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Gerade für Sie gelesen

  • Maxie aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Maxie ist Buchhändlerin in unserer Tyrolia-Filiale in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck. Ihre Spezialität sind Kochbücher - aber in ihrer Freizeit verschlingt sie alle möglichen Bücher, von Romanen bis zu den spannendsten Thrillern.

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  • Laura Clark ist dann mal weg von Helen Russell

    Ich LIEBE dieses Buch, denn es ist in erster Linie eines, nämlich superlustig, aber das Lachen bleibt einem mehr und mehr im Halse stecken, und man möchte Laura Clark zurufen: Nimm die Beine in die Hand und lauf!

    „Laura war wie eine schützende Wolke, die jeden umgab.“

    Aber jetzt, einem ganz gewöhnlichen Montag ist Laura Clark plötzlich weg, und der Titel ist beinahe wörtlich zu nehmen, denn die wunderbare Hauptfigur kommt erst kurz vor Schluss nach knapp 400 Seiten das erste Mal selbst zu Wort.
    Trotzdem lernen wir sie sehr gut kennen – durch die Worte und die Sichtweise anderer.
    Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Büro, Chloe und Danii, Ian und Tom, sind zwar zunächst etwas befremdet, weil Laura nicht wie gewohnt überpünktlich an ihrem Schreibtisch sitzt, aber wahrscheinlich ist sie einfach einen Tag früher aufs Land gefahren, um den Betriebsausflug der Firma am kommenden Mittwoch vorzubereiten. Aber wer kümmert sich nun während ihrer Abwesenheit darum, dass der kaputte Aufzug repariert wird?!
    Auch Lauras Mann und die Tochter Sian, 19 Jahre alt, rätseln am Abend.
    Ist schon heute Lauras Wellnesstrip mit ihren Freundinnen? Bei denen nachzufragen, ist schwierig, denn „wie heißen die noch gleich?“
    Oder ist sie doch zur Beerdigung der entfernten Großtante in Northumberland gefahren? Wenn Laura wieder da ist, wird Mark ein ernstes Wörtchen mit ihr reden müssen, denn einfach wegzufahren, ohne eine Nachricht zu hinterlassen oder einen Essensplan???
    In der Nachbarschafts-WhatsApp-Gruppe ploppt eine Nachricht nach der anderen auf. Denn wer soll mit Stephens Hund Gassi gehen und wer kauft nun Derek seine geliebten Shreddies?
    Und auch Lauras Mutter Carol – eine fürchterliche Person, aber Garant für so manchen Lacher – ist ohne ihre Tochter aufgeschmissen. Wer tauscht jetzt die Batterien in ihrem Rauchmelder, wer hängt ein neues Bild für sie auf und wer kauft ihr die Anti-Aging-Eispacks fürs Gesicht?
    Die Tage vergehen und Laura bleibt verschwunden, aber anstatt besorgt zu sein, ob ihr eventuell etwas zugestoßen ist, werden die jeweiligen Befindlichkeiten der Menschen in Lauras Umfeld immer dringlicher und schwieriger – so ganz ohne sie.
    Vor allem Mark und Sian sind völlig hilflos. Etwas zu essen zubereiten? Dazu sind beide nicht in der Lage, aber zum Glück gibt es ja den Lieferservice. Den Hund versorgen? Schwierig. Wäsche waschen? Ein Ding der Unmöglichkeit.
    All die kleinen und größeren Malaisen des Alltags managen? Dafür haben sie doch alle Laura, und sie ist immer so organisiert!

    Je mehr wir von Lauras Alltag erfahren und von ihrer Verantwortung und Fürsorge für einfach ALLES und JEDEN und vor allem von der Selbstverständlichkeit, mit der alle, wirklich alle in ihrem Umfeld stets davon ausgehen, dass Laura immer alles für alle managen, erledigen, geradebiegen wird, desto stärker wird eine Ahnung, die bald zur Gewissheit wird.
    Lauras Verschwinden kann nur damit zusammenhängen, „dass Mark ein beschissener Ehemann ist, dass Carol eine beschissene Mutter ist, dass es Laura auf der Arbeit beschissen geht, dass es Laura zu Hause beschissen geht.“
    Kann es sein, dass ihr uncharakteristisches Verschwinden bedeutet, dass Laura fortgegangen ist, um endlich ihr Leben so gut zu leben, wie es nur möglich ist? Oder ist doch etwas Schlimmes geschehen?
    An dieser Stelle sei nur so viel verraten: Das Ende ist so verblüffend wie schön!
    Wer jetzt noch auf der Suche nach Urlaubslektüre ist, sollte „Laura Clark ist dann mal weg“ in den Koffer packen.
    Und alle Daheimgebliebenen lesen dieses wunderbare Buch bitte auf der heimischen Couch!