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ECCO Verlag

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Im Frühjahr 2021 erscheint das erste Programm des in Hamburg neu gegründeten Ecco Verlags. Unter dem Motto »Was wir lesen wollen« werden ausschließlich Bücher von Frauen verlegt, deutschsprachige Stimmen ebenso wie internationale, Debüts und etablierte Autorinnen.


Die Autorinnen des Ecco Verlags und ihre Geschichten sind ganz unterschiedlich, doch sie eint, dass sie über Themen schreiben, die uns alle umtreiben, sei es Familie, Heimat oder Herkunft, Liebe oder Verlust und Trauer. Das Programm darf, ja, soll auch gerne irritieren. Neben der konzeptuellen Klammer – Literatur von Frauen – unterstreicht auch das einheitliche, moderne und hochwertige Gestaltungskonzept die klare Programmlinie.

  

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Wir haben die Bücher für Sie gelesen!

Volle Frauenpower heißt es auch bei uns: Fünf Frauen rund um die Tyrolia - Friends & Family sozusagen - haben die Bücher des ECCO Verlages für Sie gelesen und ihre Eindrücke niedergeschrieben.

 

Verena über "Alef" von Katharina Höftmann Ciobotaru

 

Schon die Entstehungsgeschichte dieses Romans ist interessant: Katharina Höftmann Ciobotaru hatte bereits fast 200 Seiten geschrieben, da merkte sie, dass es überhaupt nicht die Geschichte ist, die sie erzählen sollte. Ich weiß zwar nicht, worum es in dem anderen Manuskript ging, bin jedoch sehr froh, dass sie „Alef“ geschrieben hat!


Es ist eine große Geschichte, ein Jahrzehnte umspannender Familienroman, ein Buch über die eine, die große, Liebe, aber auch über unsägliche Verluste. Bevor sich die Hauptfiguren begegnen und unsterblich verlieben können, müssen ihre Vorfahren viel ertragen und erleben. Maja wächst in der DDR auf und Eitan in Israel, er wünscht sich, dass sie zum Judentum konvertiert und sie weiß nicht, ob sie überhaupt an Gott glaubt. Die beiden trennt mehr als eine Welt. Kann diese Liebe überhaupt Bestand haben?


Beim Lesen hatte ich ein Gefühl wie bei „Das achte Leben“ von Nino Haratishwili. Die Geschichte hat mich ganz und gar in ihren Bann gezogen und ich wollte nicht, dass sie überhaupt aufhört, hätte noch ewig weiterlesen können.

Verena Gruber

Verena Gruber leitet die Tyrolia-Filiale im Einkaufszentrum DEZ und ist für die inhaltliche Gestaltung unseres Online-Shops zuständig.

 




Brigitte über "Iss das jetzt, wenn du mich liebst" von Bianca Nawrath

 

Kinga, eine junge Berlinerin mit polnischen Wurzeln, verliebt sich in Mahmut, der aus einem türkischen Elternhaus stammt. Sie möchten heiraten, aber Kingas Eltern wissen noch nichts davon. Sie beschließen, dieses Geheimnis bei einer Familienhochzeit in Polen den Eltern mitzuteilen.
Was musste ich zu Beginn lachen, denn Kinga beschreibt so ehrlich und unverblümt die Unterschiede zwischen ihren Kulturen, daraus wird aber bald Ernst. Ihre Eltern sind katholisch-konservativ, der Vater verfällt trotz Entzugstherapie wieder dem Alkohol und der Rassismus ist alltäglich. Beide Elternpaare wollen die jeweiligen Partner ihrer Kinder nicht akzeptieren, zu fremd und kulturfern erscheinen sie ihnen.


Der Roman spielt in der Gegenwart bei der Hochzeit im polnischen Kleindorf, wir erfahren viel über polnische Traditionen, kursiv gesetzt sind die Kapitel aus Kingas Jugend.
Wird das Paar eine Chance haben? Denn die Erwartungshaltungen der Familie sind fast unerfüllbar, beide sollten lieber in ihren tradierten Rollen verharren, insbesondere Kinga als Frau. Doch auch die Eltern als Gastarbeiter wurden früher nur geduldet, wie sollen sie dann ihren Kindern eine positive Sicht auf scheinbar fremde Menschen vermitteln?


„Es ist ein Privileg, in zwei Kulturkreisen aufgewachsen zu sein. Ich kann mir das Beste von beiden aussuchen.“

Mit diesem Resümee endet dieser unterhaltsame, kluge und mitunter emotionale Roman, der uns unbekannte Kulturen näher bringt, das Leben als MigrantInnen der 1. und 2. Generation mit all dem Rassismus vor Augen führt und vor allem den Zusammenhalt der Familie zeigt. Ein rund um gelungener Debütroman!

Brigitte Thaler

Brigitte Thaler ist gelernte Buchhändlerin und betreut unter anderem die Social-Media Kanäle der Tyrolia Buchhandlungen und unsere jungen Testleser*innen.

 




Mareike über "Die Unbezwingbare" von Katja Kettu

 

„Du hast zwei Seiten, eine indianische und eine finnische, und diese Seiten vermischen sich in deinem Blut zu einem starken Strudel, stoßen sich aber auch gegenseitig ab.“

 

Schon das Vorwort verspricht eine höchst ungewöhnliche Geschichte: Katja Kettu hat viel Zeit in Indianerreservaten verbracht und dort recherchiert, weil zahlreiche Finnen einst in die USA ausgewandert sind und sich in den Reservaten angesiedelt haben, man könnte auch sagen: den Native Americans noch mehr Land weggenommen haben.

 

„Ach, die Finnen, das sind doch bleiche Indianer. Genau solche Waldmenschen und Wilden wie wir.“

 

Lempi, eigentlich Kleine Tatze, Protagonistin des Romans, ist die Tochter einer Indianerin und eines Finnen, ihre Mutter ist vor 45 Jahren verschwunden. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass nach den indianischen Mädchen gesucht wird, die plötzlich – und das ist ja elendigerweise tatsächlich so, auch heute noch – nicht mehr nachhause kommen. Niemanden kümmert das, auch das Verschwinden von Rose selbst wurde nie aufgeklärt. Nun kehrt Lempi ins Reservat zurück, nun schreibt sie Briefe an Jim Graupelz, den sie in ihrer Jugend geliebt hat, nun erinnert sich ihr Vater Ettu – und alles kommt ans Licht.

 

Sprachmächtig, blumig und bildreich erzählt Katja Kettu von Orten, die wir nicht kennen. Von Menschen, von deren Existenz wir nie gehört haben. Die Verflechtung der Finnen und Native Americans ist wahnsinnig interessant, freilich auch irre problematisch, denn die Indianer sind ein dermaßen gebeuteltes, von den Weißen zerstörtes Volk, dass man sich jedes Mal vor Trauer übergeben möchte, wenn man über sie liest. Katja Kettu ist es gelungen, das Identitätslose, das Unzugehörige einzufangen, das Lempi belastet. Es geht um Gewalt und Missbrauch in diesem intensiven Buch, das man mit großer Aufmerksamkeit lesen muss, um Femizid und Völkermord, um den Zusammenprall zweier Kulturen und die Kinder, die daraus entstanden sind. Man kann sich hineinlegen in diese Sprache, sich von ihr umwickeln lassen, sie ist sanft und rau zugleich. Ein wichtiger, aufwühlender Roman, der eine jener weiblichen Stimmen zum Leben erweckt, denen schon seit Jahrhunderten kein Gehör geschenkt wird.

Mareike Fallwickl

Mareike Fallwickl ist Autorin und den Tyrolia Buchhandlungen seit vielen Jahren eng verbunden.

 




Viktoria über "Was wir wollen" von Meg Mason

 

Martha feiert gerade ihren 40. Geburtstag und muss sich mit dem Ende ihrer Ehe auseinandersetzten. Wir begleiten sie, wie sie versucht herauszufinden wer sie ist und was sie möchte, unabhängig von der Vorstellung anderer.

Es geht um Beziehungen in diesem Buch - romantische, zur Familie, zu sich selbst.

Sie auf diesem Weg zu begleiten ist wahnsinnig spannend und kurzweilig. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, mitgelacht. Und dabei auch einiges mitgenommen.

Es ist eines dieser Bücher, die man schnell zu Ende lesen möchte, schließlich will man ja wissen was passiert. Gleichzeitig will man nicht, dass es endet. Denn dann muss man ja die liebgewonnenen Figuren zurück lassen.

Mein erstes Buch aus dem neu gegründeten ecco Verlag, jedoch bestimmt nicht mein letztes.

Viktoria Stöckl

Viktoria Stöckl leitet die Tyrolia-Filiale im Inntalcenter Telfs.

 




Maxie über "Blond" von Joyce Carol Oates

 

Ich muss gestehen, dass mich dieser 1020 Seiten dicke Wälzer vor eine gewisse Herausforderung gestellt hat, denn es hat ungefähr ein Zehntel der Seiten gebraucht, bis es mich so richtig gepackt hat. Aber dann! Den Hinweis gleich zu Anfang, dass dieses Buch unbedingt als Roman und keinesfalls als Biographie von Marilyn Monroe zu lesen ist, habe ich natürlich wahrgenommen, aber dann gleich wieder vergessen. Joyce Carol Oates schreibt schlussendlich so packend und so detailversessen über Monroes Leben und es tauchen (oftmals zwar anonymisiert, aber doch immer sofort erkennbar) so viele Zeitgenossen auf wie Charlie Chaplin, Tony Curtis, Billy Wilder, Marlon Brando, Joe DiMaggio usw., dass man ständig den Eindruck hat, dass die Autorin eben doch alles über Marilyn weiß und nicht ein einziger Satz ihrer Phantasie entsprungen ist.


Der Teil, der mich am meisten berührt hat, widmet sich den Jahren 1956 bis 1961, also der Zeit, die Marilyn Monroe mit Arthur Miller verheiratet war. Ein gegensätzlicheres Paar als "die blonde Darstellerin und den Bühnenautor" kann man sich kaum vorstellen, aber es scheint die Zeit gewesen zu sein, in der Marilyn Monroe am glücklichsten war und am ehesten sie selbst sein konnte. Es ist die Zeit, in der sie keinen Film dreht, "ich will nie wieder sie sein", denn Marilyn Monroe ist eine von der Produktionsgesellschaft entworfene Aufziehpuppe, aber für und zusammen mit Miller ist sie einfach nur Norma. Beim Lesen ging mir immer wieder die Frage durch den Kopf: Kennt die Generation Netflix Marilyn Monroe überhaupt noch? Eine zugegeben nicht sehr repräsentative Umfrage, da nur mein Sohn (21) zur Verfügung stand, lief folgendermaßen ab: "Was fällt dir eigentlich zu Marilyn Monroe ein?" -- "Hm. Blond (Ha! Passt ja zum Titel!), und ist die nicht an einer Überdosis gestorben?" -- "Okay, und fallen dir irgendwelche Filme von ihr ein?" -- "Nein, da muss ich passen." Demnächst soll bei Netflix die Verfilmung von "Blond" laufen. Alle, die also nicht lesen wollen, können sich so trotzdem ein Bild machen und dann vielleicht doch den ein oder anderen Film mit dieser großartigen Schauspielerin hinterherschieben.

Maxie Bantleon

Maxie Bantleon ist Buchhändlerin in der Tyrolia-Filiale Maria-Theresien-Straße (Innsbruck).