogie erschienen, und wieder führt Roth seine Leser durch die faszinierende Stadt, diesmal schwerpunktmäßig durch das Ghetto und den Lido. Die äußerst lebendig beschriebene Szenerie aus Architektur und bildender Kunst bildet den teils surrealen Hintergrund für eine Handlung voller Verfolgungsjagden, Morde und Liebschaften. Bereitwillig lässt man sich als Leser auf die kunstvoll verschlungene Reise durch die Stadt mitnehmen und erfreut sich an den vielfältigen Möglichkeiten zur Abschweifung - eine pralle Geschichte voll überraschender Wendungen.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Ich kann es nicht anders sagen: Das ist echt mal ein herziges Buch! Hübsches Cover, ein goldglänzendes Vorsatzblatt und eine blonde, niedliche Skandinavierin als Autorin. Blöd ist nur, dass das schwedische Wort "Kladdkakor" so viel netter klingt als das eingedeutschte "Klitschkuchen" -- damit verbinde ich ja eher einen Kuchen, der unglücklicherweise nicht ganz durchgebacken ist und dementsprechend schlecht schmeckt. Aber davon bitte nicht abschrecken lassen! Fridas Kladdkakor sind großartig, wirklich ruckzuck gebacken und optisch sehr ansprechend. Vom himmlischen Geschmack ganz zu schweigen! Der neue Lieblingskuchen meiner Familie ist der Schoko-Kokos-Kuchen, bei dem sogar eine kleine Springform reicht, um 12 Leute glücklich zu machen, da man nach einem schmalen Stück schon gut gesättigt ist. Noch ein Tipp speziell für dieses Rezept: Statt 100 g Kokosflocken reichen auch 30 g für eine tolle Garnitur.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Wenn es Ihnen wie mir geht und Sie dieses Buch, das bereits 2015 erschienen ist, bisher nicht gelesen haben, dann kann ich nur sagen: Sie haben echt was verpasst, auf geht's! Hansens Roman ist ein echter Lesegenuss, ich konnte weder mit dem pausenlosen Lesen noch mit dem dauernden Anstreichen von schönen Sätzen aufhören. Beispiel gefällig? "Erst kam der Fluss, dann kam das Land, dann kamen Backsteine und Eichenbalken und dann die Menschen mit den alten Namen, denen das Land gehörte und die alten Häuser." Jetzt weiß man schon ganz viel über das Buch. Das alte Land, südlich von Hamburg, ist eine Landschaft, die der Mensch dem Meer abgerungen hat und das größte geschlossene Obstanbaugebiet Europas. Dort lebt ein wirklich spezieller Menschenschlag, den Dörte Hansen in ihrem Roman großartig charakterisiert. Gleichzeitig prallen hier zwei Welten aufeinander, denn auch viele gutsituierte Hamburger, die vom Großstadtleben die Nase voll haben, zieht es hinaus ins Alte Land; so zum Beispiel auch Anne und ihren kleinen Sohn Leon, die nach der Trennung vom Mann bzw. Vater zu Annes Tante Vera ziehen. Wie diese beiden einsamen Erwachsenen, die praktisch nie Gefühle zeigen, sondern lieber das Gesicht verriegeln, kein Wort sagen und die Dinge schreien lassen, sich langsam einander und dann auch anderen Menschen annähern, ist wirklich eine schöne und berührende Geschichte, dabei aber nie kitschig. Wenn man dann mit Lesen fertig ist, braucht man nur kurz oder gar nicht traurig zu sein, das alte Land zu verlassen, denn man kann gleich mit Hansens zweitem Roman "Mittagsstunde" weitermachen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Solomon ist so verliebt in seine italienische Freundin, dass er sogar zum Katholizismus konvertiert und mit seiner jüdischen Familie jeglichen Kontakt abbricht. Doch Cicis Sohn stirbt bei der Geburt und ihre Verzweiflung bringt Solomon dazu, auf ungewöhnliche Art ein Kind aufzutreiben. Wie Cheri Matzner in diese Familie passt, das fragt sie sich noch 40 Jahre später, denn eigentlich hat sie immer gewusst, dass sie die Erwartungen ihrer Familie nie erfüllen kann. Jede Entwicklung in diesem Roman ist ein Ereignis: niemals sieht man ein Ereignis voraus, und doch passt in diesem Familienroman alles. Mich hat Cheris Geschichte tief bewegt, ihre Suche nach den Wurzeln ist aufwühlend und berührend erzählt und ihr Scheitern finde ich umso cooler!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Jeder, der Kinder hat, kennt vielleicht dieses fürchterliche Gefühl: Ein Moment der Unachtsamkeit und man hat sein Kind aus den Augen verloren. Bevor totale Panik einsetzen kann, ist es aber meistens schon wieder da. Bei den Cousinen Liv und Nora war es leider mehr als nur ein kurzer Augenblick, in dem sie nicht aufgepasst haben. Und dann sind plötzlich sechs Kinder verschwunden, nämlich die vier eigenen jüngeren und zwei Teenager einer bekannten Familie, und trotz intensiver Suche bleiben sie es auch. Hiermit enden die unbeschwerten Tage einer gemeinsamen Kreuzfahrt entlang der mittelamerikanischen Küste. Es beginnt ein nicht enden wollender Alptraum, Familienbande und Freundschaften werden auf die Probe gestellt. Wenn es um die eigenen Kinder geht, ist sich jeder plötzlich nur noch selbst der nächste. Jede Menge unangenehmer Wahrheiten kommen ans Licht. Ich bin ja bekanntermaßen mit den Lobpreisungen aus Funk und Fernsehen auf den diversen Buchrücken nicht immer ganz einverstanden, aber hier stimmen sie wirklich. Es sei an dieser Stelle nichts mehr verraten, aber ein guter Tipp ist sicher: Fangen Sie mit diesem Buch an einem Wochenende an, an dem Sie Zeit haben. Sie werden es nicht mehr aus den Händen legen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Die Theaterwelt hat mich nie wirklich gereizt, doch nach Harstads Roman möchte ich jeden Tag eine Theateraufführung, ein Musical oder ein Ballett besuchen, so fesselnd kann dieser norwegische Autor bedeutende Werke, sei es aus der Musik-, Kunst- oder Literaturwelt, beschreiben. Doch es geht um viel mehr, und kein Satz dieses 1248 Seiten starken Romans ist belanglos. Max erlebt seine Kindheit in Stavanger, Norwegen, seine Jugend in Amerika und seine ersten Erwachsenenjahre zusammen mit Mischa bei seinem Onkel Owen in New York. Max knüpft Freundschaften, er verliebt sich, seine Eltern lassen sich scheiden und Onkel Owen, der sich von der Familie komplett losgesagt hat, verkörpert die Tet-Offensive in Vietnam. Wer "Apocalypse Now" von Francis Ford Coppola kennt, kommt mehrmals auf seine Kosten, so eingängig und stimmig ist dieses monumentale Werk!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Emelie hat ihr Jusstudium beendet und bekommt in einer der renommiertesten Wirtschaftskanzleien Schwedens einen der begehrten Posten. Bald darauf erfährt sie, dass ein Mordverdächtiger sie als Pflichtverteidigerin wünscht. Da dies mit ihrer Anstellung eigentlich nicht zu vereinbaren ist, gerät sie in einen Gewissenskonflikt. Teddy wurde aus dem Gefängnis entlassen und arbeitet jetzt gelegentlich als Informant für Emelies Kanzlei. Sein Neffe ist der Inhaftierte, der Emelies Hilfe benötigt. Gemeinsam nehmen sie Ermittlungen auf, um den Jungen zu entlasten; dabei überschreiten sie so manche Grenze und geraten immer tiefer in ein mafiöses Netzwerk. Überraschende Wendungen, abwechslungsreiche Erzählstränge und ein Knalleffekt zum Abschluss machen diesen Schweden-Krimi zu einem Leseerlebnis der Extraklasse.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Seit den Gedichten von Erich Fried hat mich kein Lyrikband mehr derart beeindruckt, wie dieser von Rupi Kaur. Die Themen der Poems der indisch-kanadischen Schriftstellerin sind vielfältig: Liebe, Trauer, Flucht, Immigration, Beziehungsende, Gewalt, Feminismus, Herkunft. wo die zufriedenheit lebt: du hast so viel/ aber du hungerst immer nach mehr/ hör auf zu allem aufzuschauen was du nicht hast/ schau dich um was du alles hat/ Die optische Aufmachung des Buches passt wunderbar zum Inhalt, der Titel erschließt sich mit dem letzten Gedicht: es gibt/ keinen grund/ zur sorge mehr/die blüten der sonne sind hier.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Im Juli 1994 bekommen Abby und Red spätabends einen Anruf von ihrem Sohn Denny. Er muss seinen Eltern mitteilen, dass er schwul ist, dann legt er auf und ist für Wochen unerreichbar. Willkommen in der Familie Whitshank: „Sie besaßen das Talent, so zu tun, als ob alles bestens wäre. Vielleicht war es gar keine Marotte. Vielleicht war es nur ein weiterer Beweis, dass die Whitshanks in keinster Weise bemerkenswert waren.“ Wie bei Anne Tyler üblich fühlt man sich in dieser Familie sofort heimisch, auch (oder vielleicht gerade weil!) dort nicht alles perfekt läuft. Abby zum Beispiel war jahrzehntelang als Sozialarbeiterin tätig, und noch heute bevölkern vor allem an Thanksgiving, aber auch sonst, etliche ihrer ehemaligen schrägen Schützlinge das Haus der Whitshanks. Als Red einen Herzinfarkt erleidet und Abby immer häufiger orientierungslos in der Nachbarschaft gefunden wird, kehren die vier längst erwachsenen Kinder (zum Teil mit ihren Familien) nach Hause zurück, um die Eltern zu unterstützen. Wie nun drei Generationen mit verschiedenen Lebensanschauungen, Wünschen und Hoffnungen aufeinanderprallen, ist lustig, berührend, lehrreich, voller Wärme und Witz. Seit über 50 Jahren schreibt Anne Tyler nun schon Bücher, und ich bin der Meinung, dass jeder mindestens einen Roman von ihr gelesen haben sollte. Sie gehört wirklich zu den ganz großen amerikanischen Autorinnen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Elias, 11 Jahre aus Mils: Daboka gehört mit ihrer Familie zu einem Urwaldstamm. Zu Vollmond machen sie sich auf den Weg zu einem verwandten Stamm, um dort zu feiern. Doch plötzlich ist aus ihrem Weg eine breite Straße geworden, die Bauarbeiter jagen sie fort. Als Daboka eines Tages mit ihrer Schwester zum Fluss geht, sehen sie auf dem Nachhauseweg, wie Männer ihre Eltern und die Stammesmitglieder brutal erschießen. Diese Männer nehmen sie und ihre Schwester gefangen. Wie es den beiden weiter ergeht, verrate ich hier nicht. Das müsst ihr unbedingt selbst lesen! Beim Lesen bekam ich eine richtige Wut auf diejenigen, die den Urwald zerstören! Die Geschichte ist aus einem Zeitungsartikel entstanden, indem von einem ähnlichen Scicksal berichtet wurde. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Denn wenn es alle lesen würden, würde der Urwald nicht zersört und vor allem dessen Bewohner nicht getötet werden!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich finde, jeder Roman von Gary Shteyngard ist anders, denn er sucht sich immer wieder neue Themen aus. In „Willkommen in Lake Success“ überschattet die bevorstehende Wahl alles, denn Trump scheint mehr Macht zu bekommen, als so manche Amerikaner das vermuten. Barry Cohen bleibt für mich bis zum Schluss ein Angeber und Möchtegern-Amerikaner, doch das macht ihn ja so sympathisch. Er glaubt ja selbst, dass er sich während seines Roadtrips stark verändert hat. Selbstsicher und prahlend verkündet er jeden Tag seine neuen Ansichten, und seine Mitmenschen reagieren sehr unterschiedlich auf den Multimillionär. Geld und Uhren sind wichtiger als sein autistischer Sohn, doch Barry kann noch so viele Meilen im Greyhound Bus zurücklegen, er entkommt seinen Problemen nicht. Für mich ist dieser Roman ein wichtiges Porträt Amerikas. Shteyngards Ehrlichkeit und Humor erzeugen eine Atmosphäre, die den Leser immer wieder staunen lässt.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

In ihrem früheren Leben war Carolin als Undercover-Ermittlerin in einem (vermutlich) osteuropäischen oder russischen Verbrecher-Syndikat tätig; was da genau abgelaufen ist, wird leider nur angedeutet und bleibt weitgehend nebulös. Jetzt gilt sie offiziell als tot, hat aber kaum eine ruhige Minute, weil sie immer noch Todesangst vor Andrej, Pavel und Konsorten hat. Ihr neues Leben als verhuschte Floristin ist geprägt von Einsamkeit und Paranoia, und als sie endlich langsam zu hoffen beginnt, dass sie wirklich nichts mehr zu befürchten hat, wird sie für einen neuen Auftrag nach München geschickt. Dort häufen sich seit einiger Zeit äußerst mysteriöse Unfälle mit Todesfolge in der Baubranche, und Carolin wird auf Tamara, die Tochter eines Bauunternehmers, und ihre Familie angesetzt. Und diese Familie hat es in sich! "Vanitas" ist ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe, Poznanskis neue Heldin blieb mir insgesamt aber zu blass bzw. wurde ich einfach nicht richtig warm mit ihr. Vielleicht erfährt man in einem zweiten Buch mehr über ihre Vergangenheit, das fiese Ende lässt den Leser ja auf einen weiteren Fall hoffen. Sehr schön war es für mich, mit Carolin durch meine alte Heimatstadt zu stiefeln; als Münchnerin kannte ich viele Örtlichkeiten, Straßennamen und U-Bahnhöfe. Raffiniert ist die geheime Sprache der Blumen, mit der die verschlüsselten Botschaften zwischen Carolin und ihrem Ansprechpartner beim LKA ausgetauscht werden. Da kann man echt noch was lernen -- oder hätten Sie auf Anhieb gewusst, was ein Strauß aus Lilien und Ranunkeln bedeutet?
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Sobald man das Buch zu lesen beginnt, blättern sich die Seiten wie von selbst um. Eine starke, gewiefte Protagonistin, ein Kampf um Gerechtigkeit, ein Spiel voller Intrigen, eine unmögliche Liebe - Marie Rutkoskis Reihe um den Konflikt zwischen Valoria und Herran lässt einen nicht so schnell los. Während man den Figuren zuschaut und sich die Intrigen spinnen, kann man nicht anders, als bis in die Nacht hineinzulesen - bis einen das Ende völlig sprachlos hinterlässt. Ganz unerwartet hat mich diese Geschichte gepackt, mir schlaflose Nächte bereitet und mich nach mehr verlangend zurückgelassen. Das perfekte ereignisreiche, tempogeladene Buch, das einen übers Wochenende zum Dahinschmelzen bringt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diesen Roman musste ich einfach lesen, da ich täglich versuche, das Geheimnis der Bücher zu lüften. Die Idee ist dermaßen originell, da es um das Binden von Büchern geht. Aber nicht nur das Handwerk des Buchbinden wird erklärt, sondern auch das Binden von Menschen und ihren Geschichten. Die drei Teile des Romans sind unterschiedlich aufgebaut und extrem spannend verknüpft. Bridget Collins vermag den Leser zu fesseln, und sie besitzt die Gabe, die Kraft, die von Büchern ausgeht, in eine großartigen Geschichte zu verpacken!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich wusste, dass Paolo Cognetti sich mal eine Auszeit genommen hat und in den Bergen, in einer Hütte. Wenn man Cognettis Romane (Acht Berge, Sophia trägt immer Schwarz) kennt, macht die Lektüre gleich viel mehr Spaß. Paolo Cognetti hat diese Auszeit bestens genutzt: Erinnerungen an seine Kindheit werden wach, er lernt die Einsamkeit zu schätzen, er spürt großen Literaten nach, die auch die Natur beschrieben haben und in ihm erwachen neue Geschichten, die uns zum Staunen bringen. Der Leser begleitet jeden Schritt, er wandert mit auf die Berge, taucht ein in die kalten Gebirgsbäche und es erwacht die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Der Erzähler in Kashuas neuem Roman verdient sein Geld damit, dass er für andere Menschen Biografien schreibt, die er manchmal etwas glättet und ausschmückt, je nach Bedarf. Als er eines Tages aus seinem amerikanischen Exil nach Israel zurückkehrt, um seinen todkranken Vater zu besuchen, wird er mit seiner eigenen Geschichte, der Geschichte seiner Familie und der Geschichte seiner palästinensischen Heimat konfrontiert. Auch hier beginnt er, sich seine eigene Realität zurechtzulegen, bis man am Ende nicht mehr sicher weiß, was wirklich passiert ist, und was frei erfunden ist. Ein raffinierter Roman über ein sehr komplexes Thema, spielerisch aufbereitet.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Bei diesem Buch ist mir wieder einmal schleierhaft, wer entscheidet, was in den Klappentext kommen soll. Ja, es geht auch darum, dass Gene nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Maida, mit der er fast 50 Jahre verheiratet war, plötzlich alles in Frage stellt. Und kurz steht auch der Verdacht im Raum, dass Maida ihn eventuell mit seinem besten Freund Ed betrogen haben könnte. Aber das ist letztendlich gar nicht wichtig; in erster Linie geht es um einen älteren Mann, der die Liebe seines Lebens verloren hat und irgendwie lernen muss, mit diesem Verlust fertig zu werden. Die Zeit scheint ihm dabei einen verrückten Streich zu spielen, denn das Trauern um seine Frau gleicht dem Gefühl, sich frisch in sie zu verlieben. Und was macht die Lebensdauer einer Beziehung aus, wann kann man sie als erledigt betrachten? Hat eine Beziehung Bestand, bis alle tot sind, die noch eine Erinnerung an die betreffende Person haben? All das sind Fragen, die sich wahrscheinlich jeder stellt, der schon einmal einen geliebten Menschen verloren hat. Und bei all der Trauer und allen Zweifeln, die vor allem seine Tochter Dary hegt, steht für Gene fest: Maida war glücklich. "Und das reicht. Kann sein, dass du es nicht glaubst, aber nicht jedem Glück müssen Qual und Elend vorausgehen, damit es wahrhaftig ist. Man muss es sich nicht immer im Schweiße seines Angesichts verdienen. Manchmal fällt es einem einfach in den Schoß."
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

"Das Buch der Spiegel" war Chirovicis erster Roman, der für Furore gesorgt hat. Leider nicht bei uns, und das habe ich nicht verstanden. Diesmal ist die Geschichte noch fesselnder und grandios konstruiert. Weil die Psychoanalyse eine Rolle spielt, denn Dr. James Copp ist ein Experte auf dem Gebiet der Hypnose. Die Frage, ob der Patient - in diesem Fall Joshua Fleischer - lügt, oder doch die Wahrheit sagt, ist bis zum Schluss nicht zu beantworten. Was ist damals in Paris 1976 wirklich passiert? Chorvici löst den Fall wie ein Meisterdetektiv: jedes Detail ist wichtig und alle Dämonen der Vergangenheit werden erfolgreich aufgegriffen und vernichtet. Der Autor wurde ja auch in Transsilvanien geboren!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Eines Tages wird Dolly Alderton im Altenheim sitzen, zu Tode gelangweilt und nur noch auf den Quilt in ihrem Schoß starrend. Und das Einzige, das sie noch zum Lächeln bringt, werden ihre Erinnerungen sein. Das ist die Prognose von Dollys bester Freundin Farly, und ich nehme an: sie hat recht. Denn eins war Dollys bisheriges Leben bestimmt nicht: nämlich langweilig! Zum Glück lässt sie uns an ihrem Erwachsenwerden teilhaben und wir erfahren alles, was sie weiß über die Liebe, über die Jungs und die uncoolen Mädchen aus Camden, wir lesen ihre Bad-Date-Tagebücher und die Chroniken der schlechten Partys. Und egal, was in Dollys Leben passiert, egal wie viele Männer kommen oder gehen, eines ist gewiss: die Freundinnen sind es, die bleiben und mit Dolly durch dick und dünn gehen. Was ICH nach der Lektüre dieses tollen Buches weiß: Jeder sollte ein Album von Paul Simon, ein Buch von William Boyd und einen Film von Wes Anderson (ja!!! Am besten alle!!!) besitzen. Wenn das die einzigen Dinge sind, die du im Regal hast, dann wirst du durch die längste, kälteste und einsamste Nacht kommen. Und jetzt gehen Sie los und schenken das Buch Ihrer besten Freundin!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Inge Patsch leitet das Tiroler Institut für Logotherapie und Existenzanalyse. Sie hat bereits mehrere Bücher verfasst: keine Ratgeber, sondern Wegweiser für das Leben. Ratschläge kann man viele verteilen, doch es liegt an uns selbst, wie und ob wir sie umsetzen. In ihrem neuesten Buch beschäftigt sich Inge Patsch mit herausragenden Persönlichkeiten. Beide haben in unterschiedlichen Jahrhunderten gelebt und scheinen nichts miteinander gemein zu haben, und doch macht es Inge Patsch möglich, dass Viktor E. Frankl und Ignatius von Loyola ein Zwiegespräch führen, welches in uns großes Vertrauen und Sympathie in das Leben selbst auslöst. Diese Impulse (Gedanken und Zitate) versetzen den Leser in einen Zustand großer Dankbarkeit und Freude, denn durch sie verstehen wir schwierige Situationen in unserem Leben eindeutig besser. Rückblickend helfen sie uns nicht nur, Krisen zu überstehen, sondern auch ein selbstbestimmtes und authentisches Leben zu führen. Wer Inge Patsch persönlich kennt und ihr zugehört hat, sollte wissen, dass sie genauso großartig schreibt wie sie redet!
 
Foto von Martina  Lindenthal

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Lotte ist mit ihren Eltern nach Berlin übersiedelt und kann sich schwer vorstellen hier zu leben. Keine Freunde, die Eltern mit ihren Beruf total gefordert, und auch aus ihr soll eine Wissenschaftlerin werden. Nicht so Lotte!! Allen Bemühungen zum Trotz kann und will sie auch zu keinem Wettbewerb für hochintelligente mehr hingehen. Durch Zufall landet sie in einem Kiosk gegenüber und freundet sich mit dem Besitzer an. Dort lernt sie auch Luke kennen und lieben. Turbulente Zeiten stehen bevor und am Ende ist auch Lotte in Berlin angekommen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman ist ein Gedicht, er liest sich wie ein Haiku. Yoko Ogawa zählt zu den besten japanischen Autorinnen. Bekannt wurde bei uns 2013 mit „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“. Der Liebeskind Verlag macht aus ihren Romanen schöne Kunstwerke; allein die Covergestaltung ist ein Genuss für das Auge. Ogawas Bücher lesen sich wie ein Märchen, so schön zart und geheimnisvoll ist ihre Prosa. Der Garten, in dem die drei Kinder aufwachsen, ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Mutter möchte sie vor dem bösen Hund schützen, vor all dem Bösen, das ihr selbst widerfahren ist. Die Magie ist spürbar, die Gefahr aber auch. Ogawa kann Stimmungen und Wahrnehmungen wiedergeben, die den Leser immer wieder in Erstaunen versetzen!
 
Foto von Florian Lechner

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So muss der neue Heimatroman im Kontext der Weltliteratur aussehen: Ohne Scheu, auch unbequeme Wahrheiten beim Namen zu nennen, begibt sich Stanisic der Balkanflüchtling, der in Deutschland Fuß fassen konnte, auf Spurensuche. Sein Thema ist die Herkunft, die Vergangenheit und die Gegenwart in seinen zwei Kulturen. Mit anarchischem Witz, unbändiger Fabulierlust und einem ungebremsten Spieltrieb nimmt er die Leser mit auf eine poetische Reise durch Zeiten und Länder. Ein erfrischender Roman zu den drängenden Themen der Gegenwart.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Wo ist Hirka gelandet, nachdem sie die Rabenringe durchquert hat? Gibt es den Seher? Welche Geheimnisse hat der Rat noch? Was wollen die Blinden? Und wer ist Hirka wirklich? Diese und noch viele weitere Fragen schwirren einem im Kopf herum sobald man 'Odinskind' beendet hat. Der Folgeband 'Fäulnis' bietet dafür alle Antworten. Hirka ist bei den Menschen. Doch selbst unter ihnen, ist sie nicht sicher. Sie muss nach Antworten über ihre Vergangenheit suchen, um sich und alle anderen retten zu können. Auch Rime sucht nach Antworten. In Ymland zurückgeblieben, muss er sich dem Rat gegenüber beweisen, während er das Rätsel des Sehers und der Blinden zu lösen versucht. Die Welten, wie wir sie kennen, werden noch komplexer und unfassbarer: Geheimnisse werden gelüftet, ein altes Spiel um Macht wird wieder entfacht, Grenzen zwischen Vertrauen und Verrat sind nicht mehr durchschaubar. Siri Pettersen hat mit dieser Geschichte von Ymland, den Ymlingen, den Blinden, der Fäulnis und den Odinskinder etwas Einzigartiges erschaffen, dass uns mit einem Verlangen nach mehr zurücklässt. Einzigartig, vielschichtig, unerwartet, außergewöhnlich - die 'Rabenringe' müssen gelesen werden!
 
Foto von Florian Lechner

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Yu-Jin liegt blutverkrustet im Bett und kann sich nicht erklären, woher das viele Blut stammt. Vorsichtig verlässt er das Zimmer und folgt der Spur in Richtung Küche, wo er seine Mutter mit durchschnittener Kehle vorfindet. Was ist passiert? Was ist zu tun? Er trifft eine folgenschwere Entscheidung, die weitere Bluttaten nach sich zieht. Schrittweise wird ein Familiendrama aufgerollt, das viele Überraschungen birgt Ein düsterer Thriller über Wahnsinn, Mutterliebe und zweifelhafte medizinische Methoden.
 
Foto von Carmen Pranger

Gerade gelesen

Joel Dicker hat sich wieder mal selbst übertroffen und mit "Das Verschwinden der Stephanie Mailers" einen fabelhaft spannenden Kriminalroman geschrieben. Bis zum Schluss führt er den Leser so gekonnt in die Irre, dass man vor Spannung nicht mehr aufhören kann weiter zu lesen. Gekonnt verstrickt er mehrere Handlungsstränge in einander und bringt mit seinem gewohnt guten Schreibstil den Leser dazu, komplett in der Geschichte zu versinken. Schon bei "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" und "Die Geschichte der Baltimores" wurde er zu einen meiner absoluten Lieblingsautoren, und ich hoffe, dass wir noch vieles mehr aus seiner Feder zum Lesen bekommen. Einfach ein wunderbares Lesevergnügen, das unter die Haut geht.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Der Hinweis, dass Margaret Atwood von diesem Buch begeistert ist, hat sich als goldrichtig herausgestellt. Die indigenen Frauen in diesem Roman sind so stark wie Wölfinnen. Und genauso stark verteidigen sie ihr Rudel, die Familie. Katherena Vermetta selbst hat indigene Wurzeln, und sie beleuchtet diese unheilvolle Nacht aus jeder erdenklichen Perspektive. Wir lernen mit jeder Erzählstimme, die uns aus dem Familienglan vorgestellt wird, dazu. Ein perfekter kanadischer Roman!
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Unter dem Orignialtitel "La Passe-miroir – Les fiancés de l’hiver" schaffte es das Buch auf die französischen Bestsellerlisten. Christelle Dabos überzeugt auf voller Linie. Sie hat in ihrem Werk eine zauberhafte Heldin geschaffen, die in einer Welt lebt, die man so bisher noch nicht kannte. Das Buch ist voller schrulliger, genialer Charaktere, die in einem zauberhaften Universum leben. Die Welt, in der unsere Heldin Ophelia lebt, ist in Archen aufgeteilt. Ophelia ist auf der Arche Anima aufgewachsen, soll diese aber zeitnah verlassen und auf die Arche Pol reisen, um den adligen Thorn zu heiraten. Ihr neues Zuhause birgt nicht nur einen mürrischen Verlobten, sondern Gefahren und zahlreiche Intrigen. Ein wirklich erfrischendes Buch mit einer Menge Humor und einem spannenden Plot. Der Auftakt einer großartigen Fantasy-Serie!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wenn man selber auf den Taufnamen Barbara hört, ist man neugierig, um was es in den "Liebesnovellen und anderen Raubtiergeschichten" geht. Wolf Biermann war mir ein gänzlich Unbekannter, nicht mal als Liedermacher war er mir ein Begriff. War aber auch lange vor meiner Zeit, in den 60ger Jahren. Biermann jongliert mit Wörtern und Begriffen, dass es ein Vergnügen ist. Und die Personen, die zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis zählten, sind berühmt berüchtigt: Berthold Brecht und Manfred Krug, Helene Weigel und Ruth Berghaus, und viele mehr. Sie alle wurden angefeindet, ausgebürgert und beschimpft, und deshalb verdienen sie meine Hochachtung. Sie alle haben viel erreicht, von dem wir noch heute profitieren.
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Mein erstes Buch von Andre Aciman und bestimmt nicht mein letztes! Aciman überzeugt in diesem Werk mit einer sprachlichen und emotionalen Intensität, die den Leser in seinen Bann zieht. Der 17- Jährige Elio verliebt sich Hals über Kopf in den 7 Jahre älteren Harvard-Absolvent Oliver, der für ihn im ersten Moment unerreichbar scheint. Zurückweisung, Verlangen und Verführung spielen eine zentrale Rolle in Acimans Werk. Dem Autor gelingt es Elios innere Zerrissenheit detailreich und real dazustellen. Ein absolut empfehlenswerter Roman mit facettenreichen Charakteren und einer spannenden Handlung!
 
Foto von Viola Leiter

Gerade gelesen

Nach langem Überlegen und der Empfehlung einer Arbeitskollegin habe ich endlich zu Nevernight - Die Prüfung von Jay Kristoff gegriffen und ich wurde keineswegs enttäuscht. Selten habe ich einen Fantasyroman gelesen, der mich von der ersten Seite an so gefesselt hat. Jay Kristoff hat eine düstere Welt geschaffen, eine Stadt gebaut auf dem Grab eines Gottes und eine Heldin die nur ein Ziel verfolgt: Rache. Mia Corvere ist eine starke junge Frau, die von einem Antiquitätenhändler großgezogen wurde und auf dem Weg zu einer geheimen Enklave der "Roten Kirche" ist, um dort ihre Ausbildung als Assassine abzuschließen. In der "Roten Kirche" findet Mia nicht nur Freunde, sondern auch zahlreiche Feinde, und sie muss sich beweisen, denn ihr steht eine gefährliche Prüfung bevor. Mia ist eine Dunkelinn, ihr ständiger Begleiter Herr Freundlich, eine Katze die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Ein Fantasyepos, der nicht nur sprachlich überzeugt, sondern mit einem raffinierten Plot und einer unverwechselbaren Heldin. Ein Muss für jeden Fantasyfan!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Was macht ein Buch lesenswert? Ist es die Spannung, die schöne Sprache oder der Umstand, dass man was mitnimmt bzw. gelernt hat? Joel Dicker muss noch über ein zusätzliches Autorengen verfügen, denn seine Bücher kann man einfach nicht mehr aus der Hand legen. Was ist sein Geheimnis? Der neue Roman spielt wieder an der amerikanischen Ostküste, in Orphea, es geht um ein Theaterstück oder doch ein Buch, jemand verschwindet und 2 Cops müssen den alten Fall wieder aufrollen. Klingt langweilig, ist es aber keine Sekunde. Niemand kann so gut Spannung aufbauen wie Joel Dicker. Er ist für mich eine literarisches Wunderkind!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Mehrere Paare, wie sie auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können, sind alle irgendwie mit Fred und Nora Reitlinger, die eine stattliche Villa am Wannsee bewohnen, verbunden. Deren Tochter Ali kann sich nicht so wirklich entscheiden, Sohn Ansger ist verschuldet ... Und dann plötzlich passiert etwas, was das scheinbar beschauliche Leben völlig durcheinander bringt. Beim furiosen Finale treffen alle noch mal in der Villa zusammen. Helmut Krausser' Sprache ist bitterböse, erschreckend ehrlich (allein der Ausdruck "erb-ärmlich" hat es mir angetan und mich zum Lachen gebracht) und charakterisiert die Personen und das Milieu sehr lebensnah. Lesen Sie diesen Roman, der genauso den Titel "Irrungen & Wirrungen" tragen könnte!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Tobias: In dem Buch „Fahrenheit 451“ geht es um Montag, einen Feuerwehrmann, doch die Story spielt in der Zukunft und da haben Feuerwehrmänner die Aufgabe, alle übrig gebliebenen Bücher zu verbrennen. Bücher sind verboten, wer sie besitzt, macht sich strafbar, oft werden die Bücher samt Besitzer verbrannt. Doch als Montag durch Zufall eine Verszeile im Augenwinkel sieht, bekommt er sie nicht mehr aus dem Kopf, er ist regelrecht besessen davon. Bücher werden plötzlich unglaublich wertvoll für ihn, doch gibt es noch eine Möglichkeit, die übrige Literatur zu retten?!? Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist erschreckend, wie nah der Autor schon 1953 der Wirklichkeit kommt. Bücher werden immer mehr durch digitale Medien, im Buch als die „vier Fernsehwände“ vertreten, ersetzt, die Gesellschaft wird immer mehr manipuliert bzw. manipulierbar. Ein Muss für jede(n) LeserIn, da spannend geschrieben und überwältigend nah an der Realität!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Der Autor hat jahrelang in Rom studiert und seine Kenntnisse über Italiens Geschichte, Kunst und Kultur fließen in diesen epochalen historischen Roman hinein. Er besitzt eine einmalige Erzählerstimme und als Leser hat man das Gefühl, jeden malerischen Ort, den er beschreibt, bereits zu kennen und zu lieben. Gleichzeitig hält Röhmling unserer Gesellschaft einen Spiegel vor und er regt uns zum Nachdenken an. und wir lernen Mailand und das osmanische Reich von einer ganz neuen, prachtvollen Seite kennen. Pandolfo selbst ist ein Typ, der zu schade für die Renaissance ist. Er würde perfekt in unsere Welt passen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

"Wir sehen uns dort oben" wurde unter anderem mit dem Prix Concourt 2013 ausgezeichnet. Pierre Lemaitres neuer Roman hat mich positiv überrascht. Jeder Satz ist ein Treffer. Dank der großartigen Übersetzung kommt Lemaitres Sarkasmus und sein Hang zur Satire voll zur Geltung. Allein die Beerdigungsszene am Anfang ist genial inszeniert worden, dass man noch das Bild im Kopf behält, wie der kleine Paul durch einen Fenstersturz auf dem Sarg des Großvaters zu liegen kommt. Und man versteht auch Madelaine, die Alleinerbin eines Bankdirektors. Sie muss sich in den 30ger Jahren in der Geschäfts- und Finanzwelt durchsetzen, obwohl sie wirklich keine Voraussetzungen dafür hat. Dieser französische Autor entwirft Szenen, die tragisch und komisch zugleich sind. Europa befindet sich im Umbruch, und Paris ist genau der richtige Ort für eine literarische Auseinandersetzung mit diesem Thema!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Kim wird 50 und seit einigen Monaten hat er schon so ein ungutes Gefühl, wenn er an das Geburtstagsfest denkt. Als Jugendlicher hat er beschlossen, seine Vergangenheit in Kambodscha zurückzulassen. Tevi ist der Überraschungsgast, doch ihre Anwesenheit löst in Kim schreckliche Erinnerungen aus. Judith W. Taschler hat uns bereits mit "Roman ohne U" bewiesen, wie gut sie recherchieren kann. Außerdem kann sie eine Geschichte erzählen, die raffiniert aufgebaut ist, und je mehr Taschler von Kims und Tevis Vergangenheit preisgibt, je mehr wir über den schrecklichen Krieg in den 70ger Jahren erfahren, umso mehr begreifen wir, wie schwierig sich diese Vergangenheitsbewältigung für Kim gestaltet. Judith W. Taschler steigert sich mit jedem Roman, aber wer glaubt, der "Sibierienteil" in "Roman ohne U" war wild, der muss sich für den neuen Roman wärmer anziehen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Elias, 11 Jahre aus Mils: Alfie lebt mit seinen Eltern, die Nimmertote sind, in früherer Zeit. Doch als sein Vater stirbt, wird Alfie auch zu einem Nimmertoten. Mit seiner Mutter wohnt er abgeschieden von der restlichen Welt, damit sie nicht auffallen. Doch als ein Feuer ihr Haus zerstört und seine Mutter dabei ums Leben kommt, ist er plötzlich ganz alleine. Beim Feuerlöschen lernt er jedoch Freunde kennen und findet dort zunächst Unterkunft, bis er in ein Waisenhaus gebracht wird. Dort hat er nur einen Wunsch: Er möchte endlich wieder ein normaler Junge sein! Mit seinen Freunden erlebt er ein besonderes Abenteuer, durch das Alfie hofft, wieder in sein früherers Leben zurückzukehren. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es darum geht, wie wichtig Freunde sind. Denn sie stehen einem immer beiseite! Es war auch actionreich und cool.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich werde nie den Roman "Sarahs Schlüssel" vergessen! Das war ein Vergnügen bis tief in die Nacht hinein. Genauso unterhaltsam und spannend ist de Rosnays neuer Roman, der hauptsächlich in Paris spielt. Aber die Stadt bzw. die Seine zeigt sich von einer furchterregenden Seite. Der Dauerregen hat den Pegelstand ständig steigen lassen und die Katastrophe bleibt nicht aus. Natürlich befinden sich die Malegardes alle in dieser Zeit in Paris, denn der 70igste Geburtstag von Paul steht an. Erschreckend fand ich das Verhalten der Pariser im Notfall, da treibt es nicht nur die Ratten aus der Kanalisation, sondern da kommt auch das Schlechteste im Menschen zum Vorschein. Paul erleidet einen Schlaganfall, und in diesen fünf Tagen klärt sich jedes Familiengeheimnis auf. Ein wundervoller Familienroman!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Dass in ihrer beschaulichen Heimatstadt Lund ein Mord geschehen ist, ist für Adam und Ulrika schon kaum zu glauben, aber dass kurze Zeit später ihre eigene Tochter Stella unter dringendstem Tatverdacht verhaftet wird, ist absolut unfassbar. Aus drei Perspektiven, in der Reihenfolge Vater - Tochter - Mutter, werden die Ereignisse geschildert, und langsam setzt sich das Puzzle Stück für Stück zusammen. Und genauso lernt man nach und nach die Familie kennen. Die Schilderungen des Vaters, der in seiner Tochter irgendwie immer noch das kleine, brave Mädchen sieht, waren mir insgesamt zu salbungsvoll und pathetisch, aber gut: Er ist Pfarrer. Viel spannender als die Frage, wie es zu dem Mord kommen konnte und ob Stella wirklich die Täterin ist, sind die verschiedenen Wahrheiten, die nun ans Licht kommen. Wie falsch Eltern ihre Kinder einschätzen, was Kinder ihren Eltern verschweigen -- aus Liebe oder (falscher?) Rücksichtnahme. Und wenn man das Buch zuklappt, kann man wahrhaftig nach eine ganze Weile grübeln, ob die Auflösung aus moralischer Sicht in Ordnung ist.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Bisher musste ich die Frage "Gibt es denn ein schönes Kochbuch für Kinder?" ehrlicherweise eigentlich immer verneinen. Das Angebot an Kinder-Kochbüchern ist doch eher überschaubar, und ein richtig SCHÖNES Buch war zumindest meinem Empfinden nach bisher nicht darunter. Das hat sich seit dem Erscheinen von Donna Hays "Von einfach zu brillant KIDS" zum Glück geändert. Hay weiß (wie alle Mütter und Väter!), dass Kinder meistens eher schwierige und oft sehr heikle Esser sind. Auch meine Kinder fallen leider allzu häufig in diese Kategorie; erschwerend kommt hinzu, dass meistens gefragt wird, wer gekocht hat ("Papa oder du?") und die Reaktion dann entsprechend ausfällt. Aber jetzt kann ich dem Nörgler frohgemut antworten: Koch doch selbst! Äußerst erfreulich: Die Kinder, allen voran der jüngste Sohn, blättern wirklich oft in dem auch optisch sehr hübschen Buch und hinterlegen Einmerker an diversen Stellen. Bisher sehr gut gelungen: Der Kokos-Joghurt-Kuchen, die Energieriegel, Popcorn-Tüten und die Brot-Mini-Quiches.
 
Foto von Nerdlounge

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Joe Goldberg ist ein junger Buchhändler in New York. Auf den ersten Blick schüchtern, aber sympathisch und gutaussehend. Guinevere Beck kommt eines Tages in Joes Buchhandlung, er beobachtet sie in der Abteilung Romane F-K und ist sofort schwer verliebt in die junge, hübsche Studentin. Er versucht mehr über Beck herauszufinden, will sie wiedersehen, ein Treffen einfädeln. Es gelingt, die beiden kommen sich näher. Doch Beck ahnt nicht, wie sehr Joe in sie verliebt ist. Ein einzigartiger Roman, geschrieben aus der Sicht des Protagonisten, aus der Sicht eines Stalkers. Caroline Kepnes schildert fast unglaubliche Gedankengänge und verwendet unzählige Anspielungen auf bekannte (und weniger bekannte) Bücher, Autoren und Filme. Schräg, eigenwillig, besonders, brisant – einfach anders und vor allem deshalb empfehlenswert.
 
Foto von Nerdlounge

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Timothy Blake ist ziviler Berater des FBI in Texas. Er wird zu Fällen hinzugezogen, bei denen die Ermittler feststecken, mit ihren eigenen Methoden nicht mehr weiterkommen. Blake kombiniert unglaublich schnell, aber er ist anders als andere zivile Berater. Er steht nicht auf den Gehaltslisten des FBI. Er hat einen Spezialdeal ausgehandelt und wird nicht mit Geld entlohnt, sondern mit etwas, das seine Sucht befriedigt. Blake wird in einem Entführungsfall mit Lösegeldforderung um Hilfe gebeten, ein 14-jähriger Junge wird vermisst, und Blake steckt schnell etwas zu weit in dem Fall drin. Richtiger Highspeed Thrill, bei dem es auch hartgesottene Leser ab und zu durchschütteln wird. Als Leser merkt man richtig, dass dem noch sehr jungen Autoren Jack Heath andere Thriller oft zu langweilig waren. Nichts für schwache Nerven, wenn die vorhanden sind, aber unbedingt zu empfehlen!
 
Foto von Nerdlounge

Gerade gelesen

Ein Mann beschließt eines Abends bei einer Sex-Hotline anzurufen. Sehr zur Verwunderung der Frau am anderen Ende will er aber nur mit ihr reden, ihr erzählen, was er in letzter Zeit alles erlebt hat. Sie versucht ihn zwar immer wieder vom eigentlichen Zweck der Hotline zu überzeugen, aber der Kunde ist schließlich König. Es entsteht ein recht eigenwilliger Dialog, ein Gespräch, dass die ganze Nacht dauern soll… Mehr ist bei diesem sehr kurzen Büchlein schon fast zu viel verraten. Eine eigenwillige, sehr kurzweilige Geschichte, in der Bernhard Aichner den Leser im Ungewissen lässt: Was ist wirklich passiert? Auch dieses Buch hat eindeutig den Aichner-Stempel, ein unverwechselbarer Stil, Fans des Tirolers werden sich auch hier wohlfühlen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Magdalena, 12 Jahre aus Innsbruck: Amy ist etwas älter als ich, und sie lebt an der Küste in England. Ihre Eltern sind leider bei einem Segelunfall ums Leben gekommen, als sie klein war. Seither lebt sie bei ihrer Großtante Clarissa und hat Angst vor dem Meer, Segeln, Schwimmen und Wasser allgemein. Sie nimmt Klavierunterricht, weil sie in Finn, einen Schüler der gleichen Klavierlehrerin verliebt ist. Natürlich ist er anfangs zu verpeilt, um das zu merken. Aber niemand mag diese Klavierlehrerin, und sie stirbt bei einem Volksfest, weil sie Nüsse gegessen hat und auf diese allergisch reagiert. Alle glauben, es sei ein Unglück gewesen, nur Amy und vor allem ihre Großtante glauben an einen Mord und nicht an einen Unfall und beginnen zu ermitteln. Es hat mir gefallen, dass endlich einmal ein Mädchen in meinem Alter die Hauptperson in einem Krimi ist. Außerdem finde ich die Geschichte lustig. Die letzten Seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, weil ich so um Amy Angst hatte.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Frederick Bingo Mandeville wurde schon von seiner Amme als Sonnenstrahl Gottes bezeichnet. Mit seinem Witz und Charme wickelte er mühelos seine Ammen, Tanten, Lehrer und Mitschüler ein. So ist es kein Wunder, dass er bald auf den Vaudeville Bühnen des Londoner Westends große Erfolge feierte, die ihn schließlich nach Amerika führten, wo er bald Drehbücher für Stummfilmkomödien schrieb. Zu weltweiter Berühmtheit brachte er es mit seinen charmant-bissigen Gesellschaftsromanen, die er in der britischen Upperclass ansiedelte. Ein jähes Ende erfuhr seine Beliebtheit im zweiten Weltkrieg, wo er in einem Kärntner Internierungslager als feindlicher Ausländer inhaftiert war. Der Roman ist inspiriert von der Lebensgeschichte des großen P.G.Wodehouse und malt ein unterhaltsames Sittenbild einer untergegangenen Epoche - ein Lesevergnügen (nicht nur) für alle Anglophilen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gabriel, 9 Jahre aus Innsbruck: Leonard Hohenklaue (ohne von!!!), genannt Lenny der Zweite, wurde in eine Internatsschule gesteckt. Glaubte er zumindest! Aber als er den Testunterricht besuchte, meinte Frau Wolke, dass er recht schwer für einen Geist sei. Aber Lenny in einer Geisterschule, konnte das sein? Oder hatte Agathe Wolke einen Scherz gemacht? Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es die ganze Zeit Spannung aufrecht hielt, manches lustig war und zum Schluss alles aufgeklärt wird!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Das kleine Dorf in England wirkt nach außen richtig beschaulich, doch was sich dort ereignet, gleicht einer Hexenjagd. Lanny ist ein besonderer Junge, denn seine Naivität, sein Glauben an das Gute, seine Freude an der Natur wird von allen misstrauisch beobachtet. Seine Andersartigkeit wirkt abstoßend, und auch der ältere Herr Pete, ein Künstler, wird aufgrund seiner Zurückgezogenheit als ein Fremder angesehen. Altvater Schuppenwurz, ein mythisches Wesen, eine Legende im Dorf, steht über der Erzählung von Max Porter. Und er ist es auch, der das Unglück heraufbeschwört, denn Lanny verschwindet. Max Porter ist noch nicht jedem bekannt und zugänglich. Sein Text ist anders und doch beglückend für den Leser, sobald er diesem Zauber unterliegt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diese kanadische Autorin ist mit „Ein Leben mehr“ im deutschsprachigen Raum bekannt geworden. Ihr neuer Roman ist ganz anders, aber für mich war er zugänglicher und mit interessanteren Figuren versehen. Vielleicht weil die Cardigans eine wilde Horde sind: 21 Kinder laufen in dem kleinen Bergbaudorf rum und treiben ihr Unwesen. Wild sind sie, weil sie keine Angst haben, nicht vor Sprengstoff, das die Bergleute benötigen und nicht vor den anderen im Dorf, den Landeiern. In Norco ist ihr Vater gleichzeitig ein Held und der größte Verlierer aller Zeiten. Und trotzdem bewahren sich die Kinder den Traum vom großen Geld. Saucier fesselt den Leser und hält für ihn ein überraschendes Ende bereit!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Die Idee ist total bizarr: Ein Mann erwacht in einem russischen Krankenhaus, ohne Gedächtnis. Nach und nach erlangt er einige Erinnerungen zurück, aber von den ersten zwanzig Jahren des 20. Jahrhunderts. Sein Erwachen ereignet sich 1999 und das Erstaunen in den Medien ist groß. Wurde er eingefroren und wenn ja, wie? Was ist mit seiner Familie passiert, mit seiner Wohnung, mit seiner großen Liebe? Immer wieder wandeln wir mit dem Erzähler auf den Spuren seiner Vergangenheit. Teilweise sind die Berichte über seine Gefangenschaft sehr grausam und man fragt sich, wie er das überleben konnte (hat er ja eigentlich auch nicht!). Dann kommen wieder so schöne, sanfte und verträumte Schilderungen, dass man es kaum glauben kann, wie viel Freude der Erzähler an seinem Land, an seiner Stadt hatte. Ich finde schon, dass Jewgeni Wodolaskin zu den ganz großen russischen Erzählern gehört!
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Für Bruder David Steindl-Rast ist Gott immer noch ein großes Geheimnis, obwohl er ihm schon zeit seines langen Lebens treu und verbunden ist. Durch dieses Gebetbüchlein zieht sich eine große Spur der Dankbarkeit und des Staunens über Gottes reiche Gaben. 90 sehr persönliche Gebete sind es, die den Leser einladen, mitzubeten und aufzuwachen. Lesens- und schenkenswert!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Endlich wieder ein Roman von ihm, der genauso gut wie „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ (2009) ist! Krauser bringt die Dinge auf den Punkt: Rund um (und auch am) Wannsee treffen sich die Paare und nicht immer gehen sie harmonisch miteinander um. Obwohl sich Nora und Frederick Reitlinger nach außen hin geistreich und gediegen präsentieren (einmal im Monat laden sie Koryphäen auf dem Gebiet Kunst, Literatur und Musik zu sich nach Hause ein), die Paare in ihrem Familien- und Bekanntenkreis erleiden zahlreiche Trennungen und Verbrennungen. Ich schätze Helmut Krausers Feingefühl auf dem Gebiet „Beziehungen“: jeder Charakter erscheint sofort vor unserem geistigen Auge und Krausers Sätze erzeugen eine Sogwirkung, der man sich bis zum Schluss nicht mehr entziehen kann.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich habe mich in die galizische Landschaft und ihre Protagonisten verliebt. Der Vergleich mit Joel Dickers Romanen liegt wirklich nahe. Man fängt an zu lesen und kann nicht mehr aufhören. Und dann fragt man sich, wieso? Die spanische Autorin gehört wirklich zu den ganz Großen und ihre Art, Spannung aufzubauen, funktioniert immer und ich habe nur 2 Abende für die 600 Seiten starke Lektüre gebraucht. Die galizische Landschaft trägt viel zur Faszination des Lesers bei und natürlich auch das dunkle Familiengeheimnis! Immer wenn man glaubt, der Wahrheit näher gekommen zu sein, ist es wieder ganz anders. Für diesen Schmöker braucht man nicht einmal ein Gläschen Wein, denn man hat eh keine Zeit, den zu genießen! Und natürlich geht es auch um Literatur, denn Manuel, die Hauptfigur, ist Schriftsteller!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Ja, alles könnte anders sein, wenn wir endlich aufhören würden, so pessimistisch zu sein, die Schultern zu zucken und zu denken: "Ich als einzelner Mensch kann ja eh nix machen." Doch! Denn noch die kleinstmögliche Zustandsveränderung kann jede und jeder. Der bekannte deutsche Soziologe Harald Welzer zeigt uns durchaus realistische Gesellschaftsutopien in den Bereichen Mobilität, Solidarität, Gerechtigkeit etc. auf - für eine bessere Zukunft für alle! Also, worauf warten wir noch?
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gernot, 10 Jahre aus Hall: Fionn Boyle verbringt die Ferien auf einer Insel namens Arranmore. Fionns Großvater lebt auf Arranmore und ist der Sturmwächter der Insel. Unter der Insel liegt eine böse Zauberin begraben. Plötzlich erwacht sie aus ihrem Schlaf. Bald wird die Zauberin wieder anfangen, die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Wird Fionn es mit seinem Großvater schaffen, die Welt vor der bösen Zauberin zu retten? Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es spannend ist. Manche Stellen sind auch sehr lustig. Am besten hat mir die Szene in der Meereshöhle gefallen.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Dass seine Großeltern während des Krieges jüdische Kinder versteckt hielten, wusste Bart van Es schon -- aber so richtig darüber gesprochen wurde nicht. Ende des Jahres 2014 entschließt sich Bart dann aber doch, genauer nachzufragen, denn "bedenkt man den Zustand unserer Welt, in der der Extremismus überall wieder auf dem Vormarsch ist, ist hier eine noch nicht erzählte Geschichte, die nicht verloren gehen sollte." Liens Geschichte, die Geschichte eines kleinen (erst acht Jahre alten!) Mädchens, das von seinen Eltern in weiser Voraussicht zu wildfremden Menschen geschickt wird, liest man mit Staunen und mit Entsetzen. Wie könnte man selbst, der man in einer Welt der Privilegien und Stabilität aufgewachsen ist, die Erlebnisse eines Kindes während des Zweiten Weltkriegs verstehen? Wie könnte man je verstehen, wie es sich anfühlt, als Kind so isoliert zu leben? Ich hatte beim Lesen dauernd meine eigene achtjährige Tochter vor Augen. Lien wird außer einem Onkel und einer Tante das einzige Mitglied einer großen jüdischen Familie sein, das den Holocaust überlebt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Es hat ihn hart getroffen: Johannes Hosea Stärkle Familie ist in einer Sekte, der Pfarrer berechnend brutal und alles wäre nicht so schlimm, wenn er nicht ständig stottern würde. Aber schreiben kann er und lügen und dieses Talent bringt ihn zwar hinter Gitter, aber einsetzen kann er es trotzdem weiterhin. Ich kenne alle Bücher von diesem schweizer Schriftsteller und endlich schreibt er für den Diogenes Verlag. Sein schriftstellerisches Talent wurde zwar mit zahlreichen Preisen anerkannt, doch noch hat er sich nicht in den Köpfen der Leser einen Namen gemacht. Mit diesem Roman werden Sie eine Freude haben: Selten so gelacht, selten so gscheit unterhalten worden, selten so viel Bewunderung für einen Autor empfunden!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wofür Elena Ferrante 4 Bände braucht, das schafft Raffaella Romagnolo in einem! Mehr muss man über diesen großartigen Roman eigentlich gar nicht mehr schreiben. Romagnolo hat sich ein Dörfchen im Piemont gesucht und hat dort 50 Jahre Geschichte in Prosa verarbeitet. Giulia kehrt 1946 in ihr Dorf zurück, das sie fluchtartig 1901 verlassen hat. Ihre Freundin Anita hat sie verraten, doch das Schicksal meint es mit beiden nicht so gut. Es lebe der italienische Familienroman, "Bella Ciao" wird noch international Furore machen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

2018 hat Elisabeth T. Hager das Hilde-Zach Literaturstipendium für diesen Roman erhalten. Dieser Roman ist eine Meisterleistung. Die Beziehung der jungen Frau zum Urgroßvater ist außergewöhnlich und sie hat mich sehr berührt. Er ist der älteste Mann im Dorf, er hat zwei Kriege erlebt, er ist der letzte Faßbinder Tirols. Tatkas Arbeit mit Holz ist eine Wissenschaft für sich, und Illy lernt so viel von ihm. Die tiefe und innige Liebe zu ihm zeigt ihr den Weg, wie sie den Verlust einer großen Liebe überwinden kann. Die große Überraschung habe ich am Ende der Lektüre erlebt: Wenn man das Cover entfernt und den Leineneinband genau betrachtet, sieht man, dass er wie ein Stück Holz aussieht. Und genau wie auch Holz weiterlebt und sich verändert, genauso lebt die Wärme weiter, die uns dieses Buch vermittelt!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Tobias: In dem Buch „Die Wolfe Trilogie – Underdogs“ sind drei zusammenhängende Geschichten verpackt. Es geht um eine Familie – die Familie Wolfe – genauer gesagt um den jüngsten Sohn Cameron. Er erzählt die Geschichten über sich und seinen Bruder, wie sie versuchen, eigenes Geld zu verdienen, ihre Vorliebe zum Boxen, seine erste große Liebe und vieles mehr. Die Familie steckt in Schwierigkeiten, und auch wenn sie es nur gut meinen, enttäuschen Rube und Cameron ihre Geschwister regelmäßig. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es Stellen zum Lachen, Mitfiebern, Nachdenken und Sinnieren gibt. Es ist sehr real geschrieben, und man kann sich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Außerdem behandelt Cameron bzw. der Autor auch einige philosophische Themen, durch die Cameron das Schreiben erlernt. Doch lest selbst, viel Spaß und spannende Lesestunden…
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Paul Herzfeld, ein Rechtsmediziner des BKA, entdeckt in einer verstümmelten Leiche einen Zettel mit dem Namen seiner Tochter Hannah und einer Telefonnummer. Als er diese Nummer wählt, erfährt er, dass seine Tochter entführt wurde und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, sie zu finden. Seine Jagd sollte eigentlich nach Helgoland führen, aber das Problem ist, dass aufgrund eines Winterorkans die Insel vom Festland abgeschnitten ist. Erstmals hat sich Sebastian Fitzek für einen Psychothriller mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos zusammengetan. Dementsprechend realistisch sind die Obduktionen dargestellt. Nicht unbedingt etwas für einen schwachen Magen. Aber wer Sebastian Fitzek kennt, weiß, dass das eigentlich immer gilt. Die Kapitel sind wieder kurz gehalten, was der Geschichte eine besondere Dynamik verleiht, die meisterlichen Cliffhanger sorgen dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Wohl einer der besten Fitzek-Thriller, die ich bisher gelesen habe.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diese junge Autorin wollte kein Buch schreiben, dass uns die Angst vor den Moslems nimmt. Ihr Ziel war es, über die Familie, den Glauben, die Liebe und die Bindung zwischen Geschwistern zum Ausdruck zu bringen. Ihr erster Roman hat die Aufmerksamkeit von Sarah Jessica Parker gewonnen, die das Buch auch publiziert hat. Fatima ist auch in einer muslimischen Familie aufgewachsen (Wurzeln in Indien). Sie weiß, was es bedeutet, gegen den Glauben der Eltern zu handeln. Ich war tief bewegt von den Antworten, die mir Fatima Farheen Mirza mitgegeben hat. Dieses Buch macht glücklich, frei und man ist danach bereit, zu vergeben.
 
Foto von Johanna  Bernhart

Gerade gelesen

Als ich dieses Kochbuch neu im Regal entdeckte, war für mich sofort klar, dass sich ein Blick hinein mehr als nur lohnen würde - und ich lag richtig. Alexis, bekannt als der charmante YouTube-Küchenheld aus Paris, versprüht in seinen Kochvideos stets gute Laune und schafft es, mit meist wenigen, unkomplizierten Zutaten großartige Gericht zu zaubern. So bietet auch sein erstes Buch einige kulinarische Überraschungen, in die Alexis seinen ganzen Witz und Esprit gesteckt hat. Es macht richtig Appetit, in den einzelnen Kapiteln zu schmökern, die auch immer wieder unterhaltsame Küchenhacks enthalten: "Die Weinauswahl für Normalsterbliche" hat mich zum Beispiel erst vor kurzem gerettet, als ich für ein Abendessen für die Rotweinauswahl zuständig war. Je souhaite à tous un bon appétit!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Nicht nur die tolle Sprache, sondern auch die faszinierende Geschichte hat mir von "Die Farbe von Milch" gefallen. Diesen Erfolg kann Nell Leyshon mit ihrem nächsten Buch "Wald" noch steigern. Zofias und Pawels Geschichte (Mutter und Sohn in Warschau während des Krieges) werde ich nie mehr vergessen. Ich musste ständig an Markus Zusaks "Die Bücherdiebin" denken. Den Krieg aus der Sicht eines Kindes zu sehen, die Angst der Mutter, die sich auf den wohlbehüteten, extrem verwöhnten und wissbegierigen Jungen überträgt, die Flucht in den Wald, etc. niemand kann das besser beschreiben als Nell Leyshon. Das ist wieder einmal ein Buch, das man so richtig genießt, das man ganz, ganz langsam liest, das nie zu Ende gehen soll.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Stammkunde Thomas: „Nicht scheinen, sondern sein.“ ist das zentrale Lebensmotto von Peter Aufschnaiter, der stets zurückgezogen und im Hintergrund steht. Und „Auf einen Wettkampf lasse ich mich nie ein, ich gehe meinen Weg langsam.“ Damit stand er auch ganz im Gegensatz zum Selbstdarsteller Heinrich Harrer. Bereits im Gymnasium interessiert sich Aufschnaiter für die Sprache und Kultur Tibets und Nepals. Diese Leidenschaft wird ihn zeitlebens begleiten. 1939 gerät Peter Aufschnaiter in indische Kriegsgefangenschaft – gemeinsam mit Heinrich Harrer und anderen deutschen Bergsteigern – am Weg zu einer Expedition auf den Nanga Parbat. 1944 gelingt ihnen die Flucht in den Himalaya, drei Jahre sind sie tausende Kilometer durch Tibet unterwegs, bis sie schließlich 1947 in Lhasa ankommen. Peter Aufschnaiter bleibt zeit seines Lebens dort, vermisst und zeichnet Karten bei Entwicklungsprojekten und erhält sogar die Nepalesische Staatsbürgerschaft. Es ist sehr beeindruckend zu lesen, wie ein Tiroler sich dermaßen für die Berge und Kultur Tibets begeistern konnte, dass es zu seiner neuen Heimat wurde. Er unternahm zahlreiche Reise. Mit Heinrich Harrer verband ihn jedoch keine Freundschaft, es war nur eine Zweckgemeinschaft auf der Flucht. In dieser detaillierten Biographie sind Ausschnitte aus Aufschnaiters Tagebüchern zu lesen, sie ist sehr gut recherchiert und bietet viel Hintergrundwissen zu Kultur, Landschaft und Buddhismus. Vor allem wirft dieses Buch einen anderen Blick auf die Zeit der Flucht als „7 Jahre in Tibet“ von Heinrich Harrer.
 
Foto von Florian Lechner

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Es war ein Zufall, der zur Entstehung dieses Buches führte: Eveline Hasler wurde per Losentscheid als Vertreterin der Schweiz zu einem Schriftstellerkongress in die DDR entsandt. Dort traf sie auf Irmtraud Morgner, die sie zum Ehrengrab für Mentona Moser führte. Das Erstaunen war groß, dass die gebürtige Schweizerin Moser der Schweizer Autorin Hasler gänzlich unbekannt war. Morgner übergab ihr einiges Material und bat sie, sich der Geschichte anzunehmen. Das Resultat liegt nun in Romanform vor. Eveline Hasler beschreibt den Weg dieser faszinierenden Frau von der Tochter aus einer der reichsten Schweizer Familien zur Kommunistin, die sich bereits zur Jahrhundertwende für das Frauenwahlrecht einsetzte. Sie machte in London eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin und ließ in Russland ein Kinderheim erbauen. In Ost-Berlin erhielt sie als Dank für ihr Engagement in Deutschland ein Ehrengrab. Ein gut recherchiertes Buch über eine schillernde Frauenfigur des letzten Jahrhunderts und die politischen Umwälzungen ihrer Zeit.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Meinen ersten Carla Bukowski Krimi habe ich verschlungen. Eigenwillig ist sie, und stur, und doch sind alle Sympathien auf ihrer Seite, denn leicht hatte sie es nicht in ihrem Leben. Jahre zuvor hat sie ihren Mann und ihren Sohn verloren, dann stirbt auch noch ihr neuer Lebensgefährte. Diese Krise kann man auch nicht überwinden, wenn man wieder Kontakt mit der eigenen Familie aufnimmt, denn Carla hat gute Gründe, sich von den Provinzlern fernzuhalten. Frostig geht es daheim zu und als ihr Neffe Daniel entführt wird muss Carla einen Vorfall in ihrer Kindheit neu beleuchten. Der Fall bleibt bis zum Schluss spannend und immer wieder tauchen intelligente Satzkreationen auf, die verblüffen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Erik, 14 Jahre aus Bludenz: Garvie Smith erfährt von dem Mord an Cloe Dow und fängt an, seine eigenen Ermittlungen anzustellen. Cloe und Garvie waren vor längere Zeit ein Paar. Zuerst verdächtigt Garvie den Hausmeister der Schule, da dieser Cloe nachgestellt hat. Kurz vor der Festnahme begeht der Hausmeister Selbstmord. Dann findet Garvie heraus, das der Hausmeister unschuldig ist und verdächtigt stattdessen die Winders, denen ein Casino gehört, in dem Cloe oft war. Er fängt sich viele Ermahnungen der Polizei ein, da er sich immer wieder in die Ermittlungen einmischt. Schliesslich kann die Polizei den Fall abschliessen, es kommt zu einer unerwarteten Wendung, und es wird jemand festgenommen, von dem man es nicht erwartet hätte. Mir hat das Buch gut gefallen, da jeder einzige Handlungsschritt gut erklärt wird. Das ist ein sehr gut erklärtes Buch, und ich würde es weiterempfehlen!
 
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Teil vier der Reihe rund um Ermittlerin Beatrice Kaspary vom Landeskriminalamt Salzburg und meiner Meinung nach der bisher beste Teil! Bei einem neuen Mordfall entdeckt Beatrice in der Wohnung des Opfers zufällig mehrere Hinweise, die auf ihr eigenes Leben deuten. Ein Zeitungsartikel und eine CD aus ihrer Vergangenheit. Als noch ein zweiter Mord passiert und ähnliche Hinweise auftauchen, ist Beatrice klar, dass sie den Mörder kennen und selber eine zentrale Rolle in der Mordserie spielen muss.
 
Foto von Nerdlounge

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Ein Kampfpilot steht vor Gericht: er hat über Deutschland ein entführtes Passagierflugzeug abschießen lassen, alle Insassen sind gestorben. Terroristen hatten das Flugzeug unter ihre Kontrolle gebracht und die Piloten gezwungen, Kurs auf die voll besetzte Allianz Arena in München zu nehmen. Der Pilot eines Kampfjets in der Luft steht unter Zeitdruck, ist gezwungen zu handeln und mit ihm steht der Leser vor der Wahl. Recht? Ethik? Moral? Ferdinand von Schirach, selbst Strafverteidiger, stellt all das in Frage.
 
Foto von Nerdlounge

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Band sechs meiner absoluten Lieblingsreihe! Im Jahr 1772 ist die Siedlung Fraser’s Ridge in North Carolina mittlerweile zu einem richtigen kleinen Dorf angewachsen. Der Gouverneur North Carolinas bittet Jamie, das Hinterland unter der Krone zu einen, auch die Indianer. Doch Claire weiß, wie der Krieg ausgehen wird und will nicht, dass Jamie wieder auf der Verliererseite steht. Ein Grenzgang beginnt, bei dem sich zeigt, wer wirklich Freund und wer Feind ist.
 
Foto von Nerdlounge

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Die Familie der 13-jährigen Lenora Allbright will in den 70er Jahren in der Einsamkeit Alaskas einen Neustart versuchen. Lenis Vater war im Vietnamkrieg in Gefangenschaft und hadert mit dem Leben danach. Die Dunkelheit des Winters von Alaska spielt mit seiner Psyche ihre Spielchen, all seinen Ärger lässt er an der Familie aus. Lenis einziger Hoffnungsschimmer in der kalten, dunklen Familienhölle ist ihr Mitschüler Matthew. Leser sollten sich nicht vom Titel in die Irre führen lassen. Der Roman ist fesselnd, spannender als viele Thriller, verstörend und nichts für zart Besaitete.
 
Foto von Nerdlounge

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Kacey ist Teil einer Girl Band und kurz vor dem großen Durchbruch. Nach einem Konzert in Las Vegas verliert sie völlig betrunken und unter Drogen das Bewusstsein. Der Fahrer der Limousine, Jonah, nimmt sie zum Ausnüchtern mit zu sich nach Hause. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, obwohl Jonah ein komplett anderes Leben führt und ganz offensichtlich ein großes Geheimnis hat, das seinen Alltag bestimmt. Herzzerreissend! Alles andere, als eine klassische Rockstar-Kitsch-Geschichte!
 
Foto von Helmut Oefner

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Der Futurologe und Milliardär Edmond Kirsch kündigt an, bei einer medialen Großveranstaltung im Guggenheim Museum in Bilbao, die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu präsentieren, die das Ende aller Religionen bedeuten sollen. Ebenfalls dazu eingeladen ist der bekannte Symbologe Robert Langdon, seines Zeichens Freund und universitärer Mentor Kirschs. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse und die von Dan Brown zu erwartende kulturgeschichtliche Schnitzeljagd diesmal quer durch Spanien beginnt. Wobei mich die Schauplätze besonders begeistert haben: ob das Kloster Montserrat oder allein schon das Guggenheim Museum in Bilbao - eine Google-Suche rentiert sich! Ich muss auch gestehen, dass mir die Palmarianische Kirche - eine Glaubensgemeinschaft, die sich von der Katholischen Kirche abgespaltet und sogar von einen Gegenpapst gewählt hat - völlig unbekannt war. So ging's mir auch diesmal so wie immer mit Dan Brown: neben einer spannenden Handlung habe ich etwas für meine Bildung getan. Dass manchmal die kulturwissenschaftlichen und in diesem Fall auch technologischen Diskurse etwas lang geraten sind, nehme ich dabei gerne in Kauf. Ob einem schließlich die Antworten auf die von Kirsch gestellten existenzialistischen Fragen - Woher kommen wir? Wohin gehen wir? - gefallen, muss jeder selbst beurteilen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Sarah Kuttner hat sich sprachlich sehr entwickelt. Sie behandelt immer äußerst sensible Themen; in diesem Roman geht es um den Tod eines Kindes und die Trauer der Eltern. Trotzdem behält sie ihren Humor, und somit schafft man es als Leser, durch die Tränen weiterzulächeln. Mich hat die Beschreibung der Beziehung zwischen Lena und ihrem Freund fasziniert: Sie ist von einer Lockerheit und einer tiefen Liebe geprägt, und ich habe mir immer wieder gewünscht, so etwas auch mal erleben zu können. Und so lustig Lena und Kurt auch sind, während sie ihr Haus renovieren, das sie extra erworben haben, um Kurts Sohn ein Zuhause zu bieten, sie vergessen nicht, wie vorsichtig man in einer Patchwork-Familie miteinander umgehen muss.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Lea, 11 Jahre aus Wattens: Das Buch geht hauptsächlich um ein Mädchen namens Nessa. Sie muss zu ihrer Tante ziehen und all ihre Freunde verlassen. Dort fand sie schnell eine Freundin; aber auch Feinde. Sie fand heraus, dass ihre Freundin Holly eine Hexe ist, ihre Feinde allerdings auch und sogar Nessas Familie. Schnell wird ihr klar, sie muss sich entweder für die Bluthexen oder für die Silberhexen entscheiden, und ein aufregendes Abenteuer beginnt.... Das Buch war sehr spannend und mitreißend, und man konnte sich gut in die Geschichte hineinversetzen!
 
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Testleserin Lina, 10 Jahre aus Bruck: In dem Buch geht es um Tilda, Anni, Finn und Jonas. Tilda, Finn und Jonas wollten Anni ihr Geheimversteck bei Oma und Opa zeigen . Aber dann stritten sich Jonas und Finn um dem Ball. Finn schoss diesen nach oben und der Ball flog in den Nachbarsgarten. Finn musste den Ball holen. Aber wie kommt er die Mauer hoch? Die Vier holten eine lange Holzleiter und er konnte hinauf klettern. Nach einer Weile machten sich die drei Sorgen und sie beschlossen auch rüber zu klettern und ihn zu suchen. Plötzlich sahen sie ein Gewächshaus, in dem eine funkelnde blaue Blume war. Daneben stand ein unbekannter Mann, neben ihm stand Finn mit dem WM-Ball. Wenn ihr wissen wollt, wie die Geschichte mit dieser magischen Zauberblume weiter geht, dann müsst ihr es selbst lesen. Mir hat das Buch gut gefallen, weil es spannend, lustig und cool war. Mir hat das Buchcover besonders gut gefallen.
 
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Testleserin Magdalena, 11 Jahre aus Innsbruck: Die beiden Zwillinge Alex und Conner leben mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus. Alex ist eine gute Schülerin, Conner schläft immer im Unterricht ein. Eines Tages kam ihre Großmutter, um sie zu besuchen. Da die beiden Kinder Märchen lieben, brachte die Großmutter diesmal ihr altes Märchenbuch mit. Eines Nachts begann es zu leuchten und Alex bemerkte, dass sie Dinge hinein fallen lassen konnte. Einmal kam Alex nach der Schule nach Hause und überlegte, ob sie ins Buch springen sollte. Ihr Bruder Conner stürmte ins Zimmer und sie fiel hinein. Conner sprang sofort hinterher. Dort begann ein aufregendes Abenteuer für sie, woran Wölfe und Trolle nicht ganz unschuldig waren. Mir gefiel das Buch sehr, da es nie seine Spannung verlor und immer wieder neue schwierige Aufgaben auf die Beiden zukamen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Marco, 10 Jahre aus Kirchbichl: Dieses Buch handelt von einem Jungen namens Joe Spud. Joe hat allen Grund glücklich zu sein, denn sein Vater ist Billionär und kann sich einfach alles leisten und Joe jeden Wunsch erfüllen. Als Joes Vater noch nicht so reich war, wickelte er Klopapier um die Klorollen, jetzt hat er Klorollen erfunden, die auf einer Seite feucht und auf der anderen Seite trocken sind, diese Erfindung machte ihn dann "stinkreich". Zu seinem Geburtstag wünscht sich Joe, dass er in eine öffentliche Schule gehen darf. Eines Tages in der Schule lernt er ein Mädchen kennen - Laura - das er sehr gerne mag. Leider weiß Joe nicht, dass ein Vater sie mit Geld bezahlt hat, um seine Freundin zu spielen. Als er dieses Geheimnis heraus findet, läuft Joe von zuhause weg und schläft in einem Müllcontainer vor Rays Laden. Einen Tag später erfährt Joe, dass sein Vater kein Geld mehr hat, weil die ganze Stadt ihn verklagt hat, weil alle einen lila Hintern von seinem Klopapier bekommen haben.... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es sehr lustig war, aber auch zum Nachdenken anregte bzw. zeigt, dass Geld allein nicht glücklich macht. Ich empfehle dieses Buch jedenfalls weiter.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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William Kent Krueger hat einen Roman geschrieben, der den Leser von der ersten Seite in seinen Bann schlägt und nicht mehr loslässt. Die beiden Brüder erleben einen Sommer in New Bremen 1961, der teilweise an den Film „Stand by me“ erinnert. Genauso schön sind die Bilder, die in unserem Kopf entstehen, genauso schön sind die Abenteuer der beiden Jungs. Franks Familie erlebt den Tod hautnah. Der Vater, ein protestantischer Pfarrer kommt an die Grenzen seines Glaubens und Franks Mutter muss erkennen, wie schwierig es ist, zu vergeben. Als Frank 40 Jahre später seine Erinnerungen aufschreibt, lernt er, wie die Entscheidungen in diesem Sommer seine Familie verändert hat und wie stark die Gefühle sind, die das Erzählen in ihm auslösen. Ich war glücklich mit diesem Roman!
 
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Innerhalb einer Generation kann sich alles verändern, doch in Indien stehen die jungen Menschen vor einer gewaltigen Hürde. Es gilt Familienstrukturen, Glanhirarchien und Einflüsse der westlichen Kultur zu überwinden. Jivan kehrt in ein Land zurück, dass ihm nie gehört hat, denn seine Mutter wurde in der Familie nicht anerkannt. Er war immer nur ein Außenseiter, sein Bruder und die Töchter des großen Patriarchaten haben ihn das auch spüren lassen. Wie schwer es für ihn ist, nicht in die Rolle des Opfers zu fallen, muss er gleich nach seiner Rückkehr feststellen! Wer sich an „Shantaram“ erinnert, wird auch mit Preti Tanejas Roman eine große Freude haben.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Was unterscheidet diesen Roman von einem Heimatroman, der – sagen wir mal – in einem Tiroler Bergdorf spielt? Was kann Lars Mytting besser als andere norwegischen Autoren? Mytting hat seinen neuesten Roman in einem bekannten aber entlegenen Tal in Norwegen angesiedelt. Butangen liegt 1880 weit in der norwegischen und europäischen Entwicklung zurück und der engagierte neue Pfarrer möchte nicht nur die Armut verschwinden lassen, sondern auch Geld für die Gemeinde auftreiben, indem er die Stabskirche verkauft und in Dresden wieder aufbauen lässt. Allein für diese Idee und ihre Umsetzung bewundere ich den Autor. Solche Kirchenversetzungen waren damals in Mode, und die Schilderungen über den Transport in Kisten hat mich an Alex Capus gewaltigen Roman „Eine Frage der Zeit“ erinnert. Lars Mytting hat aber auch Figuren geschaffen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Astrid ist sowieso ihrer Zeit weit voraus, der Pfarrer Kai wirkt menschlicher, als es zur damaligen Zeit wahrscheinlich üblich war und der Architekt und Zeichner Gerhard Schönauer ist ein Mann, der zu Großem geschaffen ist. Ich habe seine Zeichnungen vor mir gesehen. Lars Mytting ist es gelungen, die neue und die alte Welt zusammenzubringen: den Mythos der Schwestern-Glocken hat es wirklich gegeben!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Bernhard Aichner hat endlich seinen großen Liebesroman geschrieben. Gut kann er stricken! Sein Material für Kaschmir Gefühl auf der Haut: Ein erstes Kennenlernen am Telefon und unter ungewöhnlichen Voraussetzungen (ein Mann wählt die Erotik-Hotline) und die Frau tut alles, um ihren Kunden in der Leitung zu behalten (mehr Geld für sie). Doch die Wollfäden, die der Autor hier spinnt, verwickeln sich derartig, dass am Ende ein ganz anderes, wundervolles Muster entsteht. Bernhard Aichner schreibt sehr gefühlvoll und doch lustig und diese Leichtigkeit erinnert wirklich an „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Doris Knecht verführt den Leser mit Worten. In ihrem neuen Roman verlässt sie sogar Österreich und wagt einen Blick über den Tellerrand hinaus. Auch politische Themen verweigert sie nicht und jeder Leser kann seine eigenen Rückschlüsse ziehen. Die Tochter ist verschwunden und wenn sie nicht psychische Probleme hätte, wäre das für die getrennt lebenden Eltern nicht so schlimm. Jetzt müssen sie sich zusammenraufen und in Kambodscha und Vietnam nach Lotte suchen. Welche Ängste sie überwinden müssen, welche Erziehungsthemen sie ansprechen müssen und welchen Sinn sie darin finden, das klärt die österreichische Superschreiberin sehr souverän. Sie verführt und unterhält mit Worten, wie immer in ihren Romanen.
 
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Hans Rott ist einer der großen Unbekannten der österreichischen Musikgeschichte. Er war Schüler und Freund Anton Bruckners, der sein Talent nachhaltig förderte. Ingvar Lundqvist widmet sein Buch dem traurigen Leben des Genies, der in großer Armut lebte und mit seiner ersten Sinfonie auf das große Staatsstipendium hoffte, das es ihm ermöglichen sollte, seine Schulden zurückzuzahlen. In der Jury saßen jedoch die Traditionalisten Brahms und Hanslick, die dem Neutöner den Preis verweigerten. In der Folge entwickelte der Komponist einen Verfolgungswahn, der ihn in eine niederösterreichische Nervenheilanstalt brachte, wo er jämmerlich zugrunde ging. Hundert Jahre nach seinem Tod wurde seine Sinfonie in Amerika uraufgeführt und erlebt seither Aufführungen in den großen Konzertsälen der Welt. Ein bewegendes Künstlerportrait und eine späte Verneigung vor einem großen Musiker.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Celestial und Roy sind erst anderthalb Jahre verheiratet, als Roy unschuldig ins Gefängnis kommt. Dieser Umstand macht jede Ehe kaputt, und doch kämpfen die beiden um ihr Glück, denn sie haben es sich gegenseitig versprochen. Wie sehr Roy im Gefängnis leidet, merkt man an seinen Briefen. Und auch wie einsam Celestial ist, obwohl sie nach außen hin immer als starke unabhängige Frau auftritt. Dieser Roman hat es in den USA auf die Bestsellerliste geschafft und auch Michele Obama war tief berührt von der Lektüre. Sein Erfolg besteht darin, dass der Roman das Leben und die Liebe bejaht, auch wenn nur Hürden zu meistern sind.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Passend zum Weltfrauentag ist der neue Roman von Miriam Toews auch auf Deutsch erschienen. In „Die Aussprache“ geht es um eine entlegene Mennonitenkolonie in Bolivien. Dort haben Männer den Frauen Unglaubliches angetan und sie werden nicht dafür bestraft und kommen zurück in die Kolonie. Acht Frauen beraten, wie sie sich schützen können. Sie können nicht lesen und sind in einer Gemeinschaft aufgewachsen, wo das Patriarchat bzw. der Anführer der Sekte ihnen vorgibt, wie sie ihr Leben führen sollen. Einige beschließen zu schweigen, andere wollen Flüchten und Salome möchte kämpfen. Miriam Toews hat ein Stück geschrieben, das sich hervorragend für die Bühne eignet. Für mich hat sie alle Themen angesprochen, die Frauen jahrhundertelang beschäftigten und die so gewaltig sind, dass sie ein Erdbeben im Leser auslösen!
 
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Testleserin Jana, 11 Jahre aus Aurach: Dieses Buch hat Suchtpotential!! Wenn ich nicht zur Schule hätte gehen müssen, hätte ich es wahrscheinlich an einem Tag ausgelesen!! Super spannend und aufregend geschrieben. Manchmal sogar etwas zu spannend, fast schon gruselig. Im Buch geht es um einen 11jährigen Jungen namens Leon. Er ist ein Traumspringer, d. h. er kann in Träume anderer Menschen eintauchen. Als er eines nachts wieder einmal seinen ständig wiederkehrenden Traum träumt, verändert sich alles und er entdeckt seine Gabe. Der Junge erfährt, dass er jemandem helfen muss, dass kann er nur schaffen, indem er von Traum zu Traum springt!
 
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Testleser Matteo, 13 Jahre aus Salzburg: Kalya Ancrums Wicker King erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen August und Jack, der immer mehr in eine Scheinwelt, in der er der Wicker King ist, gerät. Schnell wird August zu Jacks letzter Verbindung zur Realität und lässt sich, um diese nicht auch noch zu kappen, auf Jacks Gedankenwelt ein. Im Stil erinnert mich das Buch ein wenig an Ursula Potznanskis "Erebos", insbesondere in Bezug auf die extrem detaillierte Alternativwelt und ihre anfangs noch recht harmlosen Konsequenzen in der realen Welt, die sich aber schnell drastisch verschlimmern. Wicker King ist als eines der wenigen Jugendbücher, die ich gelesen habe, bebildert und das einzige, dessen Seiten sich im Laufe der Geschichte verdunkeln und zu der düsteren Stimmung der Geschichte beitragen. In den letzten drei Seiten schreibt die Autorin über ihre Meinung zu dem Inhalt ihres Buches und zu Kindern, denen ähnliches wiederfährt. Alles in allem ist Wicker King ein interessantes und einzigartiges Buch, dessen Design diese Eigenschaften noch verstärkt.
 
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Testleserin Hannah Maria aus Innsbruck: Wie beim ersten Teil hat es mich am Anfang ein bisschen schockiert, dass die Frauen in diesen Jahrhunderten so unterdrückt wurden. Aber genau deswegen ist dieses Buch richtig spannend und nicht jeder Autor kann mit Worten solche Gefühle auslösen. Dieses Buch ist perfekt für Menschen, die unbedingt herausfinden wollen, wie es den Leuten früher ergangen ist. Allerdings, da das Buch auch eine Liebesgeschichte ist, empfehle ich es eher Frauen. Sage, die, obwohl sie als normale Bürgerliche geboren wurde, jetzt Lehrerin von den zwei Prinzessinnen ist, ist glücklich darüber, zumindest fast. Denn vor 8 Monaten hat sie sich in Hauptmann Alexander Quinn verliebt, kurz Alex. Endlich kommt er wieder zurück, leider aber nur kurz. Alex bekommt einen geheimen Auftrag. Doch Sage kommt mit, als Lehrerin des Prinzen Nicholas. Schon bald gerät sie wieder in ein Abenteuer das tödlich enden kann ...
 
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Testleserin Jana, 11 Jahre aus Aurach: Elena (13), Matt (13) und Tima (10) haben eines gemeinsam: Sie wachen in jeder Nacht immer genau um 1:34 Uhr auf. Nach einiger Zeit finden sie heraus, was es damit auf sich hat. Sie entdecken auch ihre besonderen Gaben, sie können nämlich mit Tieren sprechen. Diese Begabungen brauchen sie auch, damit sie ihre Stadt von der unheilvollen Macht retten können, die diese bedroht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es äußerst spannend geschrieben ist. Auch die verschiedenen Schriften im Buch (fett, normal oder kursiv) finde ich eine gute Idee. Ebenfalls ist es mir gut gelungen, mich in die einzelnen Personen im Buch hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Wer gerne spannende Abenteuergeschichten mit Teenagern und geheimnisvollen Wesen liest, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen!
 
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Testleserin Marie, 15 Jahre aus Innsbruck: In diesem Buch geht es um die Vorgeschichte der Serie Riverdale. Von außen mag diese Kleinstadt ruhig und unschuldig wirken, aber sie verbirgt viele Geheimnisse. Fragen wie: Warum sind Archie und Jughead zerstritten?, Warum musste Veronica ihr Leben in New York aufgeben? Oder wie sah Bettys Leben früher aus? werden in diesem Buch beantwortet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl ich die dazugehörige Serie nie gesehen habe, ist es mir nicht schwergefallen, der Geschichte zu folgen. Der Schreibstil war sehr angenehm, und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen fertig gelesen. Ich kann das Buch allen, die gerne die Vorgeschichte ihrer Lieblingscharaktere erfahren möchten, empfehlen, aber auch wenn ihr die Serie nicht kennt, ist das Buch sehr unterhaltsam.
 
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Testleserin Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen, die gesamte Geschichte ist gut aufgebaut und schön nachzuvollziehen. Selinas mentale und körperliche Stärke und ihre Fähigkeit, an alles zu denken und alles im Griff zu haben, hat mich sehr beeindruckt. Sie ist unglaublich gerissen und einfallsreich und wie sie Batwing immer wieder spielerisch an der Nase herumgeführt hat, war äußerst unterhaltsam zu lesen. Generell fand ich es gut, dass sie als nahezu unbesiegbar dargestellt wurde und auch die Tatsache, dass immer abwechselnd aus Luke Fox‘ beziehungsweise Batwings Sicht und ihrer erzählt wurde. Die Hintergrundgeschichte mit Harley Quinn und dem Joker wurde gut hineingeflochten und insgesamt war dies eines der besten Bücher, das ich je über Superheldinnen gelesen habe!!
 
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Testleserin Nicole, 11 Jahre aus Wien: Vier Kinder, von denen sich nur zwei kennen, stürzen im Wald ab , kämpfen um das bloße Überleben, lernen einander zu vertrauen und entdecken ein großes Geheimnis und einen höchst seltsamen Mann. Eine packende Geschichte, die einen im Atem hält und nicht mehr loslässt. Gegen Ende möchte man in Tränen ausbrechen, am Anfang ist man erschrocken und neugierig. Man fühlt sich in den Dschungel versetzt, spürt geradezu wie undurchdringlich der Dschungel ist. Das Cover stellt dies sehr gut dar. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Geheimnisse, Dschungelabenteuer und Nervenkitzel mag.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Nicole, Testleserin, 11 Jahre aus Wien: Kiranmala hat ein normales Leben bis zwei Prinzen , ein Rakkosch und zwei geflügelte Pferde ihren Geburtstag in ein unheimliches Abenteuer verwandeln. Leider muss sie feststellen, dass ihre Eltern entführt wurden und sie in eine andere Dimension reisen muss, um sie zu retten. Das Problem ist ihre Familie, denn Kiranmala ist eine Prinzessin - in einer Welt voller Magie . Ich gebe zu, dass ich das Buch anfangs nicht wirklich lesen wollte, doch nach der ersten Seite hatte ich einen anderen Eindruck. Auch wenn der Klappentext nicht wirklich mein Geschmack war, fand ich es genial, genauso wie das Cover. Jetzt ist es in meiner Top-10-Lieblingsbücher-Liste.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Mit „Blasmusikpop“ hat sich Vea Kaiser in mein Herz geschrieben. „Endlich ein erfrischender, witziger und intelligenter Roman einer noch sehr jungen Autorin“, habe ich mir damals gedacht. Und mit „Makarionissi“ ist es weitergegangen, indem sich Vea Kaiser nochmal um einiges gesteigert hat. Kann man das noch toppen? Ja, Vea Kaiser kann es. Sie hat 3 Schwestern erschaffen, Mirl, Wetti und Hedi, die mir mit jedem Kapitel sympathischer wurden, aber auch den Onkel Willi, der es nicht ganz einfach hat mit der Familie. Vea Kaiser vermag es, eine antike und eine nicht so ferne Vergangenheit heraufzubeschwören, die auch heute noch Gültigkeit hat. Und das ist das Geheimnis des Erfolgs von „Rückwärtswalzer“!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Bei diesem Buch stellt sich die Frage: Ist es wirklich ein Thriller, der unter die Haut geht, so wie es der Klappentext verheißt, oder ist es Kunst? Und was kann bzw. was darf Kunst? Alexandra war eine junge, aufstrebende Performance-Künstlerin, die mit dem Tag ihrer Hochzeit ihre Karriere auf Eis gelegt hat, zu Gunsten ihres Mannes Marc und (später dann) der beiden Töchter. Aber war sie mit diesem Arrangement auch wirklich glücklich? Nachdem Alexandra spurlos verschwunden ist und man nach einer Weile vom Schlimmsten ausgehen muss, werden Marc und alle Freunde des Paares nicht müde, das immer wieder so dermaßen zu betonen, dass der Leser gleich ahnt: Da stimmt was nicht! Und als dann plötzlich geheime Briefe auftauchen, die Alexandra all die Jahre von ihrer Studienfreundin Amelia erhalten hat, wird klar: So perfekt war die Fassade nicht. Mir war (leider) relativ schnell klar, was der Knackpunkt sein könnte (und dann auch wirklich war). Marc, der auch nach über einem Jahr noch nicht an Alexandras Tod glauben will und auf eigene Faust nach ihr sucht, nachdem die Polizei den Fall zu den Akten gelegt hat, braucht dafür wesentlich länger. Dass er sogar ganz am Schluss immer noch nicht kapiert hat, was eigentlich los ist, wirkt daher leider etwas unglaubwürdig. Ein weiteres Rätsel: Warum hat er in all den Monaten keinen einzigen Blick in den Reisepass seiner Frau geworfen? Und warum hat die Polizei eigentlich niemals ihn des Mordes verdächtigt? Trotz mancher Ungereimtheiten, ist "Alexandra" ein wirklich spannendes Buch, und vor allem die Bezüge zur Kunst sind mal etwas ganz anderes!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

So wie Joona Linna der absolute Superman unter den (skandinavischen -- aber nicht nur!) Ermittlern ist, ist Jurek Walter der absolute Superschurke. Wir erinnern uns: In Band 5 ("Ich jage dich") wurde er von Saga Bauer, dem weiblichen Pendant zu Joona, anscheinend erschossen, nur um dann in Band 6 ("Hasenjagd") mutmaßlich und in einem schrecklichen Cliffhanger doch wieder aufzutauchen. Und nun ist es Gewissheit: Was rein medizinisch kaum möglich scheint, hat Jurek natürlich geschafft. Er lebt also und macht Joona erneut das Leben schwer, um es mal dezent auszudrücken. Ich habe ehrlich gesagt irgendwann aufgehört mitzuzählen, den wievielten Menschen Jurek nun schon auf dem Gewissen hat. Wie üblich in den Kepler-Romanen ist auch dieser an Grausigkeit und Brutalität kaum zu überbieten. Aber auch wie üblich gilt: leider spannend! Und auch dieses Buch endet (natürlich!) so, dass man auf eine Fortsetzung hoffen kann. Woher das Autorenpaar Kepler diese haarsträubenden Ideen nimmt, bleibt weiterhin ein Rätsel, das mich beim Lesen umtreibt.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Was ist es, was die Liebe zusammenhält? Das ist die grundsätzliche Frage dieses Romans der österreichischen Autorin Theresa Prammer. Auf der Suche nach der Verbindung machen sich die Figuren des Romans: Stefan, Wissenschafter, dem keine längeren Beziehungen gelingen, und seine Schwester Emma, die nach der Scheidung von Georg diesen immer noch liebt und darunter leidet. Vor allem hat Hannah, die Mutter, ein streng gehütetes Geheimnis: Was ist damals mit John passiert? Was verheimlicht sie ihren Kindern? Ein feinfühliger, lebensnaher Roman!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Für mich ist dieser Autor einer von den Guten. Seine Beobachtungen, Skizzierungen und Momentaufnahmen geben mir lange zu denken, sie verändern mich. Irgendwie fühlt man sich danach entweder dem Autor moralisch unterlegen oder machtlos, denn es gibt keine Wahrheit, nur ein Dazwischen. In diesem Buch gibt Ferdinand von Schirach sehr viel Persönliches von sich preis. Seine Erlebnisse zeigen, wie sehr er sich den Menschen verbunden fühlt, wie gut er sie kennt. Er richtet nicht, er sieht es als Herausforderung, uns mitzuteilen, dass wir mehr Verständnis für ihr Handeln haben.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Zehn Kurzgeschichten, die alle in einer Kleinstadt in Kentucky spielen, sind in diesem Band versammelt. Nicht nur der Ort verbindet die abgeschlossenen Geschichten miteinander, es tauchen auch immer wieder Figuren und Schauplätze aus vorangegangenen Erzählungen auf. So entsteht eine lose Verbindung, die noch durch die gemeinsame melancholische Grundstimmung vertieft wird. Goebel gelingt es mit unspektakulären Mitteln, glaubhafte Charaktere und Situationen zu entwickeln und knüpft so an die große amerikanische Erzähltradition an. Ein berührendes Buch , das einen ganz eigenen Zauber entfaltet.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wenn man diesen Roman von Elena Ferrante liest, kann man erkennen, wie fein das Gespür dieser Autor ist und wie viel man schon in diesem 1992 erschienen Roman entdecken kann, das dann in den 4 Neapel-Bänden so richtig zur Geltung kommt. Der Urlaub am Strand bringt in Leda Gefühle hoch, die sie lange verdrängt hat. Sie gibt seltsamen Impulsen nach, die sie in dem Moment selber nicht versteht. In den Tagen, die sie einer neapolitanischen Familie widmet, stellt sie sich Fragen über wichtige Themen einer Frau: warum hat sie die Kinder, als sie klein waren, für über 3 Jahre verlassen, warum war sie eifersüchtig auf ihre eigenen Töchter, warum hat sie sich so von ihrer eigenen Familie distanziert, warum hat sie dem kleinen Mädchen und ihrer jungen Mutter am Strand das angetan? Ferrante wird immer zu meinen Lieblingsautorinnen gehören, denn ihre Einsichten sind so nah dran an der Wirklichkeit, dass der Leser selten im Dunkeln bleibt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Manche Paare in Markus Gassers Geschichten kenne ich, manche nicht. Doch das ist nicht wichtig, denn Professor Gasser kennt sie besser als jeder andere. Er führt seine Leser in eine Welt, die von der Liebe und ihrer Zerbrechlichkeit beherrscht wird. Man ist immer wieder erstaunt, aus welchem Blickwinkel uns Markus Gasser an die Liebenden heranführt. Ein so gerissener und intelligenter Autor ist mir schon lange nicht mehr untergekommen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Alphonse ist glücklich: Er liebt seine Arbeit und die Menschen, die er als Handwerker kennenlernt. Und fast immer erzählen sie ihm ihre Geschichten. Er muss nur zuhören, es geht gar nicht um seinen Ratschlag. Sein heiteres Gemüt steht in völligem Kontrast mit der Gegend, die unterkühlte, verregnete niederländische Landschaft kann dem senegalesischen Musiker nicht viel anhaben. Dreißig Tage lang beobachten und arbeiten wir mit Alphonse, und das Entsetzen am Ende ist groß: Mir schien alles so schlüssig, und Alphonse hat viele Situation souverän gemeistert, doch was sich da am Schluss zusammenbraut, ist kaum vorstellbar. Annelies Verbeke kennt das menschliche Herz und seine Abgründe besser als jeder andere!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieses Buch habe ich ausgewählt, da ich auch eine Nachbarin habe, die über 80 ist und die auch Martha heißt. Martina Bergmanns Geschichte ist aber noch viel spannender als gedacht, doch die Parallelen zu meinem Leben bleiben vorhanden. Sie leitet nicht nur eine Buchhandlung und einen Verlag, sie führt auch privat ein außergewöhnliches Leben. Sie kümmert sich um Martha, indem sie ihre Betreuung übernimmt und bei ihr einzieht. Martha ist zwar dement, aber Martina lernt jede ihrer Verfassungen kennen, und sie kann immer besser damit umgehen. Was um sie herum passiert, ist erstaunlich und Martina Bergmann schildert jede Begegnung so hellsichtig und außergewöhnlich, dass man als Leser den Eindruck gewinnt, Martina kann Wunder bewirken. Die beiden sind glücklich miteinander, sie respektieren sich, auch wenn sich viele im Dorf gegen sie verschworen haben. Martina Bergmann bringt die Dinge auf den Punkt, jeder Satz ist ein literarischer Genuss! Arno Geigers „Der König in seinem Exil“ ist schön, aber „Mein Leben mit Martha“ ist eindeutig besser!
 
Foto von Florian Lechner

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Ein oberösterreichisches Provinznest. Der allseits hochgeschätzte Oberstudienrat lebt mit seiner Frau und seinem hochbegabten Enkel (der neue Mozart) das Leben eines Dorfhonoratioren. Seine Tochter hat er verstoßen, denn sie hat Schande über die Familie gebracht, den Enkel hat er adoptiert. Unter dem tyrannischen Regime des Großvaters entwickelt der Bub erstaunliche pianistische Fähigkeiten, doch ansonsten scheint er etwas zurückgeblieben. Eines Tages kommt es zu einer entsetzlichen Bluttat. Im Gefängnis beginnt der junge Mann, den Ablauf der Tragödie nach und nach zu rekonstruieren, bisher Verdrängtes kommt an die Oberfläche, und das Bild eines menschenverachtenden Scheusals nimmt langsam Gestalt an. Mit grausamer Präzision blickt Evelyn Grill hinter die Kulissen eines nach außen hin vorbildlichen bürgerlichen Lebens und zeigt schonungslos die gesellschaftlichen Strukturen, in denen Machtmissbrauch und Despotismus zu Wahnsinnstaten führen können. Ein intensives Buch, das einem eiskalte Schauer über den Rücken jagt.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Wenn man dieses Buch gelesen hat, bekommt man direkt Lust, selber auf den Spuren der Familie und der Ahnen zu wandeln. Maxim Leo hat sein sogenanntes Reisejahr hinter sich; ein Jahr, in dem er seine in alle Welt verstreute Familie besucht und dafür u.a. nach London, Wien und Haifa reist. Er trifft auf Verwandte, die er entweder schon ewig bzw. noch nie vorher gesehen hat und lässt sich von ihnen ihren Teil der Familiengeschichte erzählen. Aus all diesen Puzzlestücken entsteht ein faszinierendes Bild der ursprünglich aus Berlin stammenden jüdischen Familie Leo. Da ist zum Beispiel Onkel André, der als kleiner Junge mit seiner Mutter Hilde gerade noch rechtzeitig nach England fliehen konnte. André weiß nicht mehr, was er empfand, als der Krieg endlich vorbei war, aber was er noch weiß: Auf einmal gab es endlich wieder Zwiebeln, die in den letzten beiden Kriegsjahren in England kaum zu bekommen waren. Deshalb hat der Tag des Sieges über Deutschland für ihn bis heute einen Zwiebelgeschmack. Es sind diese vielen liebenswerten Anekdoten, die das Buch so lesenswert machen und einem die Familie Leo ans Herz wachsen lassen!
 
Foto von Florian Lechner

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Daniel Benchimol, frisch geschiedener angolanischer Journalist, träumt immer wieder von derselben Frau. Durch Zufall findet er heraus, dass es sich dabei um eine südafrikanische Künstlerin handelt, die Träume malt und mit einem brasilianischen Neurochirurgen zusammenarbeitet, der Träume wissenschaftlich aufzeichnet. Daniels Freund Hossi taucht immer wieder in den Träumen der verschiedensten Menschen auf, träumt aber selbst nicht. Daniels Tochter Karinguiri träumt von einem freien Angola und tritt dafür in Hungerstreik. Als Hossi nach einem Attentat im Koma liegt und Karinguiri immer weiter geschwächt ist, gibt Daniel ein Interview, in dem er den Präsidenten direkt attackiert; Hossi schleicht sich unterdessen ein letztes Mal in die Träume aller Angolaner. Ein schön geschriebener Roman über die Macht der Träume, die manchmal ganze Systeme ins Wanken bringen kann.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Was macht eine Ehe aus? Was hält Paare auch nach 20 Jahren zusammen? Das müssen sich Marc und Irma fragen, als es nach dem 20-jährigen Hochzeitsjubiläum zu Krise und Trennung kommt. Irma müht sich mit einer Übersetzung eines berühmten französoschen Autors ab, Marc als Architekt mit Entwürfen von Alltagsgegenständen. Ist das alles? Woraus besteht das Leben, aber vor allem: Was macht die Liebe aus? Aber auch bei den befreundeten Paaren sind die Beziehungen schwierig, von Affähren belastet und Eifersucht geprägt. Was bleibt von diesen längjährigen Freundschaften? Ein Roman, der uns den Alltag mit all seinen Problemen, Zerwürfnissen, Krisen, aber auch Träumerein, Festen, Gesprächen mit Freunden eindringlich vor Augen führt, was Bestand hat.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: Im Buch „Cainstorm Island – Der Gejagte“ geht es um einen Jungen, der auf dem verarmten Kontinent Cainstorm wohnt und für ein Unternehmen namens Eyevision arbeitet. Er filmt durch seine Augen, was er erlebt und Leute auf dem reichen anscheinend perfekten Kontinent gucken sich diese Videos dann an. Doch das ist nicht nur gefährlich, als er durch Zufall auf die Zielscheibe einer berüchtigten Gang landet, steigen zwar die Zuschauerzahlen, aber auch die Zahl der Feinde wird immer größer, bald wollen ihn drei Parteien tot sehen. Ob er dem Tod noch entkommen kann? Wohl nur mit unglaublich viel Glück, doch Verluste wird er wohl oder übel einstecken müssen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es spannend und wirklichkeitsnah erzählt ist. Ich würde es definitiv jedem weiterempfehlen, auch Leuten, die nicht so lesebegeistert sind, den diese können durch das Lesen dieses Buches erfahren, wie spannend ein Buch sein kann. Viel Spaß beim Lesen!!!
 
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Testleserin Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, alles wurde sehr fantasievoll und facettenreich beschrieben. Besonders wichtig erscheint mir auch, dass es zeigt, dass man schlechte Erlebnisse und Taten als solche annehmen oder für immer mit sich herumtragen kann. Mariels Gefühle und Gedanken haben mir sehr gut gefallen, auch die Tatsache, dass sie sich in Nurnen immer wieder ihren Ängsten stellt und so diese auch im Laufe des Buches besiegen kann. Definitiv ein sehr durchdachtes und sehr gut geschriebenes Buch, das auch Probleme der heutigen Gesellschaft aufzeigt und diese verarbeitet. Die Charaktere werden so komplex und vielfältig dargestellt, das sie schon fast wie Freunde erschienen, auch die gesamte Storyline war passend und spannend geschrieben.
 
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Testleser Gernot, 10 Jahre aus Hall: In der Geschichte geht es darum, dass Jubas Eltern vom Kaiser Domitian des Hochverrats beschuldigt werden. Mitten in der Nacht wird Juba von seinen Eltern aufgeweckt und von seiner Mutter aufgefordert, mit seinen Geschwistern aus Rom zu seinem Onkel nach Britannien zu fliehen. Mit Hilfe einen Seemannes gelingt ihnen die Flucht auf einem Schiff. Als sie endlich bei ihrem Onkel angekommen sind, stellt sich heraus, dass dieser Kinder als Sklaven hält. Nun versuchen sie mit allen Mitteln, diese Kinder zu befreien. Doch sie haben nicht damit gerechnet, dass ihnen Spione des Onkels auf den Fersen sind … Was auf dieser Flucht alles Abenteuerliches passiert, verrate ich euch nicht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es im alten Rom, 94 n. Chr. Spielt. In dieser Zeit war ja alles ganz anders, z. B. gab es damals nur Pferdewagen. Ich bin froh, dass es heute keine Sklaverei mehr gibt. Das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend spannend, manchmal auch gruselig!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Warum sind sie noch zusammen: Irma und Marc, Anette und Anatol, Bea und Finn, Axel und seine neue Flamme Ona, Alice und Fred, etc? Der Freundeskreis ist groß und Alice schafft es immer wieder, gemeinsame Feste zu organisieren. Und als Anatol das große Hotel kauft, das für die Freunde ein Ort der Begegnung und des Rückzugs werden soll, lösen sich doch die einzelnen Verbindungen auf und jedes Paar für sich genommen erlebt in den 20 Jahren ihre eigenen Höhen und Tiefen. Ich muss gestehen, dieser Roman übt einen unglaublichen Sog auf den Leser aus. Plötzlich sind einem alle Figuren sehr wichtig und man kann sie alle so gut verstehen, wie sie handeln, fühlen und denken. Wie sie streiten und worüber sie sich aufregen. Nicht nur Marc und Irma haben zu kämpfen und würden gerne alles hinschmeißen, auch den anderen ergeht es so. Dieser Roman trifft ins Herz und beantwortet gleichzeitig viele Fragen, die sich in einer Beziehung ergeben. Jedes Paar hat die Möglichkeit, eine Alternative zum Beziehungsalltag zu finden.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Es ist nicht lange her, dass ich den Roman "Durch alle Zeiten" gelesen und verschlungen habe. Trotzdem musste ich mich an Helga Hammers neues Buch gewöhnen, denn irgendwie war es so anders und trotzdem ungewöhnlich. Der Teil des Romans, der in Bali spielt, hat mich sehr an "Eat Pray Love" von Elizabeth Gilbert erinnert. Beim Lesen vergisst man, dass Johanna bereits 68 Jahre alt ist. Ein echtes ganzes Eheleben umfasst der Roman. Johanna möchte sich nach all den Enttäuschungen endlich frei fühlen und mit einem neuen Mann ein neues Leben führen. Ihre Gefühle kann ich nachvollziehen: die Angst nach 50 Ehejahren, das Gewohnte zurückzulassen, muss unglaublich sein. Aber nach diesem Buch weiß man, dass Gefühle, die Erotik und die Sehnsucht nach einem Partner auch im hohen Alter noch Flügel verleihen können!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Enteignung findet auf mehreren Ebenen statt: Der Bauer Flor verliert einen Hügel an die Gemeinde (dort sollen Windräder gebaut werden) und Yan, ein Journalist, zieht zurück in das Dorf seiner Jugend, wo er eine Stelle bei einem Lokalblatt antritt. Der banale Alltag wird zur Herausforderung und als Yan beim Bauern anheuert, wird das Leben auf dem Land immer rätselhafter für ihn. Reinhard Kaiser-Mühlecker wurde bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Er ist ein Meister des Unverfälschten, er schreibt mit Tiefsinn und Kalkül.
 
Foto von Johanna  Bernhart

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„Der Wanderwolf“ entführt uns in die Wildnis Nordamerikas und erzählt von zwei Abenteuern, die voller Spannung und Emotionen stecken: Die eine Geschichte dreht sich rund um Alana, eine junge, neugierige Studentin, die sich ihre Zukunft nicht von ihren karriereorientierten Eltern vorschreiben lassen möchte, sondern ihren eigenen Weg gehen will. Ihr starker Wille und ihre Begeisterung für amerikanische Geschichte führen sie bis nach Wyoming in das „Mountain Man Museum“, in dem sie eine Praktikumsstelle bekommen hat. Dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einer hautnahen Begegnung mit dem Wanderwolf Shadow, der selbst bereits eine aufregende Reise hinter sich hat… Seine abenteuerliche Geschichte wird parallel erzählt: Der mutige Wanderwolf hat sein Rudel hinter sich gelassen und legt nun Tausende von Kilometern zurück, um eine neue Partnerin zu finden. Werden Shadow und Alana am Ende ihre Ziele erreichen und die vielen Hindernisse erfolgreich überwinden? Ein packend erzähltes Buch, in dem Liebe, Abenteuer und Freundschaft so manche Grenze überwinden!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

„Irgendwann werde ich euch alles erzählen“ (übersetzt in 14 Sprachen“) oder „Muldental“ – mit diesen beiden Büchern hat sich Daniela Krien einen Namen erschrieben. Im Diogenes Verlag zu publizieren, das sollte eigentlich der Traum eines jeden Autors sein. Fünf Frauen in Kriens Roman glauben noch an die Liebe, auch wenn sie sie bereits verloren oder niemals kennengelernt haben. Wer glaubt, Daniela Krien hat eine Liebesschnulze verfasst, der irrt sich gewaltig. Und wer glaubt, dass sind nur Geschichten, der liegt auch falsch. Die Figuren kennen sich oder sind miteinander verbunden, chronologisch schreibt sich Krien nach hinten, also in die Vergangenheit. Und das macht Sinn, denn oft begreift man als Leser erst später, wieso sich die Frauen so sehr nach Freiheit sehnen!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Fünf Frauen und ihre Schicksale werden in diesem Roman meisterhaft miteinander verwoben. Und irgendwie erkennt sich frau ein wenig in jedem dieser Frauenleben. Die Autorin erzählt in fünf Kapiteln von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde Diese Frauen versuchen, ihr scheinbar vorbestimmtes Dasein nicht einfach hinzunehmen, sondern auszubrechen aus den Verpflichtungen als Mutter, Ehefrau, Geliebte und Tochter. Schon lange keinen so perfekt konstruierten Roman mehr gelesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ich kann mich noch gut an den Besuch der Grande Dame der italienischen Literatur in Innsbruck erinnern. Trotz ihres Alters wirkte sie sehr robust, sehr interessiert an allem und strotzte vor Energie. Ihr neuer Roman widmet sich einem leichteren Thema: den Frauen und ihrer Liebessehnsucht. Die 3 Damen, die im selben Haushalt wohnen, sind sehr unterschiedlich, und doch merkt man, dass auch Francesco, ein Mann, das Gleichgewicht niemals zerstören kann. Vor allem die Großmutter ist mit ihren 60 Jahren den beiden jüngeren weit voraus. Und alle 3 lieben die Worte: Gesuina erzählt ihrem Diktiergerät ihre Gedanken, Maria schreibt Briefe an ihren französischen Geliebten und Lori, die Enkelin führt ein verstecktes Tagebuch. Und die Gedanken der drei Frauen sind es wert, gelesen zu werden!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Walter Grond erinnert mich immer mehr an den Georg-Büchner-Preisträger Walter Kappacher. Genauso ehrgeizig und raffiniert geht Walter Grond an die Thematik ran: Die Familie zieht in die Provinz, in ein Kaff und wie lange wird es dauern, bis man dazugehört? Soviel kann ich Ihnen schon verraten: Niemals! Die Familie wird zum Spiegel der kleinbürgerlichen Gesellschaft. An ihr wird die eigene Spießigkeit und der eigene Starrsinn gemessen, aber verlieren wird immer die fremden Bürger. Walter Grond hat ein beachtliches Szenario geschildert, nur etwas schade fand ich, dass die Erzählung nicht länger war. Dieser subtile Spannungsaufbau war genial, und jetzt muss ich halt auf ein neues Werk von Walter Grond warten!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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„In der Liebe ist alles wahr und falsch zugleich; sie ist das einzige Thema, über das man unmöglich etwas Absurdes sagen kann.“ Paul versucht, Jahrzehnte später, sich ein Bild von seiner ersten und einzigen Liebesbeziehung zu machen. Mit 19 scheint einem noch alles möglich zu sein, auch wenn die Frau fast 30 Jahre älter und verheiratet ist. Julian Barnes hat sich bereits mit "Vom Ende einer Geschichte" in mein Herz und meinen Kopf geschrieben. Selten berührt mich ein Roman längerfristig, nur Barnes schafft es, mit seiner Menschlichkeit der Wahrheit sehr nahe zu kommen.
 
Foto von Florian Lechner

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Zwei Sterbehelfer, eine leere Villa, eine Schallplatte mit Schumanns Träumerei - so beginnt eine spannende Reise in die Vergangenheit. Donati, der eigentlich aus dem Leben scheiden wollte, ist so von Schumanns Träumerei fasziniert, dass er sich auf den Weg durch die Pianobars der Stadt macht. In einem Lokal wird er fündig, und der Barpianist spielt das Stück für ihn. Im weiteren Gespräch entpuppt sich dieser als ehemaliger Schüler und Geliebter von Vladimir Horowitz. Gemeinsam treten Donati und Kaufmann eine Reise zu den Stätten dieser großen Liebe an. In Rückblenden wird die Karriere des Jahrhundertpianisten erzählt, seine schwierige Beziehung zum despotischen Schwiegervater Toscanini, mit dessen Tochter Horowitz eine Scheinehe führte, seine Freundschaft mit Rachmaninov und seine komplizierte Liebe zu seinem Klavierschüler Kaufmann. Lea Singer entwirft auf Basis von Briefen und Tagebucheintragungen ein faszinierendes Künstlerportrait, in dem politische Entwicklungen und gesellschaftliche Konventionen eine entscheidende Rolle spielen.
 
Foto von Martina  Lindenthal

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Mari erhält an ihrem 18.Geburtstag per Post von ihrer Tante eine riesigen Wanderrucksack, ein Paar Wanderschuhe und ein Trailtagebuch für den Yosemite - Nationalpark. Ihre Cousine Bri wollte dieses Abenteuer erleben und nun muss es Mari für sie erwandern. Spannend, nachdenklich aber auch sehr aufbauend wird diese Geschichte erzählt, teilweise mit Notizen und Illustrationen von Imke Sönnnichsen. Mari kommt nach diesen Wochen als ein ganz neuer Mensch zurück und ich hoffe, dass für uns Leser auch noch ein zweiter Band erscheinen wird.
 
Foto von Johanna  Bernhart

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Als Universitätsprofessor hält Markus Gasser mit Feuereifer Vorträge über Klassiker der Weltliteratur, als Youtuber dreht er inspirierende Literatur-Videos und als Autor schreibt er - wie könnte es auch anders sein - in seinem neuesten Buch mit Leidenschaft darüber, wie SchriftstellerInnen ihre meist unbekannten Liebesabenteuer in Literatur verwandelt haben. "Die Launen der Liebe" bietet ein ganz besonderes Panorama der Liebe und der Literatur: Seite um Seite habe ich gestaunt und mitgefiebert, wenn es zum Beispiel um Bettine von Armins naive und berauschte Liebe zu Goethe ging oder um Sylvia Plaths und Ted Hughes zerstörerische Leidenschaft zueinander. In den einzelnen Kapiteln begegnet man Literaten und Poeten, die man gewiss schon kennt und schätzt, entdeckt mitunter aber auch neue Autoren aus den unterschiedlichsten Zeit- und Lebensumständen. 15 wahnsinnig inspirierende Geschichten, bei denen Literaturfans absolut auf ihre Kosten kommen!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Nachdem der Kampa Verlag letzten Herbst bei mir sowohl für große Freude - endlich geht es weiter mit Inspektor Gamache! - als auch für Verwirrung - warum halten die denn die Reihenfolge nicht ein? - gesorgt hat, scheint nun alles in geordnete Bahnen gelenkt zu werden. Denn nun ist auch Band 1 der erfolgreichen kanadischen Krimireihe wieder auf deutsch erhältlich. Und wie man aus ziemlich sicherer Quelle weiß, soll etwa alle sechs Monate ein weiterer Band folgen. Wenn das stimmt, bin ich auf Jahre mit gutem Lesestoff versorgt, denn Penny hat mit Three Pines, dem Dorf in den roten Wäldern, einen Ort erschaffen, an dem man gerne länger verweilen möchte. Und Inspektor Gamache ist mit Sicherheit einer der spannendsten und sympathischsten Ermittler, die die Kriminalliteratur zu bieten hat!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Elise, halb Puerto-Ricanerin, in ärmlichen Verhältnissen und ohne Schulabschluss aufgewachsen, trifft auf Jamey, Yale-Student und Sprössling einer der reichsten amerikanischen Familien. Konflikte scheinen dadurch vorprogrammiert. Denn Jamey versteckt Elise vor seiner Familie und seinen Freunden. Zunächst scheint es nur eine intensive, rein körperliche Afäre zu sein, doch daraus wird Liebe, und Jamey setzt sich über die Konventionen hinweg, zieht mit Elise zusammen, gibt sein Studium auf und versucht, ein neues Leben aufzubauen. Ob und wie das gelingt, wird in diesem aufrüttelnden Roman perfekt erzählt. Beide Personen, vor allem Elise wird hautnah charakterisiert. Man ist hin- und hergerissen, ob man sie bemitleiden oder über sie verärgert sein soll. Auch Jamey macht eine beachtliche Wandlung durch. Lesen Sie dieses Buch!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Amitava Kumar erinnert mich an den Autor Gary Shteyngard. Das Leben des jungen, indischen Studenten Kailash ist reich an neuen Erfahrungen. Vor allem die Frauen interessieren ihn, und er glaubt, er könnte durch die Liebe zu ihnen die amerikanische Kultur besser verstehen. Sein Wissensdurst wird aber auch auf der Universität gefördert, denn seine Professoren forschen schon seit Jahrzehnten auf dem Gebiet des Multikulturalismus. Kumars Aufsätze und Notizen, seine Randbemerkungen, etc. sind klug und lebenslustig. Immer wieder kehrt er gedanklich auch nach Indien zurück, denn seiner Heimat bleibt er immer verbunden.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Diesen Roman habe ich verschlungen. Und ich schäme mich, dass ich die Werke dieser großartigen koreanischen Autorin nicht früher entdeckt habe. Von „Die Vegetarierin“ habe ich nur Positives gehört. „Deine kalten Hände“ ist in Korea bereits 2002 erschienen. Jang Unhyong ist Bildhauer, der vor allem mit Gipsabdrücken von Körperteilen arbeitet. Vor allem die Hände von L. haben es ihm angetan und er taucht immer mehr in ihr Leben ein, das von einem großen Schmerz geprägt ist. Han Kang schreibt mit einer Brutalität, die wirklich unter die Haut geht. Wie ein Gipsabdruck hinterlässt sie Spuren in unseren Köpfen, die man tagelang nicht mehr los wird.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Je mehr Romane ich von diesem österreichischen Autor lese, umso zugänglicher und sympathischer wird er mir. Malina kommt mir schon bekannt vor, bevor ich ihre Geschichte kenne, und doch ist sie wieder einzigartig: Malina wurde erzählt, dass ihre Großmutter Krystina tot ist, und als sie plötzlich ein Paket mit Geld von ihr erhält, wird es für die junge Studentin Zeit, zum Häuschen im Wald zu fahren. Es wird Zeit, Antworten zu bekommen auf die Fragen, die sich Malina ihr ganzes Leben lang gestellt hat. Krystina ist so ungewöhnlich und stark, so extravagant und hipp, dass sich der Leser bald auf einem Tripp befindet, der besser nicht mehr sein kann!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Heute mal ein Buchtipp für ein wirklich außergewöhnliches Sach-Bilderbuch. Markus Bennemann stellt allen interessierten Lesern, egal ob klein oder groß, zehn Tiere und ihre raffinierten Jagdtricks vor. Habt ihr zum Beispiel gewusst, dass Buckelwale manchmal im Team jagen und eine Art "Netz" aus Luftblasen über die Beute stülpen? Dass die Bolaspinne eine geschickte Lassowerferin ist und der Schützenfisch auch "lebende Wasserpistole" genannt wird? Dieses schöne Buch besticht durch die geradlinigen detaillierten Zeichnungen und die großen Seiten, die sich in alle Richtungen aufklappen lassen.
 
Foto von Florian Lechner

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Der Alligator und seine Freunde, das Gehirn und Rossini, sind zurück - und wie! Mit vollem Einsatz manövrieren sich die drei Kämpfer für das Gute durch einen zunächst undurchschaubaren Dschungel aus Drogengeschäften und Menschenhandel. In ihrer verdeckten Ermittlung ist anfangs nicht ganz klar, wer auf welcher Seite steht, und als auch noch eine attraktive Halbweltsschönheit das Herz des Alligators erobert, scheint die Operation endgültig aus den Fugen zu geraten. Voll Witz und Tempo lässt Carlotto seine Figuren in ein kriminelles Netzwerk eintauchen, bei dessen Zerschlagung jedes Mittel recht ist. Für Noir-Fans ein absolutes Muss!
 
Foto von Bea Mader-Schwarz

Gerade gelesen

Nordlondon, St. Jude, ein ehemaliges Krankenhaus: Eine Leiche wird entdeckt, die schon zum Teil mumifiziert ist. Die Polizei findet noch zwei Tote in einem versteckten Raum. Beide sind vollständig bekleidet und ans Bett gefesselt. Dr. David Hunter wird mit der forensischen Untersuchung betraut. Dann wird ein junger, selbstbewusster Kollege mit der Begutachtung der zwei Leichen beauftragt, was Hunter überhaupt nicht behagt.Zudem wird er mit einem Fall aus seiner Vergangenheit konfrontiert, die ihm den Schlaf raubt und an die Nerven geht.... In seinem 6. Fall darf die Leserschaft wieder über die Schulter des forensischen Anthropologen schauen und an seiner Arbeit und seinen wissenschaftlichen Erklärungen hautnah teilnehmen. Simon Beckett ist Preisträger des RIPPER AWARD 2018/19 – zu Recht: ein spannender und fesselnder Erzähler.
 
Foto von Reinhard Atzl

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Roman, der soeben im Klett-Cotta Verlag erschienen ist und mich nicht nur begeistert, sondern auch zutiefst berührt hat. Ein zarter funkelnder Diamant, zart, weil Illys „erster Tag im Mai 1986“ als acht jähriges Mädchen erzählt wird, und funkelnd, weil dieser Roman viel Aufsehen im österreichischen Literaturbetrieb erregen wird. Nach ihrem ersten Roman „Kometen“, 2012 erschienen, der auch schon die erfrischende Geschichte einer jugendlichen Häutung erzählte, kommt jetzt, sieben Jahre später, ein echtes kleines Epos. Ein Leben in fünf Tages-Ereignissen, tiefe Gefühle, reife Gedanken und eine wahre Liebe, die selten so wahrhaftig, ehrlich und verletzlich geschildert wurde. Das berührt und bewegt die Seele des Lesers. Auf Preise wird Frau Hager nicht lange warten müssen und LeserInnen von Taschler, Melandri und Seethaler können sich freuen, eine weitere neue Lieblingsautorin entdeckt zu haben ...
 
Foto von Maxie Bantleon

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Das schöne an den Romanen von Anne Tyler ist, dass sie so normal sind. Auch wenn ihre Hauptfiguren oftmals eher etwas schräge Typen sind oder ein leicht verkorkstes Leben führen, hat man immer das Gefühl, man könnte eventuell selber mal etwas vergleichbares erleben bzw. jemanden zu kennen, dem ähnliches widerfahren ist. Zum Beispiel Willa und ihr angepasstes Leben: Als kleines Mädchen stets bemüht, es ihrer unberechenbaren Mutter recht zu machen. Als 21jährige Studentin urplötzlich und für ihren Geschmack viel zu früh verheiratet, weil Derek es so wollte, "den Abschluss kannst du doch dann immer noch machen, Willa." Früh verwitwet, eine zweite Ehe mit Peter, dem erfolgreichen Anwalt, der sie bezeichnenderweise immer "Kleines" nennt. Mehr als ihr halbes Leben hat Willa wahrscheinlich nichts anderes getan, als das Verhalten irgendeines Mannes zu rechtfertigen. Erst Derek, dann Peter. Beide waren vorangestürmt, während sie hinterherzockelte, alles wieder ins Reine zu bringen versuchte, rechtfertigte und erklärte. Daher ist es umso erstaunlicher, dass ein einziger Anruf dieses Leben plötzlich umkrempelt. Denise, die Exfreundin ihres Sohnes, hat sich das Bein gebrochen und braucht nun Willas Hilfe. Und Willa wächst über sich hinaus...
 
Foto von Maxie Bantleon

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Meinen ersten Wal vergesse ich garantiert nie, was aber zu einem guten Teil auch an der zugehörigen Bootsfahrt liegen mag. Denn eins ist klar: So richtig seefest bin ich leider nicht. Daher bietet es sich an, in dem schönen und wunderbar handlichen Bildbändchen von Walexperten Ralf Kiefner zu blättern. Er nimmt den Leser mit auf seine zahlreichen Reisen rund um die Welt, stellt in kurzen informativen Texten die verschiedenen Walarten vor und beschreibt berührende Begegnungen mit diesen beeindruckenden, irgendwie merkwürdigen Lebewesen. Ein wunderschönes Buch für alle Wal-Fans, das einen nicht vergessen lässt, dass die meisten Walarten gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Und dass es immer noch Nationen gibt, die kommerziellen Walfang betreiben.
 
Foto von Florian Lechner

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Julian Barnes ist ein Großmeister der Verknappung. Hier gibt es nichts Unnötiges, kein Dekor und kein Blabla. Seine neue Geschichte beginnt ungewöhnlich heiter, fast übermütig, doch schon bald kommt es zu ersten Eintrübungen, und es dauert nicht lange, bis wir uns in einer veritablen Tragödie befinden. Die Entwicklungen, die die einzelnen Protagonisten durchmachen, werden präzise und anschaulich geschildert, man kann jeden einzelnen Schritt in Richtung Katastrophe gut nachvollziehen. Ein trauriges Buch über das Scheitern von Beziehungen, das den Leser in seinen Bann zieht!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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In der Geschichte der Ukraine hat es immer wieder Helden gegeben, die für eine staatliche Unabhängigkeit gekämpft haben. Die Bachmann-Preisträgerin Tanja Maljartschuk hat Lypynskyi gewählt. Für die Ich-Erzählerin nimmt er hohen Stellenwert ein. Je mehr sie sich mit dem zerrissenen Land beschäftigt, umso mehr überwindet sie ihre eigenen Ängste. Ich habe später viel über das ukrainische Volk nachgelesen und ich bewundere Maljartschuk für diesen gelungen Roman, mit dem sie der Wahrheit sehr nahe kommt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman ist makellos, perfekt wie das Wasser. Und zwischen den Geschwistern und den Eltern gibt es eine Brücke und eine magnetische Kraft. Dieses Proton heißt liebe. Klingt kitschig, ist es aber ganz und gar nicht. Sondern nur menschlich. Theresa Ptammer hat den Roman mit einer filmreifen Szene begonnen, die Klarheit in das Leben der Geschwister bringt: Hannah hat Geburtstag und danach verschwindet sie, als hätte sie einen Geist gesehen. Auch John, ihr Mann und Vater von drei Kindern ist genauso plötzlich verschwunden. Wiederholt sich die Geschichte? Theresa Prammer ist eine hervorragende Schreiberin und Regisseurin und für diesen Roman soll sie den österreichischen Buchpreis bekommen, so wie sie für ihren Krimi "Wiener Totenlieder" den Leo-Perutz-Preis bekommen hat. Ich drücke ihr die Daumen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Obwohl sich die Autorin zum Schreiben immer in eine einsame Gegend zurückzieht, möchte man doch meinen, dass sie ständig auf Reisen ist. Sie hat viele Geschichten, Legenden, Mythen und Begegnungen in dem Buch "Unrast" gesammelt. Diese Geschichten sind der Ursprung allen Seins, sie sind der Anfang und das Ende der Reise. Die Ich-Erzählerin möchte ihren Beobachtungen keine tiefere Bedeutung geben, sie ist von Unrast geprägt und sich dessen bewusst. Das macht sie zu einer besonderen Beobachterin: sie notiert alles und sie erkennt die Ziele der Reisenden. Es sind Geschichten vom Verschwinden und Ankommen, sie lüftet Geheimnisse und als Leser findet man immer wieder einen roten Faden, der sich durch das Buch zieht. Eine wunderschöne Sammlung für eine Reise zum Ich!
 
Foto von Florian Lechner

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Julius Blüthner war ein begnadeter Klavierbauer, dessen Instrumente besonders wegen ihres goldenen Klangs berühmt waren. Eines seiner Pianos steht im Mittelpunkt des Romans von Chris Cander. Es wird zum Dreh- und Angelpunkt zweier tragischer Familiengeschichten, die uns von St.Petersburg nach Kalifornien führen. Liebe und Leidenschaft, Verlust und Trauer sowie die Last der Vergangenheit sind die großen Themenkreise, um die die Geschichte kreist, zusammengehalten durch Skrjabins Musik. Die Autorin beschwört magische Klänge und Landschaften herauf und beschert ihren LeserInnen dadurch einen höchst sinnlichen literarischen Genuss.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Eva ist manipulativ und irgendwie bekommt man das Gefühl, dass es ihr ganz recht ist, in die Psychiatrie eingeliefert zu werden. Sie weiß alles besser und mit ihrem Mundwerk therapiert sie sich selbst, die anderen Patienten, den Psychiater Korb und den Leser gleich mit. Teilweise habe ich "femdgeschämt", dann wieder "fremdgefreut", denn die Psychiatrie ist laut Eva gar nicht so schlimm, nur langweilig und blödsinnig halt. Wie "geistesgestört" muss man sein, um sein einen genialen Erstlingsroman zu schreiben? Angela Lehner manipuliert auch den Leser, denn beim Ende war ich mir plötzlich meiner Sache nicht mehr sicher: Lügt Eva und war es doch ganz anders? Großartig geschrieben, sehr witzig und doch äußerst intensiv!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Diese Neuauflage vom Kampa Verlag erinnert mich an die großartige Autorin Jane Gardam. Susan Hill braucht zwar weniger Worte, um eine Geschichte zu erzählen, doch ihre Stimme geht genauso tief. Die vier Geschwister (Colin, Frank, May und Bernadette) sind auf dem Beacon Hof aufgewachsen, May war ein Jahr in London auf dem College, zwei Geschwister haben geheiratet und Frank ist verschwunden. May ist bei ihren Eltern geblieben und hat sie bis zu ihrem Tode gepflegt. Franks Buch über die Familiengeheimnisse bringt großes Unglück über die anderen Geschwister, und es müssen Entscheidungen über die Zukunft getroffen werden. Diese Entscheidungen in dem Roman vollzieht Susan Hill so unspektakulär und still, dass man ganz hingerissen über ihre Raffinesse.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Gerda und Yann ziehen in ein altes Haus und erfüllen sich einen Traum. Aber wessen Traum ist es eigentlich? Möchte Gerda nur Hausfrau sein und ist sie glücklich ohne Job? Und möchte Yann als Alleinverdiener die ganze Last tragen? Bei beiden Mitdreißigern spielt sich sehr viel im Kopf ab, beide stellen sich ein anderes Leben vor, mit anderen Partnern. Die Nachbarin Valerie und Yanns Freund Alex spielen das Spiel der Eheleute nicht mit, und doch ist die Imagination der beiden größer als der Zufall. Das Ende ist sehr überraschend, aber das bin ich von Simone Meier schon gewohnt! Ihr Roman "Fleisch" war ja auch so umwerfend gut geschrieben!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman von Marko Dinic ist sehr aktuell, denn die Diskussionen über die Balkanroute reißen nicht ab. Ein junger Mann hat Belgrad fluchtartig verlassen, mit der Unterstützung seiner Großmutter. Ihr war es wichtig, dass ihr Enkel nicht dem Hass verfällt, dem die Generationen davor ausgesetzt waren. 10 Jahre später kehrt er zu ihrem Begräbnis zurück. Seinem Gesprächspartner im Bus erzählt er von seiner Liebe zu Milosevic (als er 11 Jahre alt war), und von seinem Vater, dem angepassten Dreckskerl. Sein Vater kommt sehr schlecht weg, richtig hart ist Marko Dinics Sprache. Doch je mehr ich mich mit der Thematik auseinandergesetzt habe, umso vielschichtiger und interessanter wurde es für mich. Es besteht noch Hoffnung für Belgrad, das glaube zumindest ich.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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"Der Susan-Effekt" war sehr spannend aufgebaut, doch mit seinem neuen Roman hat sich Hoeg in ein noch interessanteres Gebiet vorgewagt. Ein Gebiet, das uns sehr fremd ist. Lisa ist Expertin in der Neuromedizin. Hirnscans ergeben ein Hologramm, das Bilder einer unbewussten Welt erzeugt. Plötzlich kann sie Traumatas der Kindheit sichtbar machen und als Therapeutin Fortschritte erzielen. Mit Peter und Simon verbindet sie eine Kindergartenfreundschaft, die sie verdrängt hat. Was die drei 7-jährigen vor 30 Jahren aufgeführt haben, ist unbegreiflich. Peter Hoeg hypnotisiert den Leser, anders kann ich mir dieses Leseerlebnis nicht erklären. Er erzeugt Bilder, die man nicht mehr vergisst. In seinem Roman überwindet er den Tod, und er besitzt die Macht, in die Träume seiner Leser einzudringen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ich habe ein paar Kapitel lesen müssen, um mich mit den Dunbar Brüdern vertraut zu machen. Außerdem war ich noch so sehr in Gedanken bei der "Bücherdiebin", dass es schwierig war, mich auf Zusaks neues Buch einzulassen. Aber jetzt muss ich sagen, es gefällt mir wieder sehr. Auch wenn es ganz anders ist, die Geschichte der Penelope (Mutter von den 5 Jungs) erreicht eine Tiefe, die dem Autor würdig ist. Alles beginnt damit, dass Matthew, der älteste Jahre später die Geschichte der Familie aufschreibt. Und es ist Clay, der mit dem Vater zusammen eine Brücke baut und den Bogen in die Vergangenheit spannt. Gut gemacht, gut recherchiert und gut erzählt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Diesen Roman sollte man nur lesen, wenn man emotional stabil ist. Ich war schrecklich traurig nach der Lektüre, nicht, weil die Autorin schlecht schreibt, im Gegenteil. Laura Freudenthaler ist seit "Die Königin schweigt" in der österreichischen Literaturszene ein Begriff. Die französische Klavierlehrerin Annelebt und arbeitet schon seit 20 Jahren in Wien, und fast so lange ist sie mit Thomas verheiratet. Doch die beiden sehen sich kaum und die Frau vermutet, dass Thomas eine Affaire hat. Anne spürt den Geist des Mädchens bereits in der Wohnung, egal wie viel sie spazieren geht. Alles löst sich in ihrem Leben auf, nichts mehr ist greifbar und als Leser spürt man den Verlust so stark, dass man weinen könnte.
 
Foto von Florian Lechner

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Barbara Honigmann setzt in diesem schmalen Bändchen ihrem Vater Georg ein berührendes Denkmal. Er war Kommunist, Jude, Weltbürger, Charmeur, Verführer und Lebenkünstler. Er war Zögling der legendären Odenwaldschule, die einen sehr freigeistigen Zugang zur Bildung hatte. Dieses liberale Umfeld sollte ihn für sein weiteres Leben prägen. Er emigrierte nach London, wo er als Journalist arbeitete, wurde als Deutscher in ein Gefangenenlager nach Kanada verlegt und schloss sich nach seiner Rückkehr nach England den Kommunisten an. Zunächst spionierte er für die Sowjetunion und kehrte nach Kriegsende nach Ostdeutschland zurück. Geschrieben ist diese Geschichte aus der Perspektive seiner Tochter, die auch sehr viel Persönliches über seine komplizierten Beziehungen zu den verschiedensten Frauen zu berichten weiß. Auf wenigen Seiten gelingt es ihr, fast ein ganzes Jahrhundert deutsch-jüdischer Geschichte zu schreiben - eine großartige Lektüre, die lange nachhallt.
 
Foto von Florian Lechner

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Mario Conde befindet sich in einer veritablen Krise. Sein 60.Geburtstag steht bevor, und er fühlt sich nach all den Abenteuern, die er in Paduras Romanen zu bestehen hatte, alt, verbraucht und nutzlos. Doch da taucht plötzlich ein alter Schulkollege bei ihm auf, der ausgeraubt wurde. Unter anderem wurde eine Madonnenstatue gestohlen, die ihm besonders wichtig zu sein scheint. Conde übernimmt den neuen Fall, der ihn und seine Freunde in die Welt der Kunsthändler führt, die, oftmals unterstützt von kleinen Ganoven, dubiose Geschäfte abwickeln und Kunstwerke nach Miami verkaufen. Der Weg zur Lösung ist gefährlich, denn der Täter schreckt auch vor Mord nicht zurück. Es wäre natürlich kein echter Padura, wenn nicht auch die Geschichte der Madonnenstatue in Einschüben erzählt würde, die während der Kreuzzüge nach Spanien und während des Bürgerkriegs weiter nach Kuba gelangte. Humorvoll, spannend und voller Leben - eine prall gefüllte Wundertüte von einem Roman!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Hui, was für ein Buch! Wir halten die Aufzeichnungen von Dr. Norton Perina in den Händen, einst gefeierter Mediziner und Nobelpreisträger, jetzt wegen Kindesmissbrauch im Gefängnis. Hanya Yanagihara erzählt in ihrem Erstlingswerk, das erst jetzt auf deutsch erschienen ist, eigentlich zwei Geschichten. Auf den zweiten (zum Glück weitaus kürzeren!) Teil, in dem es um den Missbrauch geht, hätte ich gut verzichten können, da hat sich die Autorin in ihrem Welterfolg "Ein wenig Leben" doch genug ausgetobt. Aber der erste Teil ist einfach phantastisch! Sie beschreibt den südpazifischen Dschungel, die Farben, Geräusche und Gerüche derart eindrucksvoll, dass man meint, wirklich mittendrin zu sein und gemeinsam mit Perina und dem Anthropologen Paul Tallent auf ein völlig isoliert lebendes Volk zu stoßen. Und dort macht Perina auch die Entdeckung seines Lebens: Der Verzehr einer bestimmten Schildkrötenart scheint das ewige Leben zu verheißen -- aber um welchen Preis? Perina ist ein Antiheld, ein Unsympath, ein rastlos Suchender, der bereit ist, für sein eigenes Glück das aller anderen zu opfern. Ähnlich rastlos wird der Leser durch die Seiten hetzen; dringendst muss man wissen, was als nächstes geschieht. Unbedingt mitzulesen sind die Fußnoten von Perinas "Herausgeber" -- ein raffinierter Kniff, denn sie enthalten oft die wichtigsten Informationen!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Eigentlich bin ich kein Fan von Storys, bis ich jene der jungen amerikanischen Autorin Kristen Roupenian gelesen habe: Diese Kurzgeschichten haben es in sich - sie sind traurig, skurril, fantastisch, märchenhaft, surrealistisch und vor allem schonungslos ehrlich und vielfach direkt aus dem Leben. Meisterhaft erzählt taucht man ein in diese kurzen Erzählungen und ist bereits gespannt auf die nächste!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Selten wurde in unserem Lesezirkel ein Buch so intensiv und kontrovers diskutiert wie Katja Kettus "Wildauge". Die Meinungen reichten von "ein grausiges Buch, ich konnte es beim besten Willen nicht lesen!" über "raffiniert, wie sich am Ende alles zusammenfügt, und der geschichtliche Hintergrund ist doch total spannend!" Die Liebes-Geschichte der namenlosen finnischen Hebamme und des deutschen SS-Offiziers ist keine einfache, und auch das Buch ist nicht einfach zu lesen. Das liegt zum einen an den Gewaltschilderungen, die ein Teil von uns als zu drastisch empfand, zum anderen an Kettus ungewöhnlichem Schreibstil. Daran kann man sich gewöhnen oder auch nicht. So kam es, dass einige von uns kaum über die ersten 50 Seiten hinauskamen, und auch ich muss sagen, es war irgendwie ein mühsames Lesen, das ich, die ich normalerweise sehr schnell lese, so sonst nicht kenne. Aber irgendwann hatte mich die Geschichte um "Wildauge" gepackt und ich musste wissen, wie sie ausgeht. Und auch wenn ich Kettus Sprache mitunter als zu sperrig empfand, war es dennoch faszinierend, was Sprache (und in ihrem Fall die vielen selbst geschaffenen Wortkreationen) bewirken kann. Ein wirklich spezielles Buch, das ich ohne den Lesezirkel vermutlich nie in die Hand genommen hätte!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

1943 - Island ist von den Amerikanern besetzt. Zwei rätselhafte Todesfälle beschäftigen Kommissar Flovent von der isländischen Polizei und seinen kanadischen Kollegen Thorson. Ein junger Mann wurde unweit eines von amerikanischen Soldaten frequentierten Lokals ermordet aufgefunden, und die Leiche eines Isländers wurde aus dem Meer gefischt. Alle möglichen Zeugen verhalten sich zunächst sehr zurückhaltend, und so gestalten sich die Ermittlungen anfangs äußerst mühsam. Je näher die beiden der Lösung kommen, desto mehr geraten sie selbst ins Visier der Täter, denn die Wahrheit ist für viele sehr unbequem...Ein spannender Krimi in historisch interessantem Setting - Indridason liefert wieder Krimikost in höchster Qualität!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Osman wollte nie der Musik verfallen, so wie sein Vater. Das hindert ihn nicht daran, ein Musikstudium zu beginnen und mit seinem Cello Konzerte zu geben. Und doch wieder mit seinem Vater zu reden! Nur die Musik erschafft um ihn Herum einen Raum, in dem er atmen kann. Ich hege große Bewunderung für Autoren, die Musik beschreiben können, die der Musik Worte verleihen, die wie Regentropfen auf den Leser einprasseln. Autoren, die den Mut haben, ihr Innerstes durch ihre Geschichte nach außen zu kehren.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Gerda und Jann wohnen in einem kleinen Häuschen am Stadtrand Gerda ist arbeitslos und verbringt ihre Tage damit, Heim und Garten zu verschönern. Aber irgendetwas fehlt ihr, doch die Jobsuche schiebt sie vor sicher her ... Währenddessen arbeitet Yann in einem Institut und fragt sich immer öfter, was Gerda eigentlich den ganzen Tag zuhause so macht ... Dann gibt es noch die 50jährige Nachbarin Valerie, Gesellschaftsjournalistin und Affären nicht abgeneigt. Herrlich komisch, sarkastisch und schonungslos schreibt die Autorin über das Leben dieser drei Individuen mit ihren Tagträumen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gernot, 10 Jahre aus Mils: Der Menschenjunge Sam lebt zusammen mit seinen Freunden, den Einhörnern und Zentauren, in der „Freien Stadt“. Gerade am Tag des Friedenpacktes kommen Pferde mit ledrigen Flügeln und zerstören die Stadt. Sie zerstören die Schriftrolle des Packtes. Sam flüchtet in die „Wilden Lande“. Er wird von einem sklavensuchendem Einhorn-Clan gefangen. Da er keine besonderen Gaben besitzt, wird er zur Arbeit in die Schmiede geschickt. Während eines Angriffes eines anderen Einhorn-Clans flüchtet Sam zusammen mit dem Mädchen Lara. Sie finden ein verletztes Einhorn. Sam pflegt es gesund. Sam wird wieder eingefangen und kann plötzlich sehr gut schmieden. Das Einhorn Tordred kann plötzlich sehr schnell rennen und hat gute Reflexe. Was passiert mit Sam? Welche Rolle spielen Nixi, ein Mädchen der Wassermenschen, Aquilla, das Pegasus-Mädchen und der Zentauren-Junge Lysander? Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fand es sehr spannend, besonders die Szene, wo Sam von den Einhörnern gefangen wurde. Das Ende ist offen. Ich warte schon auf den zweiten Band, der diesen Sommer erscheinen wird.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Eine Kinderhand ragt aus dem Sand. Kommissar Yeruldelgger aus Ulaanbaatar macht sich auf den Weg, um das Rätsel zu lösen. Als dann auch noch drei grausam massakrierte Chinesen und zwei übel zugerichtete mongolische Prostituierte gefunden werden, gerät er in einen Strudel überraschender Ereignisse, die ihn an seine Grenzen führen. Ein Spiel um Korruption, politischen Einfluss, seltene Erden und wirtschaftliche Macht entspinnt sich. Hier hält man jedoch nicht nur einen sehr spannenden Krimi in Händen, sondern man erfährt auch sehr viel über Geschichte, Mythen und Traditionen eines faszinierenden Landes. Wenn man nicht allzu zart besaitet ist, hat man bei der Lektüre einen doppelten Genuss.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mit diesem Roman wird Kawakami auch im deutschsprachigen Bereich bekannt werden. Jeder ihrer Romane war etwas besonderes für mich, nicht nur weil Hiromi Kawakami mir die Natur selbst, sondern auch die Natur des Menschen näher bringt. Nishino wurde von vielen Frauen geliebt und wir lernen ihn aus der Perspektive seiner Freundinnen kennen. Dieser Zugang zum Wesen eines Menschen hat mir immer schon gefallen, siehe Harald Martensteins "Gefühlte Nähe". Indem man Nishino näher kennenlernt, gewinnt man auch Einblicke in das japanische Beziehungsleben, das unserem sowieso ähnelt, da wir ja alle die Sehnsucht nach der wahren Liebe haben. Ich liebe dieses Buch!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Kennen Sie das, dass es einem besser geht, wenn man dem Leid des anderen gegenüber steht? Wenn man sich dankbar umdrehen kann, weil man die Sorgen des anderen nicht hat? Der Psychiater hat nur noch wenige Wochen bis zum Ruhestand. Doch leider kann er sich darauf nicht freuen, weil er die Liebe nie kennenlernen durfte. Weil er merkt, dass er schlechter dran ist als seine Patienten. Weil er erkennt, dass er ihnen nicht helfen kann, genauso wie er selbst unfähig ist glücklich zu sein. Man staunt als Leser, was eine manisch-depressive Patientin mit dem alten Psychiater noch so anstellen kann! Unglaublich gut geschriebenes Stück Literatur!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Zu Beginn dieses Krimis steht ein Zitat aus Houellebecqs „Unterwerfung“. Wer diesen Roman kennt, weiß, um welches Thema es hier geht. Der Rechtsstaat ist vorbei und das spürt Malte Dinger am eigenen Leib. Eigentlich hatte er nur die Monatskarte für die U-Bahn nicht dabei und dann sitzt er im Gefängnis – Ausgang ungewiss. Auch der Kriminalkommissar Groschen konstatiert den rechten Wind der neuen Partei LIMES. Die schwarz-blaue Regierung wurde aufgelöst und jetzt heißt es für alle „warm anziehen“. Ich schätze Franzobels Humor und sein Gespür für brandaktuelle Themen, die er in einen spannenden Krimi verpackt!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

In der heutigen Zeit sind große wissenschaftliche Entdeckungen nicht mehr weltbewegend und wir vergessen oft, wie aufregend die 50ger Jahre in der Welt der Wissenschaft waren. Einen Stamm zu erforschen, der noch nie mit der westlichen Kultur in Berührung gekommen ist, diese Erfahrung darf der junge amerikanische Wissenschaftler Norton Perina machen. Auf der kleinen mikronesischen Insel entdeckt er Geheimnisse, die sein Leben und das des Stammes bedeutend verändert. Nicht unbedingt zum Guten. Der Roman beginnt am Ende und es gibt zwei Erzähler, die alle moralischen Dilemmas dieser Forschung abdecken. Als Leser sitzt man auf Nadeln, denn schnell weiß man, dass Yanagihara einige Überraschungen bereithalten wird. Diese Insel zu erfinden, zeugt von einer literarischen Fähigkeit und extremer Intelligenz, und oft musste ich ganze Absätze wiederlesen, weil ich nicht glauben konnte, wie unbequem Yanagiharas Wahrheiten sind.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Karolin, 15 Jahre aus Innsbruck: Jessica DeLaney glaubt, dass sie eigentlich ein halbwegs normales Leben führt. Bis ein verdammt gut aussehender Irrer in den Coffe Shop, in dem sie jobbt, poltert und nach dem Herz des Simurgh fragt. Bald findet sie heraus, dass es sich dabei um den Anhänger handelt, den sie vor kurzem verkauft hat, und sie muss feststellen, dass hinter diesem Anhänger ein Geheimnis steckt und auch sie selbst mehr ist, als sie geglaubt hat. Von Anfang an mega-spannend, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Vor allem der Charakter der Hauptperson Jessica hat mir gut gefallen. Ich finde es toll, dass sie so selbstbewusst ist und auf eigenen Beinen steht. Ich konnte mich total gut in Jessicas Lage versetzen und mit ihr mitfühlen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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"Cat Person" wurde als Kurzgeschichte 2017 im New Yorker veröffentlicht und wurde zu einem großen Erfolg. Daraus hat Kristen Roupenain einen ganzen Sammelband gemacht. Und ihre Geschichten über das Leben, die Liebe, die Freundschaften und Beziehungen treffen den Leser bis ins Mark. Sie sind zwar nicht miteinander verbunden, doch irgendwann bekommt man das Gefühl, dass in allen der jetzige Zeitgeist steckt, dass sie alle etwas erzählen, das wir schon einmal erlebt haben. Ich war erstaunt, wie tief sich jede Erzählung in mein Hirn eingebrannt hat und dass Kommunikation die Geschlechter verbindet!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Gabriel, 8 Jahre aus Innsbruck: Super und Mayo haben ihrer Mutter versprochen, bei Oma und Opa keinen Unsinn - wie sonst immer- anzustellen. Doch dieses Jahr gibt es einen ausgewachsenen Krach, auf welcher Seite das Knäckebrot mit Butter bestrichen werden sollte, auf der rubbeligen oder auf der glatten. Mayo hat diesmal alle Hände voll zu tun, die Erwachsenen von Unsinn abzuhalten. Mädchen vs. Jungs! Das Buch war so lustig, dass ich laut lachen musste und so spannend, dass ich es innerhalb eines Tages fertig gelesen habe. Es war das beste Buch, das ich je gelesen habe!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Helena, 11 Jahre aus Wien: Nachdem Lottis Mutter gestorben ist, arbeitet Lotti hart, um an einer Schule der Reichen und Berühmten angenommen zu werden. Als sie es geschafft hat und ihrer Zimmergenossin Elli gegenübersteht, findet sie heraus, dass diese eine Prinzessin ist. Als die beiden herausfinden, dass Lotti am liebsten an Ellis Platz wäre und umgekehrt, macht Elli Lotti einen Vorschlag. Bald darauf sind sie in Dinge der Königsfamilie verstrickt. Obwohl mich der Klappentext nicht angesprochen hat, hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es einen fesselt und es immer für eine Überraschung gut ist, es ist für fast jeden was dabei. Das Cover ist sehr geheimnisvoll und passt gut zum Text.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Langsam habe ich den Eindruck, dass ich mit manchen meiner mich seit Jahren begleitenden Krimi-Reihen Schluss machen sollte. Denn schon bei Band 8 der Sandhamn-Reihe war ich ja nicht mehr so richtig zufrieden. Was dafür spricht, sofort mit Viveca Sten Schluss zu machen: Das Sandhamn-Sommerfrische-Feeling stellt sich irgendwie gar nicht mehr ein. Auf gefühlt jeder dritten Seite wird erwähnt, wie erschöpft, müde, ausgebrannt Nora und Thomas aufgrund der immer stärkeren Arbeitsbelastung sind. Das ist deprimierend und nervig für den Leser. Wenn ich im Klappentext lese: Ein Thriller, der einem den Atem stocken lässt, dann frage ich mich: Was für Krimis liest der Klappentextschreiber sonst, wenn ihm bei dieser dahinplätschernden Story schon der Atem stockt? Wirkliche Spannung hat sich für mich erst auf den letzten Seiten aufgebaut (und sie war durchaus zu ertragen). Was dafür spricht, Viveca Sten weiter die Treue zu halten: Die niemals endende Hoffnung, dass doch noch mal ein Fall kommt, der wirklich von Anfang bis Ende auf Sandhamn spielt, denn die Insel ist einfach entzückend! Außerdem möchte ich natürlich wissen, ob Thomas und Pernilla auch ihre zweite große Ehekrise überwinden und wieder glücklich werden. Größter Pluspunkt: Die superkurzen Kapitel, die einen immer und immer weiter lesen lassen, so dass man ganz schnell fertig ist und irgendwie ja doch ganz gut unterhalten wurde.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Nigel Slater hat wohl das schönste Buch über und für den Winter geschrieben! Das schlichte Cover hat mir mehrere Tage zugeraunt: Kauf mich! -- bis ich weichgekocht war. Und das habe ich keine Sekunde bereut. Slater nimmt uns mit auf Spaziergänge durch tief verschneite Landschaften und danach serviert er am Kaminfeuer verschiedene Leckereien zum Auftauen. Er beschreibt die Winter seiner Kindheit, vergangene lustige und auch traurige Weihnachtsfeste, er versammelt tolle Rezepte und altes Brauchtum, er erinnert an Krippenspiele und singt ein Loblied auf die Gastfreundschaft, die man nie so gemütlich ausleben kann wie in der kalten Jahreszeit. All das erzählt er auf so wunderbare, berührende Weise, dass man am liebsten Ende Oktober seinen Koffer packen will, um für die nächsten Monate bei ihm einzuziehen. Den Winter mit Nigel Slater zu verbringen, muss einfach großartig sein. Mit leichter Wehmut werde ich das Buch im März wegpacken... aber der nächste Winter kommt bestimmt.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Isabella, 9 Jahre aus Inzing: In dem Buch geht es um die Geschwister Mimi und Flo. Sie erleben viele Abenteuer. Bei ihrem Cousin kaufen sie eine Mäusefamilie und lassen diese im Puppenhaus wohnen. Auch der selbst gemachte Vulkankuchen verspricht eine große Überraschung. Und erst die Geschichte mit dem Babynilpferd…. Es gefällt mir sehr gut, weil es mich an mich und meine Schwester erinnert. Ich habe Tränen gelacht. Auch meine Mama, als ich ihr vorgelesen habe.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Hannah Maria, 12 Jahre aus Innsbruck: Dieses Buch berührt wahrscheinlich jeden Leser. Es ist so geschrieben, als wäre es der Autorin selber widerfahren. Besonders toll war, dass es immer spannender wurde, man hat immer nur bruchstückhaft erfahren, was passiert ist. Das hat mich so auf die Folter gespannt, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand geben wollte. Seit Izzy fehlt, hat Hannah nicht mehr geredet. Sie trauert. Doch als ihre Eltern sie in ein Camp schicken, wo sie mit ihrer Trauer umzugehen lernen soll und sie dort einen Jungen trifft, gerät ihre Welt schließlich komplett aus den Fugen ...
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Paul, 10 Jahre aus Schwaz: Dieses Buch ist sehr spannend und lustig. Mir hat es sehr gut gefallen. Es ist sehr lesenswert. Tobi muss zum Zahnarzt. Er war schon lange nicht mehr bei ihm. Bei der Untersuchung sagt der Zahnarzt:„Du benötigst eine Zahnspange, Tobi.“ Der Arzt gibt Tobi deshalb einen Termin bei Doktor Letrou, einem Kieferorthopäden. Doktor Letrou ist neu in der Stadt und soll ein Fachmann seiner Sorte sein. Beim ersten Termin bekommt Tobi schon seine Zahnspange. Am Abend im Bett merkt er dann, dass er aus dem Mund heraus Stimmen hört. Er wundert sich. Bei den nächsten Terminen wird Tobi einiges klar. Tobi merkt, dass Letrou etwas vorhat. Was Doktor Letrou bezwecken will, könnt ihr im Buch nachlesen. Ich wünsche den Lesern viel Vergnügen.
 
Foto von Gerda Kurz

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Boris Cyrulnik, Pionier der Resilienzforschung geht in seinem neuen Buch der sehr spannenden Frage nach, inwiefern Glaube (wonach auch immer) Auswirkungen auf unser Leben und unsere Beziehungen hat. Reagieren glaubende Menschen anders? Sind sie empathischer? gütiger? mutiger? stärker? Ist Religiösität gar im Gehirn nachweisbar? Aber sind nicht auch Atheisten liebende Menschen? Dieses Buch ist kein Buch über Religionen, sondern über die Psychologie der Gottessehnsucht, der beruhigenden und auch gefährlichen Wirkung des Glaubens. Der Leser darf sich auf spannende Kapitel freuen!
 
Foto von Atzl Reinhard

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_________________________________ Es ist nun Weihnachten 1942, das zehnte Gebot von Dr. Joseph Goebbels aufgesagt und kundgetan. Stella singt vier Lieder für ausgewählte Freunde des Staats-Reinigungs-Komitees. Im Wannsee spiegelt sich die Schande und das Christkind will in diesen Tagen nicht auf diese Welt kommen. Natürlich ahnt man die ganze Geschichte lang, dass mit dieser Kristina-Stella etwas nicht stimmt, und natürlich versteht man die ganze Geschichte lang nicht, was dieser Fritz eigentlich will, erfahren muss, erleben muss, verstehen muss. Aber dieses Trauma des kleinen Friedrichs, das er nun schon seit seines achten Lebnesjahres mit sich schleppt, zwingt ihn eben Dinge zu sehen, zu spüren, zu atmen, die er eigentlich nicht will und denen er auch nichts entgegen zu setzen hat und sich dennoch nicht entziehen kann und vermutlich sein ganzen lang begleiten werden, ja sogar quälen werden. Eine grauenvolle Geschichte in einer grauenvollen Zeit, in der trotz allem soviel Glitzer und PlingPling alltäglich ist, dass es einen sehr verwirren mag. Mir hat übrigens schon sein erster Roman "Der Club" sehr gut gefallen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Fast schon langweilig ist er geworden, der skandalöse Franzose. Ich musste während der Lektüre nur ein paarmal schlucken, ein paar obszöne Bemerkungen lässt er schon noch fallen. Wie in „Unterwerfung“ widmet Houellebecq sich dem wirtschaftlichen Zweig der Gegenwart. Der 46-jährige Protagonist möchte sich zurückziehen, und er zieht Bilanz über seine Liebesgeschichten, seine Unterkünfte und seinen beruflichen Werdegang. Das Antidepressivum, das er nimmt, lässt ihn ganz gelassen ehemalige Studienfreunde oder Frauen wiedertreffen. Houellebecqs Erinnerungen sind zwar nicht mehr revolutionär, aber trotzdem spannend! Ich würde sie nicht missen wollen!
 
Foto von Martina  Lindenthal

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Elisabeth Steinkellner hat es wieder erfolgreich geschafft mit Wörtern zu spielen und Kindern die Lust zum weiterreimen vermittelt. In diesem Büchlein purzeln viele neue Gestalten und Buchstaben durch die teilweise schwarz/weiß aber auch bunten Illustrationen von Michael Rohrer. Für neugierige Leser ab 7 und für jeden Bücherfreund zu empfehlen.
 
Foto von Martina  Lindenthal

Gerade gelesen

Herzlichen Glückwunsch Frau Jutta Treiber! Unsere Autorin ist 70 geworden und hat in unserem Verlag ein neues Buch herausgebracht. Dreieck,Quadrat und Kreis sind mit ihrer Figur nicht zufrieden und wollen anders sein.Alles kein Problem, sagt der Figurendoktor. Kurze Texte und dazu wirklich tolle Illustrationen für Kinder ab 4 Jahren
 
Foto von Helmut Oefner

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Jack McEvoy (Held des Romans 'Der Poet') wird nach 20 Jahren als Polizeireporter der L.A. Times entlassen - ein Opfer der zunehmenden Digitalisierung und des damit verbundenen Stellenabbaus in der Zeitungsbranche. Er beschließt, mit einem journalistischen Knalleffekt abzutreten: ein 16jähriger schwarzer Junge aus einem Problemviertel sitzt wegen Mordverdachts an einer weißen Frau in Haft. McEvoys Recherchen können zwar bald dessen Unschuld beweisen, machen aber den wahren Mörder auf ihn aufmerksam - ein tödliche Duell beginnt. Diesmal handelt es sich nicht um einen sogenannten 'Whodunit'-Krimi, da die Identität des Täters dem Leser von Anfang an bekannt ist, so wird auch der Roman kapitelweise abwechselnd aus der Perspektive des Journalisten und der des Mörders erzählt. Michael Connelly schreibt wie gewohnt sehr flüssig und mit steigender Spannung.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Als ich hörte, dass Takis Würger sich der berühmt berüchtigten Stella Goldschlag literarisch annähert, war ich überzeugt, dass niemand anderer dieses sensible Thema behandeln kann. „Der Club“, Takis Würgers erster Roman, war eine Offenbarung für mich. Würger wendet in „Stella“ einen interessanten Zugang an: Ein junger, wohlhabender Schweizer kommt nach Berlin und verliebt sich in diese blonde, blauäugige Frau. 1942 führt die Gestapo bereits Judenlager und es gibt Transporte in die KZ-Lager. Für den Schweizer ist der Krieg weit weg, denn er weiß nicht, oder möchte nicht wissen, dass Stella kein Opfer sondern Täterin ist. Die wahren Augenzeugenberichte der Prozesse nach dem Krieg sind Teil des Romans, und durch sie kommt das Grauen immer mehr zum Vorschein. Dieser Roman wird unvergesslich bleiben!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Früh verwitwet ist Julia stets für ihre Tochter Gwen da gewesen. Die beiden bedeuten einander alles. Doch jetzt ist Gwen fast erwachsen und Julia endlich wieder verliebt. Dass sie allerdings gleich mit James (oder "Dings", wie Schwiegermutter Iris ihn konsequent nennt) zusammenzieht, ist eine Katastrophe für Gwen. Hätte sie nicht warten können, bis sie eines Tages wirklich erwachsen ist und auszieht? Und Julia stellt sich die Frage, ob sie nach all den Jahren endlich auch mal an sich denken darf oder ob sie weiterhin Gwens Glück über alles andere stellen muss. Eine unerwartete Schwangerschaft ist dann nur noch der endgültig letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ein wunderbarer Familienroman über das Thema Erwachsenwerden und das Loslassen der Kinder. Und wer Segals ersten Roman "Die Arglosen" auch noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Ein georgisches Supra ist ein Festmahl, bei dem über viele Stunden eine kaum endende Folge von köstlichen Speisen auf den Tisch gebracht wird. Bis jetzt probiert: Bebias Suppe, ein wunderbarer Eintopf aus diversen Gemüsesorten und Nudeln, raffiniert gewürzt mit einer Tomaten-Zwiebel-Dill-Mischung. Genau das richtige beim derzeitigen Wetter! Ebenso gut: Die Dolma (Krautwickel) und der Hüttenkäsekuchen. Dieses wunderschön bebilderte Kochbuch mit den kleinen Erzählungen über Land und Leute macht wirklich Lust auf Georgien!
 
Foto von Florian Lechner

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Spanien 1977: Franco ist tot, und die Bevölkerung ist zu den ersten demokratischen Wahlen des Landes aufgerufen. In einem kleinen Dorf herrscht wegen der politischen Lage Verunsicherung. Diese wird noch gesteigert, als ein Mann zurückkehrt, der 40 Jahre zuvor vermeintlich mit neun anderen Kommunisten erschossen wurde. Alte Konflikte brechen auf, denn alle Bewohner des Dorfes waren auf irgendeine Weise in den Fall involviert. Eine spannende Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verrat in politisch unsicheren Zeiten.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Sala und Otto könnten unterschiedlicher nicht sein, als sie sich 1932 zum 1. Mal begegnen und ineinander verlieben: Sala, Halbjüdin aus einer intelektuellen Familie, und Otto aus der Arbeiterklasse. 1938 muss Sala nach Frankreich fliehen und wird wenig später in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Otto ist Sanitätsarzt in der Wehrmacht, gelangt jedoch am Ende des Krieges in russische Gefangenschaft. Sala zieht die gemeinsame Tochter Ada alleine auf, ist zeitlebens auf der Flucht und fühlt sich nirgends heimisch, auch Otto entfremdet sich. Viele Jahre später dann der Versuch eines gemeinsamen Lebens. Der Schauspieler Christoph Berkel erzählt in diesem bemerkenswerten Roman die Geschichte seiner Familie vor dem Hintergrund der Schrecken des 20. Jahrhunderts über drei Generationen und mehrere Schauplätze hinweg. Spannend, bewegend, lesenswert!
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Wer (wie ich) gern jeden Tag einen gehaltvollen Text liest, für den ist dieses Buch eine wahre Inspirationsquelle! Die Weisheit der frühen Mönche mit begleitenden Erläuterungen von Anselm Grün laden zum Innehalten und Nachdenken ein. Jeder Tag des Jahres hat hier seine eigenes Thema. Es sind vorwiegend Emotionen, die uns manchmal das Leben schwer machen. Vielleicht gelingt es, liebevoller hinzuschauen und ein klein wenig besser damit umzugehen. Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet, und man möchte es jeden Tag griffbereit haben!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Es ist ja meistens so, dass ein dickes Buch mehr kostet als ein dünnes, so dass der Autor umso mehr verdient, je umfangreicher das Buch. Jetzt möchte man ja meinen, dass Galbraith alias J.K. Rowling das nicht so nötig hat. Jedenfalls muss ich -- als bekennender Cormoran-Strike-Fan! -- ganz ehrlich sagen, dass es statt über 850 Seiten die Hälfte auch getan hätte. Zu zerfranst und verworren ist dieses Mal die Handlung; immer wieder musste ich, obwohl ich die Schwarte innerhalb von drei Tagen gelesen habe, hunderte von Seiten zurückblättern, um irgendwelchen Ungereimtheiten nachzuspüren. Auch der Titel hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. Meiner Ansicht nach ist "Weißer Tod" der bisher schwächste Band der Reihe. Aber allein wegen der Querelen zwischen Detektei-Partnerin Robin und ihrem grässlichen Ehemann Matthew und der Frage, wann sie ihn endlich in den Wind schießt, ist das Buch durchaus lesenswert. Und wie die snobistische britische Oberschicht vorgeführt wird, ist wirklich lustig.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

„Die größten Verbrechen hinterlassen keine Spur, und wenn sie doch eine Spur hinterlassen, dann ist es eine, die die Henker noch größer macht.“ Dieses Zitat am Cover verrät alles und nichts. Ein Mann kehrt vom Krieg zurück und seine Wohnung existiert noch. Dort verschanzt er sich in seinem Büro und Jahre vergehen, ohne dass er es verlässt. In dieser Zeit vermischt sich die Wirklichkeit mit den vergangenen Ereignissen im Krieg. Plötzlich ist er wieder im Lager, in „Kanada“: Dort mussten die Gefangenen die Toten wegbringen. Mich hat der Roman sehr verstört, denn die grauenhaften Erinnerungen dieses Mannes brennen sich ins Gedächtnis des Lesers!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Hier ein Buchtipp zu einem topaktuellen Thema, das uns wohl noch lange beschäftigen wird: Jonathan Coe beschäftigt sich in seinem neuen Roman mit dem Brexit; er beginnt die Geschichte mit der Wahl David Camerons zum Premierminister und endet im Herbst 2018, wo das Chaos perfekt scheint. Die Entwicklungen, die die englische Gesellschaft in den Jahren dazwischen verändert haben, werden anhand mehrerer Protagonisten deutlich gemacht. Der Autor analysiert messerscharf die sozialen Umbrüche und Umschichtungen, die schließlich zum Ergebnis des Referendums geführt haben. Manchmal muss man bei der Lektüre lauthals lachen, ab und zu weinen und oft genug staunen - mehr kann man von einem Buch wohl nicht erwarten - ein perfekter Start ins neue Jahr!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Als „Königin der Berge“ bezeichnet Robert Turin seine unheilbare Krankheit: Multiple Sklerose. Im Pflegeheim spielt sich nun seit Jahren sein Alltag ab, alles was er hatte wird seiner Frau Irene überschrieben. Er wünscht sich einen würdevollen Abgang, doch sein Körper spielt nicht mehr mit und er ist immer auf fremde Hilfe angewiesen. In die Schweiz möchte er, doch dabei wird er nicht unterstützt. Daniel Wissser ist nicht nur Autor, sondern auch Musiker. Sein humorvoller und intelligente Roman wurde zurecht mit dem Österreichischen Buchpreis 2018 ausgezeichnet!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Linn Ullmann zählt schon seit Jahren zu meiner Lieblingsschriftstellerin. „Die Unruhigen“ sind ihre Eltern. Die meisten wissen, dass ihr Vater Ingmar Bergmann war und ihre Mutter, Liv Ullmann, seine Muse, ist eine großartige Schauspielerin. Der „Meister“ der Regie war fünf Mal verheiratet und hatte neun Kinder. Auf der Insel Farö lebte er in seinen letzten Jahren, und dort hat sich das Familienleben abgespielt. Linn besitzt nicht nur ihre Erinnerungen an ihren Vater, sondern auch Tonbandaufnahmen. In ihren Gesprächen dokumentieren sie das Älterwerden und ihr Leben. Sechs Jahre nach seinem Tod beginnt Linn diesen Roman und ich bin der Meinung, dass es ihr bestes Buch ist!
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Wer wirklich ganz genau wissen will, wie "das Sterben" und die Versorgung unseres Leichnams samt Feuerbestattung vor sich geht, ist hier richtig. Der Journalist Roland Schulz hat genauestens recherchiert und nimmt den Leser in sehr persönlicher, aber durchaus passender "Du-Form" mit in die letzten Stationen unseres Lebens. "So sterben wir" lässt das diffuse Grauen vor dem Sterben doch etwas kleiner werden, wenn auch das Mysterium des "Totseins" über allem steht. Ein bereicherndes Buch für mutige Leser, und alle, die mit Sterben(den) zu tun haben.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Carla lädt ihren Exmann zum Geburtstag der kleinen Tochter Mara ein und alles scheint friedlich zu verlaufen. Vito ist bekannt dafür, seine Frau misshandelt und geschlagen zu haben, den 3 Kindern hat er nie etwas getan. Nach diesem Abend ist alles anders, Vito ist verschwunden. Diesem Roman kann man sich nicht mehr entziehen. Bis zum Schluss vertraut man als Leser darauf, dass Carla Gerechtigkeit wiederfährt. Bis zum Schluss hofft man, dass die restliche Familie zusammenbleibt. Es ist seltsam, wie scharfsinnig Antonella Lattenzi eine Dynamik der Gewalt beschreibt, die in Rom vor keiner Haustür Halt macht.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman ist mehr erst jetzt untergekommen, ein Jahr nach seinem Erscheinen. Der Leser betritt ein Dorf in der Schweiz, das vom Selbstmord der erst 22-jährigen Barbara erschüttert ist. Besonders Nora, Adam, Annemarie und Yann verbindet eine traumatische Kindheitserinnerung mit der Toten. Sie sind die Erzähler von etwas Unausgesprochenem, ihre Versuche, eine Erklärung zu finden bringen den Stein ins Rollen. Der Mahlstrom beginnt und die Kindheit endet mit Barbaras Tod. Yael Inokai hat in diesen Debütroman viel Verstand, Gefühl und Mitgefühl hineingelegt, ihre klare Prosa besticht und fasziniert zugleich!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman hat im Herbst sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt bekommen, und manche haben ihn sehr verrissen. Schade eigentlich, denn ich finde, dass Marek Sindelka sehr gut schreiben kann. Er erzeugt eine Stimmung, die sich auch in Steven Kings Büchern wiederfinden lässt. Und die Spannung überträgt sich auf den Leser. Natürlich muss man das Genre schon mögen, und ein paar Geister, die als Mörder auftreten, aushalten können. Die Pflanzenwelt, in der sich Krystof bewegt, ist atemberaubend schön beschrieben. Vor allem die Herkulesstauden haben mich fasziniert. Ein aufregendes Debüt, das sogar eine Verfilmung verdient hätte.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ich habe einen neuen Autor entdeckt, der einen wirklich guten Humor hat. Frank Schulzs Texte sind eine Wucht. Die Erzählungen reichen von zurück bis 1950 und ein paar Charaktere wird man nie wieder vergessen. Vor allem das Kapitel „Fragmente“ ist sehr persönlich und eindringlich geschrieben. Die Wortgewandtheit des Autors, sein durchtriebener Humor und seine Begabung, eine Szene anschaulich darzustellen machen diesen Roman zu einer besonderen Lektüre. Schulz nimmt uns die Angst vor dem Altern, da er selber viel Mut beweist.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Eigentlich habe ich diesen Roman nur angefangen zu lesen, weil Benedikt Wells im Nachwort zitiert wird. Wells schreibt, dass er froh ist, nicht mehr 16 zu sein. Thomas Klupp entführt uns in die Welt des 15, fast 16-jährigen Benjamin Jäger und seiner Freunde. Man taucht ein in einen Schulalltag, der auch von der Meisterschaft im Tennis geprägt wird. Ben hat nie etwas Böses im Sinn, doch wie er sich immer durchschummelt, das hat einen unglaublichen Scharm. Ich habe mit dem Burschen mitgefiebert, was habe ich gelitten mit ihm. Ich verneige mich vor Thomas Klupp, der sich noch so gut in dieser jugendlichen Welt zurechtfindet.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Die kleine Marie wird in eine Familie hineingeboren, die keine Zeit für Kinder hat, denn die Landwirtschaft geht über alles. Sie wird im Garten ihrer Tante ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Dieser Garten wird aber für sie zu einem Ort der Gemeinschaft und die Liebe zur Tante und zur Natur ermöglicht es Marie, der Familie zu entkommen. Claudia Schreiber hat einen wunderschönen Roman geschrieben. Man muss gleichzeitig lachen und weinen, so einzigartig war die Schönheit in dem Garten und so desaströs das Verhalten von Maries Eltern.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Der Stil ist nüchtern, das Entsetzen hält trotzdem an. Denn wenn man weiß, was dieser Arzt während des Krieges angerichtet hat, dann gönnt man ihm keinen Tag in Freiheit. Doch die hat er genossen, und genauso präzise wie er gemordet hat, so präzise baut er sich ein neues Leben auf. Schrecklich ist die Tatsache, dass sich die Täter in Argentinien entfalten konnten, dass sie sogar von der Regierung unterstützt wurden. Olivier Guez Bericht ist ein Bestseller! Nüchtern und distanziert schreibt er, und doch glaubt man, einen Krimi in der Hand zu haben!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Autorin ist jung, doch sie hat schon viel erlebt. Ihr Vater ist Franzose, die Mutter Südkoreanerin. Aufgewachsen ist sie in Paris, Séoul und Porrentruy. Studiert hat sie am Literaturinstitut in Biel. Ihr Roman spielt in Sokcho, ein kleines Dorf an der Küste in der Nähe der Grenze zu Nordkorea. Ein junges Mädchen kehrt von ihrem Studium nach Sokcho zurück, um sich um ihre Mutter zu kümmern. Sie hat einen französischen Vater, der sich aber nach dem Krieg aus dem Staub gemacht hat. Durch ihre Arbeit in einer kleinen Pension lernt sie einen französischen Maler kennen. Ihre Spaziergänge sind von eisiger Kälte und seltsamen Gesprächen geprägt. Der Winter prägt auch die Sprache der Autorin, doch trotz der Kargheit blüht die Fantasie des Lesers.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Zuerst reist Wolenbruch in die Arme einer Schickse (erschienen 2014) und jetzt ist es vorbei mit der Liebe. Es soll sich trennen, was nicht passt, was nie passen wird und was auch nicht mehr zusammengehört. Ich finde, man muss Thomas Meyers Rat befolgen. Kein Ratgeber kann es besser ausdrücken: Spart euch das unglückliche Zusammenleben, denn das Leben ist zu kurz!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ich habe schon viele Romane gelesen, die von einer Beerdigung eines Familienmitglieds handeln. Doch Sylvie Schenks Roman wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ihre Art zu Schreiben hat mich schon in dem Roman "Schnell, dein Leben" beeindruckt. Sylvie Schenk wurde in Frankreich geboren, doch sie lebt schon lange in Deutschland. Seit 1992 schreibt sie ihre Bücher auch auf Deutsch. Die vier Geschwister treffen nach Jahren wieder aufeinander, und zwar bei der Beerdigung von Onkel und Tante. Und da sind dann noch andere Verwandte, die auch erben möchten. Es gibt nur eine Kopie des Testaments und schnell entstehen Konflikte. Celines Beschreibungen der Verwandtschaft sind einfach göttlich und ich war so dankbar festzustellen, dass meine Familie auch gewöhnlich ist!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Bei Elizabeth Strout ist alles möglich, außer dass sie ein schlechtes Buch verfasst. Die Menschen in einer kleinen Stadt in der Nähe von Chicago sind nicht desillusioniert, im Gegenteil. Sie haben viel durchgemacht und sie hätten allen Grund zur Verbitterung. Elizabeth Straub widmet sich in jedem Kapitel den menschlichen Gefühlen. Neid, Hass, verlorene Liebe, der Entfremdung der Eltern, der Geschwister, wer ist gegangen und wer ist daheim geblieben, macht Geld glücklich und was ist, wenn das ganze Haus niederbrennt? Die Protagonisten in dieser Kleinstadt waren mir alle sehr sympathisch und am Ende war ich traurig, sie verlassen zu müssen.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Es klingt ganz einfach: Juwelen im Wert von mehreren Millionen Euro, gelagert in einer schlecht gesicherten Bank in Marokko - ein verlockendes Ziel für eine Bande Kleinkrimineller aus Madrid, die alle dringend Geld brauchen. Zunächst scheint der Plan auch tadellos zu funktionieren, doch bald stellt sich heraus, dass nicht alle an einem Strang ziehen... Ein rasanter Thriller voll gut gezeichneter Charaktere - Lesefreude pur!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Matteo, 13 Jahre aus Salzburg: Nic Stones Debüt-Roman „Dear Martin“ erzählt die Geschichte des fiktiven Charakters Justyce McAllister. Justyce ist ein Afroamerikaner in Amerika im Jahre 2017. Nic Stone schrieb den Roman als Antwort auf die Gewalttaten gegenüber Farbigen und den relativen Gleichmut eines Teiles der Bevölkerung darüber. Das Buch ist aufrüttelnd und augenöffnend, es zeigt den unterbewussten Rassismus unserer Gesellschaft realitätsnah. Einen Kritikpunkt habe ich dennoch: Der vollständig unnötige Sexismus und die Objektivierung von Frauen. Auch in einem normalen Roman hätte mich das gestört, aber in einem Buch, dessen Hauptbotschaft es ist, dass alle Menschen gleich sind, sticht es sehr ins Auge, und lenkt, völlig unnötigerweise, von der wichtigen Botschaft ab.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Sarah, 11 Jahre aus Innsbruck: In Nelle Faulkners Welt sind Süßigkeiten verboten - Schokolade & co werden nur noch als illegale Waren geschmuggelt. Eines Tages bekommt sie einen geheimnisvollen Auftrag von Eddie de Menthe - dieser ist ein berüchtigter Gangster im Schokoladenkonsortorium. Nelle nimmt die Ermittlungen auf - einen verschwundenen Teddy zu finden, dabei gerät sie immer tiefer in die Machenschaften der Schokoladenmafia und plötzlich verschwindet Eddie spurlos. Und dann kommt sie auch noch hinter die Geheimnisse vom Besitzer der geschlossenen Schokoladenfabrik Farnsworth, alles hat mit dem Besitzer Farnsworth zu tun, was passiert mit ihm und der Fabrik, wird sie am Ende sogar abgerissen? Ist der Bürgermeister dafür verantwortlich? Soviel ist klar: Nelles Deckname lautet ab sofort „Geheimagentin Candy“… Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil die Spannung immer weiter aufgebaut wird und es nett geschrieben ist!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser französische Autor überrascht immer wieder und wer ihn kennt, der weiß, dass man nicht auf diese Überraschungen vorbereitet ist. Zuerst muss man sich an den knappen Schreibstil gewöhnen, die kurzen Kapitel am Anfang bauen eine Atmosphäre auf, der man sich nicht mehr entziehen kann. Und Djian wechselt oft die Erzählperspektive, sodass man genau aufpassen muss, von welchem Charakter die Rede ist. Dan und Richard haben Afghanistan überlebt, doch der Alltag in einem kleinen Städtchen gestaltet sich für beide sehr schwierig. Und die Frauen in ihrem Leben können nicht mehr die ehemalige Clique zusammenhalten. Marléne verursacht ein Chaos, das erst am Ende offensichtlich wird. Und das Ende hat es in sich. Wer die Verfilmung von Djians Roman „Oh“ (Elle, mit Isabelle Huppert) kennt, der weiß, dass die Stimmung schnell kippen kann!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Endlich haben wir die Möglichkeit, diese großartige Frau besser kennenzulernen. Michelle Obama habe ich schon immer bewundert, ohne genau zu wissen, warum. Vielleicht ist es ihre Austrahlung, vielleicht ihr Mut, vielleicht aber auch nur die Tatsache, dass sie nie aufgegeben hat. Ihr Leben ist geprägt von Hindernissen, familiär und beruflich. Sie ist aber so ehrlich, zuzugeben, dass sie oft Situationen falsch eingeschätzt hat, im Nachhinein aber daraus lernen konnte. Ihre Geschichte ist so außergewöhnlich, dass man immer wieder über ihren Humor, ihre Scharfsinn und ihre Lebenseinstellung staunen kann!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Milena Moser hat sich vor Jahren entschieden, nach Amerika auszuwandern. Ihre Romane haben mich immer schon beeindruckt, aufgrund ihrer Offenherzigkeit. „Land der Söhne“ ist ein Generationenroman, der die Söhne in den Mittelpunkt stellt. Ihre Geschichten und Erfahrungen ähneln sich, denn Luigi und Gio werden beide von den Eltern alleine gelassen, und das schon in einem frühen Stadium ihrer Kindheit. Auch Sofia, die mit ihrem Vater in die Vergangenheit eintaucht, befindet sich vor einem Wendepunkt. In Milena Mosers Romanen finde ich als Leserin alles was mich glücklich macht. Ihre Klugheit und Weitsicht hat sich in Santa Fe noch mehr entfaltet.
 
Foto von Florian Lechner

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Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, und so ist es mir ein besonderes Vergnügen, das wunderbare Buch von Judith Schalansky besprechen zu dürfen. Allein die liebevolle und aufwändige Gestaltung machen dieses Werk zu etwas ganz Besonderem und weckt hohe Erwartungen, die nicht enttäuscht werden. Es geht um unwiederbringlich Verlorenes und Verschwundenes, seien es Inseln, Tierarten, Manuskripte, Filme, etc. Die Einzelkapitel starten mit einem kleinen lexikalischen Eintrag, der dann literarisch verarbeitet wird. Zu jedem Thema findet die Autorin eine eigene Form und Sprache, und so wird aus diesem schmalen Band eine unglaublich vielfältige Fundgrube großartiger Geschichten - ein besonderer Genuss für alle Bücherfreunde!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman ist wunderschön gestaltet und sollte neben dem „Kleinen Prinzen“ platziert werden. Denn die Erzählung spricht jeden an, egal welches Geschlecht, egal welches Alter. Mafalda ist erst neun Jahre alt, als sie erfährt, dass sie in ein paar Wochen ihr Augenlicht komplett verlieren wird. Sie ist sehr jung, und doch wird sie in diesen Wochen ihre Kindheit hinter sich lassen und erwachsen werden. Sie begegnet Menschen, die sie dazu bringen, neue Dinge zu entdecken und die Angst hinter sich zu lassen. Mafaldas Geschichte geht sehr zu Herzen, vor allem weil sie wahr ist (Paola Peretti leidet unter derselben Augenkrankheit).
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Autorin selbst ist ein Wunder! Sie wurde in der Ukraine geboren und hat dort studiert, seit 2011 lebt sie in Wien. Tanja Maljartschuk hat einen Roman verfasst, den man nie mehr vergisst, denn ihre Sätze wirken in allen Lebenslagen. Lena wird schon im Kindergarten vorausgesagt, dass „etwas Großes aus ihr herauskommen wird“. Es bewahrheitet sich, denn Leni ist eine Kämpferin. Sie ist mutig, frech, großherzig und extrem schlau. Ihre Wahrheiten werden zu unseren Wahrheiten. Teilweise hat mich dieser Roman an „Was man von hier aus sehen kann“ (Mariana Leky) erinnert. Doch die Ukrainerin schreibt viel intensiver und noch besser!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Marasco zeigt uns ein ganz anderes Gesicht von Neapel. Die Geheimnisse, die uns Elena Ferrante vorenthalten hat, kommen bei ihr ans Tageslicht. Aber als Leser muss man schon ganz genau suchen, denn Marasca hat einen Hang zum Verborgenen, zum Mythischen und zur Verklärung. Ich habe mich bei der Lektüre nicht immer wohl gefühlt, da viele Ereignisse für mich im Dunkeln geblieben sind. Trotzdem habe ich begriffen, wie sehr der Geist der Vinzenzina und ihrer Ahnen noch ihre Kinder belastet, vor allem Rosa. Ist es die Armut, die soviel Gewalt zum Vorschein bringt, oder ist es die Seele der Stadt, die die Bewohner nicht loslässt? Sprachlich ist „Am Hügeln von Capodimonte“ ein Genuss, thematisch selbstverständlich auch!
 
Foto von Christine Mansbart

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Eine Welt, die sich in den 30er Jahren zu verändern beginnt: Artisten und Schausteller versuchen, die Menschen auf andere Gedanken zu bringen. Sie selbst fristen ihr Leben in Wohnwagen und reisen von Jahrmärkten zu Jahrmärkten. Für Mathis, der durch eine Kinderlähmung ein verkrüppeltes Bein hat, von seinem Vater und Brüdern nur Prügel und keine Liebe erfährt, ist von diesem anderen Leben fasziniert und zieht mit den Künstlern als "Röntgenkünstler" mit. Im Roman wird vom Kind Mathis und dem Erwachsenen Mathis, der mit seiner Kraftfrau Meta in einer Wohnwagensiedlung in Berlin lebt, gewechselt.Plötzlich verschwinden auf rätselhafte Weise immer wieder Artisten. Auftrittsverbote werden verhängt, aber in geheimen Clubs lebt die Szene weiter. Mathis schreibt die Geschichten der Artisten auf, damit diese Künstler nicht vergessen werden. Meta hat Angst, dass diese Geschichten auch ihr zum Verhängnis werden können, auch ihr Geheimnis wird erzählt. Die Autorin zeigt eine bunte Welt von Schaustellern, Krüppeln, Kleinwüchsigen, ausländischen Kulturen und den Zusammenhalt der Artisten.Sie berichtet schonungslos, wie Nationalsozialisten versuchten, diese Welt auszulöschen und mit welch brutalen Mitteln dies geschehen ist. Vera Buck ist eine tolle junge Schriftstellerin, die interessante und aktuelle Themen aufgreift, gut recherchiert und einen grandiosen literarischen Schreibstil besitzt. Die 750 Seiten sind sehr berührend und mitreisend geschrieben. Immer wieder musste ich inne halten um so manche Szene zu verkraften. Ein absolutes Leseerlebnis!
 
Foto von Christine Mansbart

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Beim Lesen dieses temporeichen und flüssig geschriebenen Künstlerromans war ich zeitweise der inneren Ohnmacht nahe, da der Hauptprotagonist Franz Wercker immer wieder sehr hohe Risiken eingegangen ist, um dem Ziel seiner Wünsche und Sehnsüchte Schriftsteller zu werden möglichst rasch nahe kommen wollte. Es spielt vor ca. 200 Jahren in einer Zeit, in der es schwierig war, seine Ideen als junger Mensch zu verwirklichen. Was gibt Wercker vor zu sein und wie hoch ist der Preis dafür? Schnalke, der mit Volker Kutscher bereits zwei sehr interessante und spannende Krimis verfasst hat, versteht es hervorragend, Stimmungen und Landschaften bildhaft zu beschreiben. So fällt es dem Leser leicht, sich in diese Zeit hinein zu fühlen. Der Debütroman vom Drehbuchautor Schnalke hat alles, was ein packendes und brillantes Buch von der ersten bis zur letzten Seite ausmacht; allerdings nichts für zarte Gemüter!
 
Foto von Florian Lechner

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Zum 170.Todestag von Annette Droste-Hülshoff legt der Galiani Verlag ein besonderes Zuckerl vor. Karen Duve hat sich auf Spurensuche begeben und eine Episode aus der Jugend der Droste herausgegriffen, die prägend für die Dichterin war. Die unglückliche Liebe zu Heinrich Straube steht im Mittelpunkt des Romans, der ein hervorragendes Zeit- und Sittengemälde der Deutschen Romantik zeichnet. Im Umfeld der Droste lebten schließlich solche Größen wie die Gebrüder Grimm, Heinrich Heine und Brentano, die alle eine Rolle in der Geschichte spielen. Karen Duve erzählt sehr lebendig und bildreich, so dass sich der Leser sofort in die Zeit versetzt fühlt. Sie beschreibt die politischen und gesellschaftlichen Zwänge der Epoche und geht besonders auf die Rolle der Frau ein. Annette von Droste-Hülshoff war eine Unangepasste und ihrer Zeit weit voraus; eine Verneigung vor einer außergewöhnlichen Frau und großen Dichterin.
 
Foto von Bea Mader-Schwarz

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West Midlands in England: Der Diakon von Ludlow stand unter einem schweren Verdacht und begeht darauf hin in Polizeigewahrsam Selbstmord. Sein Vater glaubt nicht, dass sein Sohn sich umgebracht hat und holt sich deshalb Unterstützung aus London. DCS Ardery und Sergeant Havers beginnen mit ihren Ermittlungen. Besonders Havers muss sich sehr anstrengen und alle Vorschriften einhalten, sonst verliert sie ihren Job.Während Ardery mit ihren Dämonen kämpft, versucht Barbara Licht in diesen Vorfall zu bringen. Trotz Barbaras Hinweise bricht Ardery die Ermittlungen ab. Dabei übersieht sie entscheidende Details.Deshalb wird Thomas Lynley mit Barbara in die englische Provinz geschickt, um diesen „Selbstmord“ und seine genauen Umstände aufklären zu können. Im 20. Fall muss das bewährte Ermittlerteam alles Können aufbieten, besonders Barbara kann wieder ihren Eingebungen folgen...Wenn die amerikanische Autorin einen neuen Lynley-Roman zu schreiben beginnt, sucht sie sich eine Gegend in England aus. George erkundet diese Orte ganz genau, sammelt Informationen und nimmt Kontakt zu den örtlichen Behörden auf. Dann kann`s losgehen...Für alle Lynley- und Havers-Fans! Spannend, sehr vielschichtig, einfach ein ausgezeichneter Krimi in bester englischer Manier!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Stille und die Natur stehen im Zentrum dieses Debüts. Eine Frau wird Nachtwächterin in einer Fabrik, die bald schließen wird. Als der Koch erzählt, dass er einen Wolf gesehen hat, wird sie und ihr Schichtkollege damit beauftragt, dem Wolf Fallen zu stellen. Der Wolf ist eine Metapher: Der Mensch alleine ist nicht lebensfähig, auch wenn er sich auf eine Insel begibt, denn die Natur wird immer mächtiger sein und auch auf einer Insel kann man nicht vor sich selbst weglaufen. Wie wird es mit der jungen Frau weitergehen? Was passiert, wenn sie wirklich auf diesen Wolf trifft. Gianna Molinaris Roman lädt zur freien Interpretation ein, ihre Figuren erleben die perfide Angst der Einsamkeit. Die Sprache ist kühl, aber zeitlos, der Text wurde brilliant von der 3Sat Preisträgerin (2017) umgesetzt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Weihnachten in einer deutschen Familie: Sohn, Mutter und die Brüder der Mutter (Tarzan, Berti, Otto und Art) kommen zusammen, essen Fondue (in Handschellen). Sie trinen ganz viel, packen die Geschenke aus und reden miteinander. Über die Frauen von Tarzan, über die Nachbarn, über die Großeltern, über Maruans abwesenden Vater - den Araber. Maruan Paschen verleiht dem Wort Ironie eine ganz neue Bedeutung. Der Autor hat in der Schweiz sein Handwerk gelernt, eigentlich war er mal Koch und wenn man sich ihn ansieht, dann sieht man den Koch und den Schriftsteller in einer Person. Ihm zuzuhören ist ein reines Vergnügen und das Lachen ist mir manchmal im Hals steckengeblieben, sobald ich begriffen habe, dass es sich um traurige Tatsachen der deutschen Geschichte handelt, über die man wirklich nur ironisch sprechen kann. Große Hochachtung vor der raffinierten Erzählweise des Autors!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Allein das Cover ist mir diesen Herbst mehrmals ins Auge gestochen, und auch das englische Exemplar ist wunderschön gestaltet. Es hat aber lange gedauert, bis ich die Verbindung zu Claire Fullers ersten Roman hergestellt habe. "Eine englische Ehe" hat mich damals verzaubert, denn Fuller bleibt für mich frei von jeder Kritik. Man taucht sofort ein in die Geschichte und wird sie lange nicht mehr los. Frances ist im Sommer 1969 bereits 39 Jahre alt, erlebt und gelebt hat sie noch nicht viel. Die Wochen auf einem heruntergekommen Landsitz mit dem Ehepaar Cara und Peter sind umso intensiver, je mehr sie sich auf sie einlässt. Fuller bietet mehr als Unterhaltung, denn ihre psychologischen Einsichten erstaunen mich immer wieder!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Lea, 11 Jahre aus Wattens: Dieses Buch handelt von einem Mädchen namens Emily Bones. Sie wurde in der Nacht von Halloween ermordet und erwacht in einem Sarg wieder. Sie muss feststellen, dass sie sich auf einem Friedhof befindet. Völlig verzweifelt begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Mörder. Balthasar, ein Vampir, hat sie zu einer Jägerin ausgebildet. Die Jagd beginnt.... Dieses Buch hat mir ausgezeichnet gefallen, weil es sehr spannend und abwechslungsreich ist. Man will unbedingt wissen, wer Emily Bones ermordet hat.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Lina, 10 Jahre aus Bruck: In diesem Buch geht es um Stella, sie ist acht Jahre. Stella will auch Entdeckerin werden wie ihr Bruder Felix. Eines Tages ist es soweit und sie darf mit ihm und seinem Entdeckerclub auf Expedition gehen. Doch gleich die erste Reise beginnt mit einer Katastrophe, sie und drei andere werden von der Gruppe getrennt und sind auf sich allein gestellt. Obwohl sie sich nicht leiden können, müssen sie in dieser Situation zusammenhalten. Wenn du wissen willst, wie die Entdeckungsreise ausgeht und ob sie doch noch ein gutes Team werden, dann musst du dieses Buch lesen. Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Mir hat es recht gut gefallen. Da es eine Reise in eine ganz andere Welt war, mit Einhörnern und Magie. Es war auch sehr mitreißend und aufregend.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Marlena, 15 Jahre aus Igls: Eltern können ihre Kinder „umwandeln“ lassen, wenn sie ungehorsam oder Unruhestifter sind. Die Umwandlung ist schmerzfrei und nur möglich bei Jugendlichen im Alter von 13 und 18 Jahren. Jeder beliebige Teil von ihnen wird aus dem Körper herausgenommen und dient als Organspende in einem anderen Körper. Dieser Teil wird bei Personen eingesetzt, die älter oder verletzt sind oder eine unheilbare Krankheit haben. Menschen, die das machen, meinen, dass man eigentlich gar nicht tot ist. Man lebt dann in mehreren Personen weiter. Ist das so? Connor ist einer von ihnen. Seine Eltern wollen ihn umwandeln lassen, weil er oft die Schule schwänzt und Schlägereien anzettelt. Auch Risa, die in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, soll umgewandelt werden. Die Waisenhäuser brauchen neuen Platz. Conner beschließt zu fliehen und veranstaltet ein großes Chaos während seiner Flucht. Risa ergreift die Chance und schließt sich ihm an. Auf der Flucht begegnen sie noch weiteren Wandlern (Jugendliche, die wie sie vor der Umwandlung fliehen). Ihr einziges Ziel ist es zu überleben bis sie 18 Jahre alt sind! Dann können sie nicht mehr umgewandelt werden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und ich kann es an alle weiterempfehlen, die Science-Fiction Bücher mögen. Es ist sehr spannend geschrieben. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Violoa, 14 Jahre aus Innsbruck: Lilith, 14 Jahre alt, frech und unberechenbar, ist die Tochter des Teufels, der Meister des Bösen. Doch sie hat die Nase gestrichen voll. Lilith darf nur über das Internet böse sein und muss sich mit einem ängstlichen Privatlehrer herumschlagen, der ihr nur die Theorie des Bösen lehrt. Sie darf nicht einmal raus gehen. Wie langweilig! Mit viel Überredungskunst schafft Lilith es schließlich, ihren Vater zu einem Pakt zu überreden. Sie darf eine Woche lang auf die Erde und unter Menschen leben. Schafft sie es, einen Menschen zum Bösen zu bekehren, darf Lilith für immer auf der Erde bleiben. Wenn sie es aber nicht schafft, muss sie für alle Zeit in der Buchhaltung ihres Vaters arbeiten. Die reinste Höllenarbeit! Anfangs scheint alles zu klappen und nach Plan zu laufen. Bis sie Samuel kennen lernt... und sich in ihn verliebt. Verliebt? Können sich Teufel überhaupt verlieben? Und schafft Lilith es in diesem Chaos von Gefühlen es überhaupt. Greta, ein ziemlich schüchternes und leider sehr braves Mädchen, zum Bösen zu bekehren? Das müsst ihr selbst herausfinden... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist spannend, humorvoll und toll geschrieben. Es eignet sich am besten für Teenager ab 13 Jahren und ist sowohl für Mädchen, als auch für Jungs zu empfehlen
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Der Titel dieses schmalen, jedoch sehr klugen Bandes des großen Erzählers Michael Köhlmeier ist ein Appell an uns alle: Hört ihn, wenn führende Politiker unseres Landes Menschen konzentriert halten wollen! Verschließt nicht eure Ohren vor rassistischen Liedtexten, die während der dunkelsten Zeit gesungen worden sind. Empört euch, wenn Unrecht geschieht und hasserfüllte Tiraden gesprochen werden. Ein äußerst wichtiges Buch gegen das Vergessen!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Allen Verantwortlichen, die Digitalisierung an unseren Grundschulen für das Allheilmittel schlechthin betrachten, sei dieses Buch wärmstens empfohlen! Denn laut Manfred Spitzer gibt es keine wirklich stichhaltigen Forschungsergebnisse, die bezeugen, dass Digitalisierung und damit einhergehend der vermehrte Gebrauch von Smartphones sich bei Kindern positiv auswirkt. Im Gegenteil: Smartphones beeinträchtigen die kognitive Leistungsfähigkeit, schaden der Gesundheit und Bildung und behindern die Entwicklung von Willensbildung und Empathiefähigkeit. Weiters machen uns Smartphones unzufrieden und unglücklich. Soziale Medien können sogar die Grundfesten der Demokratie bedrohen - siehe Präsidentschaftswahlen in den USA. Also denken Sie mal darüber nach, sollten Ihre Kinder öfters und länger unbeaufsichtig die Smartphones verwenden. Übrigens schadet es auch nicht, wenn wir Erwachsene unseren digitalen Konsum einschränken und uns der negativen Folgen bewusst werden.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Das hatten die Kinder im Handumdrehen ausgerechnet. "Wenn wir jetzt jeden Tag Plätzchen backen, haben wir zu Weihnachten zwanzig Sorten. Und, Mama, wenn dir das zu viel Stress ist, dann nur jeden zweiten Tag, weil zehn Sorten sind auch viel." Helfen könnte bei diesem Vorhaben das schöne Backbuch "Kekse, Lebkuchen, Teegebäck", erschienen im Servus Verlag. Man findet hier Klassiker wie Linzer Augen, Schwarz-Weiß-Gebäck oder Spitzbuben, aber auch ein Kapitel mit salzigen Knabbereien. Dass auch die von uns so geliebten Glaskekse verzeichnet sind, ist natürlich toll! Bloß die Springerle und Elisenlebkuchen mache ich lieber weiterhin nach den alten Familienrezepten meiner Großmütter. Und für den letzten Tag dieses Back-Marathons empfehle ich die Nervenkekse!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Tom Rachmans Romane sind eine Offenbarung, ein Kunstwerk, gemalt mit den wundervollsten Pinselstrichen. Ich habe mit Pinch mitgefiebert, als wäre ich der Sohn, der um die Gunst seines berühmten Maler-Vaters kämpft. Bear ist eine imposante Persönlichkeit: als Künstler erregt er Aufmerksamkeit, mehr als seine Werke. Bear setzt 17 Kinder in die Welt, doch nur mit Pinch bleibt er wirklich verbunden. Bear ist so erfolgreich, wie Pinch mittelmäßig bleibt, und Pinchs Scheitern ist so köstlich beschrieben, dass ich fast übersehen hätte, wie begabt Pinch als großer Maler ist. Dieser Roman eröffnet dem Leser nicht nur neue Ansichten über die Kunst, sondern auch über das Leben selbst!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diese Autorin hat zu Lebzeiten eindeutig zu wenig Beachtung bekommen. In der neuen Auflage gibt es ein Vorwort von Julian Barnes, der Anita Brookner gekannt hat, da er gleichzeitig mit ihr für den Booker Prize nominiert war. Brookner hat ihn 1984 bekommen (für den Roman „Hotel du Lac“), eine gute Entscheidung. Als Kunstexpertin hat Brookner erst spät mit dem Schreiben von Romanen begonnen, doch bis zu ihrem Tod hat sie 24 Werke vollendet! Ruth Weiss ist intelligent und lebenshungrig, doch ihre nicht lebensfähigen Eltern halten sie immer davor zurück, ihre wahre Bestimmung zu erfüllen. In diesem einfühlsamen und wunderbar geschriebenen Roman geht es zwar um eine junge, einsame Frau, doch Ruth ist eine Figur, die sich nicht von den Enttäuschungen unterkriegen lässt. Was John Williams in seinem Roman „Stoner“ verwirklicht hat, gilt auch für Anita Brookners „Ein Start ins Leben“.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

So wie der Adventskranz und die Lebkuchen gehört auch dieses Buch bei uns daheim seit Jahrzehnten zur Vorweihnachtszeit dazu. Alle meine Helden aus der Kindheit sind hier versammelt, und jetzt lese ich die wunderbaren Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren meinen Kindern vor. Auch wenn manche dieser Erzählungen weit über 50 Jahre alt sind, haben sie nichts von ihrem Charme und ihrer Aktualität verloren. Denn wie schon Sven, Anna und Inga-Stina aus "Gute Nacht, Herr Landstreicher" wissen auch meine Kinder, wusste auch ich, "dass weiche Pakete ein Gräuel sind. Weiche Pakete -- das waren Strümpfe und Handschuhe und ähnliche schreckliche Sachen. Nein, harte Pakete müssen es sein!" Jahr für Jahr erfreuen wir uns an der pfiffigen Lotta aus der Krachmacherstraße, die auf den letzten Drücker doch noch einen Weihnachtsbaum für die Familie organisiert, und feiern mit den Kindern aus Bullerbü. Und jedes Jahr wieder schauen meine Kinder mich etwas betreten an, wenn ich am Ende mancher Geschichten fast zu Tränen gerührt bin. Aber auch das gehört dazu.
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Dieser Roman ist Teil eines Shakespeare-Projektes anlässlich des 400. Todestages des Dichters. International renommierte Autoren wir Margaret Atwood, Gillian Flynn u.a. versuchen sich seit 2016 in einer Neuinterpretation klassischer Dramen Shakespeares. Nesbö widmet sich der um 1606 entstandenen Tragödie 'Macbeth', in der es um den Aufstieg des gleichnamigen Heerführers zum König von Schottland, seinen Wandel zum Despoten und sein gewaltsames Ende geht. Angesiedelt ist der Thriller in einer dreckigen, heruntergekommenen Industriestadt in Schottland der 1970er Jahre, in der Dauerregen, Arbeitslosigkeit, Korruption, Drogenhandel und Bandenkriminalität den tristen Alltag bestimmen. Macbeth, aus asozialen Verhältnissen stammend und Ex-Junkie, ist inzwischen Leiter eines SWAT-Teams, der gemäß seinem literarischen Vorbild der Gier nach Macht verfällt. Die Beschreibung der Stadt ist sehr plastisch und erinnert an den Graphic Novel 'Sin City', die Stimmung ist extrem düster, die Action mitreißend und brutal - deutliche Parallelen zum Nordic Noir sind zu erkennen. Doch leider lassen sich nicht alle Handlungselemente problemlos aus dem Mittelalter in die Neuzeit übertragen: so ist etwa der entscheidende 'Königsmord' aus der Sicht moderner Kriminaltechnik wenig überzeugend. Insgesamt ein ungewöhnlicher und durchaus spannender Thriller, aber 'Harry Hole' ist mir bei weitem lieber!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Ein etwas abgelegener Stausee. Am Grund ein Auto. Im Auto ein toter Polizist. Keine leichte Aufgabe für den Prager Ermittler Marian Holina, denn der Kreis der Verdächtigen ist ziemlich groß, und die Umstände sind mehr als mysteriös: Es gibt sowohl Hinweise auf ein Schussattentat als auch Vergiftungserscheinungen, der Tod trat allerdings durch Ertrinken ein. Stück für Stück wird die Geschichte aufgerollt, zahlreiche Wendungen und Irrwege inklusive. Ein sehr detailreicher Krimi aus Tschechien, der auch einiges an Lokalkolorit zu bieten hat.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Ich kann den Buchtipp vom lieben Kollegen Florian nur bestätigen: Fred Vargas in Bestform! Die lange Wartezeit, bis Kommissar Adamsberg mal wieder auf der Bildfläche erscheint, hat sich gelohnt! Kaum ist er wieder am Arbeitsplatz in Paris, häufen sich die merkwürdigen Vorfälle, weil die Einsiedlerin, die Rekluse, auf den Plan tritt! Was zunächst nach mehreren eher skurrilen Todes(zu)fällen aussieht, entwickelt sich schnell zu einer über 20 Jahre zurückreichenden Mordserie mit erschütternden Hintergründen. Adamsberg und sein zerstrittenes Team müssen wirklich in menschlichen Abgründen ermitteln. Sehr schön dagegen die kleine Episode, in der Adamsberg seine Kollegin Froissy (wie heißt sie eigentlich mit Vornamen? Bei Retancourt weiß man es!) aus einer großen Gefahr rettet. Absolute Leseempfehlung!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Die hellen Tage und Nächte gibt es in Schweden, im eiskalten Lappland, wo Rentiere in den Wäldern und Gebirgen in Herden Leben. Petter widmet ihnen sein Leben, aber auch die Liebe findet ihn im hohen Norden. Annas und Maries Mutter ist eine mit einem Deutschen verheiratete Samin, die in dem kleinen deutschen Dorf ihres Lebens nicht froh wird! Sie vermisst ihre Kota, ihre Eltern und ihr einfaches Leben als Samin. Erst viel später erkennt Anna, dass sie am falschen Ort lebt. Die Autorin selbst ist nach Schweden ausgewandert. Durch sie habe ich endlich einen Bezug zu den hellen Nächten in Schweden herstellen können. Hiltrud Baier kann fesselnd und anschaulich erzählen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Der Roman beginnt so wundervoll, und zwar mit einem Brief. Tina verliert ihre beste Freundin. Plötzlich macht nichts mehr in ihrem Leben Sinn. Und so schreibt sie an einen Professor, der sie in ihrer Kindheit inspiriert hat. Anders, der Kurator eines Museums, antwortet ihr. Obwohl sein Leben so anders verlaufen ist, und obwohl sein Beruf als Kurator ganz andere Anforderungen stellt, lässt er sich auf Tinas Zeilen ein. Ich war so berührt von diesem Briefwechsel. Für beide ergeben sich neue Chancen und sie besitzen den Mut, nochmal neu anzufangen. Ein Roman, der inspiriert und Mut macht!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diesen Bestseller habe ich mir als Hörbuch gegönnt und ich war überrascht, wie toll der Sprecher Stephan Schad den „Sommer des Jahrhunderts“ wiedergegeben hat. Oder liegt es an dem Autor selbst, der einfach jeden fesselt, egal über welches Thema er schreibt? 1913 war ein wichtiges Jahr für die Größen in Literatur, Kunst und Musik. Beruflich wie privat hat es Proust, Kafka, Strawinsky, Benn, Else Lasker-Schüler, Freud, Musil, Mann, Joyce, Rilke, etc. ziemlich belastet. Verzweifelte Liebesbriefe werden geschrieben, Karieren enden und beginnen woanders, Väter sterben, Kunstwerke werden geschaffen, und die politischen Konflikte heizen die Stimmung noch mehr an. Ich habe gelacht und geweint, so anschaulich erzählt Florian Illies von diesen Persönlichkeiten. Er hat sie mir näher gebracht, denn ihre Alltagsprobleme sind auch heute noch aktuell. Ich freue mich auf die Fortsetzung dieser Jahres (1913 – Was ich unbedingt noch erzählen wollte).
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Berkels Familienchronik führt den Leser weit zurück in die deutsche Geschichte, sie zahlreichen Schauplätze (Berlin, Paris, Ascona, Moskau, Buenos Aires, etc) haben mich fasziniert. Drei Generation bringt der Schauspieler Christian Berkel in diesem Roman zusammen, doch viel Aufmerksamkeit bekommen seine Eltern, Sala und Otto, die sehr unterschiedlich sind. Mit Salas Geschichte beginnt der Autor, denn in ihrer Demenz bringt sie zwar viel durcheinander, sie erinnert sich aber trotzdem an viele Einzelheiten in ihrer Kindheit und Jugend. Ihre Gefangenschaft in einem französischen Lager geht dem Leser unter die Haut. Aber auch die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern – Ehen zwischen Juden und Protestanten, Homosexualität des Vaters, Mutter Kommunistin, etc – wird von Christian Berkel mit viel Hingabe und Gefühl anschaulich in dem Roman dargestellt. Ein wichtiges Buch für den aufgeschlossenen Leser!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die besten Geschichten erzählt das Leben selbst. Autoren, die ihre eigene Familiengeschichte aufarbeiten, recherchieren besonders genau – mit Augenmerk auf einen besonderen Aspekt in der Familienchronik. Die amerikanische Autorin Mary Lynn Bracht hat koreanische Wurzeln und sie hat das südkoreanische Dorf, indem ihre Mutter aufwuchs, 2002 besucht. Koreaner erlebten das 20. Jahrhundert fast durchgehend unter Fremdherrschaft, zuerst die Japaner und dann die eigenen Leute. Zwischen fünfzig- bis zweihunderttausend koreanische Frauen und Mädchen wurden von der japanischen Besatzung verschleppt und zur Prostitution gezwungen, oder sogar getötet. Hanas Schicksal berührt den Leser, denn als Tochter einer haenyeo (Taucherin) überlebt sie die grausame Verschleppung nur aufgrund ihrer Willensstärke und ihrer Fähigkeit, die Luft so lange wie möglich anhalten zu können. Sie hat ihre Schwester Emi vor diesem Schicksal bewahrt, doch auch Emis erlebt den Krieg und erst kurz vor ihrem Tod bricht sie ihr Schweigen. Dieser Roman ist herzzerreißend schön geschrieben, und es ist traurig, dass die Trostfrauen nie die Anerkennung bekommen haben, die sie verdient haben.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Holly Black zählt zur Elfenkönigin der Autor*Innen, da sie lange vor anderen diesen Wesen der Fantasyliteratur besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, und auch gerne deren Geschichten erzählt. Ich selbst habe aber trotz meiner neuen Leidenschaft für Faerie-/Elfengeschichten immer wieder davon zurückgeschreckt, ein Buch von Black zu lesen, aber um "Elfenkrone" bin ich dann doch nicht herumgekommen. Das englische Original wurde von jedem gelesen und gefeiert, meine Neugierde stieg somit an. Was soll man sonst tun, außer es zu probieren? Jude wurde gemeinsam mit ihrer Schwester nach dem Mord ihrer Eltern in das Reich der Elfen, zum Hof des Königs gebracht. Jahre später versucht sie als Mensch unter Feinden ihren Platz in dieser Welt zu finden. Dabei ist ihr vor allem der arrogante, grausame Prinz Cardan ein Dorn im Auge. Nach zwei Tagen war ich bereits fertig, wollte das Buch nicht aus den Händen legen. Während die Leserschaft versucht die Machtverhältnisse und Geheimnisse des Elfenreiches zu verstehen, wird eine Intrige nach der anderen gesponnen. Von Kapitel zu Kapitel wird es immer spannender, bis zu den letzten Zeilen, bei denen man nicht länger abwarten kann, zu erfahren, was als nächstes passiert.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Als angekündigt wurde, dass der nächste Throne Of Glass-Band Chaols und Nesryns Abentuer während den Ereignissen des letzten Bandes "Die Sturmbezwingerin" erzählen würde, war ich alles andere als begeistert. Vor allem nicht nach dem Ende des letzten Bandes! Sowohl Chaol als auch Nesryn gehörten nicht zu meinen liebsten Charakteren, ersteres konnte ich in den Vorgängerbänden überhaupt nicht leiden. Aber es ist ja Sarah J. Maas? Ein weiteres Buch in der Welt von Erilea? Wie könnte ich es nicht lesen! Und dann war es ganz anders als erwartet! Das Buch war in kürzester Zeit ausgelesen - beinahe verschlungen! Ich lernte die eigentlich meinerseits verhassten Charaktere lieben, neue Charaktere wuchsen mir ans Herz. Ich konnte es kaum abwarten, umzublättern, weiterzulesen, und mehr zu erfahren! Sarah J. Maas beweist immer wieder, dass ihre Welten einen nicht loslassen können. Ihr Schreibstil lässt einen in die Welt untertauchen, nicht bereit dazu, zurück in die Realität zu gehen. In diesem Nebenband lernt man so viel Neues über die Geschichte von Erilea und die damit verbundenen Geheimnisse. Jeder, der Throne Of Glass liebt, wird auch dieses Buch lieben! Auch die, die keine Fans von Chaol sind, wie ich es war. Perfektes Buch, um die Zeit bis zum finalen Band zu überbrücken!
 
Foto von Johanna  Bernhart

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Casablanca, 8 Uhr morgens. Langsam füllt sich die Medina der wohl kosmopolitischsten Stadt Marokkos mit Leben - die Rufe der ersten Marktschreier dringen schon in den Innenhof des Riads, in dem ich übernachte. Dort duftet es bereits nach Mlaoui, einem luftigen, pfannengebackenen Fladenbrot, das man am besten mit Honig oder fruchtiger Feigenmarmelade bestreicht. Als ich in dem Kochbuch auf das Rezept dieses traditionellen Gebäcks gestoßen bin und es sogar ganz leicht nachzubereiten war, wurden meine Erinnerungen an diese bunte Stadt sofort wieder wach. Ein geniales, authentisches Kochbuch, das die Geschmackssinne auch in der kalten Jahreszeit in das ferne Land der Gewürze entführt!
 
Foto von Florian Lechner

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Diesen Sommer besuchte ich wieder einmal das Writer's Museum in Dublin und dachte mir beim Verweilen, wie arm die Weltliteratur ohne die Dichter dieser Stadt wäre. Genau diese Gedanken bestätigt nun Colm Toibin in seinem neuen Buch, das drei Essays enthält, die ursprünglich im BBC Radio zu hören waren. Er beschäftigt sich mit den Vätern der Schriftsteller Oscar Wilde, W.B.Yeats und James Joyce und deren Lebensumständen im Dublin des 19.Jahrhunderts Er zeigt auf unnachahmliche Weise, wie sehr die drei Literaten durch ihre Väter aber auch durch die Stadt geprägt wurden. Ein wunderbares Buch für Dublin - Liebhaber, die auf der Suche nach etwas Speziellem sind!
 
Foto von Viola Leiter

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Endlich die Fortsetzung der Maxton-Hall-Reihe! Wie auch der Vorgängerband, konnte mich Mona Kasten in diesem Band wieder für sich gewinnen. Diesmal lässt uns Kasten nicht nur an der Geschichte von Ruby und James teilhaben, sondern bietet uns auch einen großen Einblick in die Gefühlswelt vieler spannender und wichtiger Charaktere, die mir persönlich im ersten Band zu kurz gekommen sind. Umso mehr habe ich die Kapitel aus den Perspektiven von Ember und Lydia genossen. Natürlich dreht sich auch dieses Mal alles um die Liebesgeschichte von Ruby und James, deren junges Glück erneut auf die Probe gestellt wird. Mona Kasten überzeugt mit einer Menge Humor und einem fantastischen Schreibstil. Ich kann es kaum erwarten den finalen Band der Reihe zu lesen!
 
Foto von Viola Leiter

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Facettenreich, spannend und ein absoluter Pageturner! Mit diesen Worten würde ich "Die Krone der Dunkelheit" von Laura Kneidl beschreiben. Bei dieser Neuerscheinung handelt es sich um den Auftakt einer großartigen High-Fantasy-Reihe, die mit vielschichtigen Charakteren und einem tollen Schreibstil überzeugt. Melidrian ist eine Welt, in die man als Leser gerne eintauchen möchte und Stunden mit den Hauptprotagonisten spannende Abenteuer erleben möchte. Durch die wechselnden Perspektiven ermöglicht uns Laura Kneidl ihre Welt und deren Bewohner sehr umfassend und vielschichtig kennenzulernen. Ich fiebere gespannt auf die Fortsetzung hin und kann es kaum erwarten den zweiten Teil in den Händen zu halten. Eines meiner Jahreshighlights 2018!
 
Foto von Viola Leiter

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Gossip Girl trifft Pretty Little Liars! Der erste Band der Maxton-Hall-Reihe von Spiegel-Bestseller-Autorin Mona Kasten entführt uns in eine Welt voller Glamour und Intrigen. Ruby Bell ist ein schüchternes, eher unauffälliges Mädchen, das vermeidet im Mittelpunkt zu stehen. James Beaufort ist das genaue Gegenteil. Während Ruby alles tut um ihren Traum vom Oxford College zu verwirklichen, lebt James nur für Alkohol und gute Partys. Als Ruby ein Geheimnis erfährt, das seine Familie betrifft, wird sie in eine Welt gezogen, in der Luxus und Macht an der Tagesordnung stehen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mit Mona Kasten kann man lachen und weinen gleichzeitig. Absolut empfehlenswert!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Elijah, 11 Jahre aus Igls: Die Hauptrollen sind Mali und Chumba (zwei Panthermädchen), der Pfeilgiftfrosch Rumi, die Fledermaus Lima, das Kapuzineräffchen Gogi, die Schlange Auriel und die Ameisenkönigin. Es ist Tag und Malis Familie wacht erst in der Abenddämmerung auf. So wie alle Nachtwandler. Mali aber kann nicht einschlafen. Plötzlich sieht sie etwas vor ihrem Bau. Doch Mali geht nicht hinaus. Vor ein paar Tagen, als ein Adler Malis Schwester Chumba entführen wollte, besiegte Mali den Adler mithilfe der Schlange Auriel. Von ihm erfuhr sie, dass sie eine Schattenwandlerin ist, so wie die Ameisen. Schattenwandler (Sonnenfinsternis-Geborene) können am Tag und in der Nacht auf sein. Er erklärte ihr: „Wir Schattenwandler müssen zum Tempel der Sonne und des Mondes. Wir müssen die Ameisenkönigin aufhalten, bevor sie von ihrem Gefängnis ausbricht.“ Mali wollte nicht mitkommen. Doch als sie von ihrer Familie ausgestoßen wird, geht sie mit. Auf dem Weg mit Auriel erfährt sie noch Einiges. Auriel will auch die anderen Schattenwandler einsammeln. Mit Mali sammelt er Lima, die Fledermaus und Rumi, den Pfeilgiftfrosch ein. Sie werden schnell Freunde. Später werden auch noch alle von der Ameisenkönigin gefangen genommen! Alle außer Mali. Sie ist auf sich allein gestellt! Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor erzählt sehr spannend und in der Gegenwart. Mein Text ist nicht so spannend wie das Buch geworden. Ich empfehle es allen, die gerne Tier- und Dschungelgeschichten mögen. Für Mädchen und Jungs, für alt und jung.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Kate Young hat in diesem hübschen Buch ihre literarischen Leibspeisen zusammengestellt. Unterteilt in die Rubriken "Frühstück", "Mittagspause", "Tea Time" usw. finden sich über 80 Rezepte, und natürlich darf auch das Kapitel "Mitternachtsparty" nicht fehlen. Wobei natürlich jeder, der so wie ich mit Hanni & Nanni oder Dolly im Internat war, sowieso weiß, was da serviert wird. Mit passenden Textpassagen aus dem jeweiligen Buch wird der Rezeptteil eingeleitet, so dass man nicht nur Lust bekommt, die Vanillecremetorte von Anne auf Green Gables oder die Kartoffel-Lauch-Suppe der Bücherdiebin nachzumachen, sondern vor allem all diese tollen Bücher wieder einmal zu lesen. Ein tolles Weihnachtsgeschenk für alle, die gerne kochen und schöne Bücher lieben!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Gernot, 10 Jahre aus Hall: Sam London ist ein ganz normaler Junge. Plötzlich bekommt er nur mehr Träume von einem Greifen. In seinem Traum begegnet Sam dem Wesen in der Wüste von Death Valley auf einem großen Felsen. Als sich der Traum in seinem Kopf immer wiederholt, fährt er mit dem Bus nach Death Valley zu einer Tankstelle. Die Überraschung ist groß, denn als Sam ankommt und zu dem hohen Felsen geht, begegnet er wirklich dem Greifen. Doch das Gespräch wird unterbrochen, als die Tankstelle explodiert. Dadurch kommt Sam in ein Krankenhaus. Dort lernt er Vance Vantana kennen, einen Magic Guardian. Vance nimmt Sam zum Redwood-Nationalpark mit. Während der Fahrt bekommt er eine Spritze. Der Inhalt besteht aus Bigfootblut. Dadurch kann Sam jetzt andere Fabelwesen (außer den Greifen Phylassos) sehen. Nachdem er im Redwood-Nationalpark über alles aufgeklärt worden war, machten sich Sam und Vance auf, um den Zauber zu überprüfen. Werden sie die gefährliche und lange Reise überleben…? Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es spannend und fantasievoll ist. An manchen Stellen ist es aber auch lustig. Am besten hat mir die Situation im Yeti-Dorf gefallen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: In diesem Buch geht es um die Geschwister und Zwillinge Danilow, die im Krieg der UdSSR gegen den Westen in das fern von der Front gelegene Sibirien gebracht werden. Eigentlich hätten die zwei zusammenbleiben sollen, jedoch werden sie am überfüllten Bahnhof auseinandergerissen. Natürlich gibt es für die zwei nur eine Option: Sie müssen wieder zusammenkommen! Leichter gesagt, als getan… Was die zwei dann erleben, bzw. wie sie überleben und wie sie schlussendlich wieder zusammenkommen schreiben sie in ihren Tagebüchern auf. Die Geschichte könnte zwar wirklich passiert sein, aber sie ist so nah am Unwirklichen, wie es nur geht. Mir hat das Buch sehr, sehr gut gefallen, weil es spannend geschrieben und sehr passend illustriert ist. Das Buch erzählt vom 2. Weltkrieg, aber aus der Sicht von Russland, was man bei uns nicht sehr oft findet. Auch wenn einige Stellen ein bisschen „blutig“ geschrieben sind, empfehle ich das Buch an junge und ältere Leser ab 12 Jahren. Viel Spaß!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Als der Junge Tom mit einer Gehirnerschütterung in das „Lord-Funt-Krankenhaus“ eingeliefert wird, schließt er schnell Freundschaft mit den anderen Kindern auf der Station: Amber, die beide Arme und Beine im Gips hat, George, der sich von einer Mandeloperation erholt, Robin, der eine Augenbinde tragen muss und Sally, die so krank ist, dass sie die meiste Zeit schläft. Als Robin, Amber und George nachts aus der Station schleichen, folgt Tom ihnen und kommt an das größte Geheimnis der drei Kinder. Was mag das sein? Das Buch ist interessant und unterhaltsam, teilweise aber auch etwas traurig und macht nachdenklich. Es hat mir gut gefallen, da es zeigt dass man auch in nicht so schönen Situationen, wie z. B. einem Aufenthalt im Krankenhaus, schnell Freundschaft schließen und gemeinsam alles schaffen kann.
 
Foto von Martina  Lindenthal

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Die Weihnachtszeit ist im Handel immer turbulent, aber in einer Buchhandlung ist es schon was besonderes. Petra Hartlieb erzählt humorvoll ihre Begegnungen mit Kunden, Verlagen und Kollegen. Ein Geschenk für Buchliebhaber und Menschen, die gerne miterleben wollen wie lustig, anstrengend und intensiv ein Alltag (besonders im Dezember) in einer Buchhandlung sein kann. Liebe Frau Hartlieb, ich danke ihnen für diese Lektüre, meine Familie und Freunde wissen jetzt warum ich nach Weihnachten nur mehr Ruhe brauche.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ein 700-Seiten-Roman mag so manche Leser abschrecken. Aber nicht mich, denn ich kenne seine Filme „Babel“, „21 grams“ oder „Amores Perros“, und wollte auch den Autor dahinter unbedingt kennenlernen. Jedes Kapitel ist eine Offenbarung, und der Roman ist ein episches Werk, das Mexico-City umfassend beschreibt, sei es in Perspektivenwechseln, Rückblicken oder Sagen und Mythen der Weltgeschichte. Juan verliert seinen Bruder Carlos und schwört Rache. Er ist der Wilde, oder ist es der Wolf, der eine wichtige Rolle in dem Roman spielt? Nachdem das Abenteuer „Der Wilde“ zu Ende war, habe ich aus Neugierde den Autor im Internet ausspioniert. Soviel kann ich verraten: dieser Mexikaner ist genauso faszinierend, hintergründig und düster wie sein Buch!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Auf dieses Buch bin ich wieder mal aufgrund eines Beitrags auf 3sat aufmerksam geworden. Ich habe „Gun Love“ an einem Abend verschlungen! Mit „Gebete für Vermisste“ ist Jennifer Clement bei uns bekannt geworden. Pearl hat ihr Leben lang in einem Auto gewohnt, zusammen mit ihrer jungen Mutter, die ihr wohlbehütetes Elternhaus wegen einer ungewollten Schwangerschaft verlassen musste. Pearl kennt nur den Trailerpark, der neben einer Mülldeponie in Florida ist, sie kennt nur wenige, aber dafür außergewöhnliche Menschen. Doch eigentlich weiß sie mehr vom Leben, vom Sterben und vom Träumen als jeder andere. Ihre Geschichte hat mich berührt, ihre Stimme ist einzigartig und manchmal meine ich jetzt noch, nachdem das Buch leider zu Ende ist, dass ich Pearls Fantasie teile.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Wenn man Stella fragt, wie lange sie schon verheiratet ist, antwortet sie: "Es zieht sich in die Länge." Nach über 40 Jahren Ehe ist die Luft irgendwie raus, man mag sich noch, Gerry würde sogar soweit gehen, immer noch von Liebe zu sprechen. Es ist gut, dass man einander zum Ignorieren hat. Eine Reise nach Amsterdam kann vielleicht helfen, etwas zu verändern. Während Stella sich viele Gedanken darüber macht, wie sie die restlichen Jahre, die ihr bleiben, ein gutes Leben leben kann, ist Gerry mehr daran interessiert, dass der beste Freund des Reisenden, nämlich sein Whiskey-Vorrat, nicht zur Neige geht. Längst hat sein Alkoholkonsum den Rahmen des Erträglichen überschritten. Das und eine alte Schuld, die Stella seit Jahren mit sich herumträgt, sind für sie der Anlass, über eine Zukunft ohne Gerry nachzudenken. Ein wunderbares Buch über eine in die Jahre gekommene Ehe und die verschiedenen Blickwinkel zweier Menschen auf ihre Partnerschaft. Besonders berührt das Kapitel, in dem Gerry seitenweise darüber nachdenkt, was Stella alles weiß und kann und wofür er sie bewundert.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Kaum haben sich die Fünf Freunde vom anstrengenden Abenteuer Elternschaft erholt, wartet die nächste Herausforderung auf sie. Wären sie in den 50er Jahren stehengeblieben, wäre das alles nicht passiert, aber "unser modernes Leben ist nicht gut für uns!" Willkommen im 21. Jahrhundert, liebe Fünf! Nach dem Termin bei einem Ernährungsberater, der niemand anders ist als ihr dubioser Cousin Rupert, steht fest: Die fünf müssen ihre Essensgewohnheiten komplett umkrempeln! Nichts mehr mit Butterkeksen und Pfirsichen aus der Dose und dazu eine schöne Kondensmilch! Nein, sie brechen in ein neues, ein BEREICHERNDES Leben auf -- mit fürchterlichen Konsequenzen...
 
Foto von Florian Lechner

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Kommissar Adamsberg und seine eigenwillige Truppe jagen wieder einen Mörder. Dabei geraten sie in das Netz der Einsiedlerspinne, das sie durch ein Labyrinth mit vielen Irrwegen und Sackgassen führt. Das Team droht dabei fast auseinanderzubrechen, doch Adamsberg führt seine Mannschaft wie der im Buch zitierte Magellan letztendlich zum Ziel. Hilfreich sind dabei nicht nur die zoologischen Erkenntnisse über die Einsiedlerspinne, sondern auch das historische Wissen über die mittelalterlichen Reklusen. Wer sich noch keinen Reim darauf machen kann, greife zu diesem wunderbaren Krimi, der wieder viel Wissenswertes in eine spannende Handlung mit charmant-witzigem Esprit verpackt. Fred Vargas in Bestform!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Ich habe länger keinen Roman gelesen, der mich so beeindruckt hat. Über diesen unrühmlichen Teil der Geschichte, nämlich die Besetzung Koreas durch Japan, das Exil vieler Koreaner in Japan und die Ausgrenzung auch noch nach mehreren Generationen, wusste ich bisher kaum Bescheid. Über mehr als sieben Jahrzehnte verfolgt der Leser das Schicksal und das Leben von Sunjas Familie. Und es ist KEIN einfaches Leben im Sinne von "leicht und locker", sondern ein bescheidenes, schlichtes. Ein Leben, das von extremer Armut, Rassismus und der ständigen Angst vor der Deportation beherrscht wird. Der Titel der deutschen Übersetzung ist eigentlich unglücklich gewählt; im Original heißt das Buch "Pachinko" -- das japanische Wort für einen sehr beliebten Glücksspielautomaten. "Es stimmte zwar, dass die meisten Menschen in dem Lokal hofften, an den Maschinen kleine Summen zu gewinnen, aber die Spieler kamen auch, um der unheimlichen Stille auf den Straßen zu entkommen, wo kaum jemand grüßte, oder um dem lieblosen Zuhause fernzubleiben..." Und jeder weiß, dass die Maschinen manipuliert sind, dass man gar nicht gewinnen kann, die Koreaner in Japan zählen generell zur Verliererseite. Meiner Meinung nach ein sehr lesenswertes Buch, da es neben einer spannenden und ergreifenden Geschichte viel Stoff zum Nachdenken bietet: Wie funktioniert Integration? Wie kann eine Minderheit trotz aller Unterdrückung an ihrer Identität und ihrer Kultur festhalten? Was bedeutet es, in einem anderen Land geboren zu sein, dessen Staatsangehörigkeit man auch nach Jahrzehnten nicht erlangen kann?
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Autor ist eigentlich "bildender Künstler", und das merkt man sofort. Selten schafft es jemand, ein Umfeld derart treffend und bildlich zu beschreiben, dass man sich als Leser sofort in dem Restaurant Zuhause fühlt. Über 150 Jahre gibt es "The Hills" schon. Das Restaurant strahlt einen noblen europäischen Charme aus und es könnte auch in Wien stehen. Alles entspricht der Etiquette: Der Türsteher empfängt die Gäste, ein Klavierspieler sorgt für die Hintergrundmusik, die Bardame hat alles im Blick und der Kellner, der Erzähler, sorgt dafür, dass die Hierarchien bestehen bleiben. Doch auch er gerät aus der Fassung, als eine "Kindfrau", eine junge Dame, zum Kreis der eigenartigen Gäste dazukommt. Dieser Roman ist unglaublich gut geschrieben, und ich bin neugierig, wie die Werke dieses Künstlers, die in zahlreichen Galerien weltweit ausgestellt sind.
 
Foto von Helmut Oefner

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Dieser Roman ist Pflichtlektüre - zumindest für Buchhändler: die Handlung dreht sich um Bücher, Buchhandlungen, Schriftsteller, Erstausgaben und gestohlene Manuskripte. Unter den Bösewichten sind die echten, vor Gewalt nicht zurückschreckenden, vom charmanten, kultivierten - dem eigentlichen Sympathieträger - zu unterscheiden. Doch auch letzteren gilt es, dingfest zu machen. Dabei soll eine Schriftstellerin mit Schreibblockade helfen. Ein beschaulich erzählter Roman, der mich mit Schmunzeln und Augenzwinkern gleich in die Handlung gezogen hat.
 
Foto von Johanna  Bernhart

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Vier herzerwärmende Geschichten hält dieses kleine Büchlein für uns bereit, die alle ihren Ausgang und ihr Ende in einem unscheinbar wirkenden Café in Japan nehmen. In diesem befindet sich ein magischer Sessel, der einen in die Vergangenheit zurückbringt - aber nur solange, bis der Kaffee kalt wird. Die vier Menschen, die sich für den Abstecher in die Vergangenheit entscheiden, stehen vor ganz unterschiedlichen Schicksalswenden in ihrem Leben - doch sie alle ziehen die gleiche wichtige Erkenntnis aus ihrer Zeitreise, die der Autor sehr berührend, aber auch mit einer angenehmen sprachlichen Leichtigkeit schildert: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.
 
Foto von Johanna  Bernhart

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Mit diesem spannungsreichen Debüt des georgischen Autors Davit Gabunia habe ich literarisches Neuland betreten und kann es kaum erwarten, bald mehr davon zu erkunden. Die Handlung des Romans spielt in Tiflis im August und September 2012, kurz vor den Massenprotesten anlässlich der Parlamentswahl. Die Hauptstadt ist von Hitze und Aufruhr aufgepeitscht, doch der arbeitslose Familienvater Surab hat nur Augen für seinen neuen Nachbarn, den er Nacht für Nacht von seinem Balkon aus beobachtet. Akribisch dokumentiert er mit einer Kamera dessen leidenschaftliche Affäre mit einem älteren Mann, bis er plötzlich Zeuge eines schrecklichen Streits wird. Da sieht er seine Chance gekommen, wieder an einen Job zu kommen ... Die Ereignisse werden nicht nur aus der Perspektive von Surab erzählt, sondern aus den Blickwinkeln der verschiedenen betroffenen Personen. Dadurch entsteht eine ganz besondere Authentizität und ein vielschichtiges Porträt eines Landes zwischen Tabu und Tradition.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Das Buch im Original zu lesen, ist eine Herausforderung, wenn man nicht alle botanische Begriffe kennt. Trotzdem glaube ich, Richard Powers Intentionen zu verstehen. Jede Geschichte hat einen Baum oder einen Wald im Fokus. Und der Mensch interagiert mit der Natur. Dass er nicht daran denkt, dass mit der Zerstörung des Waldes auch sein eigener Untergang vorprogrammiert ist, ist klar. Und dass wir es mit Wesen zu tun haben, die besser verwurzelt sind als wir Menschen, die besser miteinander agieren und besser kommunizieren als wir, das wird einem bei der Lektüre immer mehr bewusst. Manche Geschichten haben mich erschreckt, denn Richard Powers nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Natur und ihre Erhaltung ist in all seinen Büchern ein zentrales Thema und seine Geschichten sind beeindruckend gut geschrieben!
 
Foto von Florian Lechner

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Der Booker Prize ist mittlerweile der einzige international relevante Literaturpreis. Die diesjährige Preisträgerin Anna Burns stammt aus Belfast und ist bislang die erste Nordirin, die den Booker erhielt. Ihr Roman Milkman zeichnet sich einerseits durch ungewöhnliche sprachliche Dichte und andererseits durch eine atmosphärische Spannung aus, die den Leser nicht mehr loslässt. Obwohl das Szenario sehr düster und beklemmend ist, gelingt es der Schriftstellerin durch ihren Humor und die ironische Distanz, die sie zum Geschehen aufbaut, die Leser aus ihrer Spannung zu erlösen. Ein durch und durch gelungener Roman, der diese wichtige Auszeichnung voll und ganz verdient hat!
 
Foto von Bea Mader-Schwarz

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Der Glaube an einen Gott, die Kunst in der Religion, Flüchtlingsströme und Menschlichkeit sind die zentralen Themen im Buch "Den Himmel finden". Der Roman beginnt in einem kleinen italienischen Bergdorf und endet in einer großen Stadt am Meer. Der Leser nimmt am Leben des namenlosen Erzählers teil, der sich sein Geld als Bergführer, Bildhauer und Restaurator verdient. Sein Leben ändert sich sehr mit dem künstlerischen Auftrag, eine Statue eines gekreuzigten Christus zu "entkleiden" Der Erzähler, der selbst nicht sehr gläubig ist, steht zuerst ratlos vor dieser Aufgabe...und versinkt dann vollends darin... Erri de Luca begann erst mit 40 Jahren zu schreiben. Davor arbeitete er als Handwerker und LKW-Fahrer in Rom. Da de Luca sehr an Sprachen interessiert ist, brachte er sich selbst mehrere bei, darunter auch Althebräisch. Der neapolitanische Autor gehört zu den meistgelesenen Autoren Italiens. Zu Recht.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Manch einer kennt vielleicht den Film "Julie und Julia", in dem eine junge Frau beschließt, in einem Jahr alle Rezepte aus Julia Childs Kochbuchklassiker "Französisch kochen" (Hinweis: eine wunderschöne Ausgabe hat der ECHTZEIT Verlag herausgebracht) nachzukochen. Ein ähnliches Projekt würde ich gerne mit dem wunderbaren neuen Backbuch von Donna Hay starten -- ob ich es durchhalte, ist natürlich ungewiss. Hays Buch besticht durch eine schier unerschöpfliche Auswahl an Kuchen, Torten, Riegeln, Soufflés, Pasteten, Muffins usw. Alle Rezepte scheinen sehr gut nachbackbar, und dann gibt es immer noch die sogenannten Quick-Fix-Varianten, wenn es echt mal flott gehen soll. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Tiramisu-Käsekuchen oder einer Pavlova mit Maulbeeren (ja, ich weiß, wo ein Maulbeerbaum steht)? Für mich definitiv das tollste Backbuch zum Jahresende!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Mit ihrem neuesten Roman beweist Ursula Poznanski einmal mehr, dass sie es wirklich gut versteht, fesselnde Geschichten sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene zu schreiben. Die Geschichte bietet alles, was eine spannende Story ausmacht: ein abgelegener Schauplatz, ein zwielichter aalglatter Wissenschaftler und natürlich unser Held und sein schurkischer Gegenspieler. Die medizinisch-wissenschaftlichen Hintergründe schienen mir gründlich recherchiert und machen ein bisschen Angst, was die Zukunft eventuell zu bieten hat.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Vor einiger Zeit erschien die Grischa-Trilogie - eine Reihe, mit der Leigh Bardugo ein ganz eigenes Fantasy-Universum erschaffen hatte. Nachdem wir die Welt von Ravka kennenlernen durfte, entführte Bardugo uns mit 'Das Lied der Krähen' und 'Das Gold der Krähen' Jahre später nach Ketterdam, die Hauptstadt der Insel Kerch, wo wir beobachten durften, wie sechs Außenseiter einen der größten und gefährlichsten Raubüberfalle plannten. Viele weitere Bücher und Charaktere werden uns in weiteren Büchern begegnen. Schon bald kommt im englischsprachigen Raum ein weiteres Buch einer neuen Dilogie, die uns in das sogenannte Grishaverse zurückbringt, heraus. Mit 'Die Sprache der Dornen' lernen wir genau diese Welt besser kennen, die wir schon lange lieben gelernt haben. Und das genauso, wie wir es schon als Kinder gerne taten - mit Märchen. Mit ganz besonderen, einzigartigen Märchen aus jedem Eck des Grishaverses. Wir lernen die Sitten, die Kulturen, den Aberglauben jedes Landes kennen. Mit den atemberaubenden Illustrationen schafft 'Die Sprache der Dornen' uns ein Stück näher nach Ravka, Kerch, Fjerda und co. zu bringen! Einfach perfekt, um zwischendurch sich wieder von Bardugos wunderschönen Sprache und Welt der Grischas verzaubern zu lassen!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Jeder liebt es Klassiker zu lesen! Jane Austens 'Stolz und Vorurteil' gehört definitiv dazu. Was gab es nicht schon alles? Verfilmungen, Neuerzählungen, sogar Zombies in einer kürzlich erschienenen Adaption! Und trotz alle dem Neuen, was uns geboten wird, lieben wir es zurück zum Original zu gehen. Coppenraths Schmuckausgabe gibt uns die Geschichte von Mr. Darcy und Elizabeth Bennet, ganz wie wir sie lieben und gibt uns dann noch etwas mehr! Durch kleine Details - Briefe, Landkarten, Einladungen und vielem mehr - fühlt sich einer der beliebtesten Klassiker ganz echt an! Als würde man selbst mit Elizabeth die Fragen aller Fragen beantworten. Ein Must-Have für Fans von Austen, die sich noch tiefer in ihren Geschichten verlieren und alles ganz nah miterleben wollen!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Was für ein emotionaler Roman! In einer höchst poetischen Sprache schildert der französische Autor das Scheitern der Ehe von Emma: Eigentlich war sie glücklich mit Olivier verheiratet, hat drei Kinder und doch fehlt ihr das Prickelnde und der Rausch in ihrem Alltag. Dies findet sie in Alexandre und lässt alles hinter sich ... Einfach großartig - lesen Sie dieses Buch!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Martin, 8 Jahre aus Gries: In dem Buch ging es um vier Freunde, die Hobbydetektive waren. In der Stadt gab es einen neuen Helden, der der rote Retter hieß. Er jagte Verbrecher. Eines Tages brachen drei Männer in die Bank ein. Die vier Freunde, die sich TKKG nannten, hatten den Verdacht, dass der rote Retter nicht echt war und, dass der Banküberfall gespielt war, weil die Diebe dann entkamen. Sie glaubten, dass die Räuber und der Superheld unter einer Decke steckten. Ein Mann drohte dem roten Retter, dass er aus der Stadt gehen sollte, sonst würde er seinen Wohnwagen anzünden. Der Boss von dem Man gab ihm den Auftrag, weil er nicht wollte, dass der Superheld immer vor der Polizei da ist. Einer der Bande von TKKG ging in den Wohnwagen von dem roten Retter, und es waren schon viele verkohlte Sachen darin, und auf einem Tisch entdeckte er einen Plan, wo die Planung vom nächsten Einbruch war. Er alarmierte die Polizei und erzählte ihm von dem Plan. Die Polizei war schon da und konnte den roten Retter schnappen, weil er mit den drei Einbrechern unter einer Decke steckte. Mir hat das Buch gut gefallen, weil es sehr spannend zu lesen war. Ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Ich empfehle das Buch allen, die spannende Detektivgeschichten gerne lesen! Ich würde auch gerne weitere Bände von TKKG lesen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Marco, 10 Jahre aus Kirchbichl: An einem schönen Tag flogen Henry und die anderen Auserwählten nach Sieben Feuer, denn sie sollten Drachenreiter werden. Am ersten Tag durfte jeder von ihnen einen eigenen Drachen aussuchen und ihm einen Namen geben. Henry nannte seinen Drachen Happy. Bei der ersten Prüfung mussten sie auf ihren Drachen reiten. Henry und seine Freunde bestanden diese Prüfung. Für die nächste Prüfung mussten sie ein Schild machen. Die Drachen sollten in eine Ecke eines Steintores einen Feuerball schießen. Henry hatte große Angst davor, weil er sich nicht sicher war, ob er diese Prüfung bestehen würde, weil er noch kein Band zu seinem Drachen knüpfen konnte. In einer Nacht flogen alle zu einer Insel, sie hofften dort den Grund herauszufinden, wieso Henry noch kein Band zu seinem Drachen knüpfen konnte. Also sie auf der Insel Croqc ankamen, sahen sie etwas Unglaubliches.... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil ich Bücher mit solchen Abenteuern und Spannung sehr gerne mag und es außerdem sehr lustig geschrieben ist. Ich würde dieses Buch jederzeit weiterempfehlen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Maximilian, 10 Jahre aus Rankweil: Henris Papa liegt seit einiger Zeit nur noch auf der Couch zu Hause und redet nichts mehr. Vor lauter Wut darüber wirft Henri das Glas mit dem Goldfisch aus dem Fenster. Signore Montesanto, der Hauswart, rettet den Goldfisch und so kommt Henri mit ihm ins Gespräch. In den nächsten Tagen freunden sich die beiden immer mehr miteinander an. Der Signore wird fast zu einem Ersatzvater. Er erzählt Henri einige Geheimagentengeschichten aus seinem Leben. Neben all dem Kummer um seinen Vater hat Henri auch noch mit Maximilian einen Mobber in seiner Klasse. Dieser macht allen das Leben schwer. Eines Tages sieht Henri ein Familienfoto in der Hand seines Vaters. Er vermutet, dass sich sein Vater an seinen Bruder erinnert. Da beschließt Henri seinen Onkel zum Weihnachtsfest einzuladen und hofft, dass sein Vater damit wieder gesund wird. Dumm nur, dass der Onkel ausgerechnet der Freund von Maximilians Mama ist. So versucht er nun die Familien an Weihnachten zusammen zu bringen. Ob es ihm gelingt, müsst ihr schon selber lesen. Das Buch war spannend und zugleich traurig. Gelingt es Henri, dass alle wie geplant Weihnachten zusammen feiern können und wird auch sein Papa wieder gesund? Besonders gut haben mir die Geschichten von Signore Montesanto gefallen, die er Henri erzählt hat. Vieles davon hat Henri geholfen, für alle möglichen Probleme eine Lösung zu finden.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: In diesem Roman geht es um Deacon, der die Schule gemeistert hat und sich auf den Abschlussball freut. Oder? Naja, es wäre halt eine Begleitung gefragt, doch wie soll er sie nur bekommen, wenn er sich nicht selber traut zu fragen? Aber auch dafür gibt es eine Lösung, wenn nur nicht schon alle in Frage gekommenen Mädchen vergeben wären. Aber dann hat er die Idee: Warum nicht mit seiner Oma Jean gehen? Was das Ganze mit Hollywood zu tun hat, erfährt ihr beim Lesen… Mir hat das Buch gut gefallen, weil es toll erzählt ist, und die Geschichte spannend, aber vor allem lustig und wirklichkeitsnah ist.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Isabella, 8 Jahre aus Inzing: Es war ein Mädchen, das Alea hieß. Wer sonst noch mitspielt: Ben, Lenox, Sammy und Tess. Darum geht es: Ein Virus hat das Meer verseucht und fast alle Meermenschen sind gestorben. Alea wusste lange nicht, dass sie ein Meerkind und immun gegen den Virus ist. Plötzlich verschwindet ein Cru-Mitglied. Alea und die Alpha Cru beginnen mit der spannenden Suche in der magischen Unterwasserwelt. Aber sie finden nicht Sammy, sondern seine Kamera zwischen umhertreibendem Plastikmüll. Was war passiert? Es gefällt mir sehr, weil es super spannend und super lustig ist, also ich empfehle es sehr.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Franziska, 14 Jahre aus Mils: In diesem Buch geht es um ein Mädchen namens Lake. Lake ist siebzehn Jahre alt und sehr glücklich mit ihrem Leben. Sie hat einen Freund und eine beste Freundin – zumindest bis zu diesem einen Tag. Ihr Freund und ihre Freundin sterben bei einem Autounfall, doch das scheint als das kleinere Problem, denn in ihrer Welt gibt es sogenannte Resurrections, die die Toten wieder zum Leben erwecken. Jeder Mensch hat einmal die Möglichkeit, jemanden auferstehen zu lassen, nämlich an seinem achtzehnten Geburtstag. Lake wird demnächst achtzehn und steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: beste Freundin oder Freund? Oder gleich ihr Bruder, der querschnittsgelähmt ist und durch die Resurrection wieder gehen könnte? Zum Glück lernt sie Ringo kennen, der ihr in dieser Zwickmühle hilft und sie mit Musik vertraut macht. Es kommen immer wieder Erinnerungen hoch – an ihren Freund, ihre beste Freundin oder aber auch an ihren Bruder, an ihren „alten Bruder“, der sich seit dem Unfall so verändert hat. Diese Entscheidung wird nicht nur das Leben der anderen Person verändern, sondern auch Lakes Leben… Dieses Buch hat mir gut gefallen, vor allem, weil es nicht nur die Schokoladenseite des Lebens zeigt. Mir hat es auch gut gefallen, dass der Autor „Zeitsprünge“ gemacht hat, um zu zeigen, wie es vor dem Unfall war. Das Buch hat ein teilweise offenes Ende, was schade ist, aber irgendwie auch gut in die Situation passt. Man hat den Freiraum, sich selbst Gedanken über den Ausgang dieser Geschichte zu machen. Ich würde das Buch ab 12 Jahren empfehlen, da es an manchen Stellen meiner Meinung nach anspruchsvoller zu verstehen ist.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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In Dörte Hansens "Altes Land" geht es bereits um die Rückkehr in ein Dorf, weg von der Stadt. Auch Ingwer nimmt sich in "Die Mittagsstunde" ein Sabbatjahr, eine Auszeit vom Universitätsbetrieb in Kiel, um in Brinkebühl die Wirtschaft seines Großvaters zu betreuen. Günke und Ella sind über 90, Ella ist dement und Günke gebrechlich. Ingwer glaubt, eine Schuld abbüßen zu müssen, da er Brinkebühl verlassen hat, obwohl die Großeltern ein anderes Leben für ihn geplant haben. Dörte Hansen geht in die Tiefe, sie vermittelt den psychologischen Hintergrund für den Ist-Zustand des Dorfes, und dass die Flurbereinigung in den 70ger Jahren der Anfang vom Ende war. Wer die schrulligen Dorfeinwohner in Mariana Lekys Roman " Was man von hier aus sehen kann" fantastisch fand, wird noch mehr Begeisterung für die Brinkebühler empfinden. Von Dörte Hansens Sätzen kriegt man nicht genug, sie ist die beste deutsche Autorin, die ich kenne!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Eine neue Autorin zu entdecken, ist ein Vergnügen. Lily Brett war vor Jahren eine meiner Lieblingsautorin, doch ihre Chuzpe wird eindeutig von Adriana Altaras übertroffen. Bereits mit „Titos Brille“ hat sie sich in die Herzen der deutschsprachigen Leser geschrieben. Altaras ist Schauspielerin, Theaterregisseurin, jüdische Mutter mit einem katholischen Mann und Erzählerin. Sie hat sich nicht nur mit der Shoa ihrer eigenen Familie gründlich beschäftigt, sondern auch mit den Lebensgeschichten interessanter Menschen. Bei ihren Inszenierungen in Schauspiel- und Opernhäusern trifft sie diesmal auf eine Souffleuse, die ihr ziemlich auf die Nerven geht. Sissele hat jahrelang nach ihren jüdischen Verwandten gesucht und nur Adriana kann ihr helfen. Altaras Erzählung sprüht für Komik und Tragik, man taucht in die absurde Theaterwelt ein und erlebt mit ihr ein Abenteuer, das man nicht mehr so schnell vergisst.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Paolo Giordano ist ein großer Erzähler! In seinem neuen Roman gelingt es ihm auf über 500 Seiten, am Leben von Bern, Tommaso, Nicola und Teresa hautnah dabei zu sein. Wir erleben die Liebesbeziehung mit allen Höhen und Tiefen zwischen Teresa und Bern und wie sich die Freundschaft aller im Laufe des Buches entwickelt. Vor allem Bern möchte ein intensives und alternatives Dasein führen - koste es, was es wolle. Tauchen Sie ein in diesen fabelhaften Roman!
 
Foto von Helmut Oefner

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Zwei abgehalfterte, traumatisierte Detectives - er aufgrund einer Familientragödie Alkoholiker, sie hat versehentlich ihren Partner bei der Drogenbehörde erschossen - werden aufs Abstellgleis geschoben und sollen sich um Cold Cases kümmern. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf vier ungeklärte Mordfälle und den Fall eines vor 20 Jahren spurlos verschwundenen 13jährigen Mädchens. Mit ihren Ermittlungen stechen sie in ein Netz aus Lügen und Intrigen und geraten bald in Lebensgefahr. Zugegeben: das Motiv des traumatisierten Protagonisten ist wahrlich nichts Neues. Aber es gelingt dem Autor Katzenbach - einem Meister des Psychothrillers - die Figuren psychologisch glaubwürdig weiter zu entwickeln. Der Fall selbst ist sehr düster und komplex. Ein extrem spannender Thriller!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Über Korea und Japan hat bereits Anna Kim in "Die große Heimkehr" ausführlich berichtet. Jetzt beginnen Autoren mit koreanischen Wurzeln über einen Teil ihrer Geschichte zu sprechen, die von Fremdherrschaft, Krieg und Exil bestimmt war. Wer Geschichten mit wahrem Hintergrund liebt, wer nicht nur unterhalten werden möchte, sondern auch was Lernen, der hat mit dieser Familiensaga das richtige Buch in der Hand. Die Autorin wurde fast mit dem Booker Prize 2018 ausgezeichnet, verdient hätte sie ihn.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieses Buch ist ein einziger Genuss, auch für solche Leser, die keine Ahnung von den großen Philosophen (in diesem Fall Wittgenstein, Heidegger, Benjamin und Cassierer) haben. Eilenberger beschäftigt sich mit diesen vier großen Denkern in dem Zeitraum von 1919 bis 1929: der Erste Weltkrieg hat eine Wirtschaftskrise ausgelöst, und mit der Philosophie kann man keine Familie ernähren. Überhaupt ist es schwierig, für die "Sprache des Geistes" eine Lobby zu finden. Eine Revolution des Denkens entsteht in dieser Zeit und Wolfram Eilenberger ist der wortgewandteste Erzähler überhaupt. Er vermittelt Zeitgeschichte, Philosophie und Sprache mit einer Lässigkeit, die inspiriert und bildet zugleich.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Die Melodie der Berge kann nicht jeder hören und auch nicht komponieren, doch Fabro besitzt die Gabe, auf einem Harmonium einen Klang zu zaubern, der die Farben der Dolomiten, den Zauber der Berglandschaft vermittelt. Ich komme nicht umhin, Francesco Vidotto mit Robert Seethaler zu vergleichen, es sind so viele Parallelen: ein schmales Büchlein mit richtig viel Inhalt, das Leben in Armut, die Nähe zur Natur, die Einfachheit und Kraft der Sprache, die zu Herzen gehende Geschichte. Ich habe mir immer wieder Bilder dieser Gegend in Südtirol angesehen, um noch mehr von "Der Klang eines ganzen Lebens" mitzunehmen.
 
Foto von Gerda Kurz

Gerade gelesen

Yuval Noah Harari ist nach seinen Weltbestsellern "Eine kurze Geschichte der Menschheit" und "Homo Deus" mit diesem Buch im Hier und Jetzt gelandet. Alle brisanten Themen und Herausforderungen unseres 21. Jahrhunderts kommen aufs Tapet. Ob es um die Politik, Technologie oder Religion geht - Harari erfasst mit klaren Worten den Zustand unserer Welt, unserer Gesellschaft und spinnt teilweise auch schaurige Zukunftsvisionen: Was könnte die Medizin noch alles möglich machen? Wie manipulieren uns digitale Intelligenz und Algorithmen? Was machen Fake-News mit uns und letztendlich - wo liegt der Sinn unseres Lebens? Ich mag die Sprache von Harari sehr. Er formuliert (leicht verständliche) Sätze, die richtig Freude machen! Das Buch hat mich definitiv zum Weiterdenken angeregt und meinen Horizont erweitert. Unbedingt lesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Das stimmt sicher. Besser ist es aber, wenn sich das Paar von einer eigenwilligen Ehetherapeutin beraten lässt, jede Woche eine Stunde. Taschentücher benötigen sie genug und manchmal hat man als Leser das Gefühl, dass die Scheidung doch nicht so schlecht wäre. Charlotte und Steve erleben in diesen Gesprächen mit der Therapeutin, wie sich eine Trennung anfühlt. Ihre Erkenntnisse gelten für alle Paare und manchmal kann man die Ehe auch wieder reparieren, auch wenn die Chancen 1:1000 stehen. Die Dialoge haben Charme, so ein Therapieraum hält viel aus. Er spiegelt das Leben mit all seinen Facetten wieder.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman wurde schnell ins Deutsche übersetzt, denn überall hat Chloe Benjamin Aufmerksamkeit bekommen. Stellt euch vor, ihr wisst schon früh euren Todestag. Wie lebt es sich mit diesem Wissen? 1969 schleichen sich die Gold Geschwister aus dem Haus, um eine Wahrsagerin aufzusuchen. Ihre Prophezeiungen bewahrheiten sich die nächsten 5 Jahrzehnte, obwohl die Geschwister einander nicht Ihren Todestag verraten. Chloe Benjamin zeigt uns sehr anschaulich, wie unerwartet und seltsam sich das Leben der Golds entwickelt, wie sie Entscheidungen treffen, die typisch für eine amerikanische Familie sind. Benjamin streift Themen wie die Aids Krise, die Twin-Towers, Rassen- oder Eheprobleme. Grundsätzlich passiert aber alles aufgrund des Schicksals und dem freien Willen der Golds. Dieses Familiendrama sollte jeder gelesen haben, denn das Leben ist unterhaltsam!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Thea liebt ihr Zuhause, ihre Eltern, ihren Zwillingsbruder und ihren Cousin George. Und natürlich ihr Pony Sasi. Die Menschen in Florida zu Beginn der 30ger Jahre spüren die Wirtschaftskrise schon, aber Thea wächst so unbescholten auf, dass irgendwann die Blase platzen muss. Ein Unglücksfall in der Familie zwingt die Eltern, Thea in ein Mädchenpensionat zu schicken. Dort entwickelt sich das Mädchen zu einer bezaubernden Frau. Dieser Entwicklungsroman lebt von dem großen Skandal zwischen Thea und ihrem Cousin und von der sinnlichen Sprache der Autorin. Theas Erfahrungen bereichern den Leser und es ist ein Vergnügen, Theas Leben in dem Mädchenpensionat zu verfolgen!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Unsere lieben fünf Freunde Julian, Dick und Anne, George und Timmy, der Hund, sind mittlerweile keine aufgeweckten, munteren Jugendlichen mehr, sondern erwachsen. "Früher hat man uns nach einem Abenteuer immer irgendwie den Kopf getätschelt und dann wurden wir wieder uns selbst überlassen!" ist ihre schreckliche Erkenntnis bei dem neuesten Abenteuer, dessen Grauen sich kaum in Worte fassen lässt! Was ist geschehen? Ihr krimineller Cousin Rupert sitzt im Knast, und die fünf müssen sich urplötzlich um sein Baby Lily kümmern. Aber mal ehrlich: Die Fünf Freunde wären nicht die Fünf Freunde, wenn sie nicht wie gewohnt auch dieses Abenteuer meistern würden. Voller Elan stürzen sie sich in ihre neue Aufgabe: Babyschwimmen, Vätergruppe, eine Mundharmonika oder doch lieber eine Okarina als erstes Instrument und welches ist überhaupt die beste Schule? Bruno Vincent hat eine großartige Parodie -- ganz im Stil Enid Blytons -- verfasst, herrlich sind auch die altmodischen Bilder, auf denen meistens sechs bis sieben junge Menschen abgebildet sind; ich bin nicht dahinter gekommen, ob das böse Absicht ist?! Für wen: für alle (mittlerweile) erwachsenen Fünf-Freunde-Freunde und für alle Helikoptereltern bzw. die, die es noch werden wollen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Nicole, 12 Jahre aus Gries: In diesem Buch ging es um ein Mädchen namens Suzy. Ihre Eltern waren getrennt. Sie lebt bei ihrer Mutter, aber sie trifft ihren Vater jeden Samstag bei dem gleichen Restaurant. Sie hat auch noch einen älteren Bruder namens Aaron, er wohnt aber nicht mehr bei ihnen. Suzys beste Freundin starb in den Ferien, im Urlaub und sie war sehr traurig. Seitdem beschäftigte sei sich sehr viel mit Quallen, weil sie vermutete, dass ihre Freundin von einer Qualle gestochen worden war, weil Suzy wusste, dass ihre Freundin eine sehr gute Schwimmerin war und nicht untergegangen sein konnte. Das Mädchen redete seit dem Tod ihrer Freundin fast kein Wort mehr. Außerdem hat sei keine Freunde in der Schule. Sie wollte unbedingt zu einem Mann, der alles über Quallen wusste, um ihn zu fragen ob es sein könnte, dass ihre Freundin von einer Qualle gestochen worden ist. Der Mann wohnte in Australien, aber Suzy sparte viel Geld und wollte zu ihm fliegen. Als sie am Flughafen war und einchecken wollte, fragten die Angestellten nach ihren Eltern, weil sie nicht alleine fliegen durfte. Sie holten sie vom Flughafen ab und waren froh, dass sie wieder bei ihnen ist. Ich empfehle das Buch weiter. Ich fand die Geschichte sehr traurig, aber auch interessant zu lesen. Die Geschichte war sehr fesselnd, und ich konnte das Buch fast nicht weglegen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Martin, 8 Jahre aus Gries: In dem Buch ging es um einen kleinen Hund namens Arek, der sich in der Nacht, bei einem heftigen Gewitter im dunklen Wald verirrt hatte. Er fiel in eine Grube und nach einiger Zeit befreiten ihn eine Katze, eine Maus, ein Hase, ein Chamäleon und ein Vogel. Sie waren Freunde und kamen von der Burg Spukelberg. Die Tiere waren Geister und nahmen den Dackel mit zu ihrer Burg. Die Burg war eine Schule und das Zuhause der Geistertiere. Der Unterricht hatte schon begonnen, als die Freunde mit dem Dackel kamen und der Lehrer schimpfte die Tiere wegen ihrer Verspätung. Der Dackel ging von nun an zu der Schule und spielte mit seinen neuen Freunden viele Streiche an den Lehrern und an den Menschen. Es hat mir sehr gut gefallen, weil es sehr interessant war! Ich empfehle das Buch weiter. Es ist toll zu lesen – für alle, die lustig-spannende Tiergeschichten mögen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Tobias: In diesem Buch geht es um den Teenie Timo, der bei einem Motorradunfall ins Koma fällt, und als er in eine Reha-Klinik eingeliefert wird, um gehen und sprechen zu lernen, spricht eine Stimme in seinem Kopf mit ihm. Es wiegt für ihn schon schwer genug, dass ihn seine Freundin verlässt, weil sie nicht mit einem Hirngeschädigten zusammen sein will, doch als er herausfindet, dass er in der Nacht plötzlich gehen und sprechen kann, stellt er Nachforschungen an. Was er dabei herausfindet, verändert und kostet vielleicht sein Leben und das seiner engsten Freunde… Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es einerseits einen wissenschaftlichen Hintergrund hat, aber andererseits auch ein bisschen etwas von einer Agentengeschichte und gruselige Teile dabei hat. Sehr spannend zum Lesen! Achtung, es besteht die Gefahr, dass man nicht mehr aufhören kann, weiterzulesen!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Volker Hage beschäftigt sich in seinem biografischen Roman mit den letzten Lebensjahren Arthur Schnitzlers und beginnt mit dem Selbstmord der Tochter Lily in Venedig, der Schnitzler bis zu seinem Tod einige Jahre später nicht mehr loslassen sollte. Hage verwendet Tagebuchaufzeichnungen und Briefe, um ein faszinierendes Portrait des Dichters zu zeichnen, dessen Leben bis zum Schluss von seiner nicht ganz einfachen Beziehung zum weiblichen Geschlecht bestimmt war. Es waren immer mehrere Frauen gleichzeitig, die sich seiner Liebe und Bewunderung sicher sein durften, was natürlich zu teilweise dramatischen Ausbrüchen und Verwerfungen führte. Volker Hage gelingt es, ein sehr feinfühliges Psychogramm des großen Schriftstellers zu entwerfen, das sehr schön in den historischen Kontext eingebettet ist.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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In der Literaturbeilage der „Zeit“ war ein sehr interessantes Porträt der georgischen Autorin Nana Ekvtimishvili. Nino Haratschwili hat mir mit ihren Romanen die georgische Gesellschaft bereits näher gebracht, und so konnte ich mich gut vorbereitet auf „Das Birnenfeld“ begeben. Ekvtimishvili hat bereits zwei Filme gedreht, für die sie Preise bekommen hat. Lela wächst in einer postsowjetischen Gesellschaft auf: das Internat für „Debile“ ist heruntergekommen, die Kinder sind verwahrlost. Missbrauch und tägliche Gewalt beherrscht den Alltag und eines Tages wird Lela den Geschichtslehrer umbringen und dann fortgehen. Sie ist zornig, doch den kleinen Irakli beschützt sie wie eine große Schwester, und auch andere Schützlinge wenden sich an sie. Die subtilen Andeutungen, die Stille der Umgebung und die unterschiedlichen Erzählstränge machen diesen Roman zu einem sprachlichen Kunstwerk!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Andreas Eschbach bringe ich mit Thrillern in Verbindung, doch diesmal hat er ein brisantes Thema in einem Roman verarbeitet: Wie wäre der Zweite Weltkrieg verlaufen, wenn es bereits Telefone, Computer und ein weltweites Netz gegeben hätte? Eine grauenhafte Vorstellung, denn Eschbach erfindet Szenarien, die heute normal sind: die totale Überwachung durch den Staat ist Realität! Jedes Telefonat wird abgehört, alle Daten im Netz gespeichert, jede Geldüberweisung überprüft und jede Abweichung von der NS Ideologie wird bestraft. Vor allem Lettke weiß das NSA mit seinen Computern für sich zu nutzen. Eschbach schreibt so glaubwürdig über Deutschland vor und während des Krieges, dass ich beim Lesen teilweise vergessen habe, dass es diese Machtinstrumente (Telefon, Computer, Bankomatkarte, etc.) noch gar nicht gegeben hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass Eschbachs „NSA“ genauso ein Bestseller wird wie Tim Vermes „Er ist wieder da“.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Doris hat mit 10 Jahren ein Adressbuch von ihrem Vater bekommen, um die Namen derjenigen zu verewigen, die ihr wichtig sind. Mit über 90 Jahren kann sie auf ein bewegtes Leben zurückblicken, doch die Menschen in ihrem Adressbuch sind bereits tot, bis auf ihre Großnichte, zu der sie eine besondere Bindung hat, und für sie schreibt sie auch ihr Leben auf. Mich hat Doris Geschichte sehr berührt. Teilweise war ich traurig, dass Doris auf so viel verzichten musste, teilweise war ich fasziniert, wie selbstlos Doris gehandelt hat, um die Menschen, die sie liebt zu beschützen. Ihre Kariere als Modell in Paris in den 30ger Jahren, ihre Jahre in Amerika und ihre Flucht während des Krieges zurück nach Schweden, die Suche nach der verlorenen Liebe – Doris Geschichte lässt den Leser nicht mehr los. Man möchte immer tiefer in die Geschichte eintauchen und manchmal ein paar Tränen vergießen, weil man mitleidet!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Andreas Salcher teilt die Lebensjahre in Stunden ein, 24 könnten wir erleben, wenn wir manches beherzigen: Z. B. Nicht rauchen, uns ein wenig bewegen und gesund ernähren. Jede Stunde steht dabei für 3 Jahre. Der Autor beschreibt in jeder Stunde die Lebensthemen, die einem gerade betreffen - lebenslanges Lernen, die Wichtigkeit von Freundschaften und mit sich selbst auszukommen uvam. Über allem steht das JETZT, dh jeden Tag mit Neugier, Freude und Leidenschaft zu leben! Ein wunderbares Buch, fast wie eine Anleitung zum Leben, dabei aber gar nicht esoterisch, sondern es regt zum Nachdenken an - Tag für Tag aufs Neue sich bewusst zu machen, es könnte der letzte sein ...
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Helena, 11 Jahre aus Wien: Flinns Bruder ist mit dem olivfarbenen Zug weggefahren, der auf seiner Abschiedskarte zu sehen ist. Dabei ist sie sich sicher, genau dieser Zug steht jetzt plötzlich vor ihr! Flinn zögert nicht lange und steigt ein. Im Zug findet sie Freunde, die ihr erklären, was im Weltenexpress vor sich geht. Denn dies ist kein richtiger Zug, sondern ein Internat für diejenigen, die später einmal die Welt verändern werden! Ein magischer Zug aus 24 Waggons für ganz besondere Schüler. Die Charaktere der einzelnen Personen sind gut herausgearbeitet, die Entwicklung manchmal überraschend, und es ist nicht leicht zu sagen, wer mir gefällt oder nicht. Das Buch ist gut geschrieben, die Spannung ist bis zum Ende erhalten, da sich die Geschichte immer wieder wendet und das Ende nicht vorhersehbar ist. Das Cover ist treffend, und das tatsächliche Ende des Buches lässt einen noch spannenderen weiteren Teil vermuten; sobald der 2. Teil erscheint, würde ich ihn sehr gerne lesen ! Ich kann den ersten Teil jedem, der auf Fantasy-Bücher steht, empfehlen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Hannah, 12 Jahre aus Innsbruck: Generell ist, das muss ich sagen, Rick Riordan mein Lieblingsautor. Er schreibt so lebendig und lustig, als wäre ihm es tatsächlich passiert. In diesem Buch hat er es hervorragend beschrieben, wie es Apollo/Lester ging. Und die Witze lockern immer wieder die Stimmung auf. Ich finde, dass dieses Buch ihm fast noch besser gelungen ist wie „Magnus Chase“. Apollo ist gerade auf dem Weg zum nächsten Orakel, als er in Schwierigkeiten gerät (Mal wieder!). Zum Glück führt ihn ein Geist zu einem Versteck der Artemis, die sogenannte „Freistätte“. Dort erfährt er, dass ihr zweites Abenteuer viel komplizierter ist als er dachte. Zusammen mit Leo Valdez, Kalypso und anderen Freunden versucht er die Freistätte, die Stadt und seine Unsterblichkeit zu retten ...
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Sarah, 11 Jahre aus Innsbruck: Am allerersten Schultag musste sich Petra vor allen Schulkameraden übergeben, und nur deshalb, weil sie erfahren hatte, was ein PI ist – das ist eine Zahl ohne Ende. Von diesem Tag an musste sie von einem Psychologen behandelt werden und zwar von Steffen Svendsen. Mit ihm kann sie über so gut wie alles reden, er hilft ihr die Angst vor Zahlen - vor den ungeraden - und auch die Angst vor Wasser zu überwinden. Wasser ist für sie etwas Unbeschreibliches, es kann sich in alle Richtungen bewegen! Eines Tages lernt sie im Schwimmbad Thomas den „Probellerjungen“ kennen ... Dieses Buch kommt mir sehr wahr vor. Wenn man einmal damit zu lesen beginnt, kann man gar nicht mehr aufhören. Das ist ein sehr tolles Buch!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Gernot, 9 Jahre aus Hall: In diesem Buch geht es um das Mädchen Natalie, die ihre Eltern verloren hat und seitdem bei ihrem Großvater, welcher Professor in Sternenkunde ist, lebt. Eines Tages gehen sie zu einer Versammlung, wo ihr Großvater über eine Maschine, das Orakulum, die in die Zukunft schauen kann, vortragen soll. Doch dann wird Professor Hardaker von Gestalten mit Tiermasken entführt. Nach diesem Vorfall wollen Natalie und ein Freund der Sache auf den Grund gehen. Sie finden heraus, was das Orakulum ist und was Natalies Familie damit zu tun hat. Können Sie den Großvater retten, und wer sind die Leute mit den Tiermasken? Eine spannende Suche beginnt… Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es spannend ist. Am besten hat mir der Teil gefallen, wo Natalie von einer der Entführer verfolgt wird.
 
Foto von Florian Lechner

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Erfreulicherweise gibt es Autoren, die auf so hohem Niveau schreiben, dass selbst schwächere Texte noch als überdurchschnittlich gelten können. Philippe Djian ist einer dieser Granden, die über die Jahrzehnte konsequent ihre Qualität halten. Im aktuellen Roman geht es wieder hart zur Sache: Extreme Typen zelebrieren einen Tanz auf dem Vulkan, bis durch eine unvorhersehbare Katastrophe das mühsam zurechtgezimmerte Gleichgewicht ins Wanken gerät. Gut gezeichnete Charaktere, knallharte Sprache und extreme Wendungen belohnen die Fans für ihr langes Warten.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Das ist wohl das persönlichste Buch dieses Autors. Er möchte ewig leben und seine Töchter aufwachsen sehen. Denn mit 50 wird es schwierig, sein Äußeres perfekt zu inszenieren und gesundheitlich geht es schon seit einiger Zeit abwärts. So kommt es ganz gelegen, dass der Autor Regisseur und Moderator ist und sich ganz einem neuen Projekt widmen kann: er wird nicht sterben, weil sterben ja irgendwann alle tun. Sehr witzig und kurzweilig versorgt uns Beigbeder mit neuen Überlegungen bezüglich unserer Sterblichkeit. Er ist sehr überzeugend in seiner Argumentation, ich glaube ihm jedes Wort!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Welcher Algorithmus wird unser Leben in Zukunft bestimmen? Und werden wir wirklich älter und gesünder werden? Welche künstliche Intelligenz wird mir meinen Arbeitsplatz wegnehmen und bin ich bereit, mich noch zu verändern? Welchen Einfluss wird der Klimawandel auf unser Leben haben und welche Nation wird die Macht auf dieser Welt übernehmen? Harari kann sich nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern er führt seine Leser gekonnt in das Jahr 2050. Seine Lektionen werfen in uns Fragen auf, die wir noch heute für uns beantworten sollten, denn sonst werden wir die Konflikte der heutigen Zeit nicht siegreich bewältigen.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die NDR Kultur schreibt: „Man liest Delacourt so gern, weil er seine Figuren liebt und die Liebe liebt und doch weiß, dass auch in der Liebe kein Versprechen auf Rettung liegt.“ Die meisten Romane von Delacourt kenne ich schon, und er hat mich nie enttäuscht. Es sind die Wendungen in den Romanen, die mich immer wieder überraschen, es sind auch die Figuren, von denen ich mich wie von guten Freunden nicht mehr trennen möchte. Emanuelle ist so eine Romanfigur, deren Werdegang ich gerne weiterverfolgen würde. Für Alexandre beschließt sie, ihren Mann und ihre drei Kinder zu verlassen. Nicht dass sie unglücklich gewesen wäre, nein, es hat ihr aber doch etwas gefehlt. Wenn man Delacourt liest, so kann man jede Stimmung mitfühlen, so wie man eine Oper mit tragischem Ausgang hört!
 
Foto von Florian Lechner

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Bogart Bull, der vom Schicksal gebeutelte Ermittler aus Oslo, ist zurück. Eigentlich sollte es nur ein Besuch bei seinem Großvater in Belfast werden, doch der Zufall will es , dass genau während seines Aufenthalts in Nordirlands Metropole ein norwegisches Ehepaar ermordet wird. Da es sich um die Eltern einer hochrangigen Politikerin handelt, wird Bull auf den Fall als Europolermittler angesetzt. Bald schon findet er sich in einer hochbrisanten Operation wider, die auch für ihn gefährlich zu werden droht. Wie schon in seinem ersten Roman verbindet der Autor Politisches und Historisches gekonnt mit einer zeitgenössischen Krimihandlung. Die hervorragende Charakterzeichnung und der gut recherchierte Hintergrund machen dieses Buch zu einem herausragenden Kriminalroman.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Pünktlich zum 75.Geburtstag des Autors veröffentlicht der Ullstein Verlag ein neues Werk von Altmeister Wolf Wondratschek. Auf dieses Buch muss man sich einlassen und sich mitreißen lassen vom unwiderstehlichen musikalischen Sog, den diese Prosa ausübt, die sprachliche Finesse genießen, sich vom Rhythmus treiben lassen und das Buch nicht aus der Hand legen, bevor man es in einem Zug durchgelesen hat. Chapeau!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Es ist ja (leider) so, dass man mit dem Tage der Eheschließung nicht nur einen Partner für den Rest (?) seines Lebens bekommt, sondern auch dessen Familie als Anhang mit dazu. Im Falle von Veblen und ihrem Verlobten Paul ist das besonders verheerend, denn es lässt sich gar nicht sagen, wer von ihnen die schrecklicheren Eltern hat. Veblens Mutter ist eine unbeschreibliche Hypochonderin und eine unglaubliche Nervensäge. Andererseits ist vor allem Pauls Bruder ("Ist Justin nicht ganz dicht?" -- "Ja, er ist nicht ganz dicht!") auch nicht ohne, noch dazu ist er der felsenfesten Meinung, dass ER es sein wird, den Veblen heiratet. Wieso die verträumte und unkonventionelle Veblen, die gerne mal mit Eichhörnchen spricht, den konservativen Langweiler Paul, der Eichhörnchen hasst, heiraten will, bleibt fast bis zum Schluss ein Rätsel. Liebt Paul nicht viel mehr seine neurologische Arbeit mit den Kriegsveteranen und seine bahnbrechende Erfindung -- eine batteriebetriebene Schädelstanze, um akute Gehirnverletzungen gleich mitten im Gefecht zu behandeln? Und dann mischt noch seine intrigante Chefin Cloris Hutmacher kräftig mit. Elizabeth McKenzie hat nicht nur ein Faible für skurrile Namen und schräge Figuren, sondern auch ein Talent für Situationskomik, auch wenn sie den wirklich ernsten Fragen des Lebens nachgeht. Ich habe mich beim Lesen wirklich sehr amüsiert.
 
Foto von Gerda Kurz

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Anselm Grün ist für mich ein spiritueller und literarischer Workaholic, doch trotz der Fülle der Bucherscheinungen sind seine Texte gehaltvoll, begleitend und aufrichtend. "Staunen" hat Rudolf Walter aus verschiedenen Publikationen zusammengestellt. Es geht um die kleinen Wunder im Alltag, die es zu entdecken gilt - über die man sich "wundern" sollte: Atmen, Gehen, Stehen, Essen, Trinken, Hören ... vom Reichtum einer Beziehung bis zum Zauber der Natur. Achtsamkeit ist heutzutage in aller Munde und es lohnt unbedingt, sich diese Haltung anzueignen! Sprüche von berühmten Philosophen, spirituellen Lehrern und Mystikern lockern das Buch zu einem schönen Leseerlebnis auf.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Genau rechtzeitig zur Buchmesse (Gastland Georgien) ist Nino Haratschwilis neuer „Wälzer“ erschienen. Diesmal ist der Roman nicht so umfassend, dafür aber genauso gut. Während „Das achte Leben“ von 6 starken Frauenfiguren handelt, steht nur eine Figur in „die Katze und der General“ im Zentrum: Nura, die man nur zu Beginn kennenlernt, wurde von vier Männern geschändet und getötet und dieser Mord wurde im zweiten Tschetschenien-Krieg zwar öffentlich gemacht, doch die Schuldigen wurden nicht bestraft. Wenn ich Nino Haratschwilis Bücher lese, erschließt sich für mich nicht nur die Schönheit Georgiens, sondern auch das Grauen während der russischen Besatzung. Meiner Meinung nach hätte Haratschwili den deutschen Buchpreis gewinnen sollen, denn ihr ist wieder ein großartiger Roman gelungen. Sie ist eine große europäische Erzählerin und ihr würde ich jede literarische Auszeichnung wünschen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Seit „Einsamkeit der Primzahlen“ hat dieser italienische Autor (und promovierter Physiker) nichts mehr Gleichwertiges abgeliefert. Umso überraschter war ich mit seinem neuen Buch, das wieder sehr flüssig und spannend verfasst ist. Das Leben der 4 Kinder in Apulien (Teresa, Nikola, Bern und Tommaso) bleibt jahrelang miteinander verbunden, auch wenn sie sich immer wieder aus den Augen verlieren. Sie wollen den Himmel stürmen und die Welt erobern. Vor allem Bern besitzt eine unglaubliche Ausstrahlung und Anziehungskraft, der sich keiner entziehen kann. Und Teresa erlebt mit ihm die große Liebe. Zusammen haben sie einen hohen moralischen Anspruch an sich und an die anderen und sie versuchen sich jahrelang als engagierte Öko-Aktivisten. Giordano hat wieder die Liebe und die Freundschaft als zentrales Thema gewählt und somit einen Volltreffer gelandet!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Jacob, 12 Jahre aus Rankweil: In dem Buch geht es um den Jungen Castle Cranshaw, der sich selbst den Namen Ghost gibt. Ghost wächst in einem Armenviertel namens Glass Manor auf. Er wird wegen seinen viel zu großen Klamotten ständig in der Schule gehänselt. Eines Tages geht Ghost aus Frust wegen eines Schülers, welcher ihn gehänselt hat, in den Park und sieht einem Laufteam zu, welches gerade trainiert. Er behauptet gegenüber dem Trainer des Laufteams, dass er schneller laufen kann, als die besten Läufer es können. Er tritt gegen Lu, einen der schnellsten Läufer des Teams, an und ist gleich schnell wie er. Danach wird Ghost in das Team aufgenommen. Von da an ändert sich sein Leben gewaltig. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es das Leben in anderen Kulturen beschreibt. Ich fand das Buch so spannend, dass ich es fast nicht aus der Hand legen konnte.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Marlena, 14 Jahre aus Igls: Als Alison eines Tages aufwacht, denkt sie, es wäre ein Tag wie jeder andere, doch da hat sie sich getäuscht. Sie geht in die Küche zu ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder. Plötzlich muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Bruder Jeremy verschwunden ist. Doch nicht nur das! Laut ihren Eltern hatte sie nie einen kleinen Bruder in dieser Realität. Nun, das ist nicht das einzige Unerwartete, was an diesen Morgen passiert! Weil Alison es immer noch nicht fassen kann, dass sie keinen Bruder mehr hat, wird sie plötzlich ohnmächtig ... Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war sehr spannend und hatte ein überraschendes Ende. Von diesem Buch gibt es drei Teile. Ich habe mir den zweiten Teil gleich danach gekauft und angefangen zu lesen. Wer also den ersten Teil liest, sollte auch unbedingt die anderen zwei Bände lesen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Sarah, 11 Jahre aus Innsbruck: Addie (Adeline) Bell hatte den schlimmsten 12. Geburtstag ever!!! Sie wünschte sich nichts sehnlicher als endlich sechzehn zu sein, dann muss sie nicht mehr in der Kinderabteilung Klamotten kaufen und darf sich endlich schminken. Von Mr. Toddles bekommt sie ein geheimnisvolles Schmuckkästchen geschenkt - dieser Mr. Toddles stammt anscheinend von einer Hexe aus dem 18. Jahrhundert. Wenn man nämlich seinen grössten Wunsch in dieses Kästchen sperrt, dann geht dieser in Erfüllung. Sollte man den Schlüssel dazu verlieren, dann bleibt der Wunsch für immer dort eingesperrt. Adeline sperrt ihren grössten Wunsch dort ein, und am nächsten Tag ist sie sechzehn! Nur leider ist nicht mehr Grace ihre beste Freundin, sondern Clementine, und von da an war dann nichts mehr cool. Ob sie es wohl schafft ihre alte, beste Freundin wieder zurückzugewinnen und ob sie wieder in ihr 12jähriges Ich zurückkommt, das wird nicht verraten! Dieses Buch macht einen glücklich und zufrieden, wenn man es liest! Es war sehr lustig und humorvoll, es hat mir sehr gut gefallen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleserin Jana, 10 Jahre aus Hall: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr spannend zu lesen, weil ein Junge ein Museum alleine retten soll und die Zeit sehr knapp ist. Außerdem ist es eine außergewöhnliche Geschichte, weil Tiere mit dem Jungen sprechen. Nette Zeichnungen kommen vor, und es ist sehr leicht zu lesen. Im Buch geht es um einen Jungen namens Ben. Bens Vater ist auf einer Schiffsreise verschollen. Deshalb muss sich die Mutter alleine um ihn kümmern. Eines Tages entdeckt der Junge eine Einladung zu einem Museumsbesuch vor der Wohnungstür. Ben würde sehr gerne ins Museum gehen, doch seine Mutter ist zuerst dagegen. Nachdem Ben seine Mutter überredet hat, geht er an einem Nachmittag ins Museum. Dort findet er niemanden und so geht er allein durch die Räume und betrachtet die ausgestopften Tiere. Plötzlich beginnt ein ausgestopfter Rüsselspringer mit ihm zu reden, weil das Museum in Gefahr steht, abgerissen zu werden……
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Hanne Wilhelmsen und Henrik Holme sind wahrlich nicht gerade das Traumpaar unter den skandinavischen Ermittlern, aber sicher eines der interessantesten. Der unbeholfene und verschrobene Henrik, der mit seinen vielen Tics selber ein Spezialfall ist, charakterisiert Hanne sehr treffend: Sie ist abweisend, kalt und höhnisch, verärgert bis zur Quengeligkeit, sarkastisch und manchmal frustriert. Wie ich schon mal geschrieben habe: so richtig mag ich sie nicht. Gleichzeitig ist sie aber nach wie vor DIE Top-Ermittlerin bei der Osloer Kriminalpolizei, auch wenn sie seit ihrem schweren Unfall ja nur noch Zuhause sitzt und die sogenannten cold cases bearbeitet. Daher passt es ganz gut zu der zurückgezogenen und eigenbrötlerischen Kommissarin, dass auch die Romane rund um sie immer seltener erscheinen. Aber das Warten hat sich gelohnt, auch der 10. Fall ist wieder hochspannend und höchst verwickelt. Anne Holt versteht es wirklich hervorragend, verkrachte Existenzen zu schildern und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was Schuld mit einem Menschen auch nach vielen Jahren noch machen kann. Ärgerlich für mich: Nicht ein einziges Mal findet Billy T. Erwähnung, Hannes ehemaliger Kollege und wie ich glaube beinahe einziger Freund, der im letzten Band so tragisch aus dem Leben geschieden ist. Zu Hannes Charakter passt es aber.
 
Foto von Johanna  Bernhart

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In einem entlegenen Hochtal im Karwendelgebirge, dem Vomperloch, versteckten sich von 1943 bis Kriegsende geflohene Wehrmachtssoldaten, die nicht länger am grausamen Morden des Zweiten Weltkriegs teilnehmen wollten. In seinem neuen Stück greift Felix Mitterer das Deserteursthema auf und erzählt mit großer Intensität von sechs fiktiven Charakteren, die im Vomperloch aufeinandertreffen und dem Kriegsende entgegensehnen. Ihre Motivationen für die Fahnenflucht sind so unterschiedlich wie ihre politischen und persönlichen Ansichten, wodurch das Zusammenleben auf engstem Raum zur großen Herausforderung wird. Unvorstellbar kalte Wintertage, Nahrungsmittelknappheit und die ständige Angst vor dem Entdecktwerden prägen den Alltag im Vomperloch. Ob sie alle über die Runden kommen werden? Ab 7.10 ist das Stück außerdem in den neuen Kammerspielen im Haus der Musik Innsbruck zu erleben.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Lieber Justus, lieber Bob, mein lieber Peter! Unglaublich, aber wahr! Seit 1968 ermittelt ihr unermüdlich und höchst erfolgreich als die berühmten Drei ???. Während sich die Fünf Freunde mittlerweile glutenfrei ernähren und die Knickerbocker-Bande mit Mitte dreißig mit beruflichen und privaten Problemen hadert, seid ihr auch nach 50 Jahren noch die immer gleichen, immer jung gebliebenen Sunnyboys aus der kalifornischen Kleinstadt Rocky Beach! Wie auch die anderen Jubiläumsbände (u.a. Fall 100 und 150) ist euer 200. Fall als dreiteilige Ausgabe im Schmuckschuber erschienen. "Feuriges Auge" greift einen alten Fall wieder auf, erneut müsst ihr euch mit dem Fluch des Rubins und dem unheimlichen Mr. Rama Sidri Rhandur herumschlagen, außerdem trefft ihr euren alten Freund August August wieder und erlebt ein haarsträubendes Abenteuer, bei dem es euch sogar bis nach Pleshiwar in den indischen Bergen verschlägt. Ich könnte es nicht treffender formulieren als Geheimagent Blake Turner: "Ihr seid clevere Jungs. Wissbegierig und voller Abenteuerlust. Tut mir eiinen Gefallen -- bleibt so, wie ihr seid! Wann immer euch ein Abenteuer begegnet -- lasst es nicht an euch vorbeiziehen. Wählt nicht den sicheren Weg. Stürzt euch mitten rein!" In dem Sinne, meine lieben Drei ??? -- ich gratuliere euch von ganzem Herzen zu eurem 50. Geburtstag und freue mich auf viele weitere Abenteuer mit euch. Alles Liebe von Maxie P.S. Peter, jetzt bin ich leider viel zu alt für dich, aber vor 30 Jahren hättest du mich ruhig mal anrufen können!
 
Foto von Florian Lechner

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Ich muss gestehen, dass ich noch nie von der Taiping Rebellion gehört habe, die dem neuen Roman von Stephan Thome zugrunde liegt. Mitte des 19.Jahrhunderts kam es in China zu einer religiös motivierten Revolte, in deren Verlauf ca.30 Millionen Menschen ums Leben kamen. Stephan Thome erzählt die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven: Lord Elgin, der als Gesandter der englischen Krone über die Handelsbeziehungen verhandeln sollte, beschreibt die Sichtweise der Kolonialmächte. Philipp Johann Neukamp, der in Deutschland nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 keine Perspektive mehr sah, kam als Missionar nach China. Alonzo Potter versucht sein Glück in diesem Land, nachdem er als Sklavenhändler gescheitert war, doch leiten ihn noch andere, dunklere Motive. Dazu gesellen sich die Aufständischen und die Generäle der Hunan Armee, die ihre Sicht der Dinge ausbreiten. Stephan Thome beschreibt in diesem vielstimmigen und detailreichen Werk, welch fatale Folgen religiöse und kulturelle Missverständnisse haben können. Ein Buch, dessen Grundaussage man ohne Weiteres auf alle möglichen Konflikte umlegen kann und somit an keine bestimmte Zeit gebunden ist!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Eva Mattes liest großartig und der Hörer ist sofort gefesselt von dieser Erzählung. Amalia ist ertrunken, doch je mehr ihre Tochter Delia, die zum Begräbnis nach Neapel zurückkehrt, in die Vergangenheit ihrer Mutter eintaucht, umso mehr erfährt sie über diese Frau, der sie nie näher kommen wollte und von der sie sich zu distanzieren versucht hat. Amalia hatte einen Liebhaber, den Delia schon als kleines Mädchen begegnet ist. Doch es gab noch zwei Männer in Amalias Leben, von denen sie beherrscht wurde: ihrem Bruder und ihrem gewalttätigen Mann. Diesen Roman hat Elena Ferrante bereits 1992 unter diesem Pseudonym veröffentlicht. Es ist schön, ihn jetzt wiederzuentdecken!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Tobias, 14 Jahre: In diesem Buch geht es um Kieron, einen Greek, der durch Zufall Zeuge einer Entführung wird. Als der Mann abgeführt wurde, fielen ihm eine Sonnenbrille und ein Headset aus der Tasche, die Kieron im Vorbeigehen aufhob, vielleicht konnte er sie ja im nächsten Second-hand-Laden verscherbeln. Doch als er die vermeintliche Sonnenbrille aufsetzt, befindet er sich in einer anderen Welt. Der entführte Mann war ein Agent, der ein Ansprechpartner für eine Mission in Indien sein sollte. So rutscht Kieron in eine äußerst gefährliche Mission, denn Bex braucht Informationen, auf die nur er zugreifen kann… Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es actionreich ist, aber auch Situationen im Alltag eines/einer Jugendlichen glaubwürdig geschildert werden. Ich empfehle diese gebündelte Spannung in Form eines Buches Lesern ab 13 Jahren. Viel Freude beim Lesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Der erste Teil des Romans, der in "The Boxes" in LA spielt, hat mich sehr an die preisgekrönte Serie "The Wire" erinnert. Aber sobald die 4 Jugendlichen in einem Van quer durch Amerika fahren, um einen Mordauftrag auszuführen, ab diesem Moment ändert sich alles. Man begreift allmählich, dass die Teenager nur ihre Gang kennen und noch nie außerhalb von LA waren. Aber ist wirklich alles anders? Reagieren die Menschen, denen sie begegnen, doch nicht alle gleich? Und wie wird East sich entscheiden, wenn er plötzlich mit seinem jüngeren Bruder, der nie irgendwo dazugehört hat, auf engem Raum interagieren muss? Vor allem Easts Leben verändert sich in dieser seltsamen Woche, und der letzte Teil des Romans berührt den Leser sehr!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Zu Rossbachers Debütroman „Verlangen nach Drachen“ habe ich als Leserin keinen Zugang gefunden. Das war ein Versäumnis meinerseits, denn der neue Roman dieser Vorarlberger Autorin liest sich atemberaubend gut! Jeder Satz ist ein Genuss, jedes geistreiche Wortspiel bringt mich zum Lachen und auch der Plot ist faszinierend und raffiniert: Christian Kaufmann, geboren und aufgewachsen in Feldkirch, macht die Ausbildung zum Buttler in Luxemburg und fängt seine Arbeit als Diener bei einer wohlhabenden Familie in Zürich an. Die Hobbs sind äußerst sympathisch, sehr freundlich und überhaupt nicht kompliziert oder steif. Und doch entgeht dem armen Diener das Wichtigste: er übersieht alle Anzeichen eines Todesfalls.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Auf den neuen Roman von Paolo Cognetti habe ich mich schon lange gefreut, weil „Acht Berge“ schon so gut war. Wenn ich mir vorstelle, dass dieser junge Autor in den letzten Jahren immer sehr zurückgezogen lebt (auf einer Almhütte), ist es umso erstaunlicher, wie getreu er doch unsere Gesellschaft, unsere Fehler, unsere Wünsche und Träume, etc. wiedergeben kann. Dieser Debütroman ist bereits 2012 erschienen und kann nun endlich von deutschsprachigen Lesern entdeckt werden. Sofia ist ein Mädchen, bzw. eine junge Frau, über die man noch mehr erfahren möchte, wenn man sie im letzten Kapitel in New York zurücklässt. Sie lernt schon früh, dass man sich auf den lieben Gott nicht wirklich verlassen kann, denn die Eltern streiten sich weiterhin, nachdem sie die Stadt Mailand verlassen und in eine kleine Siedlung ziehen. Sofia ist für ihre Freunde oder für ihre Tante nicht wirklich ein Mensch, den man begreift, doch als Leser fühlt man sich ihr immer nahe. Paolo Cognetti widmet sich mittlerweile nur mehr dem Schreiben, trotz seines Studiums der Filmhochschule und einem Abschluss in Mathematik. Eine gute Entscheidung!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Über dieses Romandebüt zu schreiben, fällt nicht leicht. Die 14-jährige Turtle ist für ihren Vater wortwörtlich sein Ein und Alles. Was zunächst so liebevoll klingt, ist in Wahrheit ein schreckliches Schicksal. Völlig von der Außenwelt isoliert, leben die beiden in einem primitiven Haus inmitten der feuchten und dunklen Wälder Nordkaliforniens. Jeden Tag steht Turtles Vater pünktlich am Schulbus, um seine Tochter wohlbehalten nach Hause zu bringen. Und in der Nacht missbraucht er sie. Martin Alveston ist ein hochintelligenter Mann und ein Endzeitfanatiker. Er ist gerüstet, wenn die Klima- oder eine andere Katastrophe über die Welt hereinbricht. Von klein auf lernt Turtle zu schießen, sich zu verteidigen, im Wald zu überleben; sie kennt jedes Blatt und jeden Strauch. Ein großer Teil des Buches ist den detailreichen Naturbeschreibungen gewidmet und absolut fantastisch. Gleichzeitig sind die Szenen zwischen dem Mädchen und seinem Vater absolut beklemmend zu lesen, und damit meine ich nicht nur den körperlichen Missbrauch; nein, es sind vielmehr die Szenen, in denen Martin Turtle sein verqueres Weltbild und seinen Fanatismus näher bringt. Es sind die Stellen des geistigen Missbrauchs, in denen man Turtle schütteln und sie anschreien möchte: "Wach endlich auf aus dieser Gehirnwäsche! Der Feind ist nicht dort draußen, der Feind ist dein eigener Vater!" "Mein Ein und Alles" ist kein Roman, den man mal so eben rein zur Unterhaltung liest. Auf dieses Buch muss man sich einlassen, es ist beklemmend und grausam und dabei unglaublich spannend. Bis zum Schluss fiebert man mit Turtle, ob sie es schafft, sich aus dieser obsessiven "Liebe" zu lösen. Wer "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara mochte, wird auch dieses Buch lieben!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Testleser Erik, 13 Jahre: Anton ist 15 Jahre alt und leidenschaftlicher Basketballspieler. Er ist ein ganz normaler Junge, bis sein Haus in die Luft fliegt. Seine Eltern und seine Schwester sind schwer verletzt und Anton bangt um ihr Leben. Antons Mama arbeitet für eine große Softwarefirma Dataland und hat dort einen geheimnisvollen Job. Keiner weiß so recht, was sie tut und warum sie vor einiger Zeit aus der großen Stadt Berlin auf das Land gezogen sind. Früher, in Berlin, war auch noch Onkel Dirk regelmäßig zu Besuch. Anton wohnt vorübergehend bei Onkel Dirk und hat aber auch öfter das Gefühl verfolgt zu werden. Es ist wirklich unheimlich. Nach und nach kommt Anton darauf, dass es kein Unfall war, sondern ein gemeiner Anschlag, ausgeführt von der Untergrundorganisation Blackbyte, bei der sein Onkel Dirk und seine Mutter mal Mitglieder waren! Es beginnt eine verwirrende, verlogene Jagd nach der Wahrheit, und Anton wird nicht nur einmal auf die Probe gestellt, wem er glauben und trauen darf und wem nicht! Das Ende ist kein Happyend, aber es geht für Anton letztlich doch noch gut aus. Dieses Buch war sehr spannend, und es hat mich eindringlich an die Gefahr des Internets erinnert. Es wäre mal interessant zu wissen, wie viele Daten wer von uns hat!
 
Foto von Carmen Pranger

Gerade gelesen

Bernhard Aichners neuester Thriller "Bösland" liest sich genauso gut und schnell wie seine bisherigen Geschichten. Protagonist in diesem Buch ist Ben, dessen ganzes Leben hier erzählt wird, Ben hat niemanden auf dem er sich verlassen kann. Er ist 10 Jahre alt und hat einen gewalttätigen Vater und eine Mutter die alles einfach hinnimmt. Doch dann lernt er Felix Kux kennen den Arztsohn und findet in ihn die Vertrauensperson die bisher fehlte. Doch dann nimmt plötzlich alles eine Böse Wendung. Meiner Meinung nach ist "Bösland" sogar dass bisher beste Buch das Bernhard Aichner geschrieben hat.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman ist eine Wucht. Turtle ist 14 und wohnt mit ihrem Vater in den Wäldern Nordkaliforniens, in der Nähe von Mendocino. Diese Wälder sind es, in denen Turtle lernt zu überleben. Ihr Vater missbraucht sie, nicht nur physisch. Martin hat nach dem Tod seiner Frau eine seltsame Einstellung zum Leben, und da nur Turtle seine einzige Bezugsperson ist, wächst sie auf in dem Glauben, dass er sie liebt und dass sie niemals ohne ihn leben kann. Erst als sie Jacob kennenlernt, bekommen ihre Gedanken einen neuen Anreiz. Und sie kämpft, unglaublich. Es gibt so viele eindringliche Szenen in diesem Buch, die dem Leser nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mich hat dieser Roman sehr stark an Hanya Yanagiharas "Ein wenig Leben" erinnert. Diesen Roman habe ich auch verschlungen, trotz der schmerzhaften Thematik. Die Natur ist derart anschaulich dargestellt, dass man das Gefühl hatte, in den kalifornischen Dschungel einzutauchen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

"Kommt mit mir ins Bösland". Auf den Dachboden, wo Ben jahrelang von seinem Vater misshandelt wurde, wo er mit seinem Freund Kux kurze Filme mit der Kamera gedreht hat, wo Matilda vor 30 Jahren gestorben ist. Vom "Bösland" kommt Ben nicht los, auch wenn er mit seiner Therapeutin große Fortschritte macht, bis er seinem Freund Felix Kux wieder begegnet. Wer die drei Blum-Bücher von diesem Autor geliebt hat, wird mit "Bösland" mehr als zufrieden sein. Denn Bernhard Aichner kann gute Thriller schreiben, er kann Spannung aufbauen, und er überzeugt mit einem raffinierten Plot!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Helena, 11 Jahre: Drei, einander unbekannte Mädchen haben Probleme: Paulas Eltern erlauben ihr nicht auf die Schauspielschule zu gehen, Leni will endlich mit Nick, einem hübschen Jungen, zusammen sein und Amelies Eltern wollen sich scheiden lassen ! Deshalb installieren sie sich auf ihren Handys die App "Sternschnuppengeflüster "! Diese App verspricht ihnen, alle ihre Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen ... Sie lernen sich im Forum kennen und treffen sich, um sich gegenseitig mit ihren Problemen zu helfen. Doch das scheint gar nicht so einfach zu klappen! Ich finde das Buch ziemlich spannend und unterhaltsam, weil es so real erzählt wird, als ob man selber mit einer Freundin über das Problem spricht. Man kann sich ziemlich gut mit den Mädchen identifizieren und sich in ihre Lage hineinversetzen! Die Mädchen haben typische Teenagerprobleme, wie sie jeden Tag geschehen können: Jemand, in den man verliebt ist, weiß nicht, dass es einen gibt; die Eltern erlauben etwas nicht oder die Eltern wollen sich trennen! Über die beschriebenen Probleme zu lesen, kann vielleicht dem einen oder der anderen im täglichen Leben helfen, die eigenen Probleme besser zu verstehen und sich damit nicht so alleine zu fühlen. Das Buchcover passt perfekt zur Geschichte. Über einen 2. Teil dieser Geschichte oder einen Folgeband würde ich mich freuen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Felix, 11 Jahre: Danke für das tolle Buch, es hat mir sehr gut gefallen, denn es war spannend, lustig und cool. Es ist gut, dass die einzelnen Bände abgeschlossen sind. So kann man jederzeit einsteigen. Die Hauptfiguren Henry und Hilda haben mir besonders gut gefallen. Henry lebt mit eine Vater in San Franzisco und hat schon einmal für Wotan den Götterchef einen Auftrag als Agent erledigt. In der Schule taucht plötzlich Hilda - seine Co-Agentin auf - und berichtet, dass es einen neuen Einsatz gibt. Wird er es auch diesmal schaffen? So beginnt ein neuer Einsatz für Henry Smart. Das Buch macht neugierig auf die anderen Bände.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Jana Marie, 9 Jahre: Joelle Fröhlich – deren Namen man mit „die fröhliche Fröhlich“ übersetzen könnte, macht mit ihren Eltern und mit ihren zwei Brüdern einen Ausflug mit ihrer Yacht, aber dann stranden sie und landen in einem Hotel, wo sie eine Weile bleiben und später sogar einziehen werden. Joelle entdeckt eine wunderbare, geheimnisvolle Gabe, die ganz wenige haben: Sie ist eine Traumdeuterin! Sie findet ein mysteriöses Tagebuch von einem Mädchen namens Annabell, das vor sieben Jahren, genau an ihrem 100. Geburtstag, gestorben ist und eine Freundin namens Flora. Am Anfang gehen Joelle und ein Freund der Familie auf ein Schiff. Als Joelle aber ans Ruder darf, hätte sie beinahe ihren Bruder Lancelot und seinen Freund Benni in einem anderen Boot überfahren! Gott sei Dank geht das gerade noch gut! Die Besitzer des Hotels, an dem die Familie strandet, sind Zwillinge und heißen Fräulein Linde und Fräulein Rose. Beide können Träume einfangen, sie aber nicht deuten. Als sie von Joelles Gabe erfahren, wollen sie ihr aber nicht helfen, weil sie denken, dass Joelle noch zu jung dafür ist. Als das Mädchen in Annabells Tagebuch die Beschreibung unterschiedlichster Träume liest, möchte sie das Traumdeuten unbedingt lernen. Als Flora ein Albtraum plagt, fängt Joelle diesen Traum ein und was dann passiert, das lest ihr am besten selbst. Das Buch ist sehr spannend! Besonders für alle, die glauben, dass Träume wahr werden können. Viel Spaß beim Träumen und leserattenstarke Grüße Eure Jana
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Julie, 9 Jahre: Die zwei Ponyfreunde Schoko und Toni hatten einen Streit, weil Schoko bei seinem anderen Ponyfreund Keks schon einmal daheim war, doch bei Toni daheim waren sie noch nie. Als Toni sah, dass Lotte mit drei Freunden und Greta einen Ausflulg mit den Rädern in die Berge machte, wurde Toni sehr traurig. Am nächsten Morgen war der Platz an der Raufe, wo normalerweise Toni sein Heu mampft, leer. Auch sonst ist auf dem Blümchenhof keine Spur von dem Haflinger. Hat er sich tatsächlich vor Heimweh auf den Weg in seine geliebten Berge gemacht? Allein?!? Klaro, dass Schoko, Keks und der Hund Bruno sich sofort an die Hufe ihres Freundes heften. Aber wer hätte gedacht, dass ein Ausflug ins Gebirge so abenteuerlich sein kann? Das Buch hat mir sehr, sehr gut gefallen, vor allem weil es mit Pferden zu tun hat und es um wahre Freundschaft geht. Auch finde ich sprechende Ponys sehr lustig.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Tobias, 14 Jahre: Auch im fünften Band der Bodyguard Serie geht es wieder heiß her, wenn auch nicht so heiß, da die Buddyguards nach Russland müssen. Connor und sein Rivale sollen Felix, einen Milliardärssohn beschützen, der durch die Reformpartei seines Vaters ein großes Anschlagsziel ist. Doch wem kann man vertrauen, wenn der Partner sich verliebt und der Colonel etwas verschweigt…?!? Mir hat das Buch wie alle anderen Bodyguards sehr gut gefallen, und ich kann es Lesern ab 12 Jahren wärmstens empfehlen. Für’s bessere Verstehen die Reihe vom Anfang lesen, jedes Buch lohnt sich… Viel Spannung und Spaß beim Lesen!!!
 
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Testleser Tobias, 14 Jahre: Im vierten Teil der Bodyguard Serie „Bodyguard – Im Fadenkreuz“ geht es wieder heiß her. Doch diesmal geht es nicht um Connor, sondern Charley soll in diesem Buch die Hauptperson sein. Am Anfang gibt es eine kleine Zusammenfassung zu ihrer Herkunft und ihrem Lebenslauf, doch dann beginnt die Mission, die sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen kann, wegen der sie jetzt im Rollstuhl sitzt. Spannender geht nicht, und diesmal geht es um einen waschechten Superstar!!! Spannung pur! Auch dieser Bodyguard fasziniert wieder mit atemberaubenden Erzählungen, und der Leser fühlt sich selbst wie der Buddyguard. Außerdem kommt endlich die spannende Vergangenheit Charleys an die Oberfläche. Empfehlenswert ist es, die Serie von Anfang an zu Lesen. Für Leser ab 12 Jahren.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Tobias, 14 Jahre: In diesem Buch geht es um Diana, eine Amazone, die auf einer einsamen Insel mit ihren Schwestern lebt. Amazonen sind Frauen, die aus gestorbenen Kriegerinnen aus der menschlichen Welt hervorgehen. Diana ist die Tochter der Königin, jedoch wird sie vom Großteil ihrer Genossinnen verachtet, da sie aus Erde geschaffen wurde und so „kein Kriegerherz“ haben kann. Doch als sie einem Menschen das Leben rettet und dieser Mensch ausgerechnet die „Kriegsbringerin“ ist, geht das Abenteuer erst richtig los. Es war sehr schwierig, eine kompakte Rezension zu schreiben, da einige komplizierte Teile dabei sind, und die alle einzeln zusammenzufassen, wäre schier unmöglich gewesen. Ich hoffe, dass ich euch trotzdem einen guten Einblick in dieses tolle Buch geben konnte. Die Autorin schreibt allerdings so gut, dass man am Ende des Buches, trotz komplizierten Teilen, die Geschichte voll und ganz verstanden hat. Für Leser ab 12 Jahren, viel Spaß beim Lesen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleserin Johanna, 15 Jahre: "Hyde“ von Antje Wagner ist ein Buch, welches es wohl so noch nie gegeben hat. Schon der Titel lässt einen neugierig werden, was mag sich wohl hinter diesem Wort verbergen? „Hyde“ hat mich durch und durch verzaubert und in eine andere faszinierende Welt transportiert. Die Spannung reist nie ab, der Erzählstil der Autorin ist schon beinahe malerisch und Katrinas Vergangenheit wird in guten Abständen immer weiter aufgedeckt. Ein sehr zu empfehlendes Buch!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Testleser Elias, 10 Jahre aus Mils: Carter lebt bei seinem Onkel, weil er leider keine Eltern mehr hat. Dieser bringt ihm das Zaubern bei, aber sein Onkel haut damit nur andere Leute übers Ohr und zwingt Carter, das auch so zu machen. Deshalb flieht Carter und landet bei einem Jahrmarkt. Aber auch hier gibt es betrügerische Zauberer. In der Zauberschule von Mr. Vernon findet er endlich fünf ehrliche Freunde! Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer und sind den Betrügern auf der Spur. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es so spannend war, und ich Zaubertricks faszinierend finde. Am besten hat mir gefallen, dass sie die Betrüger, die ja selbst Zauberer sind, nur mit gewieften Zaubertricks überführen konnten.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Georgien ist dieses Jahr Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Für die Leser bedeutet es, dass sie wieder neue Autoren entdecken können, wie zum Beispiel Davit Gabunia. Aufmerksam auf ihn bin ich durch ein Instagram-Post geworden. Meine Neugier hat sich ausgezahlt: Gabunias Sprache hat mir auch eine schlaflose Nacht beschert, denn Suras Beobachtungen in der Nacht wirken auf den Leser wie eine Live-Aufnahme. Man steht mit Sura am Balkon und man schaut und schaut hinüber in die andere Wohnung und man vergisst das eigene Leben so wie Sura seine Frau Tina und seine beiden Söhne völlig ausblendet. Der Roman wird immer komplexer, denn sobald Tina, Suras Frau zu Wort kommt, erkennt man die furchtbaren Folgen dieser Beobachtungen am Balkon. Hitchcock lässt grüßen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Was ich an diesem französischen Autor schätze: Er benötigt nicht 1.000 Seiten, um seine Themen zu transportieren. In diesem neuen Roman ist ein Wintersemester für den 19-jährigen Victor an der neuen Hochschule sehr schwer zu ertragen. Obwohl er nur lernt, hat er das Gefühl, mit den anderen nicht mithalten zu können und er bleibt ein Außenseiter. Bis ein tragischer Unfall passiert, der ihn plötzlich in den Mittelpunkt stellt. Blondel beweist wieder sehr viel Einfühlungsvermögen in sein Thema: Was passiert mit den Menschen, die Matthieu gekannt haben nach seinem Selbstmord? Wieso fühlt sich Francoise plötzlich Matthieus Vater näher als seiner eigenen Familie? Warum entstehen diese neuen Freundschaften und wie lange halten sie an? Jahre später gewinnt Victor neue Erkenntnisse und kann wieder Ruhe finden. Ein Buch mit Tiefgang!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Große Freude für alle großen Knickerbocker: endlich ist der langersehnte zweite Fall der nunmehr erwachsenen Bande erschienen! Wer nun glaubt, dass sich die vier Freunde nach den dramatischen Erlebnissen aus Band 1 aufs Altenteil zurückziehen, irrt natürlich gewaltig! Was nur ein gemütliches Treffen unter Freunden werden sollte, entwickelt sich schnell zu einem neuen rasanten Abenteuer, bei dem es einmal mehr um Leben und Tod geht! Also, ab auf die Couch und lesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman hat es auf die Shortlist (6 Autoren) für den Deutschen Buchpreis 2018 geschafft. Wahrscheinlich, weil die Autorin sprachlich sehr viel zu bieten hat. Sie erzählt die Geschichte auf der Insel Teneriffa rückwärts: von 2015 zurück zum Jahr 1936. Sie arbeitet nicht mit Rückblenden, sondern sie macht Zeitsprünge nach hinten. Das ist eine neue Herausforderung für den Leser, denn im Jahr 2015, also zu Beginn des Romans, lernt man die Figuren zwar kennen, aber ihre Beziehungen ergeben keinen Sinn. Leichter wird es, wenn man auf das Personenverzeichnis am Ende des Buches zurückgreift. Mahlkes Sprache erschließt dem Leser mehr die Flora und Fauna der Insel als die Charaktere, doch wer den geschichtlichen Hintergrund gut kennt, hat seine Freude daran. Dieser Roman ist ein Genuss für alle Sinne!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Manchmal wirkt dieser Roman wie ein Schlag in die Magengegend, obwohl die Sätze so subtil daherkommen. Delphine de Vigan hatte ihren schriftstellerischen Durchbuch mit "Das Lächeln meiner Mutter" oder mit "Nach einer wahren Geschichte" (bereits verfilmt!). Ihre Themen varieren, ihr Stil bleibt unverändert gut! Der 12-jährige Theo muss sich ständig anpassen: die Mutter hat ihren Ex-Mann aus ihrem Leben gelöscht, der Vater geht still zu Grunde. Eine Woche bleibt dem Jungen Zeit, den Absturz des Vaters zu vertuschen, danach wohnt er bei der Mutter, nachdem er alle Spuren des Vaters "abgeduscht" hat. Nur seine Lehrerin spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist, doch niemand glaubt ihr. Und Matthis, Theos Freund, er bleibt loyal und deckt Theos Schmerz. Delphine de Vigans Bücher gehen unter die Haut; als Schriftstellerin hat sie mittlerweile einen Platz bei den ganz Großen!
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Ein Mann, der sich selbst 'der Digger' nennt, schießt an einem Silvestermorgen in einer Metro-Station in Washington D.C. in die Menge und tötet dabei über 20 Personen. Kurz darauf taucht ein Erpresserschreiben auf, worin die Stadt aufgefordert wird, 20 Millionen Dollar zu zahlen, ansonsten wird der Digger im 4-Stunden-Rhythmus wieder zuschlagen. Da die Zeit drängt, wendet sich das FBI an einen ehemaligen Mitarbeiter, den forensischen Linguisten Parker Kincaid, der als Schrift- und Sprachexperte den Erpresserbrief untersuchen soll. Jeffrey Deaver wird es in der Folge nicht müde, die überragenden Fähigkeiten Parkers hervorzustreichen, was oft auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht. Als Leser zieht man längst die richtigen Schlüsse, die handelnden FBI-Agenten sind dazu aber nicht in der Lage und brauchen die Hilfe des Protagonisten. Das erinnert stark an Deavers Lieblings-Serienhelden Lincoln Rhyme, dem ebenfalls niemand das Wasser reichen kann. Dieser hat übrigens in diesem Roman einen Gastauftritt. Doch nun genug der Kritik. Mit der Identität des Täters ist es Deaver wieder einmal gelungen, mich zu überraschen, ich lag mit meinem Tipp völlig daneben. Überhaupt zeigt der Autor im finalen Spannungsaufbau und dem gelungenen Schlusstwist wieder seine Meisterschaft. Ein Krimi, der Spaß macht.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wenn ein Elternteil stirbt, muss man sich auch von den Gegenständen, die dem Verstorbenen wichtig waren, trennen. Wie nimmt man richtig Abschied? Rainer Moritz macht das sehr liebevoll und ohne große Sentimentalität. Sein Vater hatte ein langes und erfülltes Leben und trotzdem wird er fehlen. Moritz erzählt Geschichten über seinen Vater und seine Welt, und er kann sich auch über die Eigenheiten seines Vaters noch amüsieren. Gleichzeitig stellt er sich die wichtigste Frage: Wer bin ich, wenn mein Vater nicht mehr lebt?
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Diese ganz persönliche Familiengeschichte zieht sich über drei Generationen. Der Großvater des Erzählers, der in Prag geboren wurde aber mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Berlin geflüchtet ist, wurde 1960 in Russland hingerichtet. Wer hat ihn denunziert? Waren es seine vier Söhne? Der Verdacht zieht sich über Jahre, jede sowjetische Geheimnisakte, die offen gelegt wird, bringt wieder neue Verdachtsmomente. Spannend für den Leser ist der Umstand, dass man teilweise selber nicht mehr weiß, wer gegen wen ausgesagt hat und wer mit dem Bruder noch redet oder nicht mehr. Der Autor ist hin- und hergerissen: welches Gerücht hat tiefe Risse in der Familie hinterlassen, was ist die Wahrheit und wie wird diese Wahrheit sein Leben beeinflussen? Biller verarbeitet Zeitgeschichte wie einen Krimi: spannend und doch eine literarische Glanzleistung!
 
Foto von Martina  Lindenthal

Gerade gelesen

Helene genannt Hel hat erfolgreich ihre Krebserkrankung abgeschlossen.Nun kämpft sie sich wieder in den Alltag zurück. Neue Klasse, neue Freunde und auch das Familienleben wurde aufgerüttelt. Sie lernt neue Anforderungen zu meistern und auch, dass es Liebe und neue Freundschaften gibt. Anfangs ungewohnt ist die jugendliche Ausdrucksweise der Autorin, aber ab der Mitte dieses Buches wird es sehr spannend, und der Leser kann sich gut in das Mädchen einfühlen. Durch diese Geschichte wird versucht, Verständnis für Jugendliche zu bekommen, die solch eine Krankheit bekämpfen.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Chris, so hieß Xavier in Australien, lebt seit 5 Jahren in London, arbeitet dort als Radio-Moderator in der Nacht und gibt Schlaflosen Lebensratschläge. Sein eigenes Dasein hingegen scheint eher trostlos zu sein. Was ist damals in Australien passiert, dass Xavier seine Heimat verlassen hat? Als er die Putzfrau Pippa engagiert, ändert sich sein Leben, womit er nie gerechnet hätte. Ein wunderbares Buch, in dem die Ereignisse ineinandergreifen, ein Schicksal bedingt ein nächstes - wie ein Dominoeffekt - und irgendwie hängen alle Leben voneinander ab. Ein schöner, trauriger, lustiger und zugleich kluger Roman!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wie in den Büchern von Jesmyn Ward ("Singt, ihr Lebenden und ihr Toten") gibt es bei Deb Speras Südstaatenroman eine starke Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten. Gertrud wird vom schrecklichen Ende ihres Mannes verfolgt. Er hat sie und ihre Töchter geschlagen und sein Alkoholkonsum hat die ganze Familie in den Abgrund gezogen. Und dann gibt es Annie, die wie Gertrud zwar die richtige Hautfarbe für das Südstaatenleben hat, schützt ihr Reichtum und ihre Unabhängigkeit ihre Familie nicht vor der dunklen Seite. Von allen drei Frauen hat Retta den wissenden Blick und ihre Vorahnungen und ihre Scharfblick lassen den Leser nicht mehr los. Sie kämpfen wie eine Alligatorweibchen, um die Menschen zu schützen, die sie lieben. Es gab Momente, da hätte ich gerne mit den Frauen mitgeweint, so berührend war ihre Verzweiflung, so berührend war ihr Mut. Deb Spera verbindet die Ereignisse geschickt miteinander. Ein roter Lebensfaden zieht sich durch den gesamten Roman und die Spannung hält sich bis zum Schluss. Ein atemberaubendes Kunstwerk!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Es ist doch erstaunlich, dass die Krimireihe rund um Inspektor Gamache zu den erfolgreichsten Büchern in Kanada und den USA zählt und jetzt -- nach einer Pause von ca. 10 Jahren -- wieder ein Band auf deutsch erscheint. Wer nun aber meint, nach den längst vergriffenen Bänden 1-4 endlich Teil 5 in den Händen zu halten, der irrt! Es ist der 13. Band der Reihe, die Bücher 5-12 wurden aus mir unerfindlichen Gründen bisher nicht übersetzt. Daher klafft für mich nun eine ganz schöne Lücke darüber, was in der Zwischenzeit in dem beschaulichen Örtchen Three Pines so passiert ist. Aber egal, die Freude war trotzdem groß, nun endlich zu all den verschrobenen Menschen zurückzukehren. Auch Gamache-Neueinsteigern sei versichert: man kann diesen Krimi wunderbar als einzelnes Buch lesen, wird aber vermutlich traurig sein, dass dann keine weiteren Fälle zur Verfügung stehen. Hoffentlich kann der Kampa Verlag künftig mit weiteren Übersetzungen dienen!
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Der neue Roman von Wolf Haas ist anders als seine bisherigen und doch irgendwie wieder nicht, ein wenig leiser und auch nachdenklicher. Der junge Mann könnte das Alter Ego des Autors sein, oder erzählt uns da der Autor sogar die Geschichte seiner Kindheit? Auf alle Fälle wieder mit seinem unverkennbaren Humor, der mich schmunzeln lässt und riesengroße Vorfreude auf seine Lesung in Innsbruck macht.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Bei einem schweren Autounfall hat Alice die Liebe ihres Lebens verloren. Der Umzug nach Marokko und die überstürzte Heirat mit John schienen einen Neuanfang zu versprechen, aber jetzt sitzt sie einsam in der kühlen Wohnung in diesem fremden und heißen Land fest. Da möchte man doch meinen, dass der völlig unerwartete Besuch ihrer besten Freundin aus dem College ein wenig Aufheiterung bringt! Lucy setzt auch wirklich alles dran, die psychisch labile Alice aus ihrer Isolation zu reißen, und im Gegensatz zu ihr lässt sie sich mit allen Sinnen auf Tanger ein. Alice jedoch fühlt sich von Lucys Fürsorge wie erstickt, und zur Verwunderung ihres Mannes scheint sie sich sogar vor Lucy zu fürchten. Christine Mangan hat ein wirklich raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel erdacht, beim Lesen musste ich an alte schwarz-weiß-Filme wie "Verdacht" oder "Rebecca" denken. Würde der Roman nicht nur in den 50er Jahren spielen, sondern wäre auch da geschrieben worden, wäre eine Verfilmung mit Ingrid Bergman ein Muss gewesen!
 
Foto von Florian Lechner

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William Boyd ist mein absoluter Lieblingserzähler. Mit der Geschichte von Brodie Moncur, einem genialen Klavierstimmer aus Schottland, entführt er uns ins ausgehende 19.Jahrhundert. Brodie verliebt sich unsterblich in die Geliebte eines exzentrischen Virtuosen, in dessen Diensten er steht. Es entwickelt sich eine regelrechte Amour fou, in deren Verlauf er die unterschiedlichsten europäischen Länder und Städte bereist und die unglaublichsten Abenteuer zu bestehen hat. Nicht nur die Tuberkulose bedroht sein Leben, sondern auch der eifersüchtige Liebhaber, der ihn von Stadt zu Stadt jagt, bis er endlich auf den Andamanen seinen Frieden findet. Boyd entwirft ein großartiges Panorama der europäischen Kulturgeschichte einer faszinierenden Epoche und zieht seine Leser in seinen Bann. Ein bildmächtiger Roman, der noch lange nachklingt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Wer behauptet, Wolf Haas kann nur mit den Brenner Romanen punkten, der irrt sich. Der Autor ist ein Perfektionist, kein Wort zuviel, keines zuwenig. Und wer sich voll dem Genuss seiner Sprache und seiner Dialoge hingeben möchte, der soll doch mal probieren, den Roman laut zu lesen. Und wer Wolf Haas bereits auf einer Buchpräsentation auf der Bühne erlebt hat, der weiß, dass er Kapitel auswendig vortragen kann, so intensiv hat er sich mit der Geschichte beschäftigt. Der junge Mann ist 14, in den Ferien arbeitet er bei einer Tankstelle. Der Leser kehrt zurück in die 70er Jahre, und mit jedem Kilo, das der Hauptakteur verliert, um seine Traumfrau zu erobern, mit jedem Kilometer, den er im LKW auf dem Weg nach Griechenland zurücklegt, mit jedem „gegegeh“ treibt es uns die Schamesröte ins Gesicht, weil wir nie so etwas Perfektes schaffen werden wie Wolf Haas.
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Ein Stadtviertel in Madrid und seine Bewohner sind die Protagonisten in Almudena Grandes neuem Roman. Aus vielen kleinen Szenen setzt sie ein Mosaik des Alltagslebens der unterschiedlichsten Menschen zusammen, die außer ihrem Wohnviertel nur eines gemeinsam haben: Sie sind allesamt Verlierer der großen Wirtschaftskrise, die ganz Spanien an den Rand des Ruins getrieben hat. Mit viel Herz und Mitgefühl schreibt sie über Lebensentwürfe, die komplett durcheinander geraten, über kleine Freuden und große Pannen, über das pralle Leben eben. Sie zeigt sehr schön, wie in einer schwierigen Situation die Solidarität wächst und ziviler Ungehorsam immer wichtiger wird - ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Mitgefühl in Zeiten der Krise.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ein 13-jähriges Mädchen wird von der Stadt ins Dorf zurückgeschickt, ohne eine Erklärung. Sie weiß, dass sie zu ihrer richtigen Familie kommt: Plötzlich hat sie 4 Brüder und eine Schwester. Und leibliche Eltern. Und kein eigenes Bett mehr, das muss sie sich mit ihrer Schwester teilen. Vorher wurde sie wie eine Prinzessin behandelt, doch nun muss sie fest mitarbeiten. Ihre Intelligenz rettet sie schlussendlich, doch die Härte des Lebens, die unangenehmen Wahrheiten, davor bleibt sie nicht verschont. "Bella Mia", der letzte Roman dieser sympathischen Autorin, hat mich sehr beeindruckt und nachhaltig geprägt. "Arminuta", die Zurückgekehrte, lässt den Leser nicht mehr los und bleibt bis zum Ende eine Offenbarung!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Über zehn Jahre hat sich Claire Messud Zeit gelassen, einen neuen Roman zu schreiben. „The Emperor’s Children“ war 2007 ein literarischer Erfolg, doch die Autorin ist noch besser geworden. In ihrem Roman steht die Freundschaft der 12-jährigen Mädchen, Cassie und Julie, im Vordergrund. Einen Sommer lang waren die beiden fast täglich miteinander unterwegs, danach wird alles anders und sie sehen sich kaum noch. Julie kann nicht genau sagen, was sich verändert hat, doch in diesem Roman wird nicht spekuliert und der Leser begreift immer besser dieses Auseinandertriften. Mich persönlich begeistern Bücher über das Erwachsenwerden, und Claire Messuds Phantasie lässt mich über die großen Themen wie Liebe, Freundschaft und Wahrheit nachdenken!
 
Foto von Bea Mader-Schwarz

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Eine Heldengeschichte, ja dieses Buch ist wirklich eine Heldengeschichte über Reinhold Duschka. Duschka ist einer von 88 österreichischen "Gerechten unter den Völkern". Das ist ein in Israel eingeführter Ehrentitel für nicht jüdische Personen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft ihr Leben dafür einsetzten, Juden vor der Ermordung zu retten. Diese zwei Menschen sind die Chemikerin Dr. Regina Steinig und ihre elfjährige Tochter Lucia. Beide lebten vier Jahre in der Werkstatt des Kunsthandwerkers. Lucia Heilman wollte diesen passionierten Bergsteiger würdigen und ehren und nicht in Vergessenheit geraten lassen. Gemeinsam mit Erich Hackl ist ihr das wunderbar gelungen. Ein einfühlsames, aktuelles Buch über Zivilcourage, Wanderleidenschaft und Freundschaften!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Nachdem ich die Neuübersetzung dieses Klassikers gelesen hatte, wusste ich wieder, wieso ich Alex Capus gerne mag. Seine Übersetzungen regen uns wieder an, die Klassiker wieder zu lesen. James M. Cain führte in den 30ger Jahren die "hard-boiled" Kriminalliteratur an. Toughe Helden, die kein Gewissen besitzen und keine Moral kennen, bevölkern seinen Krimi. Dem muss ich widersprechen, denn in "Der Postbote" kämpfen Frank und Cora schon mit Gewissensbissen. Da sie aber beide ziemlich gleich ticken, fällt ihre Skrupellosigkeit gar nicht so auf. Cain bietet sehr gute Unterhaltung und unerbittliche Antihelden, die man selten in der Literatur findet.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Wenn der Einstieg in eine neue, fremde Welt langsam und ausführlich beginnt, kann es zweierlei Dinge bedeuten: das Buch kann weg oder nie mehr aus der Hand gelegt werden. Siri Pettersen's Auftakt der Rabenringe-Trilogie zwingt einen zu Letzterem. Man kann nicht aufhören zu lesen! Die Welt, in die uns die norwegische Autorin entführt, vermischt Elemente der nordische Mythologie mit eigens erschaffenen Sitten und Regeln: Ymsland. Hier wird der allwissende Seher angebetet, Raben sind heilige Geschöpfe, die Blinden werden gefürchtet und schwanzlose Wesen bringen die Fäulnis. Hirka gehört zu Letzterem, sie ist schwanzlos. Ein Odinskind aus einer anderen Welt. Diese Erkenntnis stellt nicht nur Hirkas Leben auf dem Kopf, sondern bringt ein Ereignis nach dem anderen mit sich, das bald alle Reiche Ymslands beeinflussen wird. 'Odinskind' ist ein bemerkenswerter, epischer erster Band einer nordischen Reihe, die ich jetzt schon zu meinen Favoriten zählen möchte.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Ein kleiner Literaturverlag startet mit großen Autoren durch! Astrid Rosenfeld ist mit ihrem ersten Roman weltweit bekannt geworden. Sie lebt jetzt in Texas und dort spielt auch „Kinder des Zufalls“ größtenteils. Es ist Zufall, dass sich Charlotte und Collin begegnen, dass Maxwell auf Elisabeth trifft, dass die Frauen auf einem Schiff von Deutschland nach Amerika gekommen sind, dass Annagret von einem Russen im Krieg gerettet wird und dass ein Russe einen ihrer schönsten Momente bestimmt. Aber es ist kein Zufall, wie das Leben die Liebenden leitet und sie an ganz bestimmte Orte bringt, und sich doch alles im Kreis dreht. Astrid Rosenfeld verbindet alles, ob witzig oder auch manchmal traurig. Das Schicksal ist schön, auf jeden Fall bei dieser Autorin!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Henning verbringt die Feiertage und den Jahreswechsel mit seiner Familie auf Lanzerote. Warum er unbedingt dorthin wollte und wieso er die Radtour ohne Proviant auf den Fermes machen muss, das weiß er selber nicht. Juli Zeh arbeitet mit der Theorie, dass Ereignisse in der frühen Kindheit, die später oft besprochen wurden, für die Betroffenen so real werden, obwohl sie sich nicht mehr bewusst daran erinnern. Hennings Bilder werden aber real, auch wenn seine Mutter ihm nie erzählt hat, dass er mit seiner Schwester in dem Haus auf dem Fermes Urlaub gemacht hat. Juli Zeh baut extreme Spannung auf. Man benötigt als Leser viel Kondition, um den Berg zu bezwingen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Erika Pluhars Bücher sollte man gelesen haben, auch wenn man den biografischen Hintergrund nicht kennt. Die Kindheitserinnerungen von Anna berühren, denn Pluhar erzählt aus der Perspektive ihrer Tochter und wenig aus der mütterlichen Sicht. Und das ist erstaunlich, denn man hat das Gefühl, als würde sie Annas Gefühle perfekt wiedergeben. Anna ist das Kind berühmter Eltern und deshalb ist sie ständig Extremsituationen ausgesetzt. Einer ehrgeizigen und doch empfindsamen Mutter, einem alkoholsüchtigen Vater, exzentrischen Freunden der Eltern, der Bühne und dem Film. Herzliche und charakterstarke Persönlichkeiten treten in ihr Leben und prägen das Kind. "Anna" ist eine Chronik der Liebe zu ihrem Kind. "Anna" ist ein Roman, den das Leben geschrieben hat.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

"Die Träume der Bethany Mellmoth" (so lässt sich der englische Titel übersetzen) sind großartig, und doch schnell wieder vorbei. William Boyd habe ich richtig kennen und lieben gelernt mit seinem wundervollen Roman "Die Fotografin". Man möchte Boyds Gedankenwelt nicht mehr verlassen, man möchte Bethany weiterhin zusehen, wie sie von einem Job zum nächsten kommt, wie sie ihre Liebschaften beginnt und beendet, wie sie sich mit ihren Eltern auseinandersetzt, wie sie träumt und doch wieder enttäuscht wird. Aber sie hält sich souverän und man kann ihr nur gratulieren, wie schnell sie wieder auf die Beine kommt. Höchst amüsant, und leider viel zu kurz!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Emma, 11 Jahre aus Ehrwald: Als Farah ihren 12. Geburtstag feiert, lädt sie ihre zwei besten Freunde Alex und Essie ein. Farahs Tante verspricht ein wunderbares Geschenk. Als den drei Freunden langweilig war, gingen sie hinauf in Farahs Zimmer. Sie öffneten das Geschenk und darin war ein Brettspiel. Als sie es öffneten, war eine Sandwüste in Farahs Zimmer. Die drei fragten ihre Tante, was das für ein Spiel ist. Die Antwort darauf war: Es sucht zwölfjährige Kinder an ihrem Geburtstag und saugt sie ein. Das Buch ist so ähnlich wie Jumanji, aber nicht so brutal. Es hat mir sehr gut gefallen, und ich habe es innerhalb von drei Tagen gelesen. Man kann gar nicht aufhören zu lesen, da die Kapitel immer dann aufhören, wenn gerade eine spannende Stelle ist.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: In diesem Buch geht es um ein junges Mädchen, das auf der Suche nach ihrer Berufung ist. Mel findet eine WG, die sie mitgestalten darf, und kocht dort, dafür zahlt sie weniger in die Haushaltskasse. Doch sie merkt, dass sie kein richtiges Restaurant eröffnen kann, und sie hält sich gerade und gerade über Wasser. Als sie in ihrem Bienenstock eine Drohne findet, verändert sich für sie einiges. Sie hat nämlich eine besondere Gabe: Sie singt mit Bienen und kann so vielleicht das Bienensterben stoppen. Ob das gut geht?... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es ein aktuelles Thema auf eine gute Weise aufgreift, denn es regt an, selber zu helfen. Außerdem ist eine Liebesgeschichte, ein Thriller und ein Wissensbuch in dem Buch vereint. Bleibt mir nur mehr, das Buch weiterzuempfehlen… Viele spannende Stunden beim Lesen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Albesa, 14 Jahre aus Innsbruck: Zu Beginn würde ich ganz gern mal das Cover loben, welches wirklich sehr, sehr gut gelungen ist und mich von Anfang an magisch angezogen hat. Als ich den Klapptext gelesen hatte, dachte ich mir schon, dass das Buch wirklich spannend werden könnte und ich hatte Recht behalten. Die Charaktere hatten alle eine Seite an sich, die zwar immer mal wieder aufblitzt,e aber dennoch verborgen blieb, und das gab dem Ganzen einen gewissen Touch. Das Buch war wirklich sehr spannend erzählt, und der Schreibstil der Autorin hat mich so in den Bann gezogen, dass ich das Buch gar nicht mehr weg legen konnte. Die Hauptcharaktere haben mir ebenfalls sehr gut gefallen, und vor allem Blake finde ich sehr interessant, da man so viel und gleichzeitig nichts über ihn weiß. Ich kann es nur weiterempfehlen und freue mich schon auf den zweiten Band!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: In diesem Buch geht es um eine Stadt, die durch einen Krieg zweigeteilt wurde. Unter der Herrschaft von Flynn, der drei scheinbar unzerstörbare Sunai besitzt, steht die eine Seite der anderen unter der Herrschaft von Harker, der tausende Corsai und Malchai sein Eigen nennen zu können glaubt, gegenüber. Die Tochter von Harker trifft auf einen der drei Sunai, und will ihn umbringen, doch als er ihr das Leben rettet… Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es spannend geschrieben ist, man es sich trotz Phantasiegeschichten real vorstellen kann, und man sich sehr gut in die Personen hineinversetzen kann. Ich empfehle es Lesern ab 14 Jahren, aber auch Erwachsenen.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Henning, mit seiner Frau Theresa und den beiden Kindern in Urlaub auf Lanzarote, beschließt am Neujahrsmorgen, eine Radtour zu machen. Diese wird bei ihm jedoch zur tour de force, die all seine Kräfte raubt. Denn während des steilen Anstiegs denkt er über sein Leben nach: Er wird seit einiger Zeit permanent von immer stärkeren Panikattacken geplagt. Er weiß nicht, woher diese kommen und nichts und niemand kann ihm dabei helfen. Am Ziel angekommen, merkt er plötzlich, dass ihm das Haus dort bekannt vor kommt. Aber woher? Wir erfahren nun, was ihm damals mit seiner Schwester Luna passiert ist. Äußerst spannend erzählt uns Juli Zeh von den inneren Kämpfen eines Mannes, der überfordert zu sein scheint und von den Erlebnissen der Kindheit, die sehr prägend sein können.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Nach der Lektüre dieses Buches ist man echt am Überlegen, sich von den sogenannten sozialen Medien komplett zurückzuziehen! Denn mit diesen werden wir bei jeder Handlung permanent überwacht und manipuliert. Für die "Verhaltensmodifikationsimperien" - wie es der Autor Jaron Lanier treffend nennt - sind wir bloß Produkte. Lanier findet sehr drastische Worte zu den sozialen Medien: Sie untergraben die Wahrheit, die Inhalte werden uns durch einen ausgeklügelten Algorithmus aufgezwungen, viele Bewertungen und Kommentare kommen nur von Fake-People, die Sicht auf die Welt wird verzerrt und sie machen süchtig! Aber natürlich gibt es eine - eigentlich recht simple Lösung: Sich die Kontrolle über die eigenen Informationen zurückzuholen, ist der beste Weg! Man hat dann auch plötzlich mehr Zeit und sieht die Welt mit anderen Augen, wenn man das Leben wieder selbst in die Hand nimmt.
 
Foto von Florian Lechner

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Ich liebe altmodische Agentengeschichten, und ganz besonders mag ich sie, wenn sie sich durch pointierte Dialoge und überraschende Wendungen auszeichnen. Die Slow Horses von Mick Herron erweisen sich als absoluter Glücksgriff: Ein klassischer Genreroman voller Witz und Spannung garantiert pures Lesevergnügen für alle Fans gepflegter Kriminalliteratur. Man darf sich schon auf die Fortsetzungen freuen!
 
Foto von Florian Lechner

Gerade gelesen

Die argentinische Schriftstellerin Claudia Pinero zählt zu den interessantesten Autorinnen des Kontinents. Ihre Geschichten sind immer hochaktuell und behandeln meist politische und psychologische Themen, die universell gültig sind. In ihrem neuen Roman erzählt sie mit beißender Ironie von einem politischen Quereinsteiger, der mit seiner Bewegung verspricht, alle Probleme des Landes zu lösen und damit zum absoluten Star aufsteigt. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass ihm ausgerechnet sein persönlicher Assistent einen Strich durch die Rechnung machen könnte... Eine messerscharfe Analyse politischen und sittlichen Verfalls, wie er überall auf der Welt zu beobachten ist!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Irland, 1980ger: Das kleine Mädchen wird von ihrem Vater auf eine Farm in Wexford gebracht. John und Edna Kinsella stellen alles dar, was die Familie des Mädchens nicht ist: sie sind liebevoll und zärtlich, sie haben keine Kinder, sie arbeiten gerne und genießen aber auch die Schönheit ihrer Farm, sie reden mit dem Kind, sodass es in kurzer Zeit lernt, was es bedeutet, eine Familie zu haben. Doch die Kleine lernt auch, wie groß der Verlust der beiden bereits war. Die Idylle in diesem kleinen englischen Dorf täuscht, und doch gibt Keegan dem Leser die Erkenntnis mit, dass wirkliches Zusammenleben das schönste Geschenk sein kann
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Verbietet den Frauen das Mundwerk, wählt einen neuen Präsidenten, einen neuen männlich religiösen Führer und schon ist Amerika wieder zurück im 18. Jahrhundert. Wie konnte Jeanne die Zeichen übersehen, vor denen Jackie sie schon vor 20 Jahren gewarnt hat? Plötzlich ist der Pass weg, ihr Telefon, ihr E-Mail Account und sie und ihre 6-jährige Tochter Sonia müssen ein Armband tragen (wie alle weiblichen Geschöpfe in den USA): Wenn sie das Tageslimit von hundert Wörtern überschreiten, setzt es einen Stromschlag, der die Frauen fast umbringt. Und Richard ihr Mann, hat das ganze mit der Regierung geplant. Jeanne hat eine wissenschaftliche Forschung betrieben, die ein Serum entwickelt hat, welches auf das Sprachzentrum wiederherstellt. Jetzt hat sie keine Stimme mehr und wird Sonia jemals ihre Sprache teilen? "Vox" ist ein Warnruf für diejenigen, die ihre Stimme nie erheben und die Bedeutung der Sprache vergessen haben. Viele dieser schaurigen Szenen können in unserer Zukunft passieren!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Nach vielen Jahren des Reisens, auf denen ihr auch der Tod begegnet ist, findet Silvia Ebner die Zeit, ihre Erinnerungen an das Leben niederzuschreiben. Die Begegnung mit Menschen von unterschiedlichen Kulturen haben sie geprägt, auch die Begnung mit dem Tod ist ihr seit ihrer Kindheit nicht fremd. Das Heimkommen hat ihr gezeigt, dass diese persönlichen Erfahrungen, die sehr schmerzhaft waren, ihr Kraft geben werden, weitere Bücher zu schreiben: über das Lieben und über die Liebe, wie sie in einem Interview erwähnt. Wir freuen uns, mehr von dieser starken und selbstbewussten Frau zu lesen. Sie kann Belastendes in etwas Schönes verarbeiten!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Wie man von Michael Köhlmeier erwarten kann, beobachtet er mit kritischem Blick das Leben im 21. Jahrhundert. So wie in "Abendland" und "Die Abenteuer des Joel Spazierer" spielt Sebastian Lukasser eine wichtige Rolle in dem neuen Roman. Ein bekannter Psychologe verschwindet und seine Frau ruft Hannah, seine Schwester nach Wien. In seiner lockeren Art gibt Köhlmeier die Spannungen zwischen den zwei Frauen wieder und ein Rückblick auf ihr Leben ist zugleich eine lehreiche Lektion in jüdischer Kulturgeschichte. Besonders Jetti ist mir ans Herz gewachsen. Je länger und intensiver man als Leser in Köhlmeiers Märchen- und Geschichtenwelt eintaucht, umso unterhaltsamer und überraschender wird der Roman. Man begreift die Zusammenhänge und die Märchen zu Beginn eines Kapitels spiegeln eindrücklich das Leben der Romanfiguren wider. Ein großartiger Roman!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Die Diagnose ist hart für Nahid: nur noch sechs Monate bleiben ihr. Wofür? Um noch alles zu regeln, um ihre Tochter nicht mehr zu belasten? Wofür hat sie die Revolution im Iran überstanden? Bleiben ihr die Erinnerungen, um sie weiterzugeben oder war das alles? Als Leser kann man ihren Zorn spüren, man möchte nicht in der Haut der Tochter stecken, die ihn abbekommt. Wir begleiten Nahid auf einem schweren Weg, und doch fühlen wir uns von ihr ermutigt, die Neugier für das Leben zu behalten. Das bewirkt die Autorin, indem sie konsequent das Leben in jedem Satz hochhält. Sie erinnert mich stark an Katharina Winkler (Blauschmuck): Nahids Erlebnisse im Iran und ihrer Ehe sind genauso intensiv!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Nach "Kaltes Blut" endlich ein neuer Roman von Chris Kraus. In "Sommerfrauen, Winterfrauen" fließen viele Themen, Anekdoten und Erlebnisse ein, die den Roman erneut zu einem Opus Magnum machen, auch wenn es nicht mehr über 1000 Seiten sind. Wer den Autor und Regisseur persönlich kennengelernt hat, - oder auch einen seiner Filme gesehen hat - der kennt sein Hauptthema: Abarbeiten, was der Nazi-Opa angestellt hat! Und das gelingt ihm wieder einmal sehr gut. Was Jonas in ein paar Wochen in New York im Herbst 1996 erlebt, ist gleichzeitig lustig und traurig. Ein Buch mit Tiefgang!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ein Soldat muss Wache schieben, er ist alleine auf seinem Turm an der Grenze. Nässe und Kälte setzen ihm zu und die Stunden wollen nicht vergehen. Im Rucksack hat er Geschriebenes seiner Großmutter, über deren Vergangenheit weiß er nicht viel. Er weiß, dass sie als Kind den Krieg als einzige in der Familie überlebt hat. Ihre Flucht aus Vorpommern kann sie nur in Briefen an die Verstorbenen verarbeiten. Der Soldat selbst ist schwer traumatisiert und seine Flucht ähnelt einem Krieg. Mit Entsetzen verbringt der Leser Stunden auf dem Wachturm und immer mehr Details aus der Vergangenheit des Erzählers kommen zum Vorschein. Diese schlimme Nacht wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Diese Autorin hat mich überrascht, natürlich positiv überrascht. Ich war erstaunt, wie treffend sie das Familienleben in einer Wohnsiedlung im Sommer 1985 darstellen kann. Scharfsinnig und geistreich, manchmal richtig bissig bzw. böse, lässt sie einzelne Familienmitglieder reden. Die Kapitel sind knackig aber intensiv, die Geschichte birgt immer wieder Überraschungsmomente. Die 3 Paare können nicht unterschiedlicher sein und sie verfolgen unterschiedliche Interessen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Kinder darauf reagieren und wie sie die Wahrheiten der Eltern interpretieren!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Das Jahr nach dem Tod der Mutter ist für die 17-jährige Alessandra sehr prägend. Am ersten Schultag setzt sie sich neben den unscheinbaren „Zero“, ohne zu verstehen, wieso sie das gemacht hat. Was geht in ihm vor und ist er nur interessant, weil er sich nicht für ihren Kummer interessiert Die besonderen oder auch scheinbaren Momente, die Alessandra mit ihrer Mutter hatte, tauchen in ihren Erinnerungen auf. Auch der Vorwurf, dass man Wichtiges verpasst hat oder nicht darauf geachtet hat. Wer trauert richtig, welche Menschen treten neu in ihr Leben und von welchen Freunden verabschiedet sie sich? Selten habe ich ein derart berührendes und bezauberndes Buch über das Erwachsenwerden gelesen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Eine Frau als Taucherin hat es in Amerika nie gegeben. Nur bei den Russen, die, wie Jennifer Egan in einem Interview erwähnt, für ALLES eingesetzt wurden. In der Marinewerft in New York durften Frauen während des Krieges arbeiten. New York hat mich immer schon fasziniert, doch ich kenne die Stadt nur aus Büchern. Großartige Autoren wie Betty Smith, Paul Auster, Dorothy Baker, Michael Cunningham, Tom Wolf, Dorothy Parker, Lily Bret, etc. haben sie mir schmackhaft gemacht. Nun kann ich endlich den Kreis mit Egans Roman schließen: er spielt in den 30ger und 40ger Jahren. Ein rauschhaftes und fiebriges Leseerlebnis hat mich befallen, denn ich habe mit Anna auf dem Hafengelände "mitgefiebert": hoffentlich kommt sie nicht zu spät, hoffentlich wird sie nicht gefeuert, und hoffentlich schafft sie es, den über 100 Kilo schweren Taucheranzug anzulegen und damit zu laufen. Es sind die exzellenten Metaphern, die Egan wohl dosiert einsetzt: Das "Tauchen" von Anna und das "Abtauchen" ihres Vaters, der Gangster Dexter, der repräsentativ für die New Yorker Unterwelt steht und der von seinem Haus aus die großen Schiffe verfolgt, das "Bootshaus", indem sich nicht nur die Unterwelt trifft, sondern in dem auch Anna einschneidende Erlebnisse hat, der "Krieg" der Frau, das Überleben auf dem Floß, etc. Egans Roman - der in mühevoller und jahrelanger Recherche zu etwas Großem wurde – verschlingt man an nur einem Abend! Manhattan Beach wurde vor meinen Augen lebendig!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Dieser Roman wird Ihre Welt auf den Kopf stellen. Eigentlich möchte ich nicht verraten, wie geschickt Christian Torkler diesen Effekt beim Leser erzielt, denn es würde das Leseerlebnis schmälern. Europa ist nicht mehr frei, überall gibt es grenzen und Josua Brenners Abenteuer beginnt in Berlin, das sich auch nach der Wende nicht verändert. Die Kommunisten und das Geld regiert weiterhin, immer wieder baut sich Josua etwas auf. Er trifft auf Menschen, die ihm helfen, dann verliert er alles. Was ihm bleibt, ist sein Humor (genial!) und sein Überlebenswille. Josua Brenner ist auf der Suche nach einem besseren Leben, erspart bleibt ihm leider nichts. Christian Torlklers erster Roman ist ein gandioser Wurf, der mehr Aktualität widerspiegelt als jede Tageszeitung!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

David Fuchs seine Stimme kenne ich aus dem Radio, da er bereits einen FM4-Wortlaut Schreibwettbewerb gewonnen hat. Daher ist es nicht erstaunlich, dass sein erster Roman genauso einnehmend und berührend ist. Ben ist noch Student und vom Krankenhausalltag möchte er sich nicht einnehmen lassen. Erst als er auf seinen Freund Ambros, der als Patient auf der Onkologie liegt, trifft, merkt er, wie schwer es ist, von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Die Erinnerungen kommen wieder und auch die Fotografien, die Ambros macht, findet er seine Jugend wieder. David Fuchs ist selbst Arzt und daher kann er sehr einfühlsam und doch lustig die Momente wiedergeben, die entscheidend im Leben sind.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Diana, 13 Jahre aus Ebbs: Es geht um ein junges Mädchen namens Katie, das über Nacht zum Star wird. Denn sie schreibt gerne Songs, um über die Trennung ihres Vaters hinweg zu kommen. Eines Tages nimmt sie ihr Lied auf und lädt es auf Youtube hoch. Sie denkt, dass es nur ihr Schwarm sehen wird, aber der Song wird beliebter als gedacht. Da wird das Unmögliche möglich: Katie bekommt einen Plattenvertrag, doch es kommt nicht alles so wie erträumt… Das Buch war sehr spannend zu lesen und hat mir richtig gut gefallen. Empfehlen würde ich das Buch ab 11 Jahren.
 
Foto von Helmut Oefner

Gerade gelesen

Michael Hallers vierter Einsatz. Aufgrund der aktuellen Bankenkrise - der Roman erschien im Original bereits 2011 - kommt es im Großraum L.A. zu zahllosen Zwangsversteigerungen. Als eine seiner Mandantinnen beschuldigt wird, den Bankangestellten, der für ihre Enteignung zuständig war, ermordet zu haben, versucht der Anwalt Michael Haller alles, um im folgenden Prozess berechtigte Zweifel an der Schuld der Angeklagten zu erwecken. Detailreich wird der Prozessablauf geschildert, der Schlagabtausch zwischen Verteidiger und Staatsanwältin ist sehr abwechslungsreich. Die Figur Hallers erhält eine neue psychologische Nuance und seinem Privatleben wird nur ein kleiner Spielraum gelassen. Insgesamt handelt es sich auch hier wieder um eine spannenden Justizkrimi.
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Eine Familie der besonderen Art sind die sechs Figuren aus "Das Gold der Krähen" für mich geworden. Das englische Original habe ich schon bereits vor einem halben Jahr beendet und dennoch lässt mich dieser Zweiteiler nicht los. Die Handlung geht mit einem rasanten Tempo voran. Eine Intrige nach der anderen wird gesponnen. Eine Mission nach der anderen ausgeführt. Das Ziel ist das versprochene Geld. Die Motiven der sechs Außenseiter sind unterschiedlich. Und neben alle dem finden Bardugo auch Zeit über die zwischenmenschlichen Beziehungen, die eigenen Vergangenheiten der Charaktere, die Emotionen, die einen durchdringen, zu schreiben. Es ist schon lange her, dass ein Buch für mich so vollkommen war! (Für Fans der Grischa-Trilogie gibt es kleine Cameos, über die man sich freuen darf.) Ich freue mich über alle weitere Geschichten aus dem Grishaverse!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

Gerade gelesen

Der zweite Band der Palace-Reihe von C. E. Bernard bringt die Leser*innen nach Paris des Jahren 2050, das alles andere ist, als das London, indem Rea leben musste. Statt Schwarz-Weiß blüht Paris voller Farben und repräsentiert die Magdalenen durch blaue, grüne, gelbe und violette Bänder. Es herrschen keine Kleidervorschriften, kein Berührungsverbot. Die Menschen küssen sich links, rechts auf der Wange, sie fassen sich an den Händen an, sie tragen Farbe, zeigen Haut. Rea will in Paris ein neues Leben mit ihrem Bruder beginnen. Sie will nach vorne schauen, die Geschehnisse in London vergessen und die Angst hinter sich lassen. Doch es kommt ganz anders. Englands Kronprinz reist nach Paris, Demonstranten wollen die Berührungsfreiheit stoppen, die Vergangenheit holt Rea ein. Dieser Band holt auf, wo der erste - Palace Of Glass - aufhörte. Fragen, wie, ab wann ist man zu wenig gekleidet, welche Berührungen sind für den Menschen okay und welche nicht, und welche Opfer müssen für die Freiheit erbracht werden, werden gestellt und in diesem Buch behandelt!
 
Foto von Martina  Lindenthal

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In diesem neuen Band sind alle Kindergeschichten von David Grossman ( Friedenspreisträger ) versammelt. Mit seiner sehr einfühlsamen Art schildet er die Situationen von Kindern im Alltag. Ruthi will heute nicht in den Kindergarten und Papa erlaubt ihr im Bett zu bleiben. Sie kann wenn sie will auch die nächsten Wochen dort verbringen , nur ist es dann schon traurig wenn Ruthi nicht bei den lustigen Veranstaltungen im Kindergarten dabei ist. Wird das kleine Mädchen sich doch anziehen und eine Tag mit Freunden verbringen? Auch die Illustrationen Von Henrike Wilson sind einfach bezaubernd und ich empfehle diese Geschichten zum Vorlesen ab 5 Jahren und für Liebhaber schöner Bücher.
 
Foto von Brigitte Thaler

Gerade gelesen

Liat, israelische Jüdin aus Tel Aviv, und Chilmi, arabischer Palästinenser aus Ramallah, treffen sich in New York - in ihrer Heimat wären sie sich nie begegnet. Und vom ersten Moment an sind die beiden voneinander fasziniert, verlieben sich ineinander und verbringen die wenigen Monate, die ihnen für ihre Beziehung bleiben, sehr intensiv. Liats Eltern dürfen nie von dieser Liebe erfahren, nur ihrer Schwester erzählt sie am Telefon davon. Doch Liat hat bereits ein Rückflugticket, denn sie verbringt nur ein Auslandssemester in New York ... Ein tief beeindruckender, bewegender Roman, der die Kluft zwischen diesen beiden Kulturen im Alltag aufzeigt - nur die Liebe scheint diese zu überwinden. Bis zum Schluss bleibt es spannend, ob die beiden sich wieder sehen! Lesen Sie diesen ausgezeichneten Liebesroman!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Zoe, 13 Jahre aus Innsbruck: Jakob wünschte, seine Schwester nie wieder sehen zu müssen. Wieso musste er es sein, der immer auf sie aufpassen muss! Jakobs Hass auf Katie war so groß, dass er sie verwünschte und auf einmal war Katie weg! Wo war sie hin? Auf Jakobs Suche nach ihr begegnete er auch noch diesem Mann, der ihn dann unerwartet wohin brachte. Wohin brachte er Jakob? Und was hatte das alles zu bedeuten? Jakob ahnte noch gar nicht, dass sich aus all dieser Verwirrung ein Abenteuer entwickelte, ein großes Abenteuer! Mit Freundschaft, Streit, Versöhnung und Kampf. Ein tolles Buch, mit großer Spannung, wegen der verführerischen Fantasie! Wenn man erst mal angefangen hat zu lesen, will man gar nicht mehr aufhören. Es ist ein dickes Buch, das ich in drei Tagen gelesen habe!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: Das Buch wurde auch durch die Tatsache, dass nicht nur aus Vivians Sicht geschildert wurde, realer und leichter verständlich. So übernehmen auch der Hacker Tom, Boot, einer von Toms Crew und der Bösewicht Prepender einige Kapitel. Die Spannung lässt im gesamten Buch ebenfalls nicht nach, man ist immer dazu angehalten, schnell die nächste Seite umzublättern um zu erfahren, wie es weiter geht. Die virtuelle Welt wird sehr gut dargestellt, schon von der ersten Seite an konnte ich mir gut vorstellen, dass so eine Zukunft mal möglich sein könnte. Die futuristischen Elemente waren weder zu viel noch zu wenig, sondern wurden gezielt eingesetzt, um die Idee einer virtuellen Realität mit Linsen noch besser darzustellen. Die leichte Liebesgeschichte, die sich zwischen Vivian und Tom entwickelt, wirkt nicht gezwungen, wie man es sich vielleicht vorstellen könnte, sondern ganz natürlich; gut hat mir auch gefallen, dass dies nicht der einzig wichtige Aspekt der Story war, vielmehr eine Nebengeschichte, um die Hauptidee der Augmented Reality noch besser zu unterstützen. Am Ende des Buches ging es jedoch ziemlich drunter und drüber, da hätte ich mir mehr klare Worte gewünscht, auch wenn diese Verschleierung wahrscheinlich genau die Absicht der Autorin war. Eine der wichtigsten Personen stirbt im Laufe des Buches, was ich als ziemlichen Schock empfunden habe, da ich damit so gar nicht gerechnet hätte, was die Überraschung jedoch umso dramatischer gemacht hat. Jedenfalls ist „White Maze“ ein richtiger Pageturner, der auch durch die Tatsache, dass er ein Einzelband ist, besticht. Mir hat dieses Buch mit dem Thema der Augmented Reality sehr gut gefallen, auch, weil ich immer gerne Fiktionen über die Zukunft der Menschheit lese!
 
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Gerade gelesen

Felix, 11 Jahre aus Ehrwald: Das Buch war interessant, cool, spannend und lustig (es gefiel mir so gut, dass ich es innerhalb kurzer Zeit gelesen habe, trotz schönem Wetter) Die Hauptfiguren Collin und sein bester Freund Johannes(Jo Jo) sind sehr ehrgeizig und zielstrebig.
 
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Nicole, 12 Jahre aus Gries: In dem Buch geht es um Joss und Maks, in der Schule sind sie Außenseiter. Doch die Beiden halten zusammen und versuchen, dem Ärger aus dem Weg zu gehen. Doch dann treten Veränderungen auf… Und Joss, die eine begeisterte Hobby-Astronomin ist, erhält in der Nacht eine seltsame Nachricht aus dem All. Sie soll die Auserwählte sein…. Mir hat das Buch gut gefallen. Am Anfang war es ein wenig verwirrend, weil man direkt in die Geschichte eingestiegen ist. Nach einer Weile findet man sich zurecht und kann die schnellen Wendungen zuordnen. Ab der Mitte und besonders das Ende sind sehr spannend zu lesen. Ich konnte das Buch fast gar nicht weglegen, weil es mich sehr interessiert hat, wie es für Joss und Maks ausgeht. Außerdem habe ich einiges über das All und die Sterne erfahren. Ich empfehle das Buch weiter!
 
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Jacob, 12 Jahre aus Rankweil: In dem Buch geht es um den jungen Korrespondenten Edward D. Malone, den Abenteurer Lord John Roxton und die Professoren Challenger und Summerlee. Edward wird zu einer Versammlung geschickt, in welcher Professor Challenger einen Vortrag über ein Land, in dem es noch Dinosaurier und andere Urzeitlebewesen geben soll, hält. Das Wissenschaftliche Komitee dieser Veranstaltung entscheidet, einen Forschungstrupp auszusenden. Dafür benötigt es einige Personen, welche sich auf diese Expedition begeben wollen. Edward und die anderen erwähnten Wissenschaftler und der Abenteurer gehören dieser Gruppe an. Sie machen sich auf die Suche nach dem besagten Land. Die sie begleitenden Indianer erinnern sich an ein früheres Aufeinandertreffen mit John Roxton. Als die Expedition eine schwierige Stelle mit einem Baumstamm überwinden muss, zerstören die Indianer diesen Rückweg und versuchen zu fliehen. Aus Rache erschießt John Roxton die fliehenden Indianer von der anderen Seite aus. Allerdings gibt es für die Expedition nun kein Zurück mehr. Wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht, müsst ihr das Buch selber lesen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Immer wieder gab es überraschende Wendungen, und es war somit spannend von Anfang bis Ende.
 
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Maximilian, 9 Jahre aus Rankweil: Der elfjährige Junge Jonas und seine kleine Schwester Marie fahren gemeinsam mit ihrem Opa Franz in die Ferien, da ihre Eltern arbeiten müssen. Eigentlich soll die Reise nach Italien gehen. Für eine Pause biegen sie von der Autobahn ab und gelangen zum Schluss über einen Feldweg an das Ufer eines Sees. Eine wichtige Regel bei Opa Franz lautet: Jeder kann machen, was er will. So genießen sie auch das kühle Wasser des Sees. Als sie nach der Pause wieder starten wollen, springt der Motor nicht mehr an. Für die erste Nacht reicht noch der Vorrat aus dem Fresskorb, den sie von ihren Eltern bekommen haben. Am nächsten Morgen treffen sie auf ein Mädchen namens Lucky und freunden sich mit ihr an … und damit beginnt ein Abenteuerurlaub, wie ihn sich Jonas und Marie nicht haben vorstellen können – Nachtschwimmen im See, Hose angeln, Einkaufstour im Supermarkt mit anschließendem Polizistenumwerfen und vieles mehr. Ich habe das Buch zum Beginn meiner Sommerferien gelesen und hoffe, dass ich ebenso viele Abenteuer und lustige Dinge erleben werde. Ganz toll fand ich, wie Jonas sich die Erzählungen seines Opas zu Herzen nimmt und lernt, sich seinen Ängsten zu stellen. Besonders beeindruckt hat mich dabei sein Mut, einfach so mit seinem Lehrer seine Probleme zu bereden.
 
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Bettina, 11 Jahre aus Wattens: Alea ist ein 12jähriges Mädchen, das sowohl an Land als auch im Wasser leben kann. Sie befindet sich auf einem Schiff mit anderen Kindern. Die Reise geht nach Norwegen..... Das Buch hat mir sehr gefallen, weil es sehr abenteuerlustig, mitreißend und spannend ist. Man will unbedingt erfahren, ob die Kinder das Meer retten können.
 
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Marie, 14 Jahre aus Innsbruck: Kari freut sich überhaupt nicht auf den Urlaub in Island mit ihrer Patchworkfamilie. Doch als sie mit einer jungen Assassinin verwechselt und ins geheime Reich Isslar gebracht wird, verändert sich schlagartig alles. Denn Kari soll einen geheimen Auftrag für die Fürstin erfüllen. Ihr Opfer ist eine junge Magierin. Kari möchte so schnell wie möglich zurück in ihre Welt, doch sie kennt die geheimen Formeln für die Tore nicht. So muss sie versuchen sich in Isslar zurechtzufinden, während ihre Familie sich mit der echten Assassinin beschäftigt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist locker und sehr beschreibend, sodass man sich alles sehr genau vorstellen kann. Besonders beeindruckt haben mich die Umschreibungen der atemberaubenden Natur Islands. Auch gut gefallen hat mir, dass trotz Karis Weltenwechsel noch von ihrer Familie in Island und von deren Schwierigkeiten berichtet wird.
 
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Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: Im dritten Buch der erfolgreichen Bodyguard Serie geht es wieder um Connor, doch diesmal soll er im Einsatzraum seinem Freund Amir bei dessen Mission zur Seite stehen. Doch als Mark eine akute Blinddarmentzündung hat, muss er für ihn einspringen. Mit den Kindern des französischen Botschafters geht es nach Burundi, doch als dort eine Rebellenbande auf Diamanten stößt und die Klienten bei einer Safaritour auf die blutrünstigen Kindersoldaten treffen, geht es nur noch um Leben und Tod. Mir hat das Buch wieder einmal sehr, sehr gut gefallen, und ich kann es Lesern ab 14 wärmstens empfehlen!!! Viel Spannung und Spaß beim Lesen!
 
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Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: In diesem Buch geht es um Connor, einem Jungen, der zum Buddyguard ausgebildet wird, und in diesem zweiten Band (nach Chris Bradford: Bodyguard – Die Geisel) auch seine zweite Mission bestreiten muss: Milliardärs Töchter auf einer Urlaubsjacht zu beschützen? – Klingt nach einem entspannenden Auftrag… Wenn da nur nicht die Piraterie wäre… Mir hat das Buch wie auch der erste Band sehr gut gefallen, weil es trotz der sehr schwierigen Story realistisch geschrieben ist. Ich empfehle jedem, der das Buch liest, den ersten Band zuerst zu lesen, auch wenn Bradford es so geschrieben hat, dass man auch als Quereinsteiger gut mitkommt. Viel Spaß beim Lesem!!!
 
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Tobias, 14 Jahre aus Birgitz: In diesem Buch geht es um Connor, der gerade von seinem bisher größten Turnier (den britischen Staatsmeisterschaften im Kickboxen) als Sieger heimkehrt, als er auf eine Gang trifft, die einen indischen Jungen beschimpfen und schlagen. Doch er geht nicht einfach vorbei, wie alle anderen Leute, sondern er verteidigt den jungen Inder und fordert die Bande heraus. Nach einem kurzen Gefecht kommt auch schon die vermeintliche Polizei und nimmt ihn fest. Doch die Nachricht, die ihn dann erreicht, wird sein Leben mehr als nur verändern… Es ist der erste Teil der Bodyguard-Serie und somit auch der Anfang der Karriere von Connor, aber nicht nur das, auch sein erster Auftrag wird in diesem Band ausgeführt. Mir hat der Band sehr gut gefallen, und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen! Es ist spannend erzählt, kommt immer wieder zu Höhepunkten, und der Autor erschafft ein sehr reales Bild. Ich empfehle es Lesern ab 14 Jahren.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Karolin, 14 Jahre aus Innsbruck: Nachdem ein Fremder ihre Zeitmaschine gestohlen hat, stehen Anna und Sebastiano vor einer neuen Herausforderung: Der Dieb verstrickt die beiden in einem Spiel um die Zeitmaschine, bei welchem sie in 80 Tagen um die Welt reisen müssen. Und das im Jahre 1873! Als wäre das nicht schon genug, ist Sebastianos Leben ihr Spieleinsatz. Zusammen mit ihren Schülern und dem Dämon Barnaby müssen sie sich jetzt auf eine Reise voller Gefahren und Überraschungen machen. Voller überraschenden Wendungen ist dieser spannende zweite Band der Timeschoolreihe. Es gibt wieder viele neue Charaktere und tolle neue Abenteuer. Durch lustige Szenen wird das Buch immer wieder aufgelockert. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Das war mal wieder eine wirklich genüssliche Lektüre! Einfach genial, wie es der Autorin gelingt, die BewohnerInnen einer deutschen Vorstadtsiedlung in den 80er Jahren zu charakterisieren und diese Stereotypen mit Leben zu füllen: Die Hausfrau und Mutter, die an der Volkshochschule Töpferkurse besucht und selbstgemachte Batikkleider trägt; die perfekt durchgestylten Wohnungen und Vorgärten; die Affären zwischen den Nachbarn; die Bildungsschicht, die ihre Kinder zur musikalischen Früherziehung schickt … Es ist sehr amüsant, die Gedanken der Eltern und deren Kinder zu lesen, und man ertappt sich dabei, selbst die eine oder andere Erinnerung an bestimmte Bücher oder Songs zu teilen. Und doch bleibt einem manchmal das Lachen im Hals stecken, denn es tun sich Abgründe auf und könnten genauso deine Nachbarn sein bzw. kann jeder in diese Situation kommen!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Carla, seit zwei Jahren von ihrem gewalttägen Mann Vito geschieden, lädt auf Drängen ihrer Tochter Mara den Vater zu deren 3. Geburtstag ein, auch ihre anderen beiden Kinder Nicola und Rosa sollen mitfeiern. Alles scheint gut zu laufen, bis nach diesem Fest Vito spurlos verschwunden ist … Nun beginnt ein wahrhaft atemloser Roman, erzählt wie ein Krimi, bis sich herausstellt, was mit Vito passiert ist. Carla gesteht zwar den Mord, aber noch lange sind nicht alle Geheimnisse aufgedeckt. Die Lesenden werden hineingezogen in ein Machtspiel innerhalb der Familie. Der Autorin gelingt es wirklich meisterhaft, die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Nahid, Hauptfigur in diesem Roman, ist wie die Autorin im Iran geboren und nach Schweden geflohen. Nahid ist 60 Jahre alt und erhält die Diagnose Krebs. Da ihr mitgeteilt wird, dass ihre Lebenszeit sehr begrenzt ist, möchte sie sich sowohl mit ihrer Mutter als auch mit ihrer Tochter Aram aussöhnen, vor allem aber unbedingt noch die Geburt ihres Enkelkindes erleben. In diesem bewegenden Roman erfahren wir, wie Nahid von ihrem Mann Masood jahrelang misshandelt wird und trotzdem mit ihm flieht vor der islamischen Revolution. Am Ende bleibt ihr aber nur die Einsamkeit und die Erinnerungen an ihre Heimat.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Ein sehr interessantes und informatives Buch, in dem die Herausgeberin Ann-Kristin Mull Expertenantworten auf über 50 Fragen zum Thema Nachhaltigkeit versammelt: ZB Kann Wirtschaft ohne Wachstum funktionieren? Woher weiß ich, ob ein Produkt nachhaltig ist? etc. Viele praktische Tipps und Internetadressen regen zum Neu- und Umdenken an. Die Quintessenz aller Antworten: "Jeder Einzelne alleine kann die Welt nur wenig verändern, aber er kann andere beeinflussen und auf diesem Weg natürlich große Veränderungen bewirken, denn ... alleine ist man nichts, gemeimsam sind wir alles."
 
Foto von Brigitte Thaler

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Was ist damals im Sommer 1995 tatsächlich passiert? Hat Jenny ihre Tochter May umgebracht? Wohin ist June verschwunden? In Zeitsprüngen erfahren wir, wie sich Wade und Jenny kennengelernt haben, sie in die verlassene Hütte in den Wäldern Idahos gezogen sind, wie es Jenny im Gefängnis geht, aber auch, wie Wade mit Ann ein neues Leben beginnt und zusehends sein Gedächtnis verliert. Ein sehr packender Roman, der nicht anklagt, denn wer ist schon frei von Schuld?
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Kukolka sieht aus wie ein Püppchen, vor allem ihre Augen betören alle Männer, und das schon mit 7 Jahren. Sie flieht aus einem Kinderheim, ohne jemals ihre Herkunft zu kennen. Samira hat dunkle Haare und eine dunkle Haut und ihr wird ein Zigeunerleben vorausgesagt. Sie gerät in die Hände von Männern, die ihre Seele und ihren Körper verkaufen. Sie möchte nach Deutschland, um eine große Sängerin zu werden. Es ist traurig, dass sie niemals Kind sein darf (nur mit den Barbies, die ihr geschenkt werden) und dass sie mit 15 alles gesehen hat, was man keinem Kind wünscht. Lena Gorelik und Olga Grjasnowa, die in ihrem Roman ein ähnliches Thema aufarbeiten, loben Jana Lux in höchsten Tönen. Dieser Erzählerin wünsche auch ich viele Leser!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Vanda und Aldo scheinen ein glückliches Leben mit ihren beiden Kindern Sandro und Anna zu führen. Doch die Routine des Alltags treibt Aldo in die Arme von Lidia. Er verlässt die Familie, kehrt aber nach einigen Jahren zurück und erzählt uns nun, wie es dazu gekommen ist. Amüsant, erschreckend ehrlich, pointiert und unglaublich lebensnah schildert der italienische Autor diese Ehe.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Ein Soldat bewacht alleine eine Grenze. In dieser Nacht erinnert er sich 12 Stunden lang an sein Leben - seine Frau, seinen Sohn, seine Rastlosigkeit und liest die Briefe seiner Großmutter. Gerhard Jäger gelingt es meisterhaft, diese langen Stunden im abwechselnden Rhythmus zwischen Gegenwart und Vergangenheit wie einen Film ablaufen zu lassen - hautnah und spannend bis zur letzten Zeile. Gekonnt verknüpft der Autor die Themen unserer Zeit miteinander: Flucht, Vertreibung, Einsamkeit, die Sehnsucht nach Liebe und Heimat, Vertreibung im Zweiten Weltkrieg, Gewalt und Verzweiflung angesichts des eigenen Schicksals.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Dieser Satz wird der Autorin Karin Steger von ihrem Lebensgefährten entgegen geschleudert, als sie sich wieder einmal beklagt, dass sie sich mit Kindererziehung und Haushalt überfordert und allein gelassen fühlt. Und nicht erst dadurch beginnt sie, ihre Lebensweise, ihre Art zu denken und die Kommunukation mit ihrem Partner zu überdenken. Aber warum können Väter über ihre Zeit autonom verfügen und Mütter nicht? Was kann die Gesellschaft zur Gleichstellung von Vätern und Müttern bei der "Familienarbeit" beitragen? Karin Steger schlägt dazu zB die 30-Stunden-Woche für alle vor und rät Frauen, sich Auszeiten zu nehmen, mehr die Momente mit Kind/ern zu genießen und den Partner miteinzubeziehen. Authentisch und nachvollziehbar schreibt die Autorin über ihr Leben als Mutter - vom Burn-Out bis zum erfüllten Leben.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Ach, Jamie. Kochbuchmäßig bist du halt irgendwie doch die Liebe meines Lebens. Seit 2002 halte ich dir die Treue, aber als ich im letzten Winter gehört habe, dass du ein italienisches Kochbuch veröffentlichen wirst, war ich kurz überrascht. Hat es doch schon vor über 10 Jahren "Genial italienisch" gegeben. Aber du hast natürlich recht: Italienisch ist genial, geht immer und schmeckt praktisch jedem. Und was soll ich sagen? Du hast mich erneut überzeugt! "Jamie kocht Italien" ist ein wunderschönes Buch, das vom Stil und der Aufmachung her ein bisschen an die alten Zeiten mit dem Naked Chef erinnert. Wochenlang ist Jamie Oliver durch Italien gereist und hat die besten Gerichte zusammen mit denen gekocht, die es am besten können: den italienischen Großmüttern. So ist eine Sammlung von etwa 150 Rezepten zusammengekommen, alle einfach und ohne viel Schnickschnack zubereitet. Schönes Detail: die vielen doppelseitigen Portraits der Nonnas, die Jamie Oliver unterwegs getroffen hat. Meine Favoriten bisher: die Lasagne mit geschmortem Fenchel und der Salat aus rohen Mini-Zucchini!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Jane Gardam möchte man ja wünschen, dass sie ungefähr 120 wird, damit sie noch viele wunderbare Bücher schreiben kann. Nun endlich ist ihr erster Roman, 1971 erstmals veröffentlicht, auf Deutsch erhältlich. Jessica Vye ist 13 Jahre alt, nach eigener Aussage nicht ganz normal, aber zum Glück nicht verrückt, und irgendwie ziemlich unbeliebt. Also, um es ganz ehrlich zu sagen, viele Leute können sie absolut nicht leiden. Jessica hat das Herz auf dem rechten Fleck und ist mutig bzw. unangepasst genug, immer genau das zu sagen, was sie denkt. Ihre besondere Gabe, ganz genau zu wissen, wenn andere Leute lügen, macht ihr Leben auch nicht gerade einfacher. Jessica möchte Schriftstellerin werden, aber da es mit den Gedichten zunächst nicht so richtig klappt, liest sie sich erstmal durch die Klassiker der englischen Literatur. Nur mit Romeo und Julia kommt sie nicht klar, aber das ist kein Wunder, denn der kleine Küstenort Cleveland Spa ist wirklich weit weg von Verona und "die toteste Stadt der Welt. In manchen Straßen lebt in jedem Haus eine einzelne alte Dame. Sie sind vom ersten Krieg übrig geblieben, als alle Männer gefallen sind, und seitdem müssen sie da sitzen." Die Geschichte vom Ende einer Kindheit im Zweiten Weltkrieg und einer für damalige Zeiten sicher sehr unkonventionelle Familie ist erheiternd und berührend, oft auch bitterböse und skurril. Wer die berühmte Old-Filth-Trilogie noch nicht gelesen hat, sollte die Gelegenheit nutzen, jetzt Jane Gardams Werk und damit höchsten Lesegenuss zu entdecken!
 
Foto von Maxie Bantleon

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Mit "Wonderboys" hat Michael Chabon schon vor Jahren mein Herz erobert, und jetzt gibt es einen neuen Wonderboy: seinen Großvater! Auf dem Sterbebett wird dieser Großvater plötzlich gesprächig -- was sehr ungewöhnlich ist, denn "wir sind eine Familie, die gut Geheimnisse bewahren kann." -- und erzählt dem Enkel von seinem Leben. Und was für ein Leben war das! Im 2. Weltkrieg gehörte der Großvater einer Spezialeinheit an, die in Nazideutschland wichtige Menschen und wichtiges Material sicherstellen sollte, u.a. Wernher von Braun, den Erfinder der V2-Rakete. Es ist sicher eine der stärksten Szenen im Buch, als der Großvater Jahre später den inzwischen von den USA rehabilitierten von Braun bei einem Kongress der NASA persönlich trifft. Sehr berührend geschildert ist die unerschütterliche Liebe zu seiner Frau, deren ganzes Leben auf einer Lüge basiert, bedingt durch ein schweres Kriegstrauma. Chabon spielt mit den Erzähleben, er springt zwischen den Zeiten, und auch am Schluss wusste ich nicht, wie viel Wahrheit in diesem Buch mit dem hübschen Cover steckt. Ein großartiges Lesevergnügen ist es aber allemal!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman hat mich sehr stark an Deon Meyers Roman "Fever" erinnert, nur dass bei diesem Virus alle Erwachsenen gestorben sind. Die Kinder müssen sich alleine durchkämpfen. Anna ist mit ihrem kleinen Bruder alleine. Die Anweisungen ihrer Mutter, die ihre viele Briefe hinterlassen hat, helfen ihr. Sizilien ist zerstört, es gibt auch nicht mehr viel Essbares. Lustig fand ich, dass Nutella ein Schatz ist für die Kinder ist. Die Schokolade hat die vier Jahre nach dem Virus überstanden. Auch der Alkohol wird eifrig konsumiert. Das Menschsein wird in diesem Roman auf das Wesentliche reduziert, die Liebe bleibt trotzdem für die Kleinen ein Abenteuer, dem sie sich nicht entziehen können. Ein Buch, das doch noch hoffen lässt!
 
Foto von Maxie Bantleon

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"Die grüne Wolke", ursprünglich 1938 erschienen, ist eines der Kinderbücher, das ich geliebt und immer und immer wieder gelesen habe. Jetzt hat es der Rowohlt Verlag endlich wieder neu aufgelegt. Die Kinder Betty, Bunny, Robert, Gordon, Evelyn, Jean, David und Michael unternehmen gemeinsam mit ihrem Lehrer Neill und dem 99-fachen Millionär Pyecraft eine Reise mit dessen Zeppelin. Unterwegs sehen sie die grüne Wolke, und bei ihrer Rückkehr müssen sie feststellen, dass sie womöglich die letzten lebenden Menschen auf Erden sind. Was wird jetzt aus ihnen? Großartig fand und finde ich immer noch, dass die Handlung in eine Rahmenerzählung eingebaut ist. Am Ende jeden Kapitels kommen die Kinder zu Wort; sie kommentieren, kritisieren und geben ihrem Lehrer Neill Anregungen, wie die Geschichte weitergehen soll. Jeder möchte schließlich am Schluss "The last man Alive" sein -- so der Originaltitel. Eher zart besaiteten Eltern werden die Gewaltdarstellungen vielleicht zu extrem finden, aber ich sage: lasst eure Kinder das Buch lesen oder lest es mit ihnen gemeinsam! Es gibt viel zu lachen und viel zum Reden und Nachdenken. Denn wie sagt Neill selbst: "Die meisten Kinderbücher sind so nervtötend, dass Eltern sich beim Vorlesen zu Tode langweilen. Die Geschichte hat keine Moral. Sie will spannend und komisch sein." Und das ist ihm zu 100% gelungen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Der erste Teil dieses Roman ist unglaublich gut geschrieben und der perfekte New York Roman der Gegenwart. Doch dann wird es schwierig. Schwierig in dem Sinn, dass man versucht, Parallelen herzustellen. Aber es gibt keine offensichtliche Verbindung zu dem Pulitzerpreisträger Ezra, der jungen Verlagsassistentin Alice und zu Amar, dem Ich-Erzähler im zweiten Teil. Die Ereignisse rund um 9/11 und ihre Folgen für Irak werden unterschwellig behandelt. Und das macht Spaß, wenn man ein bisschen überlegen muss, wenn sich die Zusammenhänge nicht sofort offenbaren und wenn die Dialoge sehr klug und witzig sind. Der Kreis schließt sich doch, auch wenn es für den Leser unerwartet kommt.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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"Die Frauen in meiner Familie waren seit jeher wunderbar. Selbst als sie es nicht mehr waren." Didi Drobnas erster Roman wurde 2016 von einer Jury in Innsbruck zum „Innsbruck liest“ Buch ausgewählt. "zwischen Schaumstoffrollen" hat mir damals imponiert, daran kann ich mich gut erinnern. Drobnas neuer Roman ist im Piper Verlag erschienen und Piper steht für mich für Qualität. Sprachlich versteht Drobna ihr Handwerk. Teilweise hat mich ihre Stimme an die Werke von Wolf Haas erinnert. Haas ist auch ein Tüftler, ein Perfektionist, jedes Wort sitzt. Oft musste ich einen Satz laut vorlesen, so begeistert war ich von Drobnas Wortkreationen. Humor und Tiefgang ergeben eine gute Mischung, auch inhaltlich bietet dieser Roman allen Lesern etwas.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Sensible Themen sind bei Meg Wolitzer gut aufgehoben. Perfekt inszeniert und spannend aufgebaut bearbeitet die amerikanische Bestsellerautorin einen Feminismus, der alle zufrieden macht, egal ob den männlichen oder den weiblichen Leser. Faith steht im Zentrum dieses Romans, denn sie ist seit Beginn der Demonstrationen und Diskussionen dabei. Doch vieles hat sich seitdem verändert und Greer erlebt intensive vier Jahre in ihrem Job und in ihrer Beziehung, Ihre Freundschaft zu Zee verändert sich aufgrund ihrer Anstellung bei Faith. Ausschlaggebend fand ich die Aussage von Codys Mutter, die in ihrem Sohn einen beispielhaften Feministen sieht. Und Meg wolitzer arbeitet Codys Figur besonders gut heraus. Er bleibt seinen Prinzipien treu, und diese Prinzipien sind durchaus auch weiblich. Je mehr man sich in diesen Roman vertieft, umso aufschlussreicher wird der Feminismus für den Leser.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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In der heutigen Zeit sind große wissenschaftliche Entdeckungen nicht mehr weltbewegend und wir vergessen oft, wie aufregend die 50ger Jahre in der Welt der Wissenschaft waren. Einen Stamm zu erforschen, der noch nie mit der westlichen Kultur in Berührung gekommen ist, diese Erfahrung darf der junge amerikanische Wissenschaftler Norton Perina machen. Auf der kleinen mikronesischen Insel entdeckt er Geheimnisse, die sein Leben und das des Stammes bedeutend verändert. Nicht unbedingt zum Guten. Der Roman beginnt am Ende und es gibt zwei Erzähler, die alle moralischen Dilemmas dieser Forschung abdecken. Als Leser sitzt man auf Nadeln, denn schnell weiß man, dass Yanagihara einige Überraschungen bereithalten wird. Diese Insel zu erfinden, zeugt von einer literarischen Fähigkeit und extremer Intelligenz, und oft musste ich ganze Absätze wiederlesen, weil ich nicht glauben konnte, wie unbequem Yanagiharas Wahrheiten sind.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Nora ist Mitte 40 als ihr Mann Maurice stirbt und sie sich alleine um ihre vier Kinder kümmern muss. Als selbstbewusste Frau lernt sie, mit wenig Geld durchzukommen. Die 60ger Jahre in Irland bieten ihr bereits gesellschaftliche Vorteile, die sie auch zu nutzen weiß, obwohl ihre Familie sie oft bevormundet, da sie Nora nichts zutrauen. Nora hat ihren eigenen Kopf und mit ihren scharfzüngigen Kommentaren konnte ich mich gut identifizieren. Sie hat eine Meinung zur Kirche und den Konflikten in Nordirland, und sogar in der Arbeit weiß sie sich zu behaupten. Erst gegen Ende gibt Colm Toibin dem Leser Rätsel auf, denn erst dann begreift man, wie schwer es Nora eigentlich wirklich hatte. Dieser Roman ermutigt und berührt, Noras Intelligenz und ihre moralische Integrität macht sie zu einer Figur, die unvergesslich bleiben wird.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ein unbekanntes Kapitel für uns Leser: Nach dem zweiten Weltkrieg arbeitet Nathaniels und Rachels Mutter weiterhin für den Geheimdienst - für sie ist der Krieg nicht vorbei. Ihre Kinder wissen nichts über ihre Arbeit. Erst Jahre später stellt Nathaniel Vermutungen darüber an, wie sehr doch die Geheimnisse der Mutter ihn geprägt haben: Die Windhunderennen, der geheime Schmuggel und die Routen auf dem Fluss durch London, die Fassadenkletterer, etc. Der Aufbau dieses Romans ist perfekt und as Ende hat mich mehr als überrascht. Nathaniels Suche nach dem wahren Leben seiner Mutter beginnt in seiner Kindheit und Jugend: obwohl die Mutter immer abwesend war, hat sie dafür gesorgt, dass es Menschen in dem Leben der Geschwister gibt, die sie beschützen und ihr Leben prägen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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"Elly" ist in der Hinsicht faszinierend, dass man auch am Ende nicht genau weiß, wer Elly wirklich war. Ist Elly mit 11 Jahren verschwunden und hat verzweifelte Eltern und die geliebte Schwester zurückgelassen? Wer ist Elly im Krankenhaus, wo zwei Mädchen auf der Station die Identität wechseln? Und wer ist das Mädchen, das in Dänemark von der Polizei aufgegriffen wird und als "Elly" wieder in die Familie eingeführt wird? Ein seltsames Spiel mit der Identität spielt die junge Autorin mit uns. Die Familie gibt die Hoffnung nie auf und Elly bleibt auch nach ihrem Verschwinden für sie präsent.
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Zur afrikanischen Literatur finde ich normalerweise kaum Zugang, doch neugierig gemacht hat mich der Umstand, dass Adebayo englische Literatur und kreatives Schreiben bei Margaret Atwood und bei Chimamanda Ngozi Adichie studiert hat. Dieser Einfluss ist spürbar: Yejide führt mit ihrem Mann einen Dialog, wie es zu ihrer Trennung gekommen ist. Man bekommt das Gefühl, Teil einer berührenden Geschichte zu sein, je mehr die Autorin von der nigerianische Kultur und Gedankenwelt offenbart. Am Ende spürt man die Kraft und die Weisheit von Yejide, die sich ihrem geliebten Mann und seiner Familie nicht unterworfen hat, sondern sich selber treu geblieben ist, denn Opfer zu sein würde ihr jegliche Handlungsfreiheit nehmen.
 
Foto von Maxie Bantleon

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Ich habe gerade extra nachgerechnet: allein für meine Kinder habe ich im Laufe meines Lebens schon 48 Geburtstagskuchen gebacken! Ab sofort werde ich mein bisheriges Gugelhupfrezept ersetzen, und zwar durch eines aus dem wunderschönen Backbuch von Christina Bauer. Schon mit ihrem ersten Buch (Brot) hat sie mich begeistert. Im neuen Buch sind über 50 Rezepte für Kuchen, Torten und Rouladen zu finden, darunter auch Klassiker wie Sachertorte, Biskuitroulade und der simple, aber hervorragend schmeckende Gugelhupf. Alle sind mit wenig Aufwand relativ schnell zubereitet. Also: nix wie ran an den Herd!
 
Foto von Florian Lechner

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Ida Adler wurde unter dem Namen Dora weltberühmt. So nannte Freud seine Patientin in seinen Studien zur Hysterie. Ihre Urenkelin Katharina hat sich nun daran gemacht, ihre Biografie zu schreiben. Sie hat nicht nur ein berührendes Frauenportrait geschaffen, sondern gleichzeitig eine ganze Epoche in unser Bewusstsein gerückt. Die Lebensdaten der Ida Adler reichen schließlich von der Kaiserzeit bis über den 2.Weltkrieg hinaus, und so gelingt es der Autorin, die Lebenswelt der Wiener Juden jener Epoche anschaulich zu machen. Idas Bruder Otto Bauer war einer der prominentesten Sozialdemokraten jener Zeit, und so sind auch diesem Thema etliche Kapitel gewidmet. Katharina Adler gelingt es, ein lebendiges Sittenbild der besseren Gesellschaft in einer Zeit des Umbruchs zu zeichnen, das gleichzeitig informativ und unterhaltsam ist. Sicherlich eine der interessantesten Neuerscheinungen dieses Sommers!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Dieser Roman hat mich überrascht, denn ich dachte, ich würde vielleicht eine Biografie über eine Hochhausspringerin lesen. Bald entdeckt man aber, in was für einer perfekt ausgetüftelten Welt sich die zwei Frauen bewegen: Riva hat alles erreicht: den perfekten Körper antrainiert, den perfekten Sprung geschafft und es gibt sogar ein perfektes Foto von diesem Sprung, das ihr Lebenspartner geschossen hat. Sie hat sehr viele Punkte gesammelt, doch von einem Tag auf den anderen will sie nicht mehr so weitermachen. Die Stadt, in der sie lebt, hat ein Überwachungssystem und die Psychologin Frau Yoshida wird auf die nicht funktionierende Riva angesetzt. Überall gibt es Monitore, Kameras, das System beobachtet alles. Das System zwingt dich nicht, sondern es zeigt die nur die optimale Version deines Lebens auf: es gibt Bioeltern, das Sexualleben wird kontrolliert, und wer nicht mitmacht, muss raus in die Peripherie, zurück in die Armut. Das Punktesystem funktioniert wie bei "The Circle" von Dave Eggers, nur diese Autorin arbeitet viel subtiler und literarischer, und mit jeder Seite wächst das Entsetzen, dass man plötzlich nicht mehr fähig ist, eigene Entscheidungen zu treffen!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ein junger Mann kehrt aus dem Krieg zurück, er weiß, dass seine Frau verschwunden, vielleicht auch tot ist. Was soll er noch in einem Zuhause, das sie nur kurz miteinander geteilt haben ? Er erinnert sich an Lempi, an das Verliebtsein, das immer angedauert hat, an das Große, das sie verbunden hat und das der Krieg ihnen genommen hat. Hätte er es doch mehr genossen, diese Liebe. Erst als Elli, die Magd der beiden, zu erzählen beginnt, klärt sich auch für den Leser der verliebte Blick. Ich war entsetzt und habe beim Lesen die Hand nicht mehr vom Mund genommen, so erstaunt war ich über die Entwicklung des Romans. So ist es mir auch bei dem Roman von Leila Slimani ("Dann schlaf auch du") ergangen. Solche Bücher, die absolut umwerfend sind, findet man selten!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

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Ein Ausnahmezustand ist es, der Simona und Antoine einander näher bringt. Am 14. Juli wurde Frankreich von einem Terroranschlag mit verheerendem Ausgang heimgesucht. Diese Zerrüttung hat Simona aus ihrer Ehe befreit und sie reist alleine nach Nizza. Einnehmend und behutsam bringt Alan Schweingruber die Einzelheiten zusammen, die Simona mit Antoine verbindet. Dieser Debütroman hat mich stark an Tanja Paars "Die Unversehrten" erinnert. Manchmal erschaffen Autoren eine Welt, der man sich nicht mehr entziehen kann!
 
Foto von Florian Lechner

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Endlich ist das zweite Abenteuer um Sam Wyndham und seinen Assistenten Surrender-not Banerjee auf Deutsch erschienen, und das Warten hat sich gelohnt! Vor der farbenprächtig exotischen Kulisse eines indischen Fürstenstaates ermitteln die beiden verdeckt im Fall eines ermordeten Prinzen. Dabei geraten sie in ein perfides Ränkespiel am Hof des Maharadschas, das sie erst nach einigen dramatischen Wendungen zu durchschauen beginnen. Auch der zweite Roman der Reihe zeichnet sich durch interessantes Setting, liebevolle Personenzeichnung und überaus spannende Handlung aus und wird so zum perfekten Lesevergnügen für den Sommer!
 
Foto von Aleksandra Dimoska

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Was tun, wenn man wieder zurück auf der Schule ist? Was tun, wenn man einfach nur so sein will wie alle anderen - ohne sich ständig die Hände waschen zu müssen? Was tun, wenn man einfach ein normales Leben führen will? Ganz wie alle anderen. Aber... was ist schon normal? Feminismus, ein Gefühl für psychische Störungen und die Frage nach das Normale können nicht früh genug an junge Leserinnen und Leser gebracht werden. Bourne schafft es einen Einblick in das Leben eines Mädchens zu geben, dass neben dem Kampf gegen ihre Zwangsstörung, einfach versucht normal zu sein. Mit ihren neuen Freundinnen gründet sie dann auch den Spinster Girls Club - ein negativ gemeinter Begriff der alten Jungfer wird neu erfunden. Ich war überrascht mit welcher Natürlichkeit solch komplexen Themen behandelt wurden ohne den den jugendlichen und unterhaltenden Charme zu verlieren. Nach dem Beenden der Lektüre wünschte ich mir nur eines: selbst einen Spinster Club zu gründen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Hannah, 12 Jahre aus Oberperfuss: Das Hotel Royal ist seit vielen Generationen unter der Leitung von Familie Royal. Flick interessiert sich nicht besonders für den Familienbetrieb, eher für den YouTube-Kanal, den sie für ihren Dackel Fritz gemacht hat. Ihre Mutter findet das nicht so toll, da sie denkt, Flick ist zu jung für so etwas. Als Flick dann auch noch in das Zimmer eines Prinzen einbricht, die Proben von Popstar Skylar stört und sich in der Nacht heimlich aus dem Hotel schleicht, rastet ihre Mutter vollkommen aus und verbietet ihr auf den Weihnachtsball zu gehen, den sie so gerne mag. Flick muss sich etwas überlegen und beschließt vernünftiger zu werden und ihrer Mutter zu zeigen, dass sie genauso gut das Hotel leiten kann wie sie. Doch das ist nicht so leicht, wie sie es sich vorstellt, da sie im Grunde nichts über das Hotel weiß. Gott sei dank gibt es Cal, der Sohn des Türstehers des Hotels, der ihr hilft. Doch Cal ist nicht der einzige Junge, der Flick den Kopf verdreht, denn da gibt es ja noch Olly und Ethan. Doch um auf den Weihnachtsball gehen zu dürfen, würde sie fast alles tun. Ich fand das Buch sehr gut. Es ist lustig und amüsant zu lesen, wie Flick von einem Fettnäpfchen ins andere tappt, und es manchmal gar nicht bemerkt.
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Daniel, 8 Jahre: Das Stachelschwein Matilda ist wegen eines Schüleraustausches in Afrika. Sie lernt dort viel über Löwen, Elefanten, Büffel, Nashörner und Affen. Auch bei den Drachenbergen ist ein Austauschschüler, Jojo - ein Affe. Nachdem Matilda ihren Freunden - Kokosnuss und Oskar - einen Brief schickt, fliegen diese mit Jojo nach Afrika. dort werden leider alle vier Freunde vom kurzsichtigen Panther gefangen. Doch durch eine Wette, nämlich dass der Panther durch eine Brille besser sehen kann, kommen sie frei. Ich finde es cool, dass Matilda in Afrika ist und dort viel Interessantes über andere Tiere lernt.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Nicola verliebt sich in Sofia, bald ziehen sie zusammen und ihre Beziehung läuft bestens, bis Sofia schwanger wird. Leo bringt nun das Leben der beiden komplett durcheinander. Wo ist die Zeit geblieben, die Unbeschwertheit? Nicola ist ständig übermüdet, Sofia gereizt und der Alltag ziemlich mühsam. Fabio Volo erzählt präzise, wie sich das Familienleben mit Kind ändert, welch wiidersprüchliche Gefühle entstehen, welche Schwierigkeiten es zu meistern gilt. Der Roman ist aus der Sicht von Nicola geschrieben, wir sind daher ganz nah dran an seinen Gedanken und dem Wunsch nach Freiheit, und alles ist absolut nachvollziehbar. Ein großartig, ehrlicher Roman!
 
Foto von Brigitte Thaler

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Wie kann man einen so meisterhaften Roman über eine abwesende Frau schreiben? Der finnischen Autorin Minna Rytisalo ist dies gelungen, indem sie Lempi von anderen Personen beschreiben lässt: Viljami, der nach dem Lapplandkrieg heimgekehrt ist, schwelgt in Erinnerungen an seine geliebte Frau und zerbricht fast daran. Die Magd Elli hat Lempi gehasst, weil sie selbst gerne an ihrer Stelle gewesen wäre. Sikso, Lempis Zwillingsschwester hat ihre Schwester stets um deren Schönheit und Unbekümmertheit beneidet. So entsteht das Bild einer Frau aus völlig unterschiedlichen Perspektiven. Nicht nur die Form dieses Romans macht diesen einzigartig!
 
Foto von Tyrolias  Welten

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Franziska, 13 Jahre aus Mils: Scar hat es nicht leicht, ihre Mutter ist blind, sie wohnt in einem Ghettoviertel, sie wird gemobbt, ihr Vater ist weg, ihre Schwester ist gestorben, sie hat immer wieder Flashbacks, die sie aus der Realität reißen. Vielleicht ist sie genau deshalb so verschlossen, vielleicht wird sie genau deshalb gemobbt, als die „Eiskönigin“ bezeichnet, das Mädchen ohne Emotionen. Doch das dient lediglich dem Schutz. Nie mehr würde sie sich jemandem öffnen, nie mehr würde sie jemandem vertrauen. Nie mehr würde sie solch einen großen Fehler begehen, der ihr die drei riesigen Narben am Bauch hinterlassen hatte. Wobei, Narben waren für sie ja nichts Besonderes mehr. Ihr ganzer Körper war übersäht von ihnen. Von den meisten hatte sie nicht einmal eine Ahnung, woher sie kamen. Auf einmal taucht Teliso auf, ein überaus hübscher Junge mit grünen Augen. Er lässt sie nicht in Ruhe, beschattet sie, stellt ihr Fragen. Scar weiß nicht genau, was sie davon halten soll, als sie eines Abends gegen seltsame Wesen mit blauem Blut kämpft. Obwohl, eigentlich kämpft nicht sie, sondern ihre „Hülle“. Am Ende sind sie tot. Sie hat die Wesen mit den Dolchen ihres Vaters umgebracht. Da erklärt ihr Teliso, dass sie eine Elfe ist und die „Wesen“ waren Dämonen. Zuerst will sie ihm nicht glauben, doch als sogar ihre Mutter, die sie sozusagen verstoßen hat und kein Wort mit ihr redet, das bestätigt, ist sie komplett verwirrt und misstrauisch. Sie wird ausgeknockt und in das Land der Elfen gebracht. Dort wird sie wegen ihren feuerroten Haaren von allen angestarrt, denn die Elfen haben alle blonde Haare. Doch die Haare sind nicht das Einzige, das sie besonders und anders macht... Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen, ich habe es in einem Tag ausgelesen. Das Bucht hat mich gefesselt. Ich war sehr enttäuscht, als ich gehört habe, dass es Band zwei noch nicht gibt. Dieses Buch ist auf jeden Fall etwas für Leute, die kurze, schlagfertige Dialoge mögen. Das Buch wurde von der Jugendbuchautorin Paula M. Mangold geschrieben und ist das beste Jugendbuch, das ich bisher gelesen habe. Es ist spannend, aufregend und die Charakterzüge der Personen sind sehr interessant! Ich würde das Buch unbedingt für Jugendliche weiterempfehlen.
 
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Elena, 10 Jahre aus Mils: In diesem Sachbuch wird das Leben berühmter Frauen der Geschichte, wie z. B. Kleopatra, Frida Kahlo oder Malala Yousafzai, erzählt. Dazu gibt es auch immer ein Zitat dieser Person und eine erfundene Frage, was sie wahrscheinlich zu einem bestimmten Thema sagen würden. Mich haben am meisten die Lebensgeschichten von Frida Kahlo, Jane Goodall und Michelle Obama beindruckt, weil ich mich in ihnen ein wenig wiederfinde, am meisten in Elena Piscopia. Erstens heißt sie gleich wie ich und zweitens, weil sie als erste Frau in Italien den Doktortitel erhalten hat. Mir das Buch sehr gut gefallen, weil es wie ein Nachschlagewerk ist, die Illustrationen sehr schön und die Zitate sehr lehrreich sind. Katharina die Große sagte z. B.: "Sei sanft, sei menschlich, zugänglich, mitfühlend und weltoffen ... Verhalte dich so, dass die Guten dich lieben, die Bösen dich fürchten und alle dich respektieren."
 
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Gernot, 9 Jahre aus Hall: Den Halunken, das ist eine Kinder-Bande mit Meggy als Anführerin, ist langweilig. So lange haben sie keinen Streich mehr gespielt. Eines Tages bekommen die Halunken einen Brief von Alfons und Marius. Die beiden sind letzten Sommer nach Berlin gezogen und laden den Rest der Bande in Marius' schicke Villa ein. Leider liegt die Villa im Revier von Kalles Bande. Doch plötzlich bekommen Meggy und ihre Freunde Streit mit Kalle, deshalb schreibt Kalle mit Spraydosen eine Warnung auf die Pool-Mauer von Marius' Eltern. Doch das lassen sich die Heuhaufen-Halunken natürlich nicht gefallen. Was werden sie wohl unternehmen, um sich zu rächen... Das Buch ist sehr lustig! Es hat mir besser als der 1. Band "Die Heuhaufen-Halunken" gefallen! Ich finde witzig, dass sie mit Gülle und Pferdeäpfeln kämpfen, und ihre Pläne sind genial.
 
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Jana, 10 Jahre aus Aurach: Das Buch handelt von Personen, die früher wirklich gelebt haben, bekannte und weniger bekannte Leute. Es erzählt viele einzelne, nicht zusammenhängende Geschichten, was diese Menschen erlebt haben, deshalb ist es sehr schwer zu beschreiben. Die Zeitspanne geht von 753 vor Christi bis 80 nach Christi. Es hat mir gefallen, weil ich einiges über die Geschichte Roms erfahren habe. Man liest über Persönliches der Leute von früher und erfährt die Geschichten aus deren Sichtweise, was teilweise spannend und lustig, aber auch manchmal traurig ist.
 
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Rita, 12 Jahre aus Innsbruck: Willowdean ist dick. Das sagt sie auch selbst. Sie wohnt in einem kleinem Dorf irgendwo im Süden Texas'. Sie hat es akzeptiert, dass sie dick ist und fühlt sich eigentlich ganz wohl in ihrer Haut. Doch dann lernt sie den überaus attraktiven Bo Larson, der auf eine Privatschule in diesem Kaff geht, kennen. Er scheint sich für Will zu interessieren. Doch stimmt das wirklich, oder will er in Wahrheit nur über seine große Liebe hinwegkomen? Will möchte ihr Selbstbewusstsein stärken und macht bei dem all bekannten Schönheitswettbewerb in ihrem Dorf mit. Ihre Mutter ist die Vorsitzende dieses Wettbewerbs und hat ihn selbst einmal gewonnen. Wird sie das mit Bo klären können? Wird sie sich für den Schönheitswettbewerb durchsetzen können? Mir hat das Buch extrem gut gefallen, und es ist gut geschrieben. Will ist ziemlich temperamentvoll und setzt sich durch. Sie hat eine tolle Persönlichkeit, auch wenn sie schon so einiges durchgemacht hat. Es lohnt sich wirklich, das Buch zu lesen - und es ist die perfekte Sommerlektüre.
 
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Lea, 11 Jahre aus Wattens: Stella ist ein Mädchen, das mit ihren drei Tanten in einem Hotel ihren Urlaub verbringt. Eines Tages befindet sich Stella im Wintergarten und beobachtet, wie ein Gast namens Mr. Filbert ein geheimnisvolles Fläschen unter einem Haselnussstrauch hervorholt und wieder vergräbt. Stella ist sehr neugierig geworden und möchte wissen, was sich in diesem Fläschen befindet. Plötzlich stürmen vier Männer in den Wintergarten, bedrohen Mr. Filbert und wollen unbedingt das Fläschen. Es befindet sich jedoch bei Stella, die sich in einer Ecke versteckt hält. Die Jagd auf das Fläschen beginnt, und Stella erwarten viele Abenteuer. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sehr spannend und aufregend ist. Man möchte unbedingt erfahren, welcher Inhalt sich in dieser Flasche befindet. Zum Schluss wird das Rätsel gelöst. Ich würde mich über einen weiteren Band von Stella Montgomery freuen.
 
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Helena, 11 Jahre aus Wien: Mit Büchern kann Tom eigentlich gar nichts anfangen, aber sein Onkel hat ganz viele davon. Vermutlich werden das die langweiligsten Ferien, die Tom jemals erleben wird, aber dann kommt alles anders. Tom findet heraus, dass es einen geheimen Orden, die Lesenden, gibt, die Lebensseiten sammeln. Lebensseiten sind Seiten von Personen, auf denen alles, was passiert oder was sie sehen, aufgeschrieben wird. Nachdem sein Onkel entführt wurde, erfährt er dies vom Butler Will, der ihm auch das Familiengeheimnis mitteilt. Er lernt die junge Josephine kennen, deren Lebensseite auf der Rückseite seiner Lebensseite steht. Gemeinsam mit den beiden begibt er sich auf ein großes Abenteuer. Als er in das Ordenshaus kommt, um mehr über die Entführung seines Onkels zu erfahren, macht er bei den Lesenden eine unglaubliche Entdeckung! Um seinen Onkel und dreizehn andere Lesende zurückzubekommen, muss er die goldene Feder finden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es spannend und packend war. Das Buch hat mich wegen des Covers alleine schon neugierig auf die Geschichte gemacht. Auf dem Cover sind die beiden Kinder, die hinter einer Feder hervorschauen und Skizzen von historischen Bauwerken und Gemälden abgebildet. Ich kann es allen empfehlen, die Fantasy-Romane gerne lesen, die ähnlich den Büchern der Archie-Greene-Reihe geschrieben sind! Eine Forstsetzung der Geschichte, oder einen 2. Band fände ich wünschenswert.
 
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Gerade gelesen

Elijah, 11 Jahre aus Igls: Die Hauptpersonen stellen Elly (12 J.), Mike (13 J.), Gabriel (11 J.) und Matheus (14 J.) dar. Elly und Mike flogen mit ihren Eltern nach Brasilien. Dort wollten Elly und Mike mit Gabriel und Matheus (Matti), die in Brasilien wohnen, in den Regenwald gehen. Sie dürfen nicht weit hinein, aber ihre Eltern überraschen sie damit, dass Luiz, ein Pilot, mit ihnen einen Rundflug über das Amazonas-Becken macht. Doch mitten während des Fluges bekam Luiz einen Herzinfarkt und das Flugzeug stürzte ab! Elly, Mike, Gabriel und Matti sind verloren im Dschungel. Werden sie überleben bei all den Gefahren? Hier heißt es nämlich fressen oder gefressen werden. Die vier wissen nicht einmal, wo sie sind. Trotzdem hoffen sie auf Menschen zu treffen. Die Kinder denken, wenn sie Menschen treffen, dass diese ihnen helfen werden, aber das stimmt nicht! Sie werden von bösen Menschen, die etwas Illegales machen, gefangen genommen! Das Buch hat mir sehr gut gefallen! Der Autor erzählt sehr spannend. Man kann aber auch Neues erfahren. Immer wieder schreibt der Autor Informationen über Dinge, die man im Dschungel gebrauchen kann. Ich empfehle dieses Buch allen, die Abenteuer und Spannung mögen. Für Mädchen und Jungen.
 
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Franziska, 13 Jahre aus Mils: Hier geht es um Mika, die zusammen mit ihren beiden Geschwistern Penny und Elias in einem Ferienhaus ihren Urlaub verbringen wollen, als auf einmal alles anders kommt… Das Buch endet, nicht wie in den Bilderbuchgeschichten mit einem Happy End, sondern geht realistisch aus, wie im echten Leben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es, wie gesagt sehr realistisch war. Man konnte sehr gut mit Mika und ihren beiden Geschwistern mitfühlen. Was ich auch sehr interessant gefunden habe, war, dass man nicht von Anfang an wusste, was mit der Mutter war und wo sie blieb. Meine Vermutung hat sich am Ende leider bestätigt, aber das Buch ist trotzdem wirklich toll. Es fühlt sich auch sehr nach Freiheit an, denn die Autorin hat es geschafft, die Leser in einen Bann zu ziehen, sich zu fühlen als wäre man selbst in den Dünen Dänemarks, die frische Nordluft würde man selbst einatmen. Ich würde das Buch ab 12 Jahren frühestens empfehlen, denn sonst versteht man die Handlung, glaube ich, nicht ganz. Das Buch ist eine super Sommer-Lektüre!
 
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Gerade gelesen

Gretas große Leidenschaft ist das Nähen - dieses Talent hat sie von ihrem Opa geerbt. Dieser war früher Schneidermeister am Theater und hat berühmten Stars die Kleidung genäht. Eines Tages war Greta bei ihrem Opa und übernachtete bei ihm. Opa schenkte Greta eine Menge Stoffe und Tessa-Tessa ist eine Nähmaschine von 1830 - die hat schon sehr viel erlebt. Gretas grösster Wunsch ist ein eigener Youtube-Kanal, aber ihre Mutter erlaubt es leider nicht. Greta lernt ein neues Mädchen kennen - Julie, die beiden werden sehr gute Freundinnen. Ob Greta es schafft, ihren eigenen Kanal zu veröffentlichen, verrate ich euch nicht….  Dieses Buch war sehr abwechlungsreich und toll, weil es viele verschiedene Ausdrücke gab und gut erklärt war! Mir gefiel dieses Buch sehr gut und ich kann es nur weiterempfehlen!
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Gernot, 9 Jahre aus Hall: In dem Buch geht es um zehn Kinder, die sich komische, lustige oder eklige Sachen angewöhnt haben: Zum Beispiel der "Popel-Paul". Der Junge will einen neuen Weltrekord aufstellen, denn er will den größten Popel der Welt haben. Oder die "Pepita Perpetuum-Mobile". Das Mädchen kann nie stillhalten. Was wohl aus diesen Kindern wird? Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es lustig ist! Die Geschichten liest man schnell, da es viele Bilder und unterschiedliche Schriftarten gibt. Auch gut ist, dass man aus den Geschichten lernt.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

In diesem kleinen, handlichen Buch sind gut 30 Rezepte rund um die Kichererbse versammelt. Fast alle sind in einer halben Stunde vorbereitet; bei manchen kommt das Einweichen oder Marinieren über Nacht hinzu. Insgesamt also das ideale Kochbuch für alle, bei denen es schnell gehen soll. Außerdem handelt es sich durchweg um gesunde Gerichte, ist die Kichererbse doch eine wahre Proteinbombe und das daraus gewonnene Mehl glutenfrei. Heute Mittag gekocht: die Karottensuppe mit Ingwer, Mais und natürlich Kichererbsen! Diese Suppe ist nicht nur äußerst farbenfroh, weil knallgelb, sondern auch noch sehr, sehr schmackhaft! Ich hoffe, dass bei meiner Heimkehr heute Abend noch etwas davon übrig ist!
 
Foto von Barbara Kumpitsch

Gerade gelesen

Mit "Eva schläft" wurde Francesca Melandri eine Bestsellerautorin. Lange hat sie sich Zeit gelassen, und der Roman, der jetzt entstanden ist, ist überraschend anders. Die Familiengeschichte von Atilia Profeti birgt für die Tochter Ilaria einige Überraschungen. Sie weiß nichts über Attilias Rolle in der italienischen Kolonie Äthiopien, auch nichts von seinem afrikanischen Sohn. Erst als ihr Neffe, der eine lange Flucht hinter sich hat, vor ihrer Tür steht, beginnt sie nachzufragen und ihr Bild über den Vater ändert sich ständig. Nach einigen Seiten kommt der Leser drauf, dass er auch nix weiß und noch nie etwas dermaßen Schreckliches gelesen hat. Schonungslos führt uns Melandri in den italienischen Faschismus, in die damalige italienische Kolonialgeschichte und in die aktuelle Flüchtlingsthematik ein. Die Bilder des Krieges, die in meinem Kopf entstanden sind, werden mich nicht mehr loslassen.
 
Foto von Tyrolias  Welten

Gerade gelesen

Jana Marie, 9 Jahre aus Steinach: In diesem Buch geht es darum, dass Lilo und ihre Bande, „Die Löwen auf Löwenstein“, nach einem Schlüssel für eine geheimnisvolle Türe suchen. Um mehr über diese geheimnisvolle Türe zu erfahren, müsst ihr unbedingt den ersten und zweiten Band von Lilo auf Löwenstein lesen, denn dort entdeckt Lilo diese Türe im Schloss, oder ihr sucht euch meine Rezensionen auf der Tyrolias-Welten-Homepage heraus. [https://www.tyrolia.at/for-kids] Außerdem kommt im Buch ein seltsamer Dachdecker mit seiner Frau vor. Beide wollen dem Grafen – das ist der Schlossbesitzer und Onkel von Bandenmitglied Golo - nach einem Gewitter durch einen Trick das Schloss abkaufen. Der Mann gibt vor, die Löcher des Schlossdaches zu stopfen, aber anstelle der Bezahlung verlangt der Dachdecker das Wohnrecht für sich und seine Frau für ein ganzes Jahr. Die Löcher brechen aber immer wieder bei starken Gewittern und Stürmen auf, und die Schulden des Grafens für das mehrmalige Dachdecken steigen immer weiter an. Irgendwann fordert der Dachdecker seine gesamten Schulden und zwingt den Grafen, das Schloss an ihn und seine Frau zu verkaufen!!! Wird die Bande es noch rechtzeitig schaffen, den Verkauf des Schlosses zu verhindern und was verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Türe? Findet es selbst beim Lesen des Buches heraus! Ich würde das Buch für coole Mädels und Jungs im Alter von 9 oder 10 Jahren empfehlen.
 
Foto von Brigitte Thaler

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Man führe sich vor Augen, dass dieses Buch bereits 1990 erschienen und jetzt neu aufgelegt wurde. Und eigentlich müssten wir uns denken: In fast 30 Jahren wird sich doch wohl hoffentlich in Sachen Massentierhaltung einiges geändert haben, oder? Aber leider sind die Zeitungsartikel von Astrid Lindgren aus den Jahren 1985 bis 1989 aktueller denn je. Denn sie klagt darin die katastrophalen Zustände in der massenhaften Kalb-, Rinder-, Schweine- und Hähnchenzucht an. Die Gier nach Fleisch ist noch größer geworden - und damit das Leiden der Tiere. Die weltberühmte Kinderbuchautorin plädiert dafür, dass auch Tiere ein Recht auf ein natürliches Leben haben. Also esst einfach viel weniger und vor allem gesundes Fleisch von gesunden Tieren!
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

Es gibt ja diese Bücher, die ich - obwohl sie mich aufregen - trotzdem fertig lesen muss und über die ich am Schluss sage: eigentlich furchtbar, aber leider spannend! "Das Haus der Mädchen" fällt für mich eindeutig in diese Kategorie. Die Handlung ist hanebüchen und zum Großteil übertrieben grauslich, die Hauptfigur Leni eine Nervensäge. Ich musste bei ihr immer an ein verschrecktes Häschen mit zitterndem Näschen denken. Aber stopp! Trotz meines Genörgels habe ich das Buch ja doch fertig gelesen! Warum? Es liest sich flott und flüssig, die Kapitel sind kurz und knackig. Und die Handlung? Ja, die ist haarsträubend, aber... leider spannend! Meiner Meinung nach ein Buch, das ruhig am Strand unter Sand und Wasser leiden kann und das man am Ende des Urlaubs auch gerne für den nächsten Reisenden liegenlassen kann.
 
Foto von Maxie Bantleon

Gerade gelesen

"Die Liebe zu längst verschwundenen Dingen sollte später Alias liebenswerteste und zugleich anstrengendste Eigenschaft werden." Sätze wie dieser sind es, die diesen Roman so wunderschön machen. Einem farbenprächtigen Orientteppich gleich verwebt Hala Alyan auf kunstvolle Weise die Geschichten und Schicksale von vier Generationen einer palästinensischen Familie, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte der großen Familie rund um Salma, Alia, Rihan und Manar ist geprägt von Vertreibung, Verlust und stetem Neuanfang. So vergänglich wie die Häuser aus Sand, die die Kinder am Strand bauen, so vergänglich sind auch die verschiedenen Zuhause, die sich die Familie immer wieder neu erschaffen muss. Was macht ein Zuhause aus? Was ist Heimat? Es sind die Frauen, die am Alten festhalten, um nicht zu vergessen, und die gleichzeitig stark genug sind loszulassen, die immer wieder einen Neuanfang wagen und dennoch die Familie zusammenhalten. Und die verstehen lernen, dass Heimat dort ist, wo man selber gerade ist. Dennoch bleibt Palästina für die Familie stets eine offene, nie völlig verheilte Wunde. Mir wurde beim Lesen wieder einmal bewusst, wie lückenhaft mein Wissen über Israel und Palästina eigentlich ist, wie wenig ich schlussendlich über den ganzen Nahostkonflikt weiß. Für mich ist "Häuser aus Sand" einerseits ein wunderschöner und gleichzeitig trauriger Unterhaltungsroman, der aber gleichzeitig zum Nachdenken und vor allem zum Nachlesen in Sekundärliteratur anregt. Ich würde